Die Alpenländische Dachsbracke ist ein österreichischer Jagdgebrauchshund, der zur Nachsuche auf verletztes Schalenwild und zum Brackieren auf Hase und Fuchs eingesetzt wird. In dem kompakten Körper mit den kurzen Läufen stecken viel Ausdauer, Spurwille und Selbstständigkeit. Für die Haltung zählen deshalb vor allem eine passende Arbeitsaufgabe, fachkundige Ausbildung und ein verlässlich organisierter Alltag. Wer einen kleinen Wanderbegleiter sucht, sollte sich mit dieser Spezialisierung beschäftigen, bevor der freundliche Blick die Entscheidung übernimmt.
Warum gehört die Alpenländische Dachsbracke zu den Schweißhunden?
Die Alpenländische Dachsbracke wird von der FCI in die Sektion der Schweißhunde eingeordnet, weil die Arbeit auf der Wundfährte zu ihren wesentlichen Aufgaben gehört. Sie ist gleichzeitig für die laute Jagd geeignet. Diese Verbindung erklärt die Rasse besser als das verkürzte Etikett „kurzbeiniger Jagdhund“.
In der Jägersprache bezeichnet Schweiß das Blut von Wild. Bei der Nachsuche folgt das ausgebildete Gespann aus Mensch und Hund der Fährte eines verletzten Tieres. Dabei werden auch andere Geruchsinformationen genutzt. Es geht also nicht darum, eine sichtbare Reihe von Blutstropfen abzulaufen.
Das Ziel ist, verletztes Wild zu finden und unnötiges Leiden zu begrenzen. Solche Einsätze können lange dauern, durch schwieriges Gelände führen und besondere Erfahrung verlangen. Eine Nase allein macht noch keinen einsatzfähigen Nachsuchenhund. Fachliche Ausbildung, passende körperliche Verfassung und ein sachkundiger Mensch sind ebenso nötig.
Die Rasse wird neben dem Hannoverschen Schweißhund und dem Bayerischen Gebirgsschweißhund als Schweißhunderasse geführt. Die drei sind trotzdem keine austauschbaren Größenvarianten. Herkunft, Körperbau, konkrete Linien und Ausbildung müssen zur vorgesehenen Aufgabe passen.
Für Interessierte ist deshalb die erste Frage nicht, ob der Hund bequem ins Auto passt. Wichtiger ist, welche Arbeit tatsächlich möglich ist, wer die Ausbildung begleitet und wie sich regelmäßige Einsätze mit dem übrigen Leben verbinden lassen.
Nachsuche und Brackieren: zwei unterschiedliche Arbeitsgebiete
Nachsuche und Brackieren unterscheiden sich im Anlass und im Ablauf, auch wenn für beides eine leistungsfähige Nase und großer Arbeitswille gebraucht werden. Die Begriffe sollten bei der Auswahl einer Alpenländischen Dachsbracke nicht durcheinandergeraten.
| Arbeitsgebiet | Worum es geht | Was daraus für die Haltung folgt |
|---|---|---|
| Nachsuche | Ein verletztes Wildtier auf seiner Fährte finden | Spezialisierte Ausbildung, Erfahrung und verlässliche Einsatzmöglichkeiten |
| Brackieren | Hase oder Fuchs auf der Spur mit Laut verfolgen | Ausdauer, selbstständige Spurarbeit und Orientierung werden gezielt genutzt |
| Alltägliche Suchaufgaben | Zum Beispiel einen Gegenstand oder einen bestimmten Geruch finden | Sinnvolle Beschäftigung, aber keine automatische Gleichwertigkeit mit jagdlichem Gebrauch |
Beim Brackieren arbeitet der Hund auf der Geruchsspur und gibt dabei Laut. Dieses Lautgeben hilft dem Menschen, den Verlauf einzuschätzen, auch wenn der Hund im Bewuchs nicht sichtbar ist. Es ist ein erwünschter Teil der Arbeit und nicht einfach gewöhnliches Bellen aus Langeweile.
Für die klassische Brackenjagd gilt in Deutschland eine besondere Flächengrenze: § 19 Absatz 1 Nummer 16 des Bundesjagdgesetzes verbietet sie auf Flächen unter 1.000 Hektar. Daraus folgt keine pauschale Mindestreviergröße für jede andere jagdliche Verwendung einer Bracke. Einsatzform und örtliche Regeln müssen daher getrennt geprüft werden.
