Ein Einhorn malen gelingt leichter, wenn du zuerst Körper und Kopf aus einfachen Ovalen aufbaust. Danach kommen Hals, vier Beine, Horn und Mähne dazu. Unsere Anleitung zeigt dir ein niedliches Einhorn von der Seite, das nach rechts schaut und ruhig steht. Du brauchst dafür keinen Zirkel und keine Zeichenerfahrung. Die acht Schritte kannst du am Bildschirm verfolgen oder als Anleitung ausdrucken.
Was brauchst du zum Einhornmalen?
Für die Zeichnung reichen Papier, Bleistift und Radiergummi. Zum Schluss kannst du Konturen nachziehen und dein Einhorn ausmalen. Lege dir diese Dinge bereit:
- ein Blatt Papier im Querformat, zum Beispiel DIN A4
- einen Bleistift, etwa in HB
- einen weichen Radiergummi und einen Spitzer
- Buntstifte oder Wachsmalstifte
- optional einen schwarzen, radierfesten Zeichenstift
HB ist ein mittlerer Bleistifthärtegrad. Weichere B-Minen zeichnen in der Regel dunkler, härtere H-Minen heller, wie die Herstellerübersicht von Staedtler erklärt. Für diese Anleitung ist aber vor allem wichtig, dass du beim Vorzeichnen wenig aufdrückst. Tief ins Papier gedrückte Linien bleiben oft auch nach dem Radieren sichtbar.
Buntstifte sind für den Anfang praktisch, weil du damit die schmalen Flächen an Horn und Hufen gut erreichst. Wenn du Filzstifte verwendest, lege ein Schmierblatt unter dein Papier. Teste die Farben und den schwarzen Zeichenstift vorher in einer Ecke auf einem anderen Blatt.
Wie verteilst du Kopf, Körper und Beine auf dem Blatt?
Der Körper sitzt etwas links von der Blattmitte, der Kopf rechts darüber. Über dem Kopf bleibt Platz für Ohren und Horn, unter dem Körper für die Beine. Zeichne dein Einhorn deshalb nicht direkt an den oberen oder unteren Papierrand.
In unserer Vorlage ist das Körperoval ungefähr doppelt so breit wie der Kopf. Der Kopf darf für ein niedliches Comic-Einhorn größer ausfallen als bei einem echten Pferd. Du musst die Vorlage nicht mit einem Lineal vermessen. Vergleiche lieber die Formen miteinander: Passt der Kopf zum Körper? Ist unter dem Bauch noch genug Platz? Solche Dinge lassen sich am Anfang mit wenigen Bleistiftstrichen verändern.


Einhorn malen in acht Schritten
Zeichne erst die hellen Grundformen und ergänze dann die Einzelheiten. Bei jedem Schritt kommen nur wenige neue Linien hinzu. Die Form aus dem vorherigen Bild bleibt erhalten.
1. Körper und Kopf vorzeichnen
Male ein großes, querliegendes Oval etwas links von der Blattmitte. Es bildet Bauch, Rücken und Hinterteil. Rechts darüber setzt du ein kleineres, leicht schräges Oval für den Kopf. Zwischen beiden Formen bleibt eine schmale Lücke für den Hals. Drücke nur leicht auf. Falls du eine Größenhilfe möchtest: Bei einem zehn Zentimeter breiten Körper passt ein Kopf von ungefähr viereinhalb Zentimetern Breite gut zu unserem Motiv.
2. Schnauze und Hals ergänzen
Setze rechts unten an das Kopfoval ein kleines, abgerundetes Oval für die Schnauze. Es überlappt den Kopf etwas. Verbinde den hinteren Kopfbereich mit dem oberen rechten Rand des Körpers. Diese Linie bildet den Nacken. Eine zweite, nach unten geschwungene Linie führt vom Kinn zur Brust. Der Hals liegt dadurch schräg zwischen Kopf und Körper. Die überlappenden Hilfslinien lässt du zunächst stehen.
