Ein Konter im Fußball ist ein schneller Gegenangriff nach einem Ballgewinn. Die angreifende Mannschaft nutzt dabei aus, dass der Gegner noch nicht wieder geordnet verteidigt. Gerade war das eigene Tor in Gefahr, wenige Sekunden später wird es auf der anderen Seite spannend. Dafür braucht es allerdings mehr als schnelle Beine und einen beherzten Ruf nach vorne. Entscheidend sind freie Räume, passende Laufwege und die richtige Entscheidung am Ball.
Werbung/Affiliate-Hinweis: Dieser Beitrag enthält mit * gekennzeichnete Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalte ich eine Provision. Für dich bleibt der Preis gleich. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.
Ein Konter nutzt die Unordnung nach dem Ballverlust
Stell dir vor, der Gegner greift mit vielen Spielern an. Euer Sechser fängt einen Pass ab, schaut nach vorne und spielt einen Mitspieler an, der auf dem Flügel startet. Ein weiterer Angreifer läuft Richtung Strafraum. Die gegnerischen Verteidiger müssen sich drehen, zurücksprinten und gleichzeitig entscheiden, wen sie übernehmen. Genau dieses Durcheinander ist die Gelegenheit.
Ein Konter kann in der eigenen Hälfte, im Mittelfeld oder nach einem Ballgewinn weit vorne beginnen. Auch eine Parade mit anschließendem schnellen Abwurf kann ihn auslösen. Ein langer Befreiungsschlag wird dagegen nicht automatisch zum Konter. Ohne erreichbaren Mitspieler landet der Ball womöglich einfach wieder beim Gegner.
Überzahl ist hilfreich, aber keine Voraussetzung. Auch zwei Angreifer gegen zwei Verteidiger können gefährlich werden, wenn die Angreifer bereits Tempo haben und die Verteidiger ungünstig stehen.
Willst du solche Situationen auf dem Platz nachstellen, reichen zunächst ein Ball und ein paar flache Markierungshütchen*, um ein kleines Spielfeld abzustecken. Vorhandenes Trainingsmaterial genügt völlig.
Konterspiel und Umschalten hängen zusammen
Die Begriffe werden häufig durcheinandergeworfen. Sie beschreiben aber unterschiedliche Dinge:
- Umschalten ist der Wechsel zwischen Angreifen und Verteidigen nach einem Ballgewinn oder Ballverlust.
- Ein Konter ist eine mögliche Folge des offensiven Umschaltens: Die Mannschaft greift schnell gegen die noch ungeordnete Defensive an.
- Gegenpressing bedeutet, unmittelbar nach dem eigenen Ballverlust gemeinsam auf die Rückeroberung zu gehen. Gelingt das, kann daraus wiederum ein eigener schneller Angriff entstehen.
Konterfußball bezeichnet einen Spielansatz, bei dem eine Mannschaft gezielt auf solche Gegenangriffe setzt. Sie muss dafür aber nicht zwangsläufig mit zehn Spielern am eigenen Strafraum parken. Auch ein Team, das viel Ballbesitz hat, kann nach einer Balleroberung kontern. Tiki-Taka und schnelle Gegenangriffe schließen sich deshalb nicht grundsätzlich aus.
Einen guten Konter zeichnet mehr als Tempo aus
Vor dem ersten Pass steht der Blick nach vorne
Wer den Ball gewinnt, sollte möglichst schon wissen, wo Mitspieler und Gegner stehen. Ist eine Anspielstation frei? Gibt es Platz zum Dribbeln? Oder setzt der Gegner sofort nach?
Der erste Kontakt kann helfen, sich aus dem Druck zu lösen. Er muss aber nicht blind Richtung gegnerisches Tor gehen. Manchmal öffnet erst eine kurze Ablage den Weg nach vorne.
Laufwege schaffen mehrere Möglichkeiten
Laufen alle Angreifer direkt zum Ball, wird es eng. Sinnvoller ist eine Aufteilung: Einer bietet sich an, ein anderer startet in die Tiefe, ein dritter hält seitlich Abstand. So muss die Abwehr mehrere Möglichkeiten beachten.
Auch ein Lauf ohne anschließenden Ballkontakt kann wertvoll sein. Zieht ein Angreifer einen Verteidiger mit, öffnet er möglicherweise den Weg für seinen Mitspieler.
Im Zwei-gegen-eins entscheidet der Verteidiger mit
Dribbelst du mit einem Mitspieler auf einen einzelnen Verteidiger zu, solltest du selbst eine Gefahr für das Tor bleiben. Gehst du ohne Zug nach vorne sofort ins Abspiel, kann der Verteidiger leichter zum Passempfänger wechseln.
Kommt er dir entgegen, wird der Pass zum Mitspieler interessant. Bleibt er bei diesem, kannst du selbst weiterziehen. Spiele rechtzeitig, bevor der Verteidiger Ball und Passweg gleichzeitig erreichen kann. Dein Mitspieler hält dafür seitlich genügend Abstand und bleibt anspielbar.
