Eine Schleckmatte für Katzen ist sinnvoll, wenn du sie dünn mit vertrautem Futter bestreichst, freiwillig anbietest und während der Nutzung dabeibleibst. Sie kann einen Teil der Mahlzeit abwechslungsreicher machen und die Aufnahme einer kleinen Portion verlangsamen. Ein Wundermittel gegen Langeweile, Angst oder Stress ist sie allerdings nicht – und manche Katze findet den Karton daneben interessanter. Hier erfährst du, welche Matte gut passt, worauf es dabei ankommt und wie deine Katze sie sicher kennenlernt.
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Eine Schleckmatte bietet eine einfache Futterbeschäftigung
Eine Schleckmatte beschäftigt deine Katze damit, weiches Futter aus flachen Rillen und Vertiefungen aufzunehmen. Damit gehört sie praktisch zu den stationären Futterpuzzles: Statt das Futter einfach aus dem Napf zu schlingen, muss die Katze es mit der Zunge Stück für Stück erreichen.
Futterbasierte Beschäftigung kann den Katzenalltag bereichern. Die AAFP/ISFM-Leitlinien zu den Umweltbedürfnissen von Katzen betonen unter anderem die Bedeutung passender, freiwillig nutzbarer Ressourcen. Eine veterinärmedizinische Übersicht zu Futterpuzzles für Katzen empfiehlt, solche Angebote an die Vorlieben und Fähigkeiten der einzelnen Katze anzupassen und zunächst einfach zu gestalten.
Für viele Katzen ist eine Schleckmatte vor allem in diesen Situationen praktisch:
- als Abwechslung für einen Teil der normalen Nassfuttermahlzeit,
- als ruhiger Abschluss nach einer kurzen Spiel- oder Trainingseinheit,
- zum langsameren Aufnehmen eines kleinen Snacks,
- als freiwillige Beschäftigung an einem vertrauten, ungestörten Ort,
- zum Verteilen einer kleinen Menge Ergänzungsfutter.
Als katzenspezifisches Modell kommt beispielsweise die LickiMat Casper* infrage. Sie ist 22 × 16 Zentimeter groß, flach strukturiert und besteht laut Hersteller aus TPR. Das ist lediglich ein Produktbeispiel, darüber hinaus gibt es durchaus noch viele andere geeignete Schleckmatten für Katzen*. Entscheidend ist nicht die Fischform, sondern ob Größe, Struktur und Material zu deiner Katze passen.
Bei Hundebesitzern ist die Schleckmatte bereits deutlich bekannter als unter Katzenliebhabern. Diese finden bei Bedarf Informationen in unserem separaten Ratgeber zur Schleckmatte für Hunde. Aber auch viele Katzen haben durchaus Spaß an dieser Beschäftigung.
Eine flache und standfeste Matte passt meist besser zur Katze
Eine gute Schleckmatte für Katzen ist breit, flach, rutschfest und nicht unnötig tief strukturiert. So kann die Katze das Futter erreichen, ohne das Gesicht in enge Mulden drücken zu müssen.
Katzenschnurrhaare sind empfindliche Tastorgane. Nicht jede Katze stört sich an Randkontakt, doch eine großzügige, offene Fläche lässt ihr mehr Bewegungsfreiheit als ein schmaler, tiefer Napf. Ob deine Katze eine bestimmte Form mag, erkennst du zuverlässiger an ihrem Verhalten als an Werbeslogans: Schleckt sie entspannt weiter, passt das Angebot wahrscheinlich. Weicht sie wiederholt zurück, schüttelt den Kopf oder versucht nur mit der Pfote an das Futter zu kommen, ist die Struktur möglicherweise zu tief oder unangenehm.
Achte beim Kauf einer Schleckmatte für Katzen besonders auf diese Punkte:
- Flache Vertiefungen: Für den Einstieg sind breite Rillen meist leichter als komplizierte Waben oder sehr tiefe Noppen.
- Ausreichende Fläche: Das Futter lässt sich dünn verteilen, ohne zwischen wenigen winzigen Mulden zu verschwinden.
- Rutschfester Halt: Die Matte sollte beim Schlecken nicht durch die Küche wandern. Saugnäpfe können auf glatten Flächen helfen, müssen aber zuverlässig haften.
- Eignung für Lebensmittelkontakt: Verlasse dich auf eine klare Herstellerangabe zur Lebensmitteleignung. „BPA-frei“ allein sagt noch nicht alles über ein Produkt aus.