Der Verein Dachsbracke beschreibt beide Einsatzgebiete und betont die Bedeutung konsequenter Einarbeitung. Die Kombination ist grundsätzlich möglich, setzt aber eine passende Ausbildung voraus. Aus der Vielseitigkeit der Rasse folgt nicht, dass jeder einzelne Hund ohne Weiteres beide Aufgaben auf hohem Niveau erledigt.
Für den normalen Spaziergang ist diese Unterscheidung sehr praktisch: Selbstständige Suche ist im jagdlichen Einsatz gewollt, außerhalb davon müssen Wild und Hund geschützt werden. Ein Freilauf am Waldrand ist keine Gelegenheit, einmal unverbindlich auszuprobieren, was er schon kann.
Die unterschiedlichen Jagdhundtypen verfolgen verschiedene Aufgaben. Eine Alpenländische Dachsbracke wird deshalb nicht zur kleinen Ausgabe eines Retrievers, nur weil sie einen Gegenstand tragen lernt. Bei der Auswahl hilft ein ehrlicher Blick auf ihre eigentliche Spezialisierung.
Welche Voraussetzungen brauchst du für eine Alpenländische Dachsbracke?
Du brauchst fachkundige Unterstützung, realistische Arbeitsmöglichkeiten und Zeit für den Hund auch außerhalb der Einsätze. Ein Jagdschein oder ein großes Grundstück beantwortet diese Fragen jeweils nur zum Teil. Entscheidend ist der tatsächlich geplante Alltag.
Besprich mit dem betreuenden Rasseverein und erfahrenen Führern, für welche Aufgaben eine bestimmte Linie gezüchtet wird. Wie sehen Ausbildung und Einarbeitung aus? Welche regelmäßigen Einsatzmöglichkeiten bestehen? Wer hilft, wenn ihr an Grenzen stoßt? Eine verständliche Antwort auf diese Fragen ist wertvoller als ein besonders eindrucksvoller Bericht über einen einzelnen Vorfahren.
Auch die Betreuung muss zur Rasse passen. Die Person, die den Hund bei Krankheit oder während eines Termins übernimmt, sollte Jagdverhalten erkennen und ihn sicher führen können. Ein freundlicher Hund lässt sich nicht automatisch von jedem Menschen in jeder Umgebung zuverlässig begleiten.
Für reine Begleithundwünsche ist die Alpenländische Dachsbracke meist keine naheliegende Auswahl. Manche erwachsenen Hunde können nach individueller Prüfung außerhalb jagdlicher Führung ein geeignetes Zuhause finden. Das ist jedoch eine Entscheidung über einen konkreten Hund mit bekannten Bedürfnissen und keine allgemeine Empfehlung, einen Arbeitswelpen mit beliebigen Freizeitaktivitäten zufriedenstellen zu wollen.
Umgekehrt ist „nur für Jäger“ nicht gleichbedeutend mit einem pauschalen gesetzlichen Besitzverbot für andere Menschen. Empfehlungen und Abgaberegeln eines Vereins, die Eignung einer Haltung und rechtliche Anforderungen sind unterschiedliche Dinge. Für die Entscheidung zählt vor allem, ob du dieser Hündin oder diesem Rüden dauerhaft gerecht werden kannst.
Wie lebt eine Alpenländische Dachsbracke außerhalb von Jagd und Ausbildung?
Eine passend geführte Alpenländische Dachsbracke kann im Haus ruhig, menschenbezogen und angenehm sein. Ihre Leistungsbereitschaft bedeutet nicht, dass sie rund um die Uhr beschäftigt werden muss. Ruhephasen sind ein notwendiger Teil eines verlässlichen Alltags.
Ein geeigneter Tagesablauf enthält Bewegung, Kontakt, überschaubare Lernaufgaben und ausreichend ungestörte Erholung. Nach einem anstrengenden Einsatz wird die Belastung angepasst. An einem gewöhnlichen Tag sorgen Spaziergänge und passende Übungen für Abwechslung. Ein starrer Plan mit einer möglichst hohen Stundenzahl sagt wenig darüber aus, ob der Hund wirklich zufrieden und körperlich passend belastet ist.
