Die Conference League ist der dritte Europapokal im Männer-Vereinsfußball – und für viele Klubs die Chance auf internationale Abende, die sonst eher im Fernsehprogramm stattfinden. Aber wer darf mitspielen, warum stehen 36 Mannschaften in einer Tabelle und welcher Bundesliga-Platz reicht für die Qualifikation? Hier erfährst du, wie der Wettbewerb funktioniert, was ihn von der Europa League unterscheidet und worauf es auf dem Weg ins Finale ankommt.
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Die Conference League bringt mehr Vereine nach Europa
Die UEFA führte den Wettbewerb zur Saison 2021/22 ein. Dadurch erhalten mehr Vereine aus mehr Ländern die Möglichkeit, international anzutreten. Neben bekannten Namen aus großen Ligen sind auch Klubs dabei, die sonst selten eine europäische Hauptphase erreichen.
Für die Fans bedeutet das neue Gegner und Auswärtsfahrten, bei denen man gelegentlich erst einmal die Landkarte braucht. Ob du deinen Fanschal* nach Florenz oder zu einem kleineren Verein mitnimmst: Ein Europapokalabend muss nicht Champions League heißen, um in Erinnerung zu bleiben.
Bis einschließlich 2023/24 lautete der Name UEFA Europa Conference League. Seit 2024/25 heißt der Wettbewerb offiziell UEFA Conference League. Die längere Bezeichnung taucht weiterhin in Suchanfragen und älteren Berichten auf; gemeint ist derselbe Pokal.
Conference League und Europa League unterscheiden sich deutlich
Die Conference League steht in der Rangfolge der UEFA-Klubwettbewerbe hinter Champions League und Europa League. Sie ist ein eigener Wettbewerb mit eigenem Teilnehmerfeld und eigenem Titel.
| Wettbewerb | Teams in der Ligaphase | Spiele je Team in der Ligaphase | Startrecht durch den Titelgewinn |
|---|---|---|---|
| Champions League | 36 | 8 | Champions League der nächsten Saison |
| Europa League | 36 | 8 | Champions League der nächsten Saison |
| Conference League | 36 | 6 | Europa League der nächsten Saison |
Das Startrecht bezieht sich jeweils auf die Ligaphase. Wer als Conference-League-Sieger über die nationale Liga bereits die Champions League erreicht, spielt natürlich dort.
Seit der Reform gibt es nach der Ligaphase keinen Wechsel mehr von der Europa League in die Conference League. Wer ausscheidet, bekommt keine zusätzliche Chance im kleineren Europapokal. Während der Qualifikation sind Übergänge zwischen den Wettbewerben dagegen weiterhin vorgesehen.
Der Conference-League-Modus: 36 Teams in einer Ligaphase
Seit 2024/25 ersetzt eine Ligaphase mit 36 Mannschaften die früheren Vierergruppen. Alle Teams stehen in derselben Tabelle. Trotzdem spielt kein Klub gegen sämtliche 35 Konkurrenten – der Terminkalender darf kurz aufatmen.
Jede Mannschaft bestreitet:
- sechs Spiele gegen sechs unterschiedliche Gegner,
- drei Heimspiele,
- drei Auswärtsspiele.
Ein Sieg bringt drei Punkte, ein Unentschieden einen Punkt. Gegen denselben Gegner gibt es in dieser Phase kein Rückspiel.
Die Auslosung verteilt die Gegner auf sechs Lostöpfe
Die 36 Klubs werden nach ihrem UEFA-Klubkoeffizienten auf sechs Lostöpfe verteilt. Jedes Team bekommt aus jedem Topf einen Gegner zugelost. Dadurch trifft auch ein hoch eingestufter Verein auf einen Gegner aus dem stärksten Topf.
In der Ligaphase sollen grundsätzlich keine Mannschaften desselben Landesverbands gegeneinander spielen. Außerdem darf ein Klub höchstens zwei Gegner aus demselben anderen Landesverband bekommen. Für die Durchführbarkeit der Auslosung kann die UEFA Bedingungen anpassen.
Die Tabellenplätze entscheiden über das Weiterkommen
| Platz nach sechs Spielen | Folge |
|---|---|
| 1 bis 8 | Direkter Einzug ins Achtelfinale |
| 9 bis 24 | Teilnahme an den Play-offs der K.-o.-Phase |
| 25 bis 36 | Ausgeschieden |
Die Mannschaften auf den Plätzen 9 bis 16 sind in den K.-o.-Play-offs gesetzt und treffen auf Teams von Rang 17 bis 24. Die acht Sieger vervollständigen das Achtelfinale. Der Tabellenrang beeinflusst auch den weiteren Turnierweg; es wird nicht vor jeder Runde wieder völlig frei ausgelost.

Bei Punktgleichheit zählt zuerst die Tordifferenz
Haben zwei Teams gleich viele Punkte, entscheidet zuerst die Tordifferenz, danach die Zahl der erzielten Tore. Es folgen Auswärtstore, Siege und Auswärtssiege. Falls nötig, werden anschließend die Ergebnisse der Gegner sowie weitere Kriterien herangezogen.