3. Die beiden nahen Beine zeichnen
Zeichne unter der rechten Körperhälfte ein Vorderbein und unter der linken Hälfte ein Hinterbein. Beide bestehen hier aus zwei leicht geschwungenen Linien, die du unten mit einem kurzen Strich verbindest. Sie dürfen kräftiger als Streichhölzer aussehen. Ergänze kurz über dem unteren Ende jeweils eine Querlinie für den Huf. Die beiden nahen Hufe enden ungefähr auf derselben Höhe. Zwischen den Beinen bleibt der runde Bauch sichtbar.
4. Die beiden hinteren Beine ergänzen
Füge rechts neben dem nahen Hinterbein ein weiteres Hinterbein hinzu. Das zweite Vorderbein sitzt links neben dem nahen Vorderbein. Die beiden neuen Beine beginnen hinter dem Bauch und wirken ein wenig kürzer. Ihre oberen Linien sollen nicht durch den Körper oder durch die vorderen Beine hindurchlaufen. So erkennst du später vier Beine, ohne dass unten ein unübersichtlicher Linienwald entsteht. Auch diese beiden Beine bekommen Hufe.
5. Ohren und Horn ansetzen
Zeichne oben am Kopf zwei schmale, blattförmige Ohren. Das hintere Ohr darf etwas kleiner und seitlich versetzt erscheinen. Das Horn sitzt weiter vorn auf der Stirn, zwischen Ohr und Schnauze. Zeichne dafür ein langes, schmales Dreieck, dessen Spitze schräg nach rechts oben zeigt. Zwei schräge Linien im Inneren deuten die Windungen an. Lass zwischen Ohr und Horn etwas Abstand, damit beide Formen deutlich zu erkennen sind.
6. Mähne und Schweif hinzufügen
Die Mähne beginnt hinter den Ohren und fällt an der Rückseite des Halses nach unten. Zeichne dafür wenige große Wellen statt vieler winziger Haare. Unterteile die Mähne anschließend in zwei oder drei breite Strähnen. Links am Hinterteil setzt du den Schweif an. Er fällt in einem geschwungenen Bogen nach unten und endet oberhalb der Hufe. Zwei breite Strähnen reichen auch hier. Sie lassen sich später leichter ausmalen.
7. Gesicht und klare Konturen zeichnen
Setze ein Auge in den sichtbaren Kopfbereich, etwas hinter die Schnauze. Ein Punkt oder ein kurzer gebogener Strich genügt. Dazu kommen eine kleine Nüster nahe der Nasenspitze und eine kurze Mundlinie. Ziehe nun nur die Linien nach, die erhalten bleiben sollen. Entferne die Ovalstücke innerhalb von Hals und Körper sowie andere überflüssige Hilfslinien. Wenn du einen schwarzen Stift verwendest, lass seine Farbe trocknen, bevor du darüber radierst.
8. Ausmalen und eine Umgebung gestalten
Male Mähne und Schweif in deinen Lieblingsfarben aus. Breite Strähnen lassen sich gut in Rosa, Mint und Lila aufteilen. Das Horn kann gelb oder goldfarben werden. Einen weißen Körper musst du nicht vollständig ausmalen: Ein wenig Hellgrau unter Bauch und Kinn reicht, um ihn vom Papier abzuheben. Zum Schluss kannst du eine Bodenlinie, Gras oder wenige Sterne ergänzen. Beginne den Hintergrund erst, wenn dein Einhorn fertig ist.
Warum sieht mein Einhorn anders aus als die Vorlage?
