Funino: Regeln, Feldgröße und Kinderfußball verständlich erklärt

Beim Funino spielen gewöhnlich drei gegen drei auf vier Minitore – ohne Torwart. Jede Mannschaft greift zwei Tore an und verteidigt zwei. Das kleine Feld soll die Kinder häufiger ins Spiel bringen: Ball erobern, freie Mitspieler entdecken, eine Seite wählen, abschließen. Hier erfährst du, wie die Spielform funktioniert, welche Feldgrößen vorkommen und warum Funino nicht einfach ein anderer Name für sämtliche neuen DFB-Kinderfußballregeln ist.

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Was ist Funino?

Funino, auch FUNiño geschrieben, ist eine von Horst Wein entwickelte Spielform. Der Name verbindet das englische „fun“ für Spaß mit dem spanischen „niño“ für Kind. Das bekannteste Grundformat ist das Drei gegen drei auf vier kleine Tore.

Der entscheidende Kniff steckt in den zwei Angriffszielen. Ist der Weg zum einen Tor zugestellt, kann die Mannschaft die andere Seite nutzen. Dadurch entsteht eine echte Entscheidung und nicht nur die Aufgabe, möglichst kräftig nach vorne zu schießen.

Ein einfaches Beispiel: Zwei Verteidiger stehen vor dem linken Minitor. Statt genau dort den dritten Zweikampf zu suchen, kann ein Querpass den Weg zum rechten Tor öffnen. Kleine Gruppe, klare Situation, sofort sichtbare Wirkung. Die Kinder müssen dafür noch keine Taktiktafel studieren.

Die wichtigsten Funino-Regeln im Überblick

Für ein klassisches Grundspiel gelten diese Eckpunkte. Einzelheiten werden für Festivals und Wettbewerbe durch den zuständigen Verband beziehungsweise Veranstalter festgelegt.

PunktTypisches Grundprinzip
MannschaftenDrei gegen drei auf dem Feld
ToreVier Minitore, je zwei an jeder Grundlinie
TorwartKein Torwart
Tore erzielenAbschluss aus einer markierten Schusszone
AbseitsKeine Abseitsregel
Ball im AusSpielfortsetzung nach dem jeweiligen Veranstaltungsformat, häufig Eindribbeln oder Einpassen
WechselRegelmäßige Rotation statt langer Bankzeiten

Die Schusszone verhindert, dass jeder Ball irgendwo aus der eigenen Hälfte in Richtung Minitor befördert wird. Das angreifende Team soll den Ball zunächst in einen aussichtsreichen Bereich bringen. Im DFB-Drei-gegen-drei wird dafür eine sechs Meter tiefe Zone genutzt.

Ohne Torwart bedeutet nicht ohne Verteidigung. Es gibt aber keine Torwart-Sonderrechte für das Handspiel. Alle drei Kinder dürfen angreifen und verteidigen. Ein Kind dauerhaft vor einem Minitor abzustellen, würde jedoch gerade die vielen wechselnden Spielsituationen ausbremsen, um die es bei dieser Spielform geht.

Für einen provisorischen Aufbau helfen gut sichtbare Markierungsteller*, die Außenlinien und Schusszonen zu unterscheiden. Vorhandene Vereinsmarkierungen haben dabei selbstverständlich Vorrang vor einem Neukauf.

Wie groß ist ein Funino-Feld?

Für ein Funino-Feld gibt es keine einzige überall verbindliche Größe. Trainingsvarianten und Verbandsformate arbeiten mit unterschiedlichen Abmessungen. Entscheidend sind die Altersklasse, die Spielerzahl und die Ausschreibung der Veranstaltung.

Die aktuellen DFB-Spielformen im Kinderfußball unterscheiden nach Altersklasse und Mannschaftsgröße. Für F-Junioren nennt der DFB beim Drei gegen drei beispielsweise 26 bis 28 Meter Länge und 20 bis 22 Meter Breite. Bei den G-Junioren umfasst die Übersicht Zwei-gegen-zwei- und Drei-gegen-drei-Formen mit entsprechend angepassten Feldern.

