Ein Igelhaus stellst du am besten an einem ruhigen, trockenen und geschützten Platz auf. Wichtiger als die Optik sind ein geeigneter Untergrund, ein wetterabgewandter Eingang, trockenes Nistmaterial und möglichst wenig Störung. Ideal ist das Aufstellen im Sommer oder frühen Herbst, doch auch später kann ein unbewohntes Igelhaus noch in den Garten. Anschließend darf es ganzjährig an seinem Platz bleiben.
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Wo sollte man ein Igelhaus aufstellen?
Ein Igelhaus sollte in einer ruhigen, schattigen und trockenen Gartenecke unter einer Hecke, einem Strauch oder einem Baum stehen. Dort ist es vor direkter Sonne, Schlagregen und häufigen Störungen geschützt.
Ungeeignet sind Plätze direkt neben der Terrasse, an stark genutzten Gartenwegen oder mitten auf dem Rasen. Besser ist eine etwas versteckte Stelle am Gartenrand, an der Kinder und Hunde nicht ständig vorbeikommen. Halte außerdem genügend Abstand zu Rasensprengern, Komposthaufen, die regelmäßig umgesetzt werden, und der üblichen Fahrstrecke eines Mähroboters.
Ob selbst gebaut oder als fertiges Igelhaus aus Holz* gekauft: Entscheidend ist in beiden Fällen der geschützte Standort. Das Haus darf zwischen Pflanzen, trockenem Laub und Reisig teilweise verborgen sein, solange der Eingang frei zugänglich bleibt.
In welche Richtung sollte der Eingang des Igelhauses zeigen?
Der Eingang sollte von der Hauptwetterseite weg und möglichst windgeschützt zeigen, damit Wind und Schlagregen wenig Feuchtigkeit in das Haus tragen. Eine feste Himmelsrichtung gibt es jedoch nicht, weil Gebäude, Hecken und die örtlichen Windverhältnisse den Schutz beeinflussen. Entscheidend ist, dass der Eingang nicht offen zur Wetterseite zeigt, sich davor keine Pfütze bildet und der Zugang frei bleibt. Zweige und Laub dürfen das Haus teilweise verdecken, sollten den Weg zum Eingang jedoch nicht versperren.
Auch direkte Mittagssonne sollte das Haus möglichst nicht erreichen, da sich der Innenraum sonst stark aufheizen kann. Unter einer dichten Hecke oder einem Strauch ist es meist ausreichend geschützt.
Welcher Untergrund eignet sich für ein Igelhaus?
Für ein Igelhaus eignet sich ein trockener, ebener und wasserdurchlässiger Untergrund. An einer Stelle, an der sich nach jedem Regenguss Wasser sammelt, bleibt selbst ein gut gebautes Haus nicht dauerhaft trocken.
Ist der Boden sehr weich oder schlecht durchlässig, kannst du die obere Humusschicht unter dem geplanten Standort vorsichtig abtragen und die Fläche mit einem Sand-Kies-Gemisch auffüllen. Diese Drainage lässt Regenwasser besser versickern. Anschließend sollte das Haus stabil stehen und weder kippeln noch mit der Zeit im Boden einsinken.
Ist ein Igelhaus mit oder ohne Boden besser?
Ein Igelhaus kann sowohl mit als auch ohne Boden geeignet sein. Ein bodenloses Modell sollte auf trockenem, wasserdurchlässigem Naturboden stehen, während ein Haus mit Holzboden leicht erhöht aufgestellt werden muss. Entscheidend ist vor allem, dass keine Feuchtigkeit in das Quartier eindringt oder sich darunter staut.
| Bauart | Darauf solltest du achten |
| Haus ohne Boden | Auf einen trockenen, durchlässigen Naturboden stellen und bei Bedarf eine Drainageschicht aus Sand und Kies anlegen |
| Haus mit Boden | Nicht direkt auf feuchte Erde setzen, sondern mit flachen Steinen oder stabilen Leisten leicht erhöhen |
| Beide Varianten | Eben aufstellen und darauf achten, dass Regenwasser ungehindert ablaufen kann |
Ein Boden ist für ein Igelhaus nicht zwingend notwendig. Ohne Boden hat der Igel direkten Kontakt zur Erde und kann sich bei Bedarf eine kleine Mulde anlegen. Ein Haus mit Holzboden ist ebenfalls geeignet, sofern der Boden trocken bleibt und von unten ausreichend Luft herankommt.
Ungeeignet sind Gummimatten, geschlossene Kunststoffplatten und andere Unterlagen, auf denen sich Wasser sammeln kann. Eine versiegelte Fläche hält Feuchtigkeit unter Umständen eher fest, als das Haus davor zu schützen.