Der direkte Vergleich gehört hier nicht zu den Kriterien. Viele punktgleiche Teams haben schließlich gar nicht gegeneinander gespielt.
Ein Beispiel: Verein A holt zehn Punkte bei 9:4 Toren, Verein B zehn Punkte bei 11:8 Toren. A steht wegen der besseren Tordifferenz vor B: plus fünf schlägt plus drei. Mehr geschossene Tore allein reichen also nicht.
Die Conference-League-Qualifikation hängt vom nationalen Startplatz ab
Welche Vereine teilnehmen dürfen, richtet sich nach den nationalen Ergebnissen und der UEFA-Zugangsliste. Je nach Land führen Ligaplatzierungen oder Pokalwettbewerbe in die Qualifikation. Hinzu kommen Mannschaften, die aus bestimmten Qualifikationsrunden der Champions League oder Europa League wechseln.
Dabei solltest du zwei Dinge auseinanderhalten: Ein nationaler Startplatz für die Conference League bedeutet noch keinen sicheren Platz in ihrer Ligaphase. Der deutsche Vertreter steigt regulär in die Qualifikations-Play-offs ein. Erst wenn er sich dort in Hin- und Rückspiel durchsetzt, gehört er zum Feld der 36 Mannschaften.
In der Bundesliga können Platz sechs, sieben oder acht reichen
Der Satz „Der Siebte spielt Conference League“ passt in vielen Spielzeiten. Eine feste Regel für jede Saison ist er nicht. Diese typischen Konstellationen zeigen, warum der Platz wechseln kann:
| Ausgangslage | Platz für die Conference-League-Qualifikation |
|---|---|
| Vier reguläre Champions-League-Plätze; der DFB-Pokalsieger landet außerhalb der ersten sechs | Platz 6 |
| Vier reguläre Champions-League-Plätze; der DFB-Pokalsieger landet unter den ersten sechs | Platz 7 |
| Zusätzlicher fünfter Champions-League-Platz über die UEFA-Saisonwertung; der DFB-Pokalsieger landet unter den ersten sieben | Platz 8 kann reichen |
Der Grund für das Nachrücken: Der DFB-Pokalsieger erhält grundsätzlich einen Europa-League-Platz. Ist er bereits über die Bundesliga entsprechend oder höher qualifiziert, wird dieser Platz über die Liga weitergegeben. Damit kann auch der Zugang zur Conference League nach unten wandern.
Zusätzliche Startrechte durch einen Europapokalsieg können andere Folgen haben. Ein weiterer deutscher Champions-League-Teilnehmer bedeutet deshalb nicht automatisch, dass der Conference-League-Platz ebenfalls nach unten rutscht. Entscheidend ist die konkrete Konstellation der jeweiligen Saison.
Zwei verschiedene Runden heißen Play-offs
| Runde | Zeitpunkt | Worum gespielt wird |
|---|---|---|
| Qualifikations-Play-offs | Im Sommer, vor der Ligaphase | Einzug in die Ligaphase |
| Play-offs der K.-o.-Phase | Nach der Ligaphase, gewöhnlich im Februar | Einzug ins Achtelfinale |
Ein Verein kann beide Runden in derselben Saison bestreiten: zunächst, um überhaupt in die Ligaphase zu kommen, später, weil er dort auf einem der Plätze 9 bis 24 gelandet ist.

Die Conference League 2026/27 führt zum Finale in Istanbul
Stand: 13. September 2026. In der Saison 2026/27 ist der SC Freiburg der deutsche Vertreter in der Ligaphase. Mainz spielte 2025/26 im Wettbewerb, Heidenheim 2024/25. Ältere Suchtreffer zu diesen Klubs beziehen sich deshalb nicht automatisch auf die aktuelle Saison.
Die Ligaphase beginnt am 15. Oktober 2026. Diese Termine sieht der aktuelle UEFA-Spielplan für die Conference League vor:
| Runde | Termine |
|---|---|
| Ligaphase | 15. und 22. Oktober, 5. und 26. November, 10. und 17. Dezember 2026 |
| K.-o.-Play-offs | 18. und 25. Februar 2027 |
| Achtelfinale | 11. und 18. März 2027 |
| Viertelfinale | 8. und 15. April 2027 |
| Halbfinale | 29. April und 6. Mai 2027 |
| Finale | 2. Juni 2027, Beşiktaş Park in Istanbul |
Terminänderungen sind möglich. Für eine Auswärtsfahrt solltest du deshalb die bestätigte Anstoßzeit und die Ticketinformationen des Vereins abwarten. Sichere digitale Reiseunterlagen auch offline. Eine Powerbank* hilft unterwegs, wenn Fahrkarte, Navigation und Stadionticket auf demselben Handy liegen. Ob du sie ins Stadion mitnehmen darfst, regelt die jeweilige Stadionordnung.