Kleine Unterschiede entstehen schon durch die Größe der Ovale und die Neigung des Halses. Sie geben deiner Figur einen eigenen Charakter. Wenn dich etwas stört, hilft meist eine gezielte Änderung statt eines kompletten Neustarts.
| Was fällt dir auf? | Was kannst du verändern? |
|---|---|
| Der Kopf wirkt zu schwer. | Verkleinere das Kopfoval etwas oder verbreitere den Körper. |
| Die Schnauze sieht wie ein Schnabel aus. | Runde die Spitze ab und mache das Schnauzenoval etwas höher. |
| Es scheinen nur drei Beine vorhanden zu sein. | Versetze ein hinteres Bein seitlich, damit ein eigener Huf sichtbar wird. |
| Das Horn wirkt wie ein zusätzliches Ohr. | Gib ihm eine klare Spitze und schräge Innenlinien. Ohren bleiben blattförmig. |
| Die Mähne verdeckt den ganzen Hals. | Verschmälere die Strähnen und lass die Brustkontur frei. |
| Die Zeichnung verschmiert. | Lege beim Arbeiten ein sauberes Blatt unter deine Hand. |
Wie wird die Zeichnung beim Ausmalen lebendiger?
Wenige abgestimmte Farben und etwas Helligkeitsunterschied geben dem Bild Tiefe. Male die Mähne zunächst mit wenig Druck aus. An ihrer Unterseite kannst du dieselbe Farbe noch einmal auftragen. So entsteht ein dunklerer Rand, ohne dass du gleich einen zweiten Stift brauchst.
Bei einem weißen Einhorn bleiben die großen Körperflächen hell. Setze Schatten sparsam unter die Mähne, unter den Bauch und an die hinten liegenden Beine. Für einen dunklen Nachthimmel ist ein helles Einhorn ein guter Blickfang. Plane solche größeren Flächen vorher, damit du das fertige Tier nicht versehentlich mit einer sehr dunklen Hintergrundfarbe übermalst.
Du möchtest heute lieber fertige Konturen ausmalen? Unsere Einhorn-Ausmalbilder zum Ausdrucken bieten dafür unterschiedliche Motive und Schwierigkeitsgrade. Die Zeichenanleitung bleibt dagegen dafür gedacht, eine eigene Figur aufzubauen.

Welche Varianten kannst du aus dem einfachen Einhorn entwickeln?
Mit einer anderen Mähne, einem veränderten Gesicht oder einem Hintergrund entsteht aus derselben Grundzeichnung ein neues Motiv. Probiere zunächst eine Änderung aus, damit du ihre Wirkung erkennst:
- Schlafendes Einhorn: Zeichne ein geschlossenes Auge und einen Mond über die Figur.
- Wald-Einhorn: Ergänze Blätter in der Mähne und einfache Bäume im Hintergrund.
- Einhornbaby: Vergrößere den Kopf etwas und verkürze die Beine.
- Winter-Einhorn: Zeichne einen Schal um den Hals und Schneeflocken neben die Figur.
Für eine Figur mit Flügeln brauchst du zusätzlich Platz oberhalb des Rückens. Was ein Einhorn mit Flügeln vom Pegasus unterscheidet, ist eine eigene Frage. Am einfachsten übst du zuerst die stehende Figur ohne diesen Zusatz.
Wie begleitest du Kinder bei der Zeichenanleitung?
Lass das Kind selbst entscheiden, wie genau es der Vorlage folgen möchte. Du kannst einen Schritt auf deinem eigenen Blatt vormachen oder zeigen, wo die nächste Form beginnt. Auf dem Kinderbild ungefragt Linien auszuradieren, nimmt dagegen schnell die Freude am eigenen Ergebnis.
Die frühpädagogische Fachorganisation NAEYC empfiehlt Raum für eigene Entscheidungen und freies Gestalten. Eine Anleitung kann beim Einstieg helfen. Danach darf das Einhorn trotzdem grün werden, Punkte bekommen oder viel zu lange Wimpern tragen. Einhornfrisuren unterliegen erfreulicherweise keiner Bauordnung.
Für eine kleine Malrunde reicht es, Material und die acht Schritte bereitzulegen. Ein Wettstreit um das schönste Bild ist überflüssig. Die fertigen Figuren können später einen eigenen Einhornnamen bekommen oder als Ausgangspunkt für eine kleine Geschichte dienen.
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