Dieses Zusammenspiel aus Andribbeln, Binden eines Gegners und präzisen Pässen greift auch die Spielvision der DFB-Akademie auf.

Der letzte Pass braucht Gefühl
Ein Zuspiel in den Lauf sollte dem Mitspieler ermöglichen, sein Tempo mitzunehmen. Zu weit nach vorne gespielt, freut sich der Torwart. Zu weit in den Rücken gespielt, ist die schöne Dynamik erst einmal weg.
Beim Start hinter die Abwehr zählt außerdem das Timing. Die Abseitsregel gilt auch bei einem Konter. Entscheidend ist grundsätzlich die Position beim Zuspiel des Mitspielers, nicht erst bei der Ballannahme.
Diese Fehler lassen Konter verpuffen
| Häufiger Fehler | Was besser funktioniert |
|---|---|
| Der Ball wird ohne Blick nach vorne weggeschlagen. | Erst eine erreichbare Anspielstation oder einen freien Dribbelweg erkennen. |
| Alle laufen auf derselben Spur. | Breite und Tiefe so besetzen, dass mehrere Optionen entstehen. |
| Der Ballführende passt, obwohl sein eigener Weg frei ist. | Den freien Raum nutzen und auf das Verhalten des Gegners reagieren. |
| Das Abspiel kommt erst, wenn der Verteidiger direkt am Ball ist. | Den Gegner binden, aber die offene Passlinie rechtzeitig nutzen. |
| Ein unnötiger Querpass ersetzt eine gute Schusschance. | Abschließen, wenn eine aussichtsreiche Möglichkeit da ist. |
Die größte Tempobremse sitzt manchmal im Kopf: Wer sich vor dem Ballgewinn gar nicht umschaut, muss danach erst das komplette Spielfeld sortieren. Das kostet Zeit, selbst wenn die Beine längst loswollen.
Ist der Vorteil weg, darf der Konter enden. Sind die Passwege geschlossen und steht die Abwehr wieder geordnet, kann es klüger sein, den Ball zu sichern und den Angriff neu aufzubauen. Vollgas in eine Sackgasse bleibt eine Sackgasse.
Konter verteidigen beginnt vor dem Ballverlust
Eine Mannschaft sollte schon beim eigenen Angriff überlegen, wer mögliche Gegenangriffe absichert. Diese Positionierung nennt sich Restverteidigung. Gute Abstände helfen, nach einem Ballverlust entweder Druck auf den Ball auszuüben oder gefährliche Wege nach vorne zu schließen. Die DFB-Analyse zur Restverteidigung zeigt beide Möglichkeiten.
Läuft der Konter bereits, geht es häufig zuerst darum, Zeit zu gewinnen:
- Schütze den direkten Weg zum Tor und die gefährlichen Passwege durch die Mitte.
- Verzögere den Angriff, statt dich unkontrolliert in einen Zweikampf zu stürzen.
- Lenke den Ballführenden nach Möglichkeit nach außen, damit Mitspieler zurückkommen können.
- Sprich dich mit ihnen ab, wer den Ballführenden übernimmt und wer einen mitlaufenden Angreifer verfolgt.
Verzögern bedeutet nicht, den Gegner bis vors Tor zu begleiten. Ein zu weit vorgelegter Ball kann die Gelegenheit zum Eingreifen sein. Entscheidend ist, ob du ihn erreichen kannst, ohne dem Angreifer durch einen überhasteten Versuch den Weg freizumachen.

Konter trainieren mit zwei einfachen Spielformen
Schnelligkeit und Ballkontrolle helfen beim Kontern. Die eigentliche Herausforderung ist aber das Entscheiden unter Gegnerdruck. Deshalb gehören Mitspieler und Gegenspieler dazu. Wer zusätzlich Fußball alleine trainieren möchte, kann an Ballmitnahme und Passgenauigkeit arbeiten. Die Reaktion eines echten Verteidigers ersetzt das nicht.
Die folgenden Formen sind einfache Trainingsvorschläge. Feldgröße, Tempo und Belastung passt ihr an Alter, Können und Platz an.
Für diese vereinfachten Formen spielt ihr ohne Torwart und ohne Abseits. Das Timing an einer Abseitslinie könnt ihr später gesondert einbauen.
Zwei gegen eins für den richtigen Moment zum Abspiel
Markiert ein längliches Feld mit einem kleinen Zieltor an einem Ende. Auf der gegenüberliegenden Grundlinie steht ein Hütchentor. Zwei Angreifer starten von dort mit Ball, ein Verteidiger stellt sich ihnen im Feld entgegen.
