English Springer Spaniel: Familienhund oder Working Springer?

Der English Springer Spaniel ist ein aktiver Stöberhund mit feiner Nase, viel Arbeitsfreude und enger Bindung an seine Menschen. Er kann ein wunderbarer Begleiter für eine bewegungsfreudige Familie sein, braucht dafür aber passende Aufgaben und eine sorgfältige Erziehung. Besonders wichtig ist die Zuchtrichtung: Zwischen einem ausgeprägten Working Springer und einem Hund aus ausstellungsorientierter Zucht können erhebliche Unterschiede liegen. Ein hübsches Fell verrät noch nicht, wie anspruchsvoll der gemeinsame Alltag wird.

Welcher English Springer Spaniel passt zu deinem Leben?

Zum eigenen Leben passt ein Springer dann, wenn seine tatsächlichen Anlagen und dein Alltag zusammenpassen. Die Rassebezeichnung allein beantwortet das nicht. Ein jagdlich hoch motivierter Hund, ein auf Ausstellungen gezüchteter Springer und ein vielseitig eingesetzter Familienhund gehören zwar derselben Rasse an, können aber sehr unterschiedliche Anforderungen mitbringen.

Deshalb sollte die Frage nach der Zuchtrichtung früh kommen. Erst danach lohnt es sich, über eine konkrete Welpenauswahl zu sprechen. Wer vor allem einen anhänglichen Freizeitbegleiter sucht, tut sich keinen Gefallen damit, die stärkste Arbeitsleidenschaft als automatisches Qualitätsplus zu betrachten. Die richtige Frage lautet: Welche Eigenschaften möchtest du im täglichen Leben wirklich nutzen?

Working, Show und jagdliche Zucht: Was bedeuten die Unterschiede?

Die Begriffe beschreiben unterschiedliche Schwerpunkte innerhalb des English Springer Spaniels und keine getrennten FCI-Rassen. Sie helfen bei der Orientierung, sind aber keine präzisen Temperamentsgarantien. Schau deshalb auf die konkrete Zucht, die Verwandtschaft und die tatsächliche Verwendung der Hunde.

Working Springer: Leistung prägt die Auswahl

Bei ausgeprägten Arbeitslinien stehen Fähigkeiten für die jagdliche Arbeit im Vordergrund. Solche Hunde werden häufig leichter gebaut und mit weniger üppigem Haar beschrieben als Ausstellungstypen. Für Halter besonders relevant sind jedoch ihre Arbeitsmotivation, Reaktionsbereitschaft und Freude an anspruchsvollen Suchaufgaben.

Ein Working Springer kann an Menschen eng orientiert und gleichzeitig ausgesprochen intensiv in seinem Tun sein. Genau diese Kombination macht ihn im passenden Einsatz wertvoll. Für einen Haushalt, der unter Beschäftigung vor allem die lange Abendrunde versteht, kann sie sehr anstrengend werden. Ein hoher Lernwille erspart keine Aufgaben. Er sorgt eher dafür, dass der Hund alles besonders gründlich lernt, auch das Unpraktische.

Showlinie heißt nicht automatisch wenig Jagdinteresse

Bei ausstellungsorientierten Linien spielt das Erscheinungsbild eine größere Rolle. Die Hunde können kräftiger gebaut und stärker befedert sein. Im Durchschnitt andere Zuchtschwerpunkte zu erwarten ist vernünftig, dem einzelnen Hund allein deshalb Jagdverhalten abzusprechen dagegen nicht.

Auch ein Springer aus einer solchen Linie kann begeistert apportieren, Wildspuren interessant finden und deutlich mehr Beschäftigung wünschen als ein gemütlicher Spazierhund. Umgekehrt ist ein jagdlich gezüchteter Hund nicht pauschal ungeeignet für Familienleben. Entscheidend bleibt, ob er seine Anlagen unter geeigneten Bedingungen ausleben und anschließend zur Ruhe kommen kann.

Welche Fragen helfen beim Züchter?

Frage, wofür die Elterntiere tatsächlich eingesetzt werden, wie sie sich im Alltag verhalten und welche Eigenschaften in der Zucht bevorzugt werden. Lass dir Arbeitsbezeichnungen erklären. „Jagdlich“, „sportlich“, „leichtführig“ und „familiengeeignet“ können in unterschiedlichen Gesprächen erstaunlich Verschiedenes meinen.