- Geruchsneutrales Material: Ein starker chemischer Eigengeruch kann Katzen abschrecken.
- Intakte Oberfläche: Risse, klebrige Stellen, gelöste Noppen oder ausgefranste Ränder sind Gründe, die Matte auszutauschen.
- Passende Reinigung: Prüfe, ob das Modell per Hand oder in der Spülmaschine gereinigt werden darf.
Die Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung zu Materialien für den Lebensmittelkontakt zeigen, warum Silikon, TPR oder Kunststoff nicht allein aufgrund ihres Materialnamens automatisch gleichwertig sind. Aussagekräftiger sind nachvollziehbare Herstellerinformationen, ein neutraler Geruch und ein dauerhaft unbeschädigter Zustand.
Auf die Schleckmatte gehört vertrautes Katzenfutter
Für die erste Befüllung eignet sich das gewohnte Nassfutter deiner Katze am besten. Es ist vertraut, lässt sich leicht verstreichen und kann aus der normalen Tagesration abgezogen werden.
Du brauchst dafür keine aufwendige Katzenküche. Diese einfachen Varianten reichen meist völlig aus:
| Befüllung | So verwendest du sie | Darauf solltest du achten |
|---|---|---|
| Gewohntes Alleinfuttermittel | Eine kleine Menge Nassfutter dünn verstreichen | Von der normalen Mahlzeit abziehen |
| Nassfutter mit etwas lauwarmem Wasser | Futter zu einer weichen Creme verrühren | Nur frisch anbieten und Reste entfernen |
| Flüssiger Katzensnack | Einen dünnen Film auftragen | Als Ergänzungsfutter beziehungsweise Snack mitzählen |
| Kleine Menge ungewürztes, gegartes Fleisch | Sehr fein zerkleinern und mit Wasser vermengen | Nur gelegentlich; ersetzt kein ausgewogenes Alleinfutter |
| Tierärztlich verordnetes Futter | Nur in unveränderter Form und nach Rücksprache verwenden | Bei Erkrankungen keine spontanen Zutaten ergänzen |
Eine unkomplizierte streichfähige Option ist etwa SmoothieCat Huhn*. Das Produkt wird vom Hersteller als Ergänzungsfuttermittel angeboten. Gib deshalb nicht gleich den gesamten Flascheninhalt auf die Matte, sondern beginne mit einer kleinen, dünn verteilten Menge. Bei einer vermuteten Futtermittelallergie ist auch eine einzelne Fleischsorte nicht automatisch geeignet; eine Ausschlussdiät gehört in tierärztliche Hände.

Ungeeignet sind stark gewürzte Speisen, Soßen, Bratenreste, gesalzene Brühe und süße Brotaufstriche. Auch Milch oder Joghurt sind keine ideale Standardfüllung, weil viele ausgewachsene Katzen Laktose schlecht vertragen. Zwiebeln, Knoblauch und Schokolade können Katzen schaden. Xylithaltige Produkte sowie andere süße Menschen-Snacks sind ebenfalls keine geeignete Füllung. Einen Überblick über typische Vergiftungsgefahren bei Hunden und Katzen bietet die Tierärztliche Hochschule Hannover.
Ebenfalls wichtig: Hundefutter ist für Katzen keine geeignete regelmäßige Füllung. Katzen haben eigene Nährstoffbedürfnisse, die ein Futter für Hunde nicht zuverlässig abdeckt. Ein dekoratives Tierfoto auf der Packung ersetzt schließlich keine Zutatenliste – selbst wenn der Hund darauf sehr vertrauenswürdig schaut.
Eine winzige Futterprobe erleichtert die Gewöhnung
Die beste Einführung beginnt mit einem Klecks vertrauten Futters, den deine Katze ohne Anstrengung erreichen kann. Die Matte sollte an einem ruhigen Ort liegen und darf zunächst so einfach sein, dass das Futter beinahe oben auf der Struktur sitzt.
So gehst du vor:
- Wasche eine neue Matte nach Herstellerangabe und lasse sie vollständig trocknen.
- Lege sie auf einen festen, ruhigen Platz, an dem deine Katze gewöhnlich frisst.
- Streiche etwa einen Teelöffel ihres gewohnten Futters sehr dünn auf eine leicht zugängliche Stelle.
- Lass deine Katze selbst entscheiden, ob sie schnuppert oder schleckt.
- Räume die Matte nach der kurzen Nutzung wieder weg und reinige sie.
