Bohnen einfrieren: Mit oder ohne Blanchieren?

Grüne Bohnen lassen sich problemlos einfrieren. Am besten blanchierst du sie vorher etwa drei Minuten: Dabei werden die Bohnen kurz gekocht und anschließend sofort in Eiswasser abgekühlt. So behalten sie ihre Farbe, ihren Geschmack und eine angenehmere Konsistenz. Rohes Einfrieren ist ebenfalls möglich, liefert aber häufig schlechtere Ergebnisse. Wichtig: Weder das Einfrieren noch das kurze Blanchieren macht rohe Bohnen verzehrfertig.

Muss man Bohnen vor dem Einfrieren blanchieren?

Blanchieren ist nicht zwingend erforderlich, um Bohnen einfrieren zu können. Für eine gute Qualität ist es aber empfehlenswert. Durch die kurze Hitze werden Enzyme weitgehend inaktiviert. Enzyme sind Stoffe, die natürliche Reife- und Abbauprozesse in Lebensmitteln steuern. Das Einfrieren bremst ihre Tätigkeit stark, beendet sie aber nicht vollständig.

Werden die Bohnen vorher blanchiert, bleiben Farbe, Geschmack und Struktur deshalb länger erhalten. Außerdem lassen sich die vorbereiteten Bohnen später direkt aus dem Gefrierschrank in den Topf geben.

Das Blanchieren ist allerdings keine vollständige Garung. Rohe grüne Bohnen enthalten Phasin, einen natürlichen Eiweißstoff, der zu erheblichen Magen-Darm-Beschwerden führen kann. Die Verbraucherzentrale weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass kurzes Blanchieren nicht ausreicht und die Bohnen vor dem Essen gründlich gekocht werden müssen.

Kann man Bohnen auch roh einfrieren?

Grüne Bohnen können ohne Blanchieren eingefroren werden. Gesundheitsschädlich wird das Gemüse durch diese Methode nicht. Allerdings verlieren rohe Bohnen im Gefrierschrank häufig schneller ihre kräftige Farbe und können nach der Zubereitung weicher, zäher oder weniger aromatisch sein.

Für eine längere Lagerung ist das Blanchieren daher die bessere Methode. Wer rohe Bohnen einfriert, sollte sie ebenfalls luftdicht verpacken und später vollständig durchgaren.

Bohnen blanchieren und einfrieren – Schritt für Schritt

Mit der richtigen Vorbereitung sind die Bohnen in wenigen Arbeitsschritten bereit für den Gefrierschrank:

  1. Bohnen auswählen: Verwende möglichst frische und feste Bohnen. Welke Hülsen, größere braune Stellen oder bereits verdorbene Bereiche werden durch das Einfrieren nicht wieder besser.
  2. Waschen und putzen: Wasche die Bohnen unter fließendem Wasser. Schneide anschließend beide Enden ab und entferne gegebenenfalls vorhandene Fäden. Lange Stangenbohnen kannst du bereits in die gewünschte Größe schneiden.
  3. Eiswasser vorbereiten: Fülle eine große Schüssel mit sehr kaltem Wasser und einigen Eiswürfeln. Dieses sogenannte Eisbad stoppt nach dem Blanchieren den Garprozess.
  4. Bohnen drei Minuten blanchieren: Bringe in einem ausreichend großen Topf Wasser zum Kochen. Es kann leicht gesalzen sein, muss es aber nicht. Gib die Bohnen portionsweise in das sprudelnde Wasser und blanchiere sie ungefähr drei Minuten. Diese Dauer empfiehlt auch das Bundeszentrum für Ernährung. Gib nicht zu viele Bohnen gleichzeitig in den Topf. Kühlt das Wasser stark ab, beginnt die eigentliche Blanchierzeit erst, wenn es wieder kocht.
  5. Sofort abkühlen: Hole die Bohnen mit einer Schaumkelle aus dem Topf und gib sie direkt in das vorbereitete Eiswasser. Sobald sie vollständig abgekühlt sind, kannst du sie herausnehmen.
  6. Gründlich trocknen: Lass die Bohnen gut abtropfen und tupfe sie mit einem sauberen Küchentuch trocken. Je weniger Wasser an ihnen haftet, desto weniger Eiskristalle entstehen später in der Verpackung.
  7. Portionsweise verpacken: Fülle die Bohnen in gefriergeeignete Dosen oder Gefrierbeutel. Entferne aus Beuteln möglichst viel Luft, ohne die Bohnen zu zerdrücken. Beschrifte die Verpackung mit Inhalt und Einfrierdatum.
Rotes Fragezeichen in einer Gefrierschublade mit portionsweise eingefrorenen grünen Bohnen

Muss man Bohnen vorfrieren?

