Du kannst Ollas selber bauen, indem du zwei unglasierte Tontöpfe verbindest: Ein unteres Abflussloch wird verschlossen, die großen Öffnungen werden wasserdicht miteinander verbunden und das obere Loch bleibt zum Befüllen frei. Im Beet gibt der poröse Ton Wasser langsam an die umliegende Erde ab. Wichtig sind durchlässige Töpfe, eine dichte Naht und ein Probelauf. Eine selbst gebaute Olla ist eine Bewässerungshilfe, aber kein garantierter Wasservorrat für jede Urlaubsreise.
Was ist eine Olla und wie funktioniert sie?
Eine Olla ist ein mit Wasser gefülltes, poröses Tongefäß, das überwiegend im Boden sitzt. Die Feuchtigkeit wandert durch die Tonwand in die Erde und steht dort den Pflanzenwurzeln zur Verfügung.
Das Wasser läuft also nicht einfach aus einem offenen Loch. Die Wand selbst ist der durchlässige Teil. Wie schnell sie Wasser abgibt, hängt unter anderem vom Ton, der Bodenfeuchte und dem Standort ab. Eine glasierte oder innen dicht beschichtete Wand kann diese Aufgabe nicht übernehmen.
Weil der Vorrat unterirdisch abgegeben wird, bleibt die Oberfläche oft trockener als nach großflächigem Gießen. Außerdem werden Blätter nicht mit Wasser bespritzt. Daraus folgt allerdings nicht, dass Schnecken oder Pilzkrankheiten ausgeschlossen wären. Die Olla verbessert einen Teil der Wasserversorgung, sie ersetzt keinen passenden Standort und keine Pflanzenpflege.
Ollas selber bauen: Welches Material brauchst du?
Für die einfache Zweitopf-Variante benötigst du zwei passende Tontöpfe, einen Verschluss für das untere Loch, ein geeignetes Verbindungsmaterial und eine Abdeckung für die Füllöffnung.
| Material | Worauf du achtest |
|---|---|
| Zwei unglasierte Tontöpfe | Unbeschichtet, ohne Risse und mit zueinander passenden großen Öffnungen |
| Flache Tonscherbe | Groß genug, um das untere Abflussloch überlappend abzudecken |
| Verbindungsmaterial | Zum Beispiel Bienenwachs für eine passende, sauber vorbereitete Verbindung |
| Untersetzer oder anderer passender Deckel | Deckt das obere Loch zuverlässig ab und lässt sich zum Nachfüllen abheben |
| Gefäß für ein Wasserbad | Zum vorsichtigen Schmelzen des Wachses |
| Löffel oder geeignetes Hilfsmittel | Zum dosierten Auftragen an der Verbindung |
| Messkanne und Auffangschale | Zum Befüllen und Prüfen vor dem Eingraben |
Zwei Töpfe mit geringfügig unterschiedlichen Öffnungsdurchmessern können sich etwas ineinandersetzen lassen. Das erleichtert die Ausrichtung. Gleich große Töpfe werden mit den Rändern aufeinandergefügt und brauchen eine besonders sorgfältige, umlaufende Naht. Probiere die Passung trocken aus, bevor du das Verbindungsmaterial vorbereitest.
Wenn du größere Ollas selber bauen möchtest, gewinnst du Wasservorrat. Die Gefäße brauchen aber auch mehr Platz im Beet und sind beim Ein- und Ausbauen schwerer zu handhaben. Für den ersten Versuch ist eine gut handhabbare Größe sinnvoller als ein möglichst riesiges Gefäß.
Sind alle unglasierten Blumentöpfe geeignet?
Nein, der Ton muss auch tatsächlich Wasser durchlassen. Sehr dicht gebrannte Keramik kann trotz einer matten, unglasierten Oberfläche zu wenig Feuchtigkeit abgeben.
Bevor du aus gebrauchten Töpfen Ollas selber bauen kannst, prüfst du sie auf Lack, Imprägnierungen und unbekannte Rückstände. Saubere, unveränderte Terrakottatöpfe sind der typische Ausgangspunkt. Wenn du unsicher bist, fülle einen Topf probeweise mit Wasser, nachdem du sein Ablaufloch vorübergehend dicht verschlossen hast. Wird die Außenwand allmählich feucht, ist das ein brauchbares erstes Zeichen. Ein schneller Wasserstrahl durch einen Riss ist dagegen kein Nachweis guter Porosität.