Für den Aufbau bedeutet das: Erst das konkrete Format festlegen, dann messen. Vier Tore aufstellen und anschließend überlegen, welche Regeln eigentlich gelten, funktioniert zwar irgendwie. Übersichtlich wird es aber andersherum.

An beiden Grundlinien stehen jeweils zwei Minitore mit Abstand zueinander. Markiere die Außenlinien und die Schusszonen gut sichtbar. Halte außerhalb des Feldes genügend freien Raum und sichere die Tore passend zu Untergrund und Herstellerangaben gegen Umkippen und Verrutschen.

Leeres Funino-Spielfeld mit vier Minitoren und Markierungstellern auf dem Rasen.
Auf jeder Grundlinie stehen zwei Minitore. Jede Mannschaft greift auf die beiden gegenüberliegenden Tore an.

Funino und neuer Kinderfußball sind nicht genau dasselbe

Seit der Saison 2024/25 sind die neuen Spielformen im deutschen Kinderfußball verbindlich. Daraus folgt aber nicht, dass alle Kinder ausschließlich Drei gegen drei auf vier Minitore spielen müssen.

Der DFB sieht je nach Altersklasse verschiedene Formate vor. Bei den F-Junioren gibt es beispielsweise neben dem Drei gegen drei auch größere Spielformen. In solchen Varianten können Jugendtore und Torhüter vorgesehen sein. Auch bei den E-Junioren gehören andere Mannschaftsgrößen zum Konzept.

Funino ist damit eine wichtige Spielform innerhalb des kindgerechten Fußballs, aber nicht dessen vollständiges Regelbuch. Für Eltern ist die hilfreichere Frage deshalb nicht „Spielt ihr jetzt nur noch Funino?“, sondern: Welche Form spielt meine Altersklasse, und wie bekommen alle Kinder ausreichend Einsatzzeit?

So läuft ein Funino-Festival ab

Statt eines einzigen langen Spiels finden mehrere kurze Partien auf nebeneinanderliegenden Feldern statt. Häufig wird ein Auf- und Abstiegssystem zwischen den Feldern verwendet: Nach einer Runde wechseln Sieger- und Verliererteams in festgelegte Richtungen. Die nächste Begegnung soll dadurch möglichst besser zum jeweiligen Spielniveau passen.

Die genaue Rundenzahl, Spieldauer, Startverteilung und Behandlung eines Unentschiedens stehen in der Veranstaltungsordnung. Es gibt also keinen universellen Festivalablauf, der jedes Wochenende überall identisch wäre.

Wichtig sind kleine Teams und eine nachvollziehbare Wechselrotation. Im DFB-Grundformat der jüngsten Kinder ist beispielsweise ein Wechsel nach einem Tor vorgesehen. Ein Festival verliert seinen Sinn, wenn zwar kleine Mannschaften spielen, die Hälfte der angemeldeten Kinder aber trotzdem dauerhaft zuschaut.

Für den ersten Besuch reicht eine kurze Vorbereitung: Treffpunkt, Teamzuordnung, Wechselregel und Feldwechsel erklären. Eltern können anfeuern, ohne jeden Ballkontakt aus drei Richtungen fernzusteuern. Die Kinder sollen schließlich Fußball spielen und keine gleichzeitige Telefonkonferenz abarbeiten.

Was Kinder beim Funino lernen können

Durch die kleinen Mannschaften gibt es weniger Mitspieler, hinter denen sich ein Kind über längere Phasen verstecken kann. Angreifen, Verteidigen und Umschalten wechseln häufig. Die vier Tore schaffen außerdem Anlässe, vor einer Aktion den Blick zu heben und einen freien Weg zu erkennen.

Dahinter stecken Grundlagen, die später auch beim Positionsspiel im Fußball wichtig werden: Abstand halten, anspielbar sein, Räume sehen und gemeinsam Lösungen finden. Das heißt nicht, dass ein Siebenjähriger schon die Aufgaben eines Profimittelfeldspielers übernehmen soll.