In der K.-o.-Phase zählt das Gesamtergebnis
Von den Play-offs der K.-o.-Phase bis zum Halbfinale werden die Duelle mit Hin- und Rückspiel ausgetragen. Weiter kommt, wer in beiden Begegnungen zusammen mehr Tore erzielt.
Die Auswärtstorregel gilt nicht mehr. Gewinnt eine Mannschaft zu Hause 2:1 und verliert auswärts 0:1, steht es insgesamt 2:2. Sie scheidet nicht wegen des Auswärtstores ihres Gegners aus.
Bei ausgeglichener Torsumme folgt nach dem Rückspiel eine Verlängerung von zweimal 15 Minuten. Besteht danach weiterhin Gleichstand, entscheidet das Elfmeterschießen. Das ist etwas anderes als die Nachspielzeit, mit der der Schiedsrichter Unterbrechungen innerhalb einer Halbzeit ausgleicht.
Eine kleine Stolperfalle bleibt: Auswärtstore können bei Punktgleichheit in der Ligatabelle als späteres Kriterium zählen. Das ist keine Rückkehr der abgeschafften Auswärtstorregel für K.-o.-Duelle.
Der Conference-League-Sieger gewinnt mehr als einen Pokal
Das Finale besteht aus einem einzigen Spiel. Bei einem Unentschieden nach 90 Minuten samt Nachspielzeit folgen Verlängerung und gegebenenfalls Elfmeterschießen.
Der Sieger erhält neben dem Titel ein Startrecht für die Ligaphase der Europa League in der folgenden Saison. Hat er sich bereits für die Champions League qualifiziert, nimmt er an diesem höherwertigen Wettbewerb teil. Aus einem erfolgreichen Conference-League-Jahr kann damit unmittelbar die nächste Europapokalreise werden.
Alle bisherigen Conference-League-Sieger
| Saison | Sieger | Finalgegner | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| 2021/22 | AS Rom | Feyenoord Rotterdam | 1:0 |
| 2022/23 | West Ham United | AC Florenz | 2:1 |
| 2023/24 | Olympiakos Piräus | AC Florenz | 1:0 nach Verlängerung |
| 2024/25 | FC Chelsea | Real Betis | 4:1 |
| 2025/26 | Crystal Palace | Rayo Vallecano | 1:0 |
Bis einschließlich 2025/26 gab es fünf verschiedene Sieger. Drei Titel gingen nach England, einer nach Italien und einer nach Griechenland. Ein deutscher Verein hat den Wettbewerb bisher nicht gewonnen.

Die Conference-League-Übertragung hängt von Spiel und Runde ab
Für Zuschauer in Deutschland läuft das umfangreiche Liveangebot ab der Ligaphase 2026/27 kostenpflichtig auf RTL+. Ausgewählte Begegnungen sind bei RTL oder Nitro im Free-TV zu sehen. Zusätzlich zeigen Sky Sport und WOW ausgewählte Spiele. Welche Angebote zur Saison gehören, erläutert die Übersicht zur Conference-League-Übertragung.
Für die Qualifikation einschließlich der sommerlichen Play-offs werden die Rechte gesondert vergeben. Deshalb kann eine Partie bei einem anderen Anbieter laufen. Prüfe dafür die konkrete Begegnung und die Ankündigung des Heimvereins.
Willst du einen Stream auf dem Fernseher sehen, brauchst du eine unterstützte App auf dem Gerät oder beispielsweise einen kompatiblen Streaming-Stick. Der Stick ersetzt kein erforderliches Abonnement. Prüfe die App-Unterstützung vor dem Kauf. Die Knabbereien für den Fußballabend sind bei der Vorbereitung deutlich weniger kompliziert.
FAQ: Häufige Fragen zur Conference League
Gibt es einen VAR in der Conference-League-Qualifikation?
Nach dem UEFA-Reglement kann der Videoassistent bereits ab der dritten Qualifikationsrunde eingesetzt werden. Daraus folgt nicht, dass jede Qualifikationspartie einen VAR hat. Auch mit Videotechnik wird nicht jede strittige Szene überprüft: Wann der VAR eingreifen darf, hängt von klar festgelegten Situationen ab.
Wie viele Spiele braucht ein Team bis zum Titel?
Ab Beginn der Ligaphase sind es bei direktem Achtelfinaleinzug 13 Spiele: sechs Ligaspiele, jeweils zwei im Achtel-, Viertel- und Halbfinale sowie das Endspiel. Wer zusätzlich die K.-o.-Play-offs bestreiten muss, kommt auf 15 Spiele. Einsätze in der sommerlichen Qualifikation kommen noch hinzu.
Zählt die Conference League für die UEFA-Fünfjahreswertung?
Ja. Ergebnisse in der Conference League fließen in die UEFA-Verbandswertung ein. Ein erfolgreicher Verein sammelt damit auch Punkte für seinen Landesverband. Die Berechnung und die Bonuspunkte sind allerdings nicht in allen drei Europapokalwettbewerben identisch.