Welches Material eignet sich zum Verbinden?
Wenn du Ollas selber bauen möchtest, muss das Verbindungsmaterial zum porösen Ton und zu dauerhaftem Wasserkontakt passen. Bei einer Olla sollen nur Loch und Naht dicht sein, während die übrige Tonwand durchlässig bleibt.
Die Olla-Anleitung der UMWELTBERATUNG verwendet Bienenwachs und eine Tonscherbe. Das ist eine Möglichkeit ohne beliebig ausgewählten Baukleber. Die Wachsverbindung wird im Wasserbad hergestellt und vor der Benutzung vollständig abgekühlt.
Andere Anleitungen arbeiten mit mineralischen Klebern oder Silikon. Daraus folgt nicht, dass jedes Produkt aus dem Baumarkt passt. Besonders bei einem Gemüsebeet solltest du keine unbekannte Dichtmasse oder ein Sanitärsilikon mit zusätzlichen Wirkstoffen verwenden. Wenn du diese Variante wählen möchtest, müssen Materialverträglichkeit, dauerhafter Wasserkontakt und der vorgesehene Einsatz aus den Produktangaben hervorgehen.
Vermeide auch den Gedanken, vorsichtshalber die komplette Innenseite zu versiegeln. Damit würdest du aus der durchlässigen Olla einen weitgehend dichten Behälter machen. Eine saubere Verbindung ist gefragt, kein rundum lackierter Wassereimer.
Ollas selber bauen: Anleitung mit zwei Tontöpfen
Auf einer Werkbank kannst du die Ollas selber bauen und vor dem Eingraben auf Undichtigkeiten prüfen. Fehler lassen sich dort ohne Erdarbeiten nachbessern.
1. Töpfe reinigen und trocken anpassen
Entferne Erde, lockere Ablagerungen und Staub von den Töpfen und besonders von den Verbindungsflächen. Prüfe, welcher Topf unten und welcher oben sitzen soll.
Damit du aus den Töpfen zuverlässige Ollas selber bauen kannst, müssen die großen Öffnungen möglichst gleichmäßig aufeinanderliegen oder sich passend ineinanderschieben lassen. Drücke die Keramik nicht mit Gewalt zusammen. Kleine Unebenheiten müssen von der Verbindung aufgenommen werden, größere Beschädigungen sind ein Grund, einen anderen Topf zu nehmen.
2. Das untere Abflussloch verschließen
Decke das Loch des unteren Topfes mit einer passenden Tonscherbe und dem vorgesehenen Dichtmaterial ab. Der obere Topf behält sein Loch als Füllöffnung.
Möchtest du mit Bienenwachs Ollas selber bauen, schmilzt du es vorsichtig im Wasserbad. Nutze die Scherbe so, dass sie das Loch sicher überlappt, und dichte den Übergang umlaufend ab. Achte auf eine standsichere Arbeitsfläche und vermeide Kontakt mit heißem Wachs. Erhitze es nicht unbeaufsichtigt oder direkt über einer offenen Flamme.
3. Die Töpfe an den großen Öffnungen verbinden
Setze den oberen Topf kopfüber auf den unteren und schließe die umlaufende Fuge. Die offene Bodenöffnung des oberen Topfes zeigt anschließend nach oben.
Halte die Töpfe während der Arbeit sicher ausgerichtet. Verteile das Verbindungsmaterial gezielt an der Naht und nicht flächig über die Wände. Lass die Wachsverbindung vollständig abkühlen, bevor du die Olla anhebst oder befüllst. Bei einer anderen zugelassenen Materialvariante gilt deren eigene Aushärtezeit. „Über Nacht“ ist kein Ersatz für die Produktanleitung.
4. Loch und Naht auf Dichtheit prüfen
Stelle die fertige Olla in eine Auffangschale und befülle sie langsam durch das obere Loch. Beobachte zuerst den unteren Verschluss und danach die umlaufende Naht.
Eine gleichmäßig feucht werdende Tonwand ist erwünscht. Sichtbare Tropfenbahnen an einer Fuge oder ein laufender Strahl aus dem Bodenloch sprechen dagegen für ein Leck. Markiere solche Stellen, leere das Gefäß und bessere sie mit derselben passenden Bauweise nach. Beschädigte Keramik wird nicht durch immer dickere Klebeschichten zuverlässig.