Kinder und Besuch brauchen klare Regeln
Familienfreundlichkeit entsteht durch passende Bedingungen und respektvollen Umgang. Kinder lassen den Hund beim Fressen und Schlafen in Ruhe, Erwachsene begleiten Begegnungen und sorgen für einen Rückzugsplatz. Auch eine kompakte Alpenländische Dachsbracke kann mit Schwung ein kleines Kind umwerfen oder sich bedrängt fühlen.
Besuch muss den Hund nicht sofort begrüßen. Ein ruhiger Platz abseits der Eingangstür und die Möglichkeit, Kontakte zu unterbrechen, erleichtern den Ablauf. Achte auf den einzelnen Hund: Manche nehmen neue Menschen gelassen an, andere brauchen mehr Zeit und Abstand. Aus einer Rassebeschreibung lässt sich keine Pflicht zur Geselligkeit ableiten.
Andere Tiere sind eine eigene Frage
Verträglichkeit mit Hunden lässt sich nicht auf Katzen oder kleine Heimtiere übertragen. Bei Katzen ist eine sorgfältige individuelle Gewöhnung nötig. Kaninchen und andere kleine Tiere benötigen verlässliche räumliche Sicherung. Ein Hund kann zu Hause eine bestimmte Katze akzeptieren und draußen trotzdem einer anderen nachsetzen.
Ein zweiter Hund ersetzt keine Betreuung durch Menschen. Ebenso wenig folgt aus wetterfestem Fell, dass dauerhafte soziale Isolation unproblematisch wäre. Plane Nähe und gemeinsame Zeit ebenso bewusst wie Bewegung und Ausbildung.

Erziehung zwischen eigenständiger Nase und zuverlässigem Kontakt
Bei der Alpenländischen Dachsbracke sollen Selbstständigkeit und Zusammenarbeit zusammenfinden. Dafür braucht sie verständliche Signale, gut gewählte Belohnungen und Aufgaben, die zu ihrem Ausbildungsstand passen. Druck ersetzt keinen nachvollziehbaren Lernaufbau.
Zu den wichtigen Grundlagen gehören lockeres Mitgehen, Warten, ruhiges Anleinen, ein sicherer Platz im Fahrzeug und das Unterbrechen einer interessanten Tätigkeit. Übe diese Fähigkeiten zunächst in einfachen Situationen. Der erste ernsthafte Versuch sollte nicht dann stattfinden, wenn eine frische Wildspur direkt durch eure Laufrichtung führt.
Ein sorgfältig aufgebauter Rückruf beim Hund bleibt unverzichtbar. Belohne zunächst viele leichte Wiederholungen und bestätige auch freiwillige Orientierung. Kommen darf anschließend wieder zu einer erlaubten Beschäftigung führen. So lernt der Hund, dass Kontakt zu dir nicht grundsätzlich das Ende interessanter Dinge bedeutet.
Beobachte früh, wenn er sich stärker festliest: Die Nase bleibt am Boden, das Suchen wird zielgerichteter, die Körperspannung steigt oder der Abstand wächst. Dann kannst du die Situation noch vereinfachen. Ein Hund, der bereits laut und hoch erregt einer Spur folgt, ist für eine neue Alltagsübung meist nicht mehr am richtigen Ausgangspunkt.
Außerhalb eines fachgerecht organisierten Einsatzes sichern Leine und geeignetes Gelände die Bewegung ab. Eine Schleppleine gehört an ein passendes Geschirr. Verhindere lange Anläufe bis zum Leinenende und achte im Gehölz auf Verwicklungen. Sie ist ein Hilfsmittel, kein Seil für den unfreiwilligen Bremstest.
Die eigentliche Jagdausbildung gehört unter erfahrene Anleitung. Lass den Hund nicht eigenständig Wild verfolgen, um seine Anlagen zu testen. Das gefährdet Tiere und kann die spätere Ausbildung erschweren. Ein gut geplanter Übungsschritt ist wertvoller als ein unkontrollierter Erfolg, den der Hund anschließend gern wiederholen möchte.
Was lernt ein Welpe, bevor die eigentliche Arbeit beginnt?
Ein junger Hund braucht zuerst Sicherheit in alltäglichen Abläufen und viele gut dosierte Erfahrungen. Dazu gehören ruhiges Mitfahren, freiwilliges Untersuchenlassen, unterschiedliche Untergründe und ein verlässlicher Kontakt zu seinem Menschen. Begeisterung für Gerüche muss nicht durch immer schwierigere Aufgaben möglichst früh gesteigert werden.