Ob die Spielform tatsächlich gut funktioniert, hängt stark von ihrer Umsetzung ab. Passende Feldgröße, ausgeglichene Teams, genügend Spielzeit und zurückhaltendes Coaching sind wichtiger als ein möglichst komplizierter Aufbau. Wer zusätzlich alleine mit dem Ball trainiert, übt technische Abläufe. Die Entscheidungen gegen echte Gegenspieler kommen erst im gemeinsamen Spiel dazu.

Ein Mädchen passt beim Funino den Ball zu einem Mitspieler in einem orangefarbenen Leibchen.
Zwei mögliche Angriffsziele regen die Kinder dazu an, freie Räume und passende Mitspieler zu erkennen.

Welche Kritik an Funino ist berechtigt?

Häufig genannte Schwierigkeiten sind der Bedarf an mehreren kleinen Toren, die Organisation paralleler Felder und die Sorge, dass Torwartspiel oder größere Mannschaftsabläufe zu kurz kommen. Solche Fragen verdienen konkrete Antworten statt eines pauschalen „Das ist eben moderner Fußball“.

Kleine Spielformen trainieren nicht automatisch jede Fähigkeit gleich stark. Torwartaufgaben brauchen zusätzliche Angebote oder andere Spielformen. Auch das Zusammenspiel in größeren Mannschaften muss später gelernt werden. Funino ist ein Werkzeug für bestimmte Lerngelegenheiten, kein vollständiger Ersatz für jede Form des Fußballtrainings.

Nicht zutreffend ist dagegen die Behauptung, im neuen Kinderfußball dürfe niemand mehr gewinnen. Es werden Tore erzielt und Spiele gewonnen oder verloren. Der DFB unterscheidet dabei zwischen einzelnen Spielergebnissen und langfristigen Meisterschaftstabellen. Diese und weitere Missverständnisse greift seine Einordnung häufiger Kinderfußball-Irrtümer auf.

FAQ: Häufige Fragen zu Funino

Können Mädchen und Jungen gemeinsam Funino spielen?

Die Spielform selbst erfordert keine getrennten Gruppen. Beim freien Training können passende gemischte Teams gebildet werden. Für offizielle Veranstaltungen gelten die Vorgaben des jeweiligen Verbands und der Altersklasse.

Geht Funino auch mit nur einem Ball?

Ja. Für ein einzelnes laufendes Spiel reicht ein geeigneter Ball. Ersatzbälle neben dem Feld verkürzen Unterbrechungen, sind aber keine Voraussetzung für die Grundidee. Bei mehreren gleichzeitig bespielten Feldern braucht natürlich jedes Feld seinen eigenen Spielball.

Müssen Eltern vier neue Tore kaufen?

Nein. Material für den Vereinsbetrieb sollte zuerst gemeinsam organisiert oder aus dem vorhandenen Bestand genutzt werden. Für ein freies Kennenlernspiel lassen sich Ziele auch eindeutig markieren. Das ist eine vereinfachte Variante und ersetzt nicht die vorgeschriebene Ausstattung eines offiziellen Festivals.

Praktische Helfer für eure Funino-Runde

Schaut zuerst in den Materialbestand eures Vereins. Vier passende Tore, ein geeigneter Ball und sichtbare Feldmarkierungen sind wichtiger als ein großer Warenkorb. Die Tor-Empfehlung unten ist für private Spielrunden gedacht, nicht pauschal für offizielle Festivals.

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Vier kleine Ziele für die private Runde

Das faltbare Zweierset kann für ein freies Vier-Tore-Spiel durch ein zweites Set ergänzt werden. Maße, Untergrund und Verankerung müssen passen – eine Freigabe für ein offizielles Funino-Festival ist damit nicht verbunden.

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Schusszonen klar erkennbar machen

Unterschiedliche Farben helfen, Außenlinien und Schusszonen auseinanderzuhalten. Nutzt vorhandene Markierungen weiter, sofern sie gut sichtbar sind und zum Untergrund passen.

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