Besonders aufschlussreich sind konkrete Beschreibungen: Wie reagieren die Hunde auf Wildgeruch? Wie gestalten sich Ruhephasen zu Hause? Welche Erfahrungen haben bisherige Welpenkäufer mit ähnlichen Lebensbedingungen gemacht? Ein Foto ersetzt diese Informationen ebenso wenig wie eine beeindruckende Liste von Titeln.

Seine Nase erklärt mehr als sein fröhlicher Blick

Der ursprüngliche Job des Springers bestand darin, Wild zu finden und aus der Deckung zu bringen, später kam das Bringen nach dem Schuss hinzu. Daher leitet sich sein Name ab: „to spring game“ bezeichnet das Aufscheuchen des Wildes. Der Name ist also keine Aufforderung, zur Begrüßung möglichst hoch an dir hochzuspringen.

Als Buschierhund arbeitet ein Spaniel im jagdlichen Zusammenhang mit seinem Menschen zusammen und sucht geeignete Deckung ab. Stöbern, Buschieren und Apportieren haben Überschneidungen, aber jeweils eigene Anforderungen. Die unterschiedlichen Jagdhundtypen helfen, diese Tätigkeiten einzuordnen, ohne jeden Hund mit guter Nase in dieselbe Schublade zu stecken.

Wasserarbeit gehört ebenfalls zum möglichen Einsatzspektrum. Ein Springer kann mit Begeisterung apportieren und sich für Suche in bewachsenen Uferbereichen interessieren. Das bedeutet jedoch nicht, dass jeder Welpe von selbst ein sicherer Schwimmer und ausgebildeter Jagdhelfer wäre. Auch hier gehören Erfahrung, passende Förderung und ein verlässlicher Aufbau dazu.

Beim jagdlichen Einsatz in Deutschland ist zudem der Laut auf der Spur ein Thema. Nicht jeder English Springer Spaniel ist tatsächlich spurlaut. Wer einen Hund für bestimmte jagdliche Aufgaben sucht, muss die entsprechenden Anlagen und Nachweise konkret betrachten. Ein allgemeiner Rassentext kann die Auswahl und Beurteilung nicht ersetzen.

Beim Deutschen Wachtelhund steht die jagdliche Verwendung ebenfalls besonders deutlich im Mittelpunkt. Beide sind Stöberhunde, unterscheiden sich aber in ihrer Zuchtgeschichte und in der Bedeutung verschiedener Linien für die Auswahl. Es wäre zu einfach, einen Springer als bloß freundlichere Freizeitfassung des Wachtelhundes zu betrachten.

English Springer Spaniel bringt einen Dummy auf einem sicheren Weg vom Wasser zurück
Apportier- und Suchaufgaben verbinden die Freude an Bewegung mit konzentrierter Zusammenarbeit.

Familienhund mit Energie: Was muss zu Hause stimmen?

Ein English Springer Spaniel braucht einen Alltag, der Bewegung, geistige Aufgaben, Nähe und Erholung miteinander verbindet. Sein freundliches Auftreten ist ein guter Ausgangspunkt für gemeinsames Leben, aber kein Ersatz für passende Bedingungen.

Viele Springer sind sehr menschenbezogen und möchten an gemeinsamen Aktivitäten teilnehmen. Ständiges Alleinsein passt dazu schlecht. Das bedeutet nicht, dass du rund um die Uhr für Unterhaltung sorgen musst. Vielmehr braucht der Hund verlässliche Betreuung und die Gelegenheit, angemessene Zeiten ohne unmittelbaren Kontakt schrittweise zu lernen.

Mit Kindern kann ein gut sozialisierter Springer liebevoll zusammenleben. Seine Lebhaftigkeit und körperliche Kraft solltest du trotzdem ernst nehmen. Beim Spiel kann ein mittelgroßer Hund ein kleines Kind schnell umrennen, ohne etwas Böses zu beabsichtigen. Beaufsichtige den Umgang und sorge dafür, dass Füttern, Ruhe und Rückzug nicht zu Familienspielen werden.

Bei anderen Haustieren entscheidet die individuelle Vorgeschichte mit. Freundlichkeit gegenüber Menschen garantiert keine Verträglichkeit mit Katzen, Kaninchen oder Vögeln. Trenne Kennenlernen, alltägliche Sicherung und freie Begegnungen sorgfältig voneinander. Ein Jagdhund bleibt auch dann ein Jagdhund, wenn er neben dem Sofa besonders harmlos aussieht.