Wenn du mehrere Ollas selber bauen willst, miss beim Befüllen jeweils das nutzbare Volumen. Dann weißt du später, welcher Vorrat wirklich im Gefäß steckt. Das ist hilfreicher, als allein vom äußeren Topfdurchmesser auf mehrere Tage Bewässerung zu schließen.

Wie gräbst du die fertige Olla richtig ein?
Setze die Olla so tief, dass der größte Teil ihrer durchlässigen Wand Kontakt zur Erde hat und die Füllöffnung einige Zentimeter oberhalb der Oberfläche bleibt. Diese Öffnung muss anschließend abgedeckt werden.
Wenn du Ollas selber bauen möchtest, plane ihre Plätze möglichst vor der Bepflanzung. Hebe ein ausreichend großes Loch aus, stelle das Gefäß vorsichtig hinein und fülle die Seiten wieder mit Erde auf. Vermeide große Hohlräume zwischen Ton und Boden. Die Olla soll über den Bodenkontakt arbeiten und nicht lose in einer trockenen Lufttasche stehen.
Bei bereits ausgewachsenen Pflanzen gehst du besonders vorsichtig vor. Du solltest nicht mitten durch den Wurzelballen graben, nur um die Olla möglichst nah an den Stamm zu setzen. Wähle lieber einen geeigneten Zwischenraum und überprüfe später, ob dort genügend Wasser ankommt.
Gieße frisch gesetzte Pflanzen zunächst zusätzlich an. Auch die Erde um die Olla darf beim Start angefeuchtet werden. Kleine, noch nicht gut angewachsene Wurzeln erreichen den späteren Bewässerungsbereich nicht automatisch sofort.
Wie viele Pflanzen versorgt eine Olla?
Das hängt von Gefäßgröße, Ton, Boden und Wasserbedarf ab. Wenn du Ollas selber bauen willst, kannst du deshalb nicht mit einer pauschalen Reichweite oder einer festen Pflanzenzahl rechnen.
In sandigem Boden verteilt sich Wasser anders als in einer feineren, gut durchfeuchteten Erde. Eine große, tragende Tomate braucht außerdem mehr als ein kleiner Sämling. Nutze die Olla deshalb zunächst für eine überschaubare Pflanzengruppe und prüfe die Feuchtigkeit auch etwas weiter vom Gefäß entfernt.
Die Bayerische Gartenakademie an der LWG empfiehlt bei Bewässerungshilfen einen frühzeitigen Probelauf. Wenn du Ollas selber bauen willst, gilt das ebenso: Beobachte bei normalem und warmem Wetter, wie schnell ihr Pegel sinkt und ob die Pflanzen gleichmäßig versorgt bleiben.
Für eine lange Reihe durstiger Pflanzen kann ein geeignetes Tropfsystem praktikabler sein. Die Olla spielt ihre Stärken dort aus, wo wenige Pflanzen mit einem örtlichen Vorrat auskommen.

Wie oft musst du Wasser nachfüllen?
Kontrolliere anfangs täglich den Vorrat und den Boden um das Gefäß. Erst danach lässt sich einschätzen, welcher Nachfüllabstand an deinem Standort funktioniert.
Ein leerer Speicher kann kein Wasser mehr nachliefern. Ein noch voller Speicher beweist umgekehrt nicht, dass jede Pflanze genug bekommt. Bleibt die Olla fast unverändert voll und die Umgebung trocken, prüfst du die Durchlässigkeit des Tons und den Bodenkontakt.
Bei schnell sinkendem Pegel kontrollierst du zuerst auf undichte Fugen und Risse. Ist alles intakt, kann der tatsächliche Bedarf den kleinen Vorrat einfach rasch verbrauchen. Dann sind häufigeres Füllen, ein größerer Vorrat oder eine andere Bewässerung nötig. Die Olla selbst hat keinen Schalter für zwei zusätzliche Urlaubstage.
Wie deckst du die Füllöffnung ab?
Lege einen passenden, leicht abnehmbaren Deckel auf, damit keine Erde und keine kleinen Tiere hineinfallen. Ein ausreichend großer Untersetzer ist dafür eine einfache Möglichkeit.
