Der Rhodesian Ridgeback ist ein großer, ausdauernder Jagdhund aus dem südlichen Afrika, der eng mit seinen Menschen zusammenleben möchte. Hinter dem eleganten Körper stecken Eigenständigkeit, Wachsamkeit und häufig erhebliche jagdliche Motivation. Er kann ein angenehmer Familienbegleiter sein, braucht dafür aber mehr als lange Spaziergänge und ein weiches Sofa. Entscheidend sind faire Erziehung, sichere Bewegungsmöglichkeiten und ein Alltag, in dem auch ein sensibler Hund zur Ruhe kommen kann.
Rhodesian Ridgeback im Steckbrief: Größe, Gewicht und Lebenserwartung
Der Rhodesian Ridgeback soll kräftig und beweglich sein, ohne massig zu wirken. Sein bekanntestes Merkmal ist der Ridge, ein Streifen entgegen der übrigen Fellrichtung wachsender Haare auf dem Rücken.
| Merkmal | Rhodesian Ridgeback im Überblick |
|---|---|
| Ursprung | Südliches Afrika, Rasseentwicklung im heutigen Simbabwe und Südafrika |
| FCI | Standard Nr. 146, Gruppe 6, verwandte Rassen |
| Schulterhöhe Rüde | Erwünscht 63–69 cm |
| Schulterhöhe Hündin | Erwünscht 61–66 cm |
| Standardgewicht | Rüden 36,5 kg, Hündinnen 32 kg |
| Fell und Farben | Kurz, dicht und glatt, hell weizenfarben bis rot weizenfarben |
| Lebenserwartung | Britische Überlebensanalyse von 2024: rund 12 Jahre im Median |
| Wichtige Alltagsthemen | Jagdverhalten, Begegnungen, Erziehung, Ruhe und Gesundheitsvorsorge |
Die Größen- und Gewichtsangaben stammen aus dem FCI-Standard des Rhodesian Ridgebacks. Sie beschreiben das Zuchtziel und keine Garantie für jeden einzelnen Hund. Ein schwerer Rüde ist nicht automatisch besonders rassetypisch. Zusätzliche Fettpolster machen aus einem Athleten keinen besseren Athleten.
Die britische Altersstudie umfasste 2.108 Ridgebacks, davon 883 zum Erhebungszeitpunkt verstorbene Hunde. Ihr Median von zwölf Jahren ist eine statistische Schätzung für diese Population. Er erklärt weder die verbleibende Lebenszeit eines bereits älteren Hundes noch verspricht er jedem Welpen ein bestimmtes Alter.
Hat der Rhodesian Ridgeback wirklich Löwen gejagt?
Die Vorfahren des Rhodesian Ridgebacks wurden bei der Löwenjagd zum Aufspüren und Stellen eingesetzt. Sie sollten die Großkatze bis zum Eintreffen des Jägers beschäftigen, statt sie selbst zu erlegen.
Mehrere Hunde mussten dabei beweglich reagieren, Abstand halten und Entscheidungen treffen. Der Beiname „Löwenhund“ beschreibt diese historische Aufgabe, keine übernatürlichen Kampffähigkeiten. Ein Hund, der Löwen eigenständig besiegen soll, wäre vor allem ein sehr schlechter langfristiger Jagdplan.
Die Rasse entstand aus verschiedenen im südlichen Afrika gehaltenen Hunden, darunter einheimischen Hunden mit Ridge und Hunden europäischer Siedler. Der erste Standard wurde 1922 in Bulawayo im damaligen Rhodesien formuliert. Das liegt im heutigen Simbabwe. Die gemeinsame Geschichte mit Südafrika erklärt, warum unterschiedliche Herkunftsangaben auf Rasseseiten auftauchen.
Seine Arbeit erforderte Ausdauer, Eigenständigkeit und schnelle Reaktionen. Diese Eigenschaften verschwinden nicht, weil heute ein Familienhund im Kaufvertrag steht. Die Richtung, in die ein Hund unterwegs aufmerksam wird, ist deshalb mindestens so interessant wie die Länge seiner Beine.