Drücke das Gesicht der Katze niemals zur Matte und streiche ihr kein Futter auf Nase oder Pfoten. Frisst sie lieber aus dem Napf, darf der Napf zunächst danebenstehen. Die Schleckmatte sollte eine Wahlmöglichkeit sein, keine Aufnahmeprüfung mit leerem Magen.
Zimmerwarmes Futter riecht meist intensiver als eine kalte Portion aus dem Kühlschrank. Gerade vorsichtige Katzen akzeptieren es deshalb mitunter leichter. Bleibt sie skeptisch, probiere es an einem anderen Tag noch einmal oder verwende eine einfachere Struktur. Manche Samtpfoten führen vor der ersten Benutzung eben eine sehr gründliche Qualitätskontrolle durch.
Nach dem Clickertraining mit deiner Katze kann die Matte einen ruhigen Abschluss bilden. Die unmittelbar nach dem Click fällige Belohnung ersetzt sie jedoch nicht, weil ihre Vorbereitung und Nutzung dafür meist zu lange dauern.
Kleine Portionen halten die Kalorien im Rahmen
Die Füllung einer Schleckmatte zählt vollständig zur täglichen Futtermenge deiner Katze. Verwendest du ihr gewohntes Alleinfutter, ziehst du die Portion von der Mahlzeit ab; zusätzliche Schlecksnacks zählen dagegen zu den Extras.
Laut der WSAVA-Empfehlung zu Leckerbissen für Katzen sollten Snacks und andere Extras höchstens zehn Prozent der täglichen Kalorien liefern. Mindestens 90 Prozent sollten aus einem vollständigen und ausgewogenen Futter stammen.
Das klingt nach Rechenstunde, ist im Alltag aber recht einfach:
- Beginne mit etwa einem Teelöffel Füllung.
- Verteile ihn dünn, statt die Vertiefungen randvoll zu stopfen.
- Nutze bevorzugt einen Teil des normalen Nassfutters.
- Berücksichtige alle weiteren Leckerchen des Tages.
- Besprich die Menge bei Übergewicht, Nierenproblemen, Diabetes, Allergien oder einer tierärztlichen Diät mit der behandelnden Praxis.
Eine feste Mindestdauer oder Nutzungshäufigkeit gibt es für Katzen nicht. Die Matte ist fertig, wenn das Futter weg ist, deine Katze das Interesse verliert oder auf der Matte zu kauen beginnt. Sie darf gelegentlich oder – bei passender Gesamtration – auch regelmäßig zum Einsatz kommen. Wichtiger als die Uhr ist, dass deine Katze freiwillig und entspannt damit umgeht.
Zimmertemperatur ist für viele Katzen attraktiver als gefrorenes Futter
Für Katzen ist eine Füllung bei Zimmertemperatur häufig interessanter als eine komplett gefrorene Schleckmatte. Wärme verstärkt den Futtergeruch, während sehr kaltes Futter für manche Katzen wenig verlockend oder im Maul unangenehm ist.
Einfrieren ist daher eine Option, kein Pflichtprogramm. Wenn deine Katze kalte Füllungen mag und der Hersteller die Matte ausdrücklich als gefriergeeignet kennzeichnet, kannst du eine sehr dünne Schicht kurz anfrieren. Lass sie vor dem Anbieten etwas antauen und beobachte, ob deine Katze bequem schlecken kann.
Bei Zahnproblemen, empfindlichem Maul, sehr jungen, alten oder kranken Katzen ist eine weiche, nicht eiskalte Füllung meist die vorsichtigere Wahl. Zeigt deine Katze Schmerzen beim Fressen, lässt Futter fallen, speichelt auffällig oder frisst plötzlich schlechter, gehört sie in eine Tierarztpraxis – nicht an eine besonders raffinierte Schleckmatte.
Eine gefrorene Matte ist außerdem keine Behandlung gegen Überhitzung und kein verlässlicher Flüssigkeitsersatz. An heißen Tagen bleiben frisches Wasser, kühle Rückzugsorte und eine angemessene Raumtemperatur entscheidend.
Im Mehrkatzenhaushalt braucht jede Katze einen eigenen Futterplatz
In einem Haushalt mit mehreren Katzen sollte jede Katze ihre eigene Schleckmatte in ausreichendem Abstand zu den anderen erhalten. Gemeinsames Schlecken von einer kleinen Fläche sieht auf Fotos niedlich aus, kann aber Konkurrenz erzeugen oder dazu führen, dass eine Katze schneller frisst als ihr lieb ist.