Die Angreifer versuchen, gemeinsam ein Tor zu erzielen. Erobert der Verteidiger den Ball, darf er durch das Hütchentor auf der anderen Seite dribbeln. So müssen auch die bisherigen Angreifer sofort umdenken. Nach einem Tor oder Ausball beginnt ein neuer Durchgang. Wechselt die Rollen regelmäßig.
Achtet besonders auf drei Dinge: Droht der Ballführende selbst Richtung Tor? Bietet sich sein Partner außerhalb der Reichweite des Verteidigers an? Kommt der Pass im passenden Moment?
Steigerung: Ein zweiter Verteidiger startet mit etwas Abstand hinter den Angreifern und darf nachsetzen. Dadurch bleibt die Überzahl nur kurz bestehen. Wählt den Startabstand so, dass er aufholen kann, ohne den Angriff sofort zu beenden.
Drei gegen drei mit Bonus nach dem Ballgewinn
Spielt auf einem überschaubaren Feld mit je einem kleinen Tor an beiden Enden. Nach jedem Ballgewinn wird ohne Unterbrechung weitergespielt. Ein Treffer innerhalb von beispielsweise acht Sekunden nach der Balleroberung zählt doppelt, jeder andere Treffer einfach.
Ein Trainer oder pausierender Spieler zählt die Sekunden. Nach einem Tor startet das andere Team an seiner Grundlinie. Nach einem Ausball spielt das berechtigte Team an der Stelle wieder ein, an der der Ball das Feld verlassen hat. Diese Neustarts lösen den Bonus nicht aus.
Die acht Sekunden sind eine frei gewählte Trainingsregel, keine allgemeine Zeitgrenze für Konter. Sie sollen dazu anregen, nach vorne zu schauen. Passen sie nicht zur Gruppe oder Feldgröße, verändert ihr das Zeitfenster.
Erzwingen die Spieler nur noch hektische Schüsse, nehmt den Bonus vorübergehend heraus. Das Ziel sind gute Entscheidungen unter Zeitdruck, kein Wettbewerb im Ballwegschlagen. Kurze Spielphasen mit passenden Erholungspausen helfen, die Aktionen konzentriert auszuführen.

FAQ: Häufige Fragen zum Konter im Fußball
Welche Formation eignet sich für Konterfußball?
Es gibt keine vorgeschriebene Konterformation. Ein 4-4-2 kann ebenso passende Anspielstationen bieten wie ein 4-3-3. Wichtiger als die Zahlen sind die tatsächlichen Abstände, erreichbare Mitspieler nach dem Ballgewinn und die Absicherung hinter dem Angriff.
Kann ein einzelner Spieler einen Konter abschließen?
Ja. Gewinnt ein Spieler den Ball und hat einen freien Weg zum Tor, kann ein Sololauf sinnvoll sein. Ein Pass ist kein Pflichtbestandteil. Trotzdem sollte er mitlaufende Mitspieler wahrnehmen, falls ein Verteidiger den Weg schließt.
Eignet sich Konterspiel auch für technisch schwächere Mannschaften?
Es kann helfen, freie Räume zu nutzen, statt eine geordnete Abwehr ausspielen zu müssen. Einfach ist es deshalb nicht automatisch. Ballannahme, Pässe und Entscheidungen müssen bei hohem Tempo funktionieren. Wenige klare Absprachen sind oft hilfreicher als komplizierte, fest einstudierte Passfolgen.
Was passiert, wenn ein Konter durch ein Foul gestoppt wird?
Die persönliche Strafe hängt von der konkreten Situation ab. Das Unterbinden eines aussichtsreichen Angriffs ist anders zu bewerten als das Verhindern einer offensichtlichen Torchance. Nicht jedes Foul beim Konter ist deshalb eine Notbremse.
Kontertraining mit wenig Ausrüstung
Für die Übungen reichen ein Ball, Mitspieler und ein abgegrenztes Feld. Wenn ihr regelmäßig trainiert, können diese Hilfsmittel den Aufbau erleichtern. Was im Verein schon vorhanden ist, müsst ihr natürlich nicht noch einmal kaufen.
Werbung/Affiliate-Hinweis: Dieser Beitrag enthält mit * gekennzeichnete Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalte ich eine Provision. Für dich bleibt der Preis gleich. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.
Räume sichtbar machen
Mit flachen Markierungshütchen* steckt ihr Startlinien, Passgassen und Zielzonen ab. Vorhandene Feldlinien oder andere geeignete Markierungen erfüllen denselben Zweck.
Teams schnell erkennen
Bei häufigen Ballbesitzwechseln helfen farbige Trainingsleibchen* dabei, Mitspieler sofort zuzuordnen. Deutlich unterschiedliche T-Shirts reichen ebenfalls aus.
Ein klares Ziel anspielen
Mit faltbaren Minitoren* bekommen kleine Konterspiele ein sichtbares Abschlussziel. Wenn ihr durch Hütchentore passen könnt, ist die Anschaffung optional.