Wann sollte man ein Igelhaus aufstellen?
Ein Igelhaus stellst du am besten im Sommer oder frühen Herbst auf, sodass es rechtzeitig zur Suche nach einem Winterquartier bereitsteht. Im September oder Anfang Oktober sollte das Haus möglichst an seinem endgültigen Platz stehen.
Auch ein später aufgestelltes Haus ist nicht nutzlos. Solange es noch unbewohnt ist, kannst du es grundsätzlich zu jeder Jahreszeit in den Garten stellen. Igel können es nicht nur als Winterquartier, sondern auch als Tagesschlafplatz, Sommerversteck oder Wurfnest nutzen.
Ein bereits bewohntes Igelhaus solltest du weder öffnen noch versetzen. Das gilt besonders während des Winterschlafs und in der Zeit, in der sich eine Igelmutter mit ihren Jungen darin aufhalten könnte.
Das Haus darf ganzjährig im Garten bleiben und steht dadurch auch außerhalb des Winters als geschützter Rückzugsort zur Verfügung.
Was kommt in ein Igelhaus?
In ein Igelhaus gehört trockenes Herbstlaub; Futter und Wasser haben in der Schlafkammer nichts zu suchen. Aus den Blättern kann der Igel sein Nest nach den eigenen Bedürfnissen formen.
Lege eine großzügige Menge vollständig trockener Blätter locker in die Schlafkammer. Stopfe das Material nicht fest und versperre damit nicht den Zugang. Zusätzlich kannst du in der Nähe weiteres trockenes Laub liegen lassen, das der Igel selbst in das Haus tragen kann.
Ältere Empfehlungen nennen häufig Stroh oder Heu. Der NABU rät inzwischen jedoch von beidem ab: Sprödes Stroh kann in kleine, spitze Teile brechen, während sich längere Halme von Heu beim Nestbau um die Beine eines Igels wickeln können. Verwende daher lieber trockenes Laub.
Darf Futter in das Igelhaus gestellt werden?
Ungeeignet sind außerdem künstliche Füllstoffe, Decken, Stoffreste und fest gepresstes Material. Ein Igel braucht keine fertig eingerichtete Miniaturwohnung*, sondern lockeres Naturmaterial und genügend Freiheit beim Nestbau.
Nein, Futter gehört nicht in ein Igelhaus, in dem der Igel schläft oder überwintert. Futterreste können das Nest verschmutzen und unerwünschte Tiere anlocken.
Eine Futterstelle sollte deshalb räumlich vom Schlafhaus getrennt und an einem anderen geschützten Platz eingerichtet werden. Auch frisches Wasser stellst du mit etwas Abstand auf. Dafür eignet sich eine flache, kippsichere Keramikschale*, die täglich gereinigt und neu befüllt wird. Milch ist für Igel ungeeignet.
Ob eine Fütterung überhaupt sinnvoll ist und wann ein Tier tatsächlich Hilfe braucht, erklären wir ausführlicher im Beitrag „Igel im Garten“.
Welche Größe und Ausstattung sollte ein Igelhaus haben?
Ein geeignetes Igelhaus braucht einen ausreichend großen Schlafraum, einen geschützten Zugang, ein wetterfestes Dach und eine Konstruktion, in der sich keine Feuchtigkeit staut. Auf Verzierungen oder ein auffälliges Design kommt es dagegen nicht an.
Als Orientierung gelten folgende Merkmale:
- Der Schlafraum sollte ungefähr 30 × 30 × 30 Zentimeter groß sein.
- Der Eingang sollte etwa 10 × 10 Zentimeter messen.
- Alle Kanten müssen glatt und frei von Splittern sein.
- Eine Trennwand oder ein verwinkelter Zugang schützt den Schlafraum besser vor Wind und größeren Tieren.
- Das Dach sollte Regen sicher ableiten und sich zur Reinigung öffnen lassen.
- Ein loses Dach muss gegen Verrutschen gesichert oder mit einem Stein beschwert werden.
- Der Innenraum sollte trocken und frei von stark riechenden Farben oder Holzschutzmitteln sein.
Die Maße sind Richtwerte. Der Eingang muss groß genug sein, damit auch ein kräftiger oder trächtiger Igel bequem hindurchpasst, sollte den Schlafraum aber nicht unnötig weit öffnen. Ein abgewinkelter Zugang oder eine innenliegende Trennwand bietet daher meist mehr Schutz als ein gerader Durchgang direkt zum Nest.
Wie lockt man einen Igel in das Igelhaus?