Kurze, gelingende Übungen geben dir zugleich Gelegenheit, den Hund zu beobachten. Wie verarbeitet er neue Eindrücke, wann wird er müde und wie schnell findet er zur Ruhe? Ein Hund, der nach einer Unternehmung rastlos wirkt, braucht nicht zwangsläufig noch mehr Beschäftigung. Manchmal waren Dauer oder Schwierigkeit bereits zu hoch.
Lege die jagdlichen Ausbildungsschritte gemeinsam mit erfahrenen Ansprechpartnern fest. Freizeit-Suchspiele können die Zusammenarbeit fördern, vermitteln aber weder automatisch die Arbeit an einer schwierigen Wundfährte noch den sicheren Umgang mit einer belastenden Einsatzsituation. Der Übergang zu ernsthaften Aufgaben wird bewusst vorbereitet, statt sich zufällig aus einem Waldspaziergang zu ergeben.
Körperbau: handlich, kräftig und auf kurzen Läufen unterwegs
Die Alpenländische Dachsbracke ist niederläufig und kräftig gebaut. Nach dem FCI-Standard beträgt die Widerristhöhe 34 bis 42 Zentimeter. Als Ideal werden 37 bis 38 Zentimeter für Rüden und 36 bis 37 Zentimeter für Hündinnen genannt. Die kürzeren Beine bedeuten weder geringe Ausdauer noch einen geringen Arbeitsbedarf.
Zum Erscheinungsbild gehören ein gestreckter Rumpf, feste Muskulatur, eine tiefe Brust und gerade kräftige Läufe. Die Hängeohren sind mittellang und fallen glatt herab. Das dichte Stockhaar besitzt reichlich Unterwolle und schützt bei wechselhaftem Wetter.
Bei den Farben sind dunkles Hirschrot mit oder ohne leichte schwarze Stichelung sowie Schwarz mit deutlich abgegrenzten rotbraunen Abzeichen vorgesehen. Die helleren Stellen über den Augen erklären auch bei dieser Rasse die Bezeichnung „Vieräugl“. Ein kleiner weißer Bruststern ist erlaubt.
Im Alltag sollte der Hund beweglich bleiben und eine passende Körperkondition halten. Ein kräftiger Körper braucht keine zusätzliche Speckschicht. Wähle Strecken und Tempo nach Kondition, Alter und Untergrund. Auf schwierigen Wegen kann ein niedriger Hund anders gefordert sein als der Mensch, dessen Beine gerade noch bequem über die Hindernisse steigen.
Gewöhne deine Alpenländische Dachsbracke früh an ruhiges Einsteigen und Transport. Bei einem hohen Fahrzeug kann eine passende Einstiegshilfe praktisch sein. Wiederholtes unkontrolliertes Herausspringen ist kein notwendiges Fitnessprogramm. Auch ein Hund, der gern hinterherspringt, darf lernen, auf eine sichere Freigabe zu warten.
Pflege nach Wald, Wiese und schlechtem Wetter
Die Fellpflege ist überschaubar, die Kontrolle nach dem Aufenthalt im Gelände sollte dagegen zur Gewohnheit werden. Regelmäßiges Bürsten entfernt lose Haare und Schmutz, im Fellwechsel kann es häufiger nötig sein. Ein vollständiges Bad brauchst du nicht nach jedem schlammigen Spaziergang.
Prüfe Pfoten, Ballen und Zwischenzehenräume auf kleine Verletzungen und Fremdkörper. Schau auch in Achseln, Leisten und an die Bauchunterseite. Kleine Wunden können im dichten Fell leicht unbemerkt bleiben. Wenn der Hund plötzlich an einer Stelle leckt oder Berührungen meidet, lohnt sich ein genauerer Blick.
Die Ohren werden auf Geruch, Rötung und auffälliges Sekret kontrolliert. Wiederholtes Kopfschütteln oder Schmerz beim Anfassen gehört in die Tierarztpraxis. Stochere nicht im Gehörgang und verwende keine beliebigen Hausmittel, nur weil die Ohren von außen ein wenig schmutzig aussehen.