Was bedeutet der Ridge und gibt es Ridgebacks ohne Rückenstreifen?
Der Ridge ist eine angeborene Veränderung der Haarwuchsrichtung und kein dauerhaft aufgestellter Kamm aus Aufregung. Auch ein völlig entspannter Hund trägt ihn.
Er beginnt hinter den Schultern und verjüngt sich zum hinteren Rücken. Für Ausstellungen und Zucht beschreibt der Standard unter anderem zwei gegenüberliegende Haarwirbel, die sogenannten Crowns. Ein abweichender Wirbel oder ein fehlender Ridge kann die Standardbewertung beeinflussen. Für den Wert des Hundes als Familienmitglied ist das kein sinnvolles Maß.
Es werden auch ridgelose Rhodesian Ridgebacks geboren. Sie sind nicht automatisch Mischlinge und benötigen dieselbe sorgfältige gesundheitliche und verhaltensbezogene Auswahl. Der fehlende Streifen nimmt ihnen weder ihre Abstammung noch ihr mögliches Jagdverhalten. Allerdings ist Ridgelosigkeit nach dem aktuellen Standard ein disqualifizierendes Merkmal.
Der Ridge ist außerdem vom Dermoid Sinus zu unterscheiden, einer angeborenen Hautfehlbildung. Du kannst aus einem hübschen, symmetrischen Rückenstreifen nicht ableiten, dass der Welpe davon frei ist. Die Untersuchung und die aktuelle genetische Risikoeinschätzung gehören in die Gesundheitsprüfung.
Wie ist sein Charakter zwischen Sensibilität und Eigenständigkeit?
Viele Rhodesian Ridgebacks sind innerhalb ihrer Familie anhänglich, ruhig und körpernah, gegenüber Fremden dagegen zurückhaltend. Draußen können Neugier, Jagdinteresse und schnelle Reaktionen stark hervortreten.
Das ist kein Widerspruch. Derselbe Hund kann abends unter einer Decke verschwinden und morgens sehr entschieden einen Hasen verfolgen wollen. Kuschelbedürfnis ist keine Eigenschaft, die Jagdverhalten überschreibt.
Eigenständigkeit heißt auch nicht, dass Erziehung unmöglich wäre. Ein Rhodesian Ridgeback lernt gut, wenn Aufgaben verständlich, Belohnungen passend und Ablenkungen bewältigbar sind. Viele Wiederholungen ohne erkennbaren Zweck können ihn dagegen wenig interessieren. Fünf konzentrierte Minuten sind oft hilfreicher als eine halbe Stunde Verhandlungen darüber, wer zuerst aufgibt.
Auch ein selbstbewusst wirkender Hund kann unsicher sein. Erstarren, Ausweichen, hektisches Beobachten oder ein plötzlich geschlossener Fang verdienen Beachtung. Größerer Abstand und eine einfachere Aufgabe helfen dann eher als die Aufforderung, sich angesichts seiner stolzen Vorfahren nun endlich zusammenzureißen.
Für wen eignet sich ein Rhodesian Ridgeback?
Ein Ridgeback passt vor allem zu aktiven, geduldigen Menschen, die mit einem großen Hund fair trainieren und Jagdverhalten verantwortungsvoll absichern können. Er ist keine bequeme Empfehlung für jeden sportlichen Anfänger.
Erfahrung mit Körpersprache, Leine und Begegnungen ist sehr hilfreich. Ebenso wichtig ist, dass du mögliche Einschränkungen akzeptierst: Vielleicht braucht dein Hund in wildreichen Gebieten dauerhaft eine Sicherung. Vielleicht findet er fremde Hunde auf engem Raum unangenehm. Wenn für dich ein Hund unbedingt überall frei mitlaufen und jeden mögen soll, passt diese Erwartung schlecht zur Rasse.
In Familien tragen Erwachsene die Verantwortung. Kinder brauchen klare Regeln für Ruheplätze, Futter und Berührungen. Der Hund erhält einen Rückzugsbereich, den niemand zum gemeinsamen Versteck erklärt. Ein rennendes Kind und ein kräftiger Junghund können sich auch ohne böse Absicht gegenseitig überfordern.