Ein Haus mit Garten ist angenehm, aber keine Beschäftigungsstrategie. Auch in einer Wohnung sind passende Bedingungen denkbar, wenn Betreuung, Ausflüge, Ruhe und Umgebung wirklich stimmen. Die Wohnfläche sagt wenig darüber aus, wie aufmerksam und sinnvoll sich jemand mit seinem Hund beschäftigt.

Erziehung: freundlich, klar und von Anfang an alltagstauglich

Der English Springer Spaniel lernt meist gern mit seinem Menschen, braucht aber verständliche Regeln und einen Aufbau, der seiner Sensibilität gerecht wird. Grober Druck ist keine Abkürzung zur Zusammenarbeit. Gleichzeitig hilft es nicht, Unklarheit mit seiner charmanten Art zu entschuldigen.

Der Rückruf wird vor dem Wildkontakt aufgebaut

Ein verlässlicher Rückruf beginnt in einfacher Umgebung und wird schrittweise anspruchsvoller. Belohne die Rückkehr so, dass sie sich für deinen Hund lohnt. Rufe nicht ständig in Situationen, in denen er die Anforderung noch gar nicht erfüllen kann. Sonst übt ihr vor allem, dass deine Stimme unverbindliche Hintergrundmusik ist.

Im wildreichen Gelände brauchst du passende Sicherung und vorausschauendes Beobachten. Wenn der Hund seine Körperspannung verändert, intensiv Geruch aufnimmt oder bereits in eine Spur hineinarbeitet, ist deine Reaktion früher nötig als erst beim Verschwinden hinter der nächsten Böschung. Freilauf hängt vom Können, der Umgebung und den geltenden Regeln ab.

Erregung regulieren statt ständig weiter hochfahren

Ein lebhafter Springer muss lernen, zwischen Aufgabe und Pause zu wechseln. Baue kleine Wartephasen, einen entspannten Liegeplatz und ruhiges Verhalten in überschaubaren Situationen auf. Das ist keine Nebensache, die sich nach genügend Kilometern von allein erledigt.

Achte darauf, wie dein Hund nach Aktivitäten wirkt. Kann er sich lösen und schlafen oder erwartet er sofort die nächste Aktion? Immer längere Bewegung kann die Kondition verbessern, ohne die Fähigkeit zur Ruhe zu fördern. Bei auffälliger Unruhe gehören außerdem Schmerzen, Stress und Überforderung als mögliche Ursachen auf den Prüfstand.

Alleinbleiben und Pflege gehören ebenfalls zum Stundenplan

Übe kurze Trennungen zunächst so, dass dein Hund sie bewältigen kann. Der Weg zur Arbeit ist kein geeigneter erster Test. Steigere Dauer und Schwierigkeit nach seinem Verhalten und organisiere Betreuung, solange längere Abwesenheiten noch nicht möglich sind.

Gewöhne ihn früh an Bürsten, Pfotenkontrolle und das ruhige Anfassen der Ohren. Kleine, belohnte Schritte sind besser als eine große Pflegesitzung, wenn die ersten Filzknoten bereits ziehen. Gleiches gilt für Autofahrten, Besucher und Begegnungen mit anderen Hunden. Alltagstauglichkeit entsteht aus vielen verständlichen Erfahrungen.

Welche Beschäftigung macht einem Springer wirklich Freude?

Aufgaben für Nase und Zusammenarbeit passen besonders gut zum English Springer Spaniel. Dabei zählt die Qualität der Aufgabe mehr als eine möglichst lange Liste unterschiedlicher Sportarten. Wähle Beschäftigungen, die zu seiner Veranlagung, seinem Körper und deinen Möglichkeiten passen.

Dummytraining verbindet beispielsweise Suchen, Warten, Erinnern und Bringen. Im gut aufgebauten Training geht es nicht nur darum, einen Gegenstand möglichst schnell wieder vor deine Füße zu werfen. Der Hund lernt, sich lenken zu lassen, unterschiedliche Aufgaben zu unterscheiden und trotz Erwartung ansprechbar zu bleiben. Auch ein Labrador kann bei dieser Arbeit große Freude zeigen, die Motivation und Arbeitsweise des einzelnen Hundes bleiben aber individuell.