Für einen regelmäßig im Gelände arbeitenden Hund braucht es einen passenden Parasitenplan. Besprich Schutz vor Zecken und andere Vorsorgemaßnahmen mit der Praxis und suche den Hund nach Ausflügen ergänzend ab. Die kurze Sichtkontrolle am Abend ersetzt keinen individuell geeigneten Schutz.
Nach Nässe braucht er die Möglichkeit, trocken und geschützt zu ruhen. Kontrolliere außerdem Geschirr oder Halsung auf Reibungsstellen und passe die Futtermenge an die tatsächliche Belastung an. Zwischen einem ruhigen Tag und einem anspruchsvollen Einsatz kann der Bedarf unterschiedlich sein. Die Ration wird am Hund überprüft, nicht an seiner Bereitschaft, den Napf noch einmal auszulecken.

Gesundheit: Beweglichkeit und neurologische Veränderungen ernst nehmen
Die Alpenländische Dachsbracke ist nicht grundsätzlich frei von Erbkrankheiten. Fachquellen dokumentieren sowohl Themen am Bewegungsapparat als auch bestimmte neurologische Erkrankungen. Das bedeutet nicht, dass jeder Hund betroffen ist oder diese Krankheiten häufig sein müssen. Es bedeutet, dass pauschale Gesundheitsversprechen fehl am Platz sind.
Gelenke und Rücken im Alltag beobachten
Wiederkehrendes Hinken, eine veränderte Sitzhaltung, Schwierigkeiten beim Aufstehen oder auffällige Bewegungsvermeidung sollten tierärztlich untersucht werden. Ein arbeitender Hund kann trotz Beschwerden weiterlaufen. Seine Motivation ist deshalb kein zuverlässiger Beweis dafür, dass alles in Ordnung ist.
Der schwedische Kennelclub nennt Hüftgelenksdysplasie als vorkommendes Thema. Auch die deutschen Zuchtleitlinien berücksichtigen Hüftbefunde und Übergangswirbel. Eine angepasste Körperkondition, passende Bewegung und das rechtzeitige Abklären von Schmerzen sind im täglichen Leben wichtig. Welche Untersuchungen für deinen Hund sinnvoll sind, wird individuell entschieden.
NCL und ATX sind belegte, unterschiedliche Erbkrankheiten
Das Institut für Genetik der Universität Bern bietet Gentests für zwei bei der Rasse untersuchte Erkrankungen an: NCL und ATX. NCL ist eine erbliche Speicherkrankheit mit fortschreitenden neurologischen Störungen. ATX bezeichnet hier eine erbliche Form der Ataxie, bei der Bewegungskoordination und Gleichgewicht beeinträchtigt werden können.
Bei einem jungen Hund sind zunehmendes Taumeln, unerklärliche Koordinationsprobleme, auffällige Orientierungsschwierigkeiten oder Sehveränderungen Gründe für eine Untersuchung. Solche Symptome beweisen keine dieser Erkrankungen. Sie dürfen aber auch nicht einfach als Ungeschicklichkeit oder Erziehungsproblem abgetan werden.
Die untersuchten Varianten werden rezessiv vererbt. Ein Hund mit nur einer Kopie kann die Anlage weitergeben, ohne selbst an dieser Form zu erkranken. Zwei krankheitsverursachende Kopien verändern die Einordnung. Ein gesunder Anlageträger ist deshalb von einem erkrankten Hund zu unterscheiden. Gentestergebnisse gehören zum konkreten Hund und zur fachkundigen Zuchtplanung. Ein unauffälliger Test auf zwei Varianten bescheinigt keine allgemeine Gesundheit.
Für Welpeninteressenten ist eine verständliche Erklärung der geplanten Verpaarung sinnvoller als die pauschale Forderung, sämtliche Tiere müssten in jedem Test frei sein. Träger können bei geeigneter Partnerwahl in der Zucht berücksichtigt werden, ohne betroffene Nachkommen für die getestete rezessive Variante zu erzeugen. Das kann helfen, die Zuchtbasis zu erhalten. Welche Kombination zulässig und sinnvoll ist, beurteilt die zuständige Zuchtplanung.
Anfälle sind ein weiterer Anlass für sorgfältige Abklärung
Der deutsche Verein hat eigene Regelungen zum zuchtplanerischen Umgang mit diagnostizierten idiopathischen Anfällen veröffentlicht. Epileptische Anfälle, NCL und ATX sollten deshalb nicht als austauschbare Begriffe verwendet werden. Hinter ähnlichen Beobachtungen können verschiedene Ursachen stehen.
Wenn deine Alpenländische Dachsbracke einen Anfall hat, sichere ihn vor Verletzungen, halte Hände vom Maul fern und hole tierärztlichen Rat. Notiere den Verlauf und die Dauer, sofern das sicher möglich ist. Ein Anfall von fünf Minuten oder länger oder mehrere Anfälle innerhalb von 24 Stunden sind Notfälle und brauchen sofortige tierärztliche Hilfe. Besprich bei einem bekannten Anfallsleiden einen individuellen Notfallplan mit der behandelnden Praxis.
Welche Dachsbracke ist gemeint, und wie findest du den passenden Hund?
Die Alpenländische Dachsbracke und die Westfälische Dachsbracke sind eigenständige Rassen mit unterschiedlichen Standards. Die Namensähnlichkeit macht sie nicht zu regionalen Varianten eines einzigen Hundes. Auch ein Dackel ist eine andere Rasse mit eigener Geschichte und Verwendung.
Die Westfälische Dachsbracke gehört zu den kleinen Laufhunden, die Alpenländische zur Sektion der Schweißhunde. Bei beiden gibt es jagdliche Aufgaben, doch daraus folgt keine identische Spezialisierung jedes Hundes. Für die Entscheidung sind Gespräche über konkrete Linien und geplanten Einsatz hilfreicher als ein Vergleich der Zentimeter allein.
Wende dich früh an einen anerkannten Rasseverein und lerne erwachsene Hunde kennen. Besprich Arbeitsmöglichkeiten, Gesundheitsinformationen, Aufzucht und Betreuung offen. Seriöse Ansprechpartner werden auch prüfen, ob dein Zuhause und dein Vorhaben zu der Rasse passen. Rückfragen sind hier ein gutes Zeichen.
Bei einem erwachsenen Hund sind bekannte Erfahrungen besonders wertvoll: Wie lässt er sich führen, welche Arbeit kennt er, wie lebt er mit anderen Tieren und was benötigt er während einer Trennung? Plane den Übergang gemeinsam mit der abgebenden Stelle. Neue Umgebung, neuer Mensch und neue Aufgaben müssen nicht gleichzeitig in voller Schwierigkeit beginnen.
Frage bei der Auswahl auch danach, wie die Hunde außerhalb des Einsatzes leben. Ein gemeinsamer Spaziergang, das Verhalten nach der Rückkehr und der Umgang mit Ruhe geben andere Einblicke als ein einzelnes Arbeitsvideo. Für deinen Alltag sind beide Seiten relevant: die konzentrierte Leistung und die Möglichkeit, danach wieder abzuschalten.
Zum finanziellen Aufwand gehören Futter, medizinische Vorsorge, mögliche Behandlungen, sichere Ausrüstung, Ausbildung und Fahrtkosten. Dazu kommt Zeit für Übungen, Einsätze und Erholung. Die passende Alpenländische Dachsbracke ist diejenige, deren tatsächliche Bedürfnisse du über viele Jahre erfüllen kannst. Der geringe Platzbedarf im Kofferraum ist dabei nur ein erfreuliches Detail.
Passende Helfer für euren Alltag
Wähle Größe und Ausführung passend zu deinem Hund und zu eurem tatsächlichen Bedarf.
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Dummy-Training – mehr als Apportieren
Suchen, Warten und gemeinsames Arbeiten lassen sich auch mit einfachen Dummys aufbauen. Wähle für deine Dachsbracke passende Aufgaben aus. Solche Freizeitübungen ergänzen die Zusammenarbeit und sind von der anspruchsvollen jagdlichen Nachsuche klar zu unterscheiden.
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Ein befüllbarer Dummy eignet sich für kurze gemeinsame Suchaufgaben. Beginne mit gut sichtbaren Verstecken und steigere die Schwierigkeit langsam. Verwende verträgliches Futter und übe so, dass dein Hund den Beutel ruhig mit dir zusammen öffnet.
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Futterbelohnungen lassen sich für Aufmerksamkeit und ruhige Kooperation einsetzen. Die Portionen sollten zur Gesamtration und zur Verträglichkeit passen. Wähle die Übungsbedingungen so, dass dein Hund das gewünschte Verhalten überhaupt zeigen kann.
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