Prüfe neben Freizeit und Bewegung auch normale Arbeitstage. Wer versorgt den Hund, wenn ein Termin länger dauert oder du krank wirst? Ein Familienhund braucht eine funktionierende Betreuung, nicht nur einen Kalender voller gemeinsamer Wochenendausflüge.

Wie stark ist der Jagdtrieb und wann ist Freilauf vertretbar?
Jagdverhalten kann beim Rhodesian Ridgeback erheblich ausgeprägt sein, und Freilauf ist nur dort vertretbar, wo Hund, Trainingsstand, Umgebung und örtliche Regeln zusammenpassen. Ein zuverlässiger Rückruf lässt sich nicht für jeden Hund in jeder Wildsituation versprechen.
Beobachte den Beginn der Handlungskette: Der Hund richtet den Kopf aus, wird still, scannt den Waldrand, spannt den Körper an oder nimmt eine Spur auf. Jetzt kannst du Abstand herstellen, umorientieren oder eine trainierte Aufgabe anbieten. Nach dem Losrennen ist die Schwierigkeit sprunghaft gestiegen.
Ein gut aufgebauter Rückruf beginnt in einfachen Situationen. Belohne das vollständige Zurückkommen und lass danach häufig weitere Erkundung zu. Ein Signal, das ausschließlich das Ende jedes interessanten Moments ankündigt, hat unnötig schlechte Arbeitsbedingungen.
Schleppleine und passendes Geschirr geben kontrollierte Bewegungsfreiheit. Verhindere, dass der Hund mit voller Geschwindigkeit ins Leinenende läuft. Die Leine wird nicht um Hand oder Körper gewickelt, und an engen Wegen wird sie rechtzeitig aufgenommen. Ein sicher eingezäunter Auslauf kann ergänzen, wenn Zaunhöhe, Tore und die beteiligten Hunde passen.
Ein GPS-Gerät ist höchstens eine zusätzliche Hilfe beim Wiederfinden. Es stoppt keinen Hund vor einer Straße und schützt kein Wild. Auch der Satz „Bisher war er immer abrufbar“ ersetzt keine neue Einschätzung, wenn plötzlich Rehe am Weg stehen.
Welche Erziehung braucht der sensible große Hund?
Ein Ridgeback braucht klare, freundlich aufgebaute Alltagsfertigkeiten und Menschen, die früh auf Überforderung reagieren. Einschüchterung macht Signale nicht verständlicher und kann Vertrauen beschädigen.
| Alltagssituation | Nützliches Trainingsziel | Praktischer Einstieg |
|---|---|---|
| Ein fremder Hund erscheint | Wahrnehmen und wieder ansprechbar werden | Großen Abstand wählen und freiwillige Orientierung belohnen |
| Besuch kommt ins Haus | Auf einem angenehmen Ruheplatz bleiben können | Ruheplatz zuerst ohne Besuch aufbauen, später mit gesicherter Distanz üben |
| Ein spannender Fund liegt am Boden | Abwenden oder tauschen | Mit ungefährlichen Gegenständen und attraktiver Belohnung beginnen |
| Pfoten oder Zähne sollen kontrolliert werden | Kooperativ kurze Berührungen zulassen | Einzelne leichte Schritte üben und Pausen ermöglichen |
Sozialisation ist kein Wettbewerb in möglichst vielen Begegnungen. Ein Welpe soll passende Kontakte und Umwelteindrücke erleben, ohne überrollt zu werden. Auch ein bewusst ausgelassener Kontakt kann eine gute Entscheidung sein.
Viele Ridgebacks brauchen bis etwa zum zweiten oder dritten Lebensjahr, um körperlich und im Verhalten vollständig auszureifen. Das ist ein Entwicklungsrahmen, kein Termin, an dem Erziehung von allein fertig wird. Während der Pubertät beim Hund kann Bekanntes zeitweise schwieriger werden. Vereinfache Übungen und sichere riskante Situationen, statt jede Veränderung als persönliche Provokation zu lesen.