Einen Igel kannst du nicht gezielt zum Einzug bewegen. Die Chance, dass er das Igelhaus annimmt, steigt jedoch, wenn das Quartier ruhig liegt, gut geschützt ist und der Eingang frei erreichbar bleibt.
Lass rund um das Haus etwas Laub, Reisig und natürliche Deckung liegen. Ein unauffällig in die Gartenecke eingebundenes Quartier bietet auf dem Weg zum Eingang mehr Schutz als ein frei auf dem Rasen stehendes Häuschen.
Auch Geduld gehört dazu: Igel nutzen in ihrem Streifgebiet mehrere Schlafplätze und wechseln zwischen ihnen. Ein zunächst unbeachtetes Haus kann deshalb Wochen oder sogar Monate später noch angenommen werden. Eine Garantie, dass ein Igel ausgerechnet dieses Quartier auswählt, gibt es nicht.
Vermeide insbesondere:
- das tägliche Öffnen des Daches
- das Umstellen des Hauses nach wenigen Tagen
- helles Licht unmittelbar am Eingang
- laute Gartenarbeiten direkt am Quartier
- Mähen oder Trimmen in unmittelbarer Nähe des Hauses
Woran erkennt man, ob das Igelhaus bewohnt ist?
Ein bewohntes Igelhaus kann sich durch neu eingetragenes oder verschobenes Laub, Fußspuren und gelegentlichen Kot in der näheren Umgebung bemerkbar machen. Sicher beweisen diese Anzeichen jedoch nicht, dass sich gerade ein Igel im Haus befindet.
Öffne das Dach deshalb nicht aus Neugier. Ein Igel kann tief in seinem Nest liegen und von außen völlig unbemerkt bleiben. Besonders während des Winterschlafs und der Jungenaufzucht darf das Quartier nicht gestört werden.
Wenn du beobachten möchtest, was nachts vor dem Eingang geschieht, kannst du mit etwas Abstand eine wetterfeste Wildkamera mit No-Glow-Nachtsicht* aufstellen. Richte sie auf den Bereich vor dem Haus und nicht direkt in den Eingang. So lassen sich nächtliche Besucher erkennen, ohne das Dach anzuheben oder mit einer Taschenlampe nachzusehen.
Lass die Kamera anschließend möglichst an ihrem Platz. Je weniger du rund um den Eingang veränderst, desto ruhiger bleibt das Quartier.
Wann und wie sollte man ein Igelhaus reinigen?
Ein Igelhaus solltest du im Frühjahr reinigen, nachdem der Igel seinen Winterschlaf beendet und das Quartier verlassen hat. Häufig eignet sich dafür der Zeitraum zwischen Ende April und Mitte Mai, der sich je nach Wetter und Region jedoch verschieben kann.
Bist du nicht sicher, ob das Haus leer ist, wartest du besser noch etwas. Manche Igel schlafen wetterabhängig bis in den April oder sogar Mai hinein. Öffne und reinige das Quartier deshalb nicht allein deshalb, weil du einige Tage keine Aktivität bemerkst.
Bei der Reinigung gehst du folgendermaßen vor:
- Ziehe feste Garten- oder Einweghandschuhe an.
- Entferne das alte Nistmaterial vollständig.
- Reinige den Innenraum mit heißem Wasser und einer stabilen Wurzelbürste*.
- Verzichte auf Desinfektionsmittel, Duftreiniger und andere chemische Putzmittel.
- Lass das Haus vollständig trocknen.
- Stelle es wieder an seinen geschützten Platz.
- Lege frisches, trockenes Laub hinein oder direkt daneben.
Nach der Reinigung sind keine regelmäßigen Kontrollen im Inneren nötig. Einmal gründlich und zum richtigen Zeitpunkt zu säubern ist besser, als das Haus aus gut gemeinter Sorge immer wieder zu öffnen.
Fazit – ein gutes Igelhaus steht ruhig und unauffällig
Ein Igelhaus stellst du am besten schattig, trocken und möglichst ungestört unter einer Hecke oder einem Strauch auf. Der Eingang sollte von Wind und Schlagregen wegzeigen, während eine Drainage oder leichte Erhöhung vor Feuchtigkeit von unten schützt. In die Schlafkammer gehört trockenes Laub, aber weder Futter noch Wasser.
Danach ist vor allem Ruhe gefragt: Öffne oder versetze das Haus nicht unnötig und gib dem Igel Zeit, das Quartier zu entdecken. Für Menschen mag es sich um ein kleines Gartenprojekt handeln, für den Igel soll es vor allem ein stiller und sicherer Rückzugsort sein.