Fährtenarbeit und Mantrailing bieten weitere Möglichkeiten für konzentrierten Naseneinsatz. Ein geeigneter Kurs hilft, die jeweilige Aufgabe verständlich aufzubauen. Suchspiele zu Hause können ergänzen, ersetzen aber keine durchdachte Beschäftigung für einen sehr arbeitsfreudigen Hund.

Hundesport wie Agility oder Rally Obedience kommt je nach Gesundheit, Alter und Interesse ebenfalls infrage. Beim jungen Hund stehen Grundlagen und kontrollierte Bewegung vor hohem Tempo und Sprüngen. Nicht jede Begeisterung muss sofort zum Wettkampf werden.

Wasserfreude verlangt zusätzlich Umsicht. Prüfe Gewässer, Einstieg, Strömung und mögliche Gefahren, bevor du apportieren lässt. Lass deinen Hund nicht blind in unbekanntes Wasser springen. Eine Ausstiegsmöglichkeit ist genauso wichtig wie ein spannender Wurf, und kaltes Wetter macht einen nassen Hund nicht automatisch zum unempfindlichen Outdoorgerät.

Gesundheit: Ohren, Augen und Beweglichkeit im Blick behalten

Beim Springer verdienen insbesondere Ohren, Augen und Gelenke regelmäßige Aufmerksamkeit. Hinzu kommen erbliche Erkrankungen, die in der verantwortungsvollen Zucht berücksichtigt werden. Eine Liste verfügbarer Tests beschreibt jedoch nicht, wie häufig eine Krankheit vorkommt oder welches Schicksal einen einzelnen Hund erwartet.

Ohrenbeschwerden nicht nur wegputzen

Lange, behaarte Hängeohren sollten regelmäßig kontrolliert werden, besonders nach Ausflügen durch Bewuchs oder ins Wasser. Schau auf Veränderungen gegenüber dem normalen Zustand: auffälliger Geruch, Rötung, Ausfluss, häufiges Kopfschütteln oder Schmerz bei Berührung gehören abgeklärt. Wiederkehrende Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben.

Führe keine Wattestäbchen in den Gehörgang ein und setze bei Entzündungen nicht auf wechselnde Hausmittel. Eine sinnvolle Reinigung richtet sich nach dem tatsächlichen Bedarf und dem Rat deiner Tierarztpraxis. Auch pauschales häufiges Putzen ist keine Garantie für gesunde Ohren.

Augen und Gelenke: Veränderungen ernst nehmen

Wenn dein Hund plötzlich schlechter sieht, häufiger anstößt, ein Auge zukneift oder es gerötet und schmerzhaft wirkt, braucht er tierärztliche Hilfe. Verändertes Sehverhalten ist keine Sache, die du allein aus der Rassezugehörigkeit diagnostizieren kannst. Bei akuten Augenproblemen solltest du nicht auf eine Besserung irgendwann nach dem Wochenende setzen.

Bei Gelenkbeschwerden können verändertes Gangbild, Zögern beim Aufstehen oder nachlassende Bewegungsfreude auffallen. Halte deinen Hund schlank und baue Belastung passend auf. Hüft- und Ellenbogenuntersuchungen sowie Augenuntersuchungen sind auch Themen der Gesundheitsvorsorge im Jagdspaniel-Klub. Das ersetzt bei Beschwerden keine Untersuchung des einzelnen Hundes.

Was steckt hinter Fucosidose, AMS und DAMS?

Fucosidose ist eine erbliche Stoffwechselerkrankung mit neurologischen Folgen. Beim akralen Mutilationssyndrom, kurz AMS, kann die Schmerzempfindlichkeit an den Pfoten beeinträchtigt sein. DAMS bezeichnet eine erbliche Erkrankung, die unter anderem Blutbildung und Muskulatur betrifft. Diese Namen begegnen dir deshalb in Gesundheitsinformationen und bei der Auswahl verantwortungsvoller Zuchten.

Für Halter ist entscheidend, ungewöhnliche Bewegungsabläufe, Schwäche oder wiederholte Selbstverletzungen ernst zu nehmen, statt aus Testbezeichnungen selbst Diagnosen abzuleiten. Gentests können bestimmte bekannte Varianten erfassen, sind aber kein allgemeines Gesundheitszeugnis. Welche Befunde für eine Verpaarung relevant sind, lässt du dir konkret erklären.