Bei Knurren, heftigen Leinenreaktionen oder starkem Unsicherheitsverhalten hilft ein fachkundiger Hundetrainer beim passenden Aufbau. Neu auftretende Verhaltensänderungen werden zusätzlich gesundheitlich geprüft.
Wie viel Auslauf und welche Beschäftigung sind sinnvoll?
Ein gesunder erwachsener Ridgeback braucht täglich ausgiebige Gelegenheit zum Bewegen und Erkunden, dazu passende geistige Aufgaben. Mehr Kilometer sind trotzdem nicht automatisch die Antwort auf jedes unruhige Verhalten.
Plane mehrere Spaziergänge und eine längere Runde mit ausreichend Schnüffelzeit. Nasenarbeit wie Fährtensuche oder angeleitetes Mantrailing kann gut passen. Dabei arbeiten Hund und Mensch gemeinsam an einer lösbaren Aufgabe. Ruhige Suchspiele zu Hause sind auch an Tagen hilfreich, an denen eine große Tour ausfällt.
Joggen, Wandern oder Fahrradfahren mit Hund kommen für geeignete erwachsene Tiere infrage. Voraussetzung sind körperliche Reife, passende Gesundheit und ein langsamer Konditionsaufbau. Ein großer Junghund, der freiwillig weiterläuft, ist nicht automatisch belastbar genug für deine Trainingsstrecke.
Für Welpen und junge Hunde zählen freie altersgerechte Bewegung, kurze Erkundungen und genügend Pausen. Wiederholtes hohes Springen, abrupte Ballstopps und lange erzwungene Läufe brauchst du nicht, um später einen aktiven Hund zu bekommen.
Wenn er kaum abschalten kann, prüfe neben Bewegung auch Schlafmöglichkeiten, Reizmenge, Schmerzen und Erwartungen. Ein Ridgeback darf einen ruhigen Nachmittag haben, ohne dass sofort ein Beschäftigungsnotfall ausgerufen wird.
Wohnung, Garten und andere Tiere: Wie sieht ein passender Alltag aus?
Ein Ridgeback kann in einer geeigneten Wohnung leben, wenn ruhiges Wohnen, Bewegung, Betreuung und ein praktikabler Zugang nach draußen gegeben sind. Die Postleitzahl entscheidet weniger als die tatsächlichen Bedingungen.
Ein ruhiger Ausgang, rutschfeste Böden und ein ausreichend großer Liegeplatz sind nützlich. Ständige Enge im Treppenhaus oder viele unvermeidbare Hundekontakte können die Haltung erschweren. Im Garten braucht es einen sicheren Zaun und einen Plan gegen dauerndes Bewachen. Allein draußen zu patrouillieren ersetzt kein gemeinsames Leben.
Mit der eigenen Katze kann es funktionieren, wenn beide Tiere passen und du Hund und Katze schrittweise aneinander gewöhnst. Fliehende fremde Katzen können trotzdem Jagdverhalten auslösen. Kleintiere bekommen sichere getrennte Bereiche. Auch bei anderen Hunden entscheidet der einzelne Hund, nicht das Versprechen einer grundsätzlich verträglichen Rasse.
Alleinbleiben wird in kleinen Schritten aufgebaut und beobachtet. Ein äußerlich stiller Hund kann angespannt sein. Sorge für Betreuung, solange die geplante Dauer noch nicht entspannt funktioniert. Auch ein zweiter Hund ist keine automatische Behandlung für Trennungsstress.

Friert ein Ridgeback schnell und wie aufwendig ist die Pflege?
Der Ridgeback hat ein kurzes, wenig isolierendes Haarkleid und kann bei Nässe, Wind und Kälte schnell auskühlen. Gleichzeitig braucht er an warmen Tagen Schutz vor Überhitzung.