Sinnvoll sind mehrere passend verteilte Futter- und Wasserstellen. Für Schleckmatten bedeutet das:
- pro Katze eine eigene Matte,
- deutlich getrennte Plätze statt einer Reihe Schulter an Schulter,
- bei Spannungen unterschiedliche Räume oder einen Sichtschutz,
- kein Standort direkt neben Toilette oder lautem Haushaltsgerät,
- ruhige Beobachtung während der gesamten Nutzung.
Achte auf Anstarren, Blockieren von Wegen, hastiges Schlecken, geduckte Körperhaltung oder das Verlassen der Matte, sobald sich eine andere Katze nähert. Nicht jede Auseinandersetzung hat Krallen und dramatische Filmmusik; Konkurrenz kann sehr leise aussehen.

Saubere Rillen und Aufsicht schützen deine Katze
Eine Katze sollte eine Schleckmatte nur unter Aufsicht benutzen. Sobald sie hineinbeißt, daran zerrt oder Material ablöst, nimmst du die Matte weg. Sie ist ein Futterutensil und kein Kauspielzeug.
Auch eine Matte mit Saugnäpfen sollte nicht unbeaufsichtigt am Boden, Fenster oder an der Badewanne kleben bleiben. Wenn du deine Katze allein lässt, räumst du die Schleckmatte vorher weg. Sie ersetzt weder Betreuung noch eine sichere, dauerhaft zugängliche Futter- und Wasserversorgung.
Zur Hygiene gehören folgende Schritte:
- Entferne feuchte Futterreste unmittelbar nach der Nutzung.
- Wasche die Matte nach jedem Einsatz mit heißem Wasser und Spülmittel.
- Reinige Rillen und Ecken sorgfältig mit einer weichen Bürste.
- Spüle alle Reinigungsmittelreste gründlich ab.
- Lasse die Matte vollständig trocknen.
- Nutze Spülmaschine, kochendes Wasser oder Gefrierschrank nur, wenn der Hersteller dies ausdrücklich erlaubt.
- Kontrolliere vor jeder Befüllung Ränder, Noppen und Unterseite.
Hat deine Katze ein Stück der Matte verschluckt oder ungeeignetes Futter aufgenommen, rufst du sofort in einer Tierarztpraxis oder Tierklinik an. Warte nicht erst auf Beschwerden und löse nicht eigenständig Erbrechen aus.
Eine Katzenschleckmatte ersetzt keine Behandlung von Stress oder Krankheit
Eine Schleckmatte kann eine ruhige Beschäftigung sein, behandelt aber weder Angst noch Trennungsstress oder andere Verhaltensprobleme. Manche Katzen konzentrieren sich beim Schlecken sichtbar auf die Futteraufgabe; andere bleiben unruhig oder ignorieren die Matte vollständig.
Für pauschale Versprechen, Schlecken setze bei jeder Katze „Glückshormone“ frei oder senke zuverlässig den Stresspegel, fehlt eine ausreichend belastbare Grundlage. Entscheidend ist das individuelle Verhalten: Eine freiwillig schleckende Katze darf die Beschäftigung genießen. Eine erstarrte, hektische oder ausweichende Katze braucht weniger Druck und gegebenenfalls eine andere Lösung.
Plötzliche Appetitveränderungen, häufiges Erbrechen, Gewichtsverlust, auffälliges Speicheln, Schmerzen oder starke Verhaltensänderungen gehören tierärztlich abgeklärt. Auch die hübschste Fischmatte hat leider keine Kassenzulassung.
Die beste Katzen-Schleckmatte bleibt freiwillig und einfach
Eine Schleckmatte ist für Katzen dann sinnvoll, wenn sie flach, standfest, für Lebensmittelkontakt vorgesehen und leicht zu reinigen ist. Für den Einstieg genügt eine dünne Schicht des gewohnten Nassfutters bei Zimmertemperatur. Zusätzliche Katzensnacks bleiben kleine Extras, jede Katze bekommt ihren eigenen ruhigen Platz und während der Nutzung bleibt ein Mensch in der Nähe.
Nimmt deine Katze die Matte gern an, gewinnt ihr eine unkomplizierte Form der Futterbeschäftigung. Ignoriert sie das Angebot, ist das ebenfalls eine klare Antwort. Katzen haben schließlich nie behauptet, jede gute Idee ihrer Menschen persönlich gutheißen zu müssen.