Entspannter English Springer Spaniel auf einer Decke nach der Fellpflege
Zwischen Ausflügen und Aufgaben braucht der Springer verlässliche Ruhe und eine regelmäßige Pflegeroutine.

Wie aufwendig sind Fellpflege und die langen Ohren?

Die Pflege hängt vom tatsächlichen Haarkleid und den Ausflügen ab, braucht aber regelmäßig Zeit. Ein stärker befederter Springer kann deutlich mehr Arbeit machen als ein Hund mit knapperem Haar. „Pflegeleicht“ ist deshalb nur dann eine brauchbare Aussage, wenn jemand dazusagt, welchen Hund und welchen Alltag er meint.

Kontrolliere nach Touren Bauch, Achselbereiche, Ohren und Beine auf Kletten, Zweige und Knoten. Entwirre vorsichtig, statt fest an den Haaren zu ziehen. Regelmäßiges Durcharbeiten bis in die tieferen Fellbereiche verhindert eher Probleme als gelegentliches schnelles Bürsten über die Oberfläche.

Wenn du beim Kürzen, Ausdünnen oder Trimmen unsicher bist, lass dir die Pflege an deinem Hund von einem rassekundigen Profi zeigen. Eine starre Friseurfrequenz lässt sich aus dem Namen der Rasse nicht ableiten. Fellmenge, Zustand und Nutzung machen einen Unterschied. Dasselbe gilt für die Wahl von Bürste und Kamm, denn verschiedene Felltypen beim Hund brauchen unterschiedliche Vorgehensweisen.

Nach Wasserarbeit und Regen sollte das Fell trocknen können. Achte auf die Haut unter dichtem Haar und auf Stellen, an denen Ausrüstung scheuert. Zahn- und Krallenpflege gehören selbstverständlich dazu. Die beste Pflegeroutine ist eine, die gründlich genug ist und die dein Hund entspannt mitmacht.

Größe, Farben und Körperbau: Was ist typisch?

Der English Springer Spaniel ist ein mittelgroßer, kräftiger und beweglicher Hund, dessen Standard ungefähr 51 Zentimeter Widerristhöhe nennt. Unter den britischen Landspaniels steht er besonders hoch auf den Läufen. „Größter Spaniel“ wäre trotzdem eine ungenaue Abkürzung, weil Größe, Gewicht und Körpermasse nicht dasselbe sind.

MerkmalEinordnung
HerkunftGroßbritannien
FCI-EinordnungGruppe 8, Sektion Stöberhunde, Standard 125
WiderristhöheUngefähr 51 cm laut Standard
GewichtIm aktuellen Standard kein festes Gewicht angegeben, Körperbau und Kondition individuell beurteilen
FarbenLeberbraun-weiß oder schwarz-weiß, jeweils auch mit lohfarbenen Abzeichen
FellDicht anliegend, gerade und wetterbeständig, mit mäßiger Befederung

Die langen Ohren und der freundliche Ausdruck gehören zum typischen Bild. Trotzdem sollte das Erscheinungsbild immer zur Funktion eines beweglichen Hundes passen. Sehr üppiges Haar ist keine Voraussetzung für Gesundheit oder Rassetyp und kann im Alltag mehr Pflege bedeuten.

Der aktuelle FCI-Standard vom Oktober 2026 beschreibt den English Springer als Stöber- und Apportierhund. Für die Auswahl eines Welpen sind neben diesem Rassebild vor allem die Körperkondition, Beweglichkeit und tatsächlichen Zuchtschwerpunkte seiner Verwandtschaft aufschlussreich.

English Springer und andere Spaniels unterscheiden

Der Vergleich mit anderen Spaniels ist hilfreich, solange du daraus keine einfache Rangliste von leicht und schwierig machst. Der English Cocker Spaniel ist kleiner und unterscheidet sich im Körperbau. Arbeitsfreude und ausgeprägtes Jagdinteresse können aber beide Rassen mitbringen. Auch beim Cocker beeinflusst die Zuchtrichtung den Alltag.