Ein passend sitzender Mantel kann bei kaltem, nassem Wetter sinnvoll sein, besonders bei langsamen Runden, Wartezeiten, älteren oder gesundheitlich eingeschränkten Hunden. Beobachte Zittern, eine angespannte Haltung und den Wunsch, zügig nach Hause zu gehen. Afrikanische Vorfahren sind kein Argument dafür, einen frierenden Hund ohne Schutz stehen zu lassen.
Ebenso wenig machen sie ihn hitzefest. Wähle im Sommer kühle Tageszeiten, Schatten und Pausen. Frisches Wasser bleibt verfügbar. Ein überhitzter Hund braucht rasche Hilfe und je nach Symptomen sofortige tierärztliche Versorgung. Sportliche Leistungsbereitschaft ist kein verlässlicher Temperaturmesser.
Das Fell lässt sich mit weicher Bürste oder Pflegehandschuh unkompliziert pflegen. Kurze Haare können trotzdem hartnäckig in Stoffen stecken bleiben. Kontrolliere Krallen und Pfoten, putze die Zähne und beobachte Ohren sowie Haut. Dass ein Hund viel läuft, garantiert keine passende Krallenlänge.
Dermoid Sinus und weitere Gesundheitsfragen: Was solltest du prüfen?
Der Dermoid Sinus ist eine besonders wichtige angeborene Fehlbildung beim Ridgeback, daneben verdienen Gelenke und bekannte Erbkrankheiten Aufmerksamkeit. Gesundheitsbefunde müssen mehr erklären als das Wort „getestet“.
Was ist ein Dermoid Sinus?
Ein Dermoid Sinus ist eine schlauchartige Hauteinstülpung, die unterschiedlich weit ins Gewebe reichen kann. Sie kann zunächst unauffällig bleiben, sich aber entzünden und je nach Verlauf auch tiefere Strukturen gefährden.
Der Ridge und ein Dermoid Sinus sind nicht dasselbe. Deshalb reicht es nicht, den Rücken kurz anzuschauen. Frage nach wiederholter fachkundiger Untersuchung der Welpen und nach dokumentierten Befunden. Bei einem auffälligen Hautpunkt, einem tastbaren Strang, Ausfluss oder Schmerzen wird die Tierarztpraxis hinzugezogen. Die genaue Ausdehnung und eine mögliche Behandlung gehören in erfahrene Hände.
Aktuell gibt es einen genetischen Risikotest für Dermoid Sinus, der zwei Marker bewertet. Er liefert eine Risikoeinschätzung und ersetzt keine klinische Untersuchung. „DS-getestet“ muss deshalb um die Frage ergänzt werden, welcher Test gemeint ist, welches Ergebnis vorliegt und was daraus tatsächlich folgt.
Der Zusammenhang zwischen der Zucht auf den Ridge und dem Dermoid-Sinus-Risiko ist ein Grund für die Qualzuchtdebatte um die Rasse. Daraus folgt weder, dass jeder Hund mit Ridge krank ist, noch dass ein ridgeloser Welpe automatisch gesund ist. Dokumentierte Gesundheit und eine Zuchtplanung zur Risikovermeidung sind wichtiger als ein möglichst perfekter Rückenstreifen.
Welche weiteren Untersuchungen sind sinnvoll?
Offiziell ausgewertete Gelenkbefunde und gezielt ausgewählte Gentests helfen, die Verpaarung besser einzuschätzen. Welche Untersuchungen ein Verein verlangt, kann sich unterscheiden.
- HD, ED und OCD: Lass dir Hüft-, Ellbogen- und gegebenenfalls Schulterbefunde beider Eltern mit eindeutiger Zuordnung zeigen. Lahmheit beim eigenen Hund wird zeitnah untersucht.
- Juvenile myoklonische Epilepsie, JME: Für die bekannte DIRAS1-Variante gibt es einen Test. Die Erkrankung kann schon bei jungen Hunden kurze Muskelzuckungen und weitere Anfälle verursachen.
- Früh einsetzende erbliche Taubheit, EOAD: Ein Hund kann zunächst hören und später im jungen Alter Hörvermögen verlieren. Frage nach der bekannten Variante und passenden Befunden.