Die Abdeckung soll nicht bei jedem Windstoß herunterfallen. Sie muss sich zugleich ohne Hebeln an der empfindlichen Keramik öffnen lassen. Verwende keinen dauerhaft luftdichten Verschluss, der die vorgesehene Funktion beeinträchtigen könnte. Beim Nachfüllen bleiben Erde und grobe Pflanzenreste draußen.
Ollas selber bauen: Welche Fehler solltest du vermeiden?
Wer Ollas selber bauen möchte, sollte Material, Abdichtung und Standort aufeinander abstimmen. Prüfe die Ursache, wenn deine Pflanzen trotz Olla zu wenig Wasser bekommen.
- Glasierte Töpfe: Die Wand ist nicht ausreichend durchlässig.
- Offenes unteres Loch: Das Wasser entweicht unkontrolliert, statt langsam durch den Ton zu wandern.
- Undichte Naht: Ein großer Teil des Vorrats geht an einer Stelle verloren.
- Zu wenig Bodenkontakt: Hohlräume unterbrechen die Wasserverteilung.
- Zu kleine Olla: Der vorhandene Vorrat reicht nicht zum Bedarf der Pflanzen.
- Kein Probelauf: Die angenommene Reichweite wurde am tatsächlichen Standort nicht überprüft.
Wie viel Wasser die Kultur unabhängig vom System braucht, lässt sich beispielsweise beim Gießen von Tomaten gut beobachten. Ein Gefäß verbessert die Verteilung, ändert aber nicht die grundlegenden Ansprüche der Pflanze.
Reinigung, Winterpause und Grenzen des Selbstbaus
Wenn du Ollas selber bauen möchtest, plane auch ihre Winterpause ein: Ein nicht ausdrücklich frostgeeigneter Selbstbau wird vor dem Frost aus der Erde genommen. Kontrolliere das Gefäß außerdem regelmäßig auf Risse und Ablagerungen. Lass es trocknen und lagere es geschützt sowie frostfrei.
Entferne Erde und anhaftende Wurzeln behutsam. Eine Bürste und Wasser sind der erste Schritt. Verwende keine beliebigen aggressiven Reiniger, deren Rückstände später in die Bewässerung gelangen. Prüfe nach der Winterpause Lochverschluss und Naht erneut.
Wenn du Pflanzen im Urlaub bewässern möchtest, kann eine getestete Olla einen Teil der Versorgung übernehmen. Für längere Abwesenheit oder empfindliche Kulturen brauchst du möglicherweise zusätzlich jemanden, der den Vorrat kontrolliert. Eine Bewässerung mit Flaschen ist eine andere Lösung für einzelne Einsatzorte, folgt aber ebenfalls keiner garantierten Laufzeit. Wähle das Verfahren nach Pflanzen und Dauer aus und nicht danach, welches Gefäß gerade noch im Schuppen steht.
Passende Helfer für Wasser und Pflanzen
Werbung/Affiliate-Hinweis: Dieser Beitrag enthält mit * gekennzeichnete Affiliate-Links. Wenn du über einen solchen Link etwas kaufst, können wir eine Provision erhalten. Für dich ändert sich der Preis nicht. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.
Amazon
Vensovo Terrakotta-Töpfe mit Untersetzern, 2er-Pack, etwa 20 cm
Zwei Terrakotta-Töpfe mit Abflussloch als mögliches Baumaterial. Prüfe vor dem Verkleben Porosität, passende Ränder und tatsächliches Fassungsvermögen. Ein Funktionstest entscheidet, ob die selbst gebaute Olla ausreichend Wasser abgibt.
Produkt ansehen*Aosom
Outsunny klappbare Kniebank, 58 × 28 × 49 cm
Klappbare Kniebank mit gepolsterter Auflage. Sie kann das Arbeiten neben dem Beet bequemer machen. Stelle sie sicher auf tragfähigen Untergrund und halte genügend Abstand zu jungen Pflanzen.
Produkt ansehen*VEVOR
VEVOR Gärtnerspaten mit schmalem 104-mm-Blatt
Ein schmaler Spaten hilft beim Ausheben vor der Bepflanzung. Bemesse das Loch am tatsächlichen Gefäß und grabe in bereits bepflanzten Beeten vorsichtig, damit du bestehende Wurzeln schonst.
Produkt ansehen*