Der Welsh Springer Spaniel ist eine eigenständige Rasse und keine rot-weiße Farbvariante des English Springers. Der Clumber Spaniel wiederum zeigt innerhalb der Spanielfamilie einen deutlich schwereren, bodennäheren Typ. Solche Unterschiede helfen beim Verständnis der Familie, ersetzen aber nicht den Blick auf Temperament, Gesundheit und Verwandtschaft des einzelnen Hundes.

Beim Kooikerhondje zeigt sich außerdem, dass der historische Zusammenhang mit Wasser und Vögeln ganz unterschiedliche Aufgaben hervorgebracht hat. Seine traditionelle Arbeit an Entenfanganlagen ist nicht dasselbe wie das Aufstöbern und Apportieren des Springers. Ähnliche Farben sind für die Haltungsentscheidung eher Nebensache.

Wie wurde aus alten Spanieltypen die heutige Rasse?

Der moderne English Springer Spaniel wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als eigenständige Rasse anerkannt, seine jagdlichen Vorläufer sind deutlich älter. Früher unterschieden sich Spanieltypen noch nicht immer so klar, wie es heutige Rassebezeichnungen erwarten lassen. Größe und Verwendung spielten bei der Zuordnung eine wichtige Rolle.

Die Anerkennung durch den britischen Kennel Club erfolgte 1902. Historische Beschreibungen von spanielartigen Hunden sind deshalb nicht mit einem seit Jahrhunderten unverändert bestehenden modernen Zuchtbuch gleichzusetzen. Die gemeinsame Vorgeschichte erklärt Ähnlichkeiten innerhalb der Familie, macht heutige Springer und Cocker aber nicht zu beliebig austauschbaren Größenvarianten.

Auch die spätere Aufteilung der Zuchtschwerpunkte ist vor diesem Hintergrund verständlich. Menschen wählten Hunde nach den Eigenschaften aus, die sie für ihre Arbeit, Ausstellungen oder ihr Zusammenleben bevorzugten. Für deine Auswahl ist die Geschichte interessant, die aktuelle Verwandtschaft aber aussagekräftiger. Ein alter Ruhm als Jagdhund beschreibt nicht automatisch die Motivation jedes heute geborenen Welpen.

Was klärst du vor dem Einzug eines Springers?

Vor dem Einzug sollten Zuchtrichtung, Betreuung und Beschäftigungsmöglichkeiten konkret geklärt sein. Beschreibe Züchtern ehrlich deinen Tagesablauf, deine Erfahrung und die Zeit, die du wirklich aufbringen kannst. Ein passender Hund ist wertvoller als der Hund mit der eindrucksvollsten Arbeitsleistung im Stammbaum.

Lerne nach Möglichkeit erwachsene Tiere aus der betreffenden Verwandtschaft kennen. Frage nach Verhalten im Haus, Umweltverträglichkeit, Jagdinteresse, Pflegeaufwand und Gesundheitsuntersuchungen. Die Antworten sollten nachvollziehbar sein und auch die anstrengenden Seiten ansprechen. Ein Hund, der angeblich in jeder Hinsicht perfekt ist, wurde meist vor allem perfekt beschrieben.

Plane laufende Ausgaben für Futter, Tierarzt, Vorsorge, Pflege, Kurse und Betreuung ein. Auch Krankheit oder Alter können eure bisherigen Aktivitäten verändern. Du brauchst deshalb mehr als eine Idee für die erste sportliche Saison.

Wenn du gern mit einem Hund zusammenarbeitest, seine Nase sinnvoll beschäftigen möchtest und Ruhe ebenso ernst nimmst wie Bewegung, kann der English Springer Spaniel ausgezeichnet passen. Dann ist seine Energie kein ständig zu verwaltendes Problem, sondern die Grundlage für viele gemeinsame Unternehmungen.

Praktische Begleiter für Training und Alltag

Die Auswahl greift Aufgaben aus dem Artikel auf. Wähle Größe und Ausführung passend zu deinem Hund und zu eurem tatsächlichen Bedarf.

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Jagdverhalten bei Hunden: Der Weg zum zuverlässigen Begleiter

Der Ratgeber beschäftigt sich mit Jagdverhalten und verständlicher Zusammenarbeit. Beim Springer kann das helfen, Nasenarbeit und Rückruf in einen gemeinsamen Plan zu bringen. Die Auswahl der Aufgaben richtet sich nach Linie, Ausbildungsstand und Individuum. Eine Showlinie macht Jagdverhalten nicht automatisch bedeutungslos.

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