Das Vorfrieren ist nicht notwendig, verhindert aber, dass die Bohnen zu einem festen Block zusammenfrieren. Verteile die getrockneten Bohnen dazu zunächst einzeln auf einem Teller oder Tablett und stelle sie für einige Stunden ins Gefrierfach. Danach kannst du sie gemeinsam verpacken und später einzeln entnehmen.

Wenn du ohnehin passende Portionen vorbereitest, kannst du auf diesen zusätzlichen Schritt verzichten.

Welche Bohnen lassen sich einfrieren?

Fast alle Bohnen können eingefroren werden. Die passende Vorbereitung hängt jedoch davon ab, in welchem Zustand sie sich befinden.

BohnensorteVorbereitung zum Einfrieren
Grüne Busch-, Stangen- oder BrechbohnenWaschen, putzen und möglichst blanchieren
Wachsbohnen und gelbe BohnenWie grüne Bohnen vorbereiten
Vollständig gekochte Kidney-, weiße oder schwarze BohnenAbkühlen lassen und portionsweise einfrieren
Bohnen aus Dose oder GlasReste abgießen und einfrieren; die Konsistenz kann weicher werden
Getrocknete, ungekochte BohnenEinfrieren normalerweise unnötig, da sie trocken lange haltbar sind

Mit „Hülsenfrüchten“ sind übrigens Pflanzen gemeint, deren Samen in einer Hülse wachsen. Dazu gehören neben Bohnen beispielsweise auch Erbsen, Linsen und Kichererbsen.

Wie lange sind eingefrorene Bohnen haltbar?

Bei durchgehend etwa −18 °C behalten sorgfältig verpackte Bohnen ungefähr acht bis zwölf Monate eine gute Qualität. Danach sind sie nicht automatisch verdorben, können aber an Geschmack, Farbe und Biss verlieren. Die angegebene Lagerzeit ist daher vor allem eine Qualitätsangabe.

Luftdichte Verpackungen schützen vor Gefrierbrand. So nennt man helle, trockene Stellen, die entstehen, wenn den gefrorenen Lebensmitteln durch Luft Feuchtigkeit entzogen wird. Gefrierbrand ist nicht automatisch gesundheitsschädlich, macht die betroffenen Bohnen aber trocken und wenig appetitlich.

Eine Beschriftung verhindert, dass die Ernte vom letzten Sommer irgendwann namenlos in den Tiefen des Gefrierschranks verschwindet.

Muss man gefrorene Bohnen vor dem Kochen auftauen?

Gefrorene Bohnen müssen vor der Zubereitung nicht aufgetaut werden. Du kannst sie direkt in kochendes Wasser, einen Eintopf oder ein anderes ausreichend heißes Gericht geben. Das spart Zeit und verhindert, dass sie beim Auftauen unnötig weich werden.

Blanchierte Bohnen sind nur vorgegart. Sie müssen vor dem Essen noch vollständig durchgekocht werden. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für frische grüne Bohnen eine Kochzeit von mindestens 15 Minuten. Das gilt auch dann, wenn die Bohnen vorher blanchiert und eingefroren wurden.

Für kalte Salate müssen die gefrorenen Bohnen daher ebenfalls zuerst gekocht und anschließend wieder abgekühlt werden. Direkt aus dem Gefrierschrank gehören sie nicht in den Salat.

Kann man bereits gekochte Bohnen einfrieren?

Auch vollständig gekochte Bohnen lassen sich gut einfrieren. Genau wie beim direkten Aufwärmen von Bohnen muss hier auf zügiges Abkühlen geachtet werden. Besonders gut eignen sich gekocht eingefrorene Bohnen später für Suppen, Eintöpfe, Currys und Gemüsepfannen. Grüne Bohnen können nach dem Auftauen etwas weicher sein als frisch gekochte. Wenn du die gegarten Bohnen später warm essen möchtest, kannst du sie nach dem Auftauen wieder erhitzen.

Fazit: Blanchieren bringt das bessere Ergebnis

Bohnen können roh oder blanchiert eingefroren werden. Drei Minuten Blanchieren, schnelles Abkühlen und eine möglichst luftdichte Verpackung sorgen jedoch dafür, dass Farbe, Geschmack und Konsistenz länger erhalten bleiben. Vor dem Essen müssen die Bohnen unabhängig von der gewählten Einfriermethode vollständig gekocht werden.