- Weitere Familienbefunde: Schilddrüsenerkrankungen, Hautprobleme, Tumoren und ungewöhnlich frühe Todesfälle gehören ins Gespräch. Ein Gentestpaket erfasst längst nicht alle diese Risiken.
Auch beim Ridgeback müssen anhaltende Lahmheit, neue Schwellungen oder deutliche Leistungseinbrüche abgeklärt werden. Große Hunde können unter anderem von Knochentumoren betroffen sein. Das bedeutet nicht, dass jedes Humpeln Krebs ist. Es bedeutet, dass wochenlanges Abwarten keine gute Untersuchung ersetzt.
Magendrehung bleibt ein Notfallthema bei großen, tiefbrüstigen Hunden. Erfolgloses Würgen, starke Unruhe, ein zunehmender Bauchumfang oder Schwäche verlangen sofortige tierärztliche Hilfe. Es müssen nicht alle Zeichen gleichzeitig auftreten.
Was frisst ein Ridgeback und was kostet die Haltung?
Ein Ridgeback braucht eine ausgewogene Ration für seine Lebensphase und ausreichend finanziellen Spielraum für Betreuung und Gesundheitsversorgung. Eine feste Futtermenge nach Rasse allein wäre zu ungenau.
Nutze ein geeignetes Alleinfuttermittel und passe die Menge an Gewicht, Körperkondition und Aktivität an. Beim Welpen sind kontrolliertes Wachstum und passende Mineralstoffversorgung besonders wichtig. Selbst zusammengestellte Rationen benötigen eine fachkundige Berechnung. Ein Rezept aus Muskelfleisch, Gemüse und gutem Willen ist noch keine vollständig ausgewogene Ernährung.
Wiege Portionen ab und rechne Trainingsfutter mit. Mehrere kleinere Mahlzeiten, ein ruhiger Fressplatz und kein wildes Toben direkt nach großen Portionen sind vernünftig. Eine erhöhte Futterstation brauchst du nicht allein wegen der Größe. Medizinische Gründe können eine individuell andere Lösung erforderlich machen.
Zu Kaufpreis oder Schutzgebühr kommen Erstausstattung, Futter, Steuer, Haftpflicht, Tierarztkosten, Training und mögliche Tagesbetreuung. Hole konkrete Angebote ein und berücksichtige eine Rücklage oder geeignete Kranken- beziehungsweise OP-Versicherung. Ein bewegungsfreudiger Hund kann nach einer Verletzung vorübergehend deutlich mehr Betreuung brauchen.
Welpenwahl oder Tierschutz: Welche Fragen führen zum passenden Hund?
Eine gute Vermittlung prüft Gesundheit, Verhalten und deine realen Haltungsbedingungen. Ein schöner Ridge und ein freundliches Foto sind dafür nur ein sehr kleiner Anfang.
Lerne Mutter und Welpen in ihrer normalen Umgebung kennen. Frage, wie die Kleinen an Geräusche, Menschen, Autofahren und kurze Trennungen herangeführt werden. Wichtiger als ein spektakuläres Ausflugsprogramm sind positive Erfahrungen in angemessenem Tempo und ungestörte Erholung.
Die Befunde der Eltern, Untersuchung auf Dermoid Sinus, Erklärung der Gentestergebnisse und Informationen zu erwachsenen Verwandten sollten nachvollziehbar sein. Ein Anbieter, der Schwierigkeiten der Rasse bespricht und auch dir Fragen stellt, hilft dir mehr als das Versprechen vom garantiert kinderlieben Anfängerhund.
Ein erwachsener Ridgeback aus dem Tierschutz kann eine gute Wahl sein, wenn sein Verhalten ausreichend bekannt ist. Mehrere begleitete Treffen, ehrliche Angaben zu Jagdverhalten und Hundekontakten sowie erreichbare Unterstützung nach dem Einzug helfen bei der Entscheidung.
Rechtlich gelten am Wohnort die jeweiligen Landes- und Gemeinderegeln. In Nