Ein Doppelpass im Fußball ist eine Kombination aus zwei Pässen: Du spielst einen Mitspieler an, läufst weiter und erhältst den Ball von ihm zurück. So kannst du einen Gegner gemeinsam überspielen, statt an ihm vorbeizudribbeln. Entscheidend sind der freie Rückpassweg, dein Lauf ohne Ball und das Timing des Mitspielers. Zwei schnelle Zuspiele allein reichen dafür nicht. Hier erfährst du, wie ein Doppelpass funktioniert, wann er sinnvoll ist und wie du ihn vom einfachen Passmuster bis zur echten Spielsituation trainierst.
Was ist ein Doppelpass im Fußball?
Beim Doppelpass erhält der erste Passgeber den Ball nach einem eigenen Lauf von seinem angespielten Mitspieler zurück. Die Grundfolge lautet: A passt zu B, A bewegt sich in einen freien Raum, B spielt zu A zurück.
B wird dabei häufig als Wandspieler bezeichnet. Daher kommt der Ausdruck Wandpass. Auf Englisch begegnen dir unter anderem „one-two“ und „give-and-go“. Gemeint ist dieselbe grundlegende Zusammenarbeit.
Der Rückpass muss nicht rückwärts gehen. A kann den Ball vor, seitlich oder hinter dem überspielten Gegner erhalten. Das Wort „zurück“ beschreibt den Empfänger, nicht die Spielrichtung.
Auch ein Doppelpass muss nicht zwangsläufig einen Verteidiger ausschalten. Im Aufbau kann er helfen, eine neue Anspielposition zu erreichen. Besonders wirksam ist er jedoch, wenn der erste Pass einen Gegner zum Reagieren bringt und der Lauf anschließend den entstandenen Raum nutzt.
Wie gelingt ein Doppelpass Schritt für Schritt?
Ein guter Doppelpass verbindet eine passende Ausgangssituation mit einem sauberen ersten Pass, einem abgestimmten Lauf und einem Rückspiel in die Bewegung.
1. Prüfe Mitspieler, Gegner und den Raum dahinter
Vor dem ersten Pass brauchst du eine Vorstellung davon, wo du den Ball wieder erhalten kannst. Deine Vororientierung gilt deshalb nicht nur dem Wandspieler.
Hat der direkte Gegner Platz hinter sich? Kann B den Ball überhaupt zurückspielen? Steht bereits ein zweiter Verteidiger im geplanten Laufweg? Wenn du diese Fragen erst nach dem Abspiel beantwortest, ist die Gelegenheit oft vorbei.
Du kannst einen Gegner durch kurzes Andribbeln binden. Er muss dann zwischen dir, dem Ball und deinem Mitspieler entscheiden. Laufe ihm aber nicht so nahe auf, dass er den ersten Pass mühelos blockieren kann.
2. Spiele den ersten Pass kontrolliert
Der erste Pass soll B eine schnelle und präzise Weiterleitung ermöglichen. Ein harter Ball auf dessen falsche Körperseite erschwert das Rückspiel, selbst wenn deine eigene Bewegung stimmt.
Für einen flachen Innenseitpass setzt du das Standbein neben den Ball und richtest es ungefähr zum Ziel. Drehe den Passfuß nach außen, halte das Sprunggelenk stabil und triff den Ball mittig. Schwinge in die gewünschte Richtung aus.
Welche Seite du anspielst, hängt von Gegnerdruck und Rückpasswinkel ab. B sollte nicht erst um den Ball herumgehen müssen. Die Passstärke muss zur Entfernung und zum Untergrund passen. Ein zu langsames Zuspiel gibt dem Verteidiger zusätzliche Zeit.
3. Starte nach dem Abspiel in den freien Raum
Nach deinem Pass musst du dich so bewegen, dass eine neue Rückpasslinie entsteht. Bleibst du stehen, bekommt B häufig nur dieselbe zugestellte Verbindung zurück.
Beschleunige an der Seite des Gegners, auf der du den Ball erreichen kannst. Der Lauf darf gerade oder gebogen sein. Ein kurzer Richtungswechsel kann helfen, wenn der Verteidiger bereits mit deinem direkten Weg rechnet.
Der freie Raum bestimmt deinen Lauf. Eine starre Vorgabe wie „immer außen herum“ passt nicht zu jeder Situation. Dein Mitspieler soll den Gegner auch nicht durch einen absichtlichen Block vom Laufweg fernhalten.
4. Der Wandspieler bereitet das Rückspiel vor
B muss den Lauf erkennen und den Ball so verarbeiten, dass der Rückpass rechtzeitig möglich wird. Eine offene Körperstellung erleichtert es, Zuspiel und Anschlussraum zu sehen.
Ein direktes Rückspiel mit einem Kontakt ist oft besonders schnell. Es ist aber kein Selbstzweck. Ist A noch nicht im passenden Raum oder kommt der erste Pass ungünstig, kann ein kontrollierender Kontakt besser sein als ein hektisches Zuspiel ins Leere.
Ein kurzer Ruf, eine Handbewegung oder Blickkontakt kann die Absicht verdeutlichen. Diese Hinweise ersetzen jedoch nicht das Lesen der Situation. B muss weiterhin entscheiden, ob der Rückpass wirklich frei ist.
5. Spiele in den Lauf und führe die Aktion fort
Der zweite Pass gehört in den erreichbaren Raum vor dem laufenden Mitspieler. Er soll A ermöglichen, seine Bewegung ohne unnötiges Abbremsen fortzusetzen.
Zu kurz gespielt landet der Ball am alten Standort. Zu weit gespielt wird daraus ein Wettlauf, den der Verteidiger möglicherweise gewinnt. Die passende Dosierung richtet sich nach Lauftempo, Entfernung und verfügbarem Raum.
Nach dem Rückspiel folgt die eigentliche Anschlussaktion: Du dribbelst weiter, passt, flankst oder schließt ab. Eine vorbereitete Ballannahme hilft dir, den gewonnenen Vorsprung zu erhalten.

Welche Winkel und Abstände sind günstig?
Günstig ist eine Stellung, in der der Gegner nicht gleichzeitig den ersten Pass und das Rückspiel kontrollieren kann. Der Wandspieler bietet sich dafür häufig seitlich versetzt an.
Stehen A, Verteidiger und B auf einer Linie, kann der Gegner den Pass mit seinem Körper abschirmen. Steht B zu nahe beim Verteidiger, kommt er womöglich nicht zum Rückspiel. Ist B sehr weit entfernt, dauert die Kombination länger und wird leichter nachzuvollziehen.
Es gibt deshalb keinen festen Idealabstand für jeden Doppelpass. In einem engen Raum vor dem Strafraum können wenige Meter reichen. Auf dem Flügel kann eine größere Entfernung sinnvoll sein, wenn du mit Tempo in die Tiefe läufst.
Prüfe zwei Wege getrennt: Kann der Ball zu B gelangen, und kann B anschließend deinen neuen Standort erreichen? Ein freier erster Pass garantiert keinen freien zweiten Pass. Genau diese Unterscheidung verhindert viele Ballverluste.
Wann ist ein Doppelpass sinnvoll?
Ein Doppelpass lohnt sich besonders, wenn ein Gegner zum Ballführenden herausrückt und hinter oder neben ihm ein erreichbarer Raum entsteht. Der Mitspieler muss diesen Raum mit einem passenden Rückpass bedienen können.
Beispiel auf dem Flügel
Am Flügel kann ein Doppelpass den Weg entlang der Außenbahn oder diagonal nach innen öffnen. Welche Richtung besser ist, hängt von der Stellung des gegnerischen Außenverteidigers ab.
Du spielst als Flügelspieler einen etwas weiter innen stehenden Mitspieler an. Der Verteidiger wendet sich zum Ball. Du startest außen an ihm vorbei und erhältst das Rückspiel in die freie Bahn. Jetzt kannst du mit dem Ball Richtung Grundlinie gehen.
Schließt der Verteidiger dagegen früh den äußeren Laufweg, kann ein diagonaler Weg nach innen besser sein. Du brauchst dafür ausreichend Abstand zu den nächsten Gegnern. Die Seitenlinie begrenzt deine Möglichkeiten, sie macht eine Kombination nicht automatisch leichter.
Beispiel vor dem Strafraum
Vor dem Strafraum kann ein Doppelpass eine kurze Lücke zwischen zwei Abwehrspielern nutzbar machen. Hier sind meist eine genaue Dosierung und ein besonders gut abgestimmter Lauf nötig.
Ein zentraler Spieler passt zu einer entgegenkommenden Spitze und startet seitlich am herausrückenden Verteidiger vorbei. Die Spitze legt den Ball schräg in diesen Lauf. Der erste Passgeber erhält ihn mit Blick zum Tor.
Die Kombination funktioniert nur, wenn die nächste Absicherung die Lücke nicht bereits geschlossen hat. Ein Zehner muss deshalb nicht nur den direkten Gegenspieler lesen, sondern auch die Positionen der übrigen Verteidiger.

Wann solltest du auf den Doppelpass verzichten?
Du solltest einen Doppelpass abbrechen, wenn der Rückpassweg geschlossen ist oder der Wandspieler den Ball unter dem vorhandenen Druck nicht sicher weiterleiten kann.
- Der Gegner weicht kontrolliert zurück: Hinter ihm entsteht möglicherweise keine nutzbare Lücke. Du kannst den Ball weiterführen oder eine andere Anspielstation suchen.
- Ein zweiter Verteidiger übernimmt deinen Lauf: Der direkte Gegner ist zwar überspielt, die Anschlussaktion bleibt aber zugestellt.
- B steht mit engem Gegnerdruck und ungünstiger Körperstellung: Ein direktes Rückspiel wäre zu riskant.
- Die Laufbahn führt an die Seitenlinie oder in eine Menschenmenge: Der verfügbare Raum reicht für deinen nächsten Kontakt nicht aus.
Eine gute Alternative ist ein angetäuschter Doppelpass. A startet wie gewohnt, der Verteidiger folgt ihm, und B nutzt den dadurch geöffneten Raum mit dem Ball. Auch ein Pass zu einem dritten Mitspieler kann besser sein. Erfolgreiches Zusammenspiel bedeutet, eine Situation zu lösen, nicht eine vorher beschlossene Kombination unbedingt zu Ende zu spielen.
Doppelpass, Klatschpass und Spiel über den Dritten: Was unterscheidet sie?
Die Begriffe beschreiben unterschiedliche Zusammenhänge: Der Doppelpass ist eine ganze Kombination, der Klatschpass eine kurze Ablage und das Spiel über den Dritten bezieht einen weiteren Spieler ein.
| Begriff | Grundfolge | Entscheidender Unterschied |
|---|---|---|
| Doppelpass | A zu B, B wieder zu A | A bietet sich nach seinem ersten Pass an einer neuen Stelle an. |
| Klatschpass | B legt einen erhaltenen Ball kurz ab. | Die Ablage kann Teil eines Doppelpasses sein, muss aber nicht an den ersten Passgeber gehen. |
| Spiel über den Dritten | A zu B, B zu C | Ein anderer Mitspieler erhält den Anschlussball. |
Ein Pass hin und zurück zwischen zwei stehenden Spielern trainiert die technische Grundlage. Das Lösen aus einer Gegnersituation kommt erst durch Bewegung, einen passenden Zielraum und die Entscheidung gegen einen Verteidiger hinzu.
Diese Fehler verhindern einen guten Doppelpass
Die häufigsten Fehler betreffen den Lauf, die Passdosierung oder die fehlende Abstimmung zwischen beiden Spielern. Prüfe deshalb nicht nur den letzten, misslungenen Pass.
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Hilfreiche Korrektur |
|---|---|---|
| A bleibt nach dem Abspiel stehen. | Der Pass wird als Ende der eigenen Aktion verstanden. | Den neuen Empfangsraum schon vor dem ersten Pass erkennen. |
| Das Rückspiel landet hinter A. | B zielt auf den alten Standort. | Den Lauf beobachten und den Ball vor den Mitspieler dosieren. |
| B benötigt mehrere ungeplante Kontakte. | Erster Pass oder Körperstellung sind ungünstig. | B so anspielen, dass er den Anschlussweg erreichen kann. |
| Der Verteidiger fängt beide Passwege ab. | Wandspieler und Gegner stehen zu ähnlich in der Passlinie. | Seitlich versetzen und den ersten Passwinkel verändern. |
| Die Kombination endet beim zweiten Gegner. | Nur der direkte Gegenspieler wurde beachtet. | Vor dem Abspiel auch den Anschlussraum prüfen. |
| B spielt zurück, obwohl A gedeckt ist. | Der eingeübte Ablauf wird ohne Entscheidung abgespielt. | Ein Dribbling oder eine andere Passoption ausdrücklich erlauben. |
Wie kannst du den Doppelpass trainieren?
Trainiere zuerst die Abstimmung beider Spieler und füge anschließend echten Gegnerdruck sowie Wahlmöglichkeiten hinzu. Die folgenden Aufbauten sind anpassbare Übungsvorschläge, keine verpflichtenden Feldmaße oder Kontaktregeln.
1. Zu zweit um eine Markierung kombinieren
Eine flache Markierung reicht aus, um Abspiel, Lauf und Rückpass aufeinander abzustimmen. A steht mit Ball vor ihr, B bietet sich etwas seitlich dahinter an.
A passt zu B, läuft seitlich an der Markierung vorbei und erhält das Rückspiel vor die Füße. Anschließend führt A den Ball einige Schritte weiter. Tauscht die Rollen und übt beide Seiten.
Beginnt mit ruhigem Tempo. Steigert es erst, wenn A den Rückpass regelmäßig in der Bewegung erreicht. Die Markierung kann den Winkel erklären, sie reagiert jedoch nicht wie ein Gegner.
2. Zwei gegen einen mit zwei Zielräumen
Ein Zwei-gegen-eins trainiert die Entscheidung zwischen Doppelpass und eigener Ballführung. Markiere hinter dem Verteidiger zwei kleine Zieltore oder Durchgangsbereiche.
A und B sollen eines der Ziele mit dem Ball erreichen. Der Verteidiger darf zunächst nur einen Laufweg schließen, danach frei verteidigen. A kann passen und weiterlaufen oder selbst durch einen freien Bereich dribbeln. B darf zurückspielen oder ebenfalls mit dem Ball vorgehen.
Verkleinere das Feld nur, wenn weiterhin sinnvolle Entscheidungen möglich sind. Wird jede Aktion zum hektischen Zweikampf, erleichtert ein breiterer Aufbau das Lernen.
3. Kleines Spiel mit seitlichen Wandspielern
Seitliche neutrale Spieler ermöglichen Doppelpassversuche in einem Spiel mit Gegnerdruck. Du kannst beispielsweise drei gegen drei auf zwei Minitore spielen und an den beiden anderen Seiten je einen neutralen Mitspieler einsetzen.
Die neutralen Spieler unterstützen immer die Mannschaft am Ball. Ein erfolgreiches Zusammenspiel mit anschließendem Raumgewinn kann einen Zusatzpunkt bringen. Ein bloßer Pass hin und zurück erhält keinen Bonus.
Erlaube anfangs ausreichend Kontakte. Wenn die Wandspieler sicher und rechtzeitig handeln, kannst du ihre Kontaktzahl begrenzen. Das normale Spielziel bleibt bestehen. Dadurch lohnt sich auch eine andere Lösung, wenn der Gegner den Doppelpass verhindert.
4. Mit Kindern verständlich üben
Kinder brauchen eine erkennbare Aufgabe und viele eigene Aktionen, bevor mehrere taktische Bedingungen gleichzeitig hinzukommen. Zwei kurze Hinweise reichen zum Start: „Nach dem Pass weiterlaufen“ und „Vor den laufenden Mitspieler spielen“.
Nutze zunächst breite Laufwege und eine zurückhaltende Verteidigung. Passe Schwierigkeit und Balltempo an das Können an. Lange Warteschlangen und ein vorgeschriebener Doppelpass bei jedem Angriff nehmen den Kindern wichtige Wiederholungen und Entscheidungen.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Doppelpass
Kann bei einem Doppelpass Abseits entstehen?
Ja, beim Rückspiel gelten die normalen Abseitsregeln. Entscheidend ist deine Position in dem Moment, in dem B den Ball spielt, nicht deine Position beim eigenen ersten Pass.
Eine Abseitsposition liegt in der gegnerischen Hälfte vor, wenn ein relevanter Körperteil näher zur Torlinie steht als sowohl der Ball als auch der vorletzte Gegner. Spielst oder berührst du aus dieser Position anschließend den Rückpass, wird Abseits geahndet. Die weiteren Bedingungen erklärt die Abseitsregel.
Wie verteidigt man gegen einen Doppelpass?
Gegen einen Doppelpass musst du Ball und weiterlaufenden Gegner gemeinsam beachten. Wer nach dem ersten Abspiel nur zum neuen Ballführer schaut, verliert leicht den ursprünglichen Angreifer.
Als einzelner Verteidiger kannst du den Rückpasswinkel verkleinern und den Lauf begleiten. Mit einem Mitspieler lässt sich abstimmen, wer B unter Druck setzt und wer A übernimmt. Die passende Lösung hängt von Raum, Mitspielern und deiner Position zum eigenen Tor ab.
Kannst du einen Doppelpass alleine üben?
Alleine kannst du Passgenauigkeit, Bewegung nach dem Abspiel und Ballverarbeitung üben, aber nicht die Entscheidung eines echten Wandspielers. Eine Wand oder ein Fußball-Rebounder liefert dir ein berechenbares Rückspiel.
Spiele an, verändere deine Position und verarbeite den zurückkommenden Ball in eine neue Richtung. Das ergänzt gemeinsames Training. Die Abstimmung mit B und die Reaktion auf einen Verteidiger benötigen anschließend Mitspieler und Gegner.
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Passwinkel und Laufziel markieren
Mit Markierungstellern kennzeichnest du den ersten Passwinkel und den Raum für den Lauf nach dem Abspiel.
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Abspiel und Anschlusskontakt allein wiederholen
Am Rebounder übst du Abspiel und Anschlusskontakt. Laufweg und Rückspiel unter Gegnerdruck übst du anschließend mit einem Mitspieler.
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Wasser zwischen den Durchgängen bereithalten
Die Trinkflasche steht für die Pausen zwischen den wiederholten Lauf- und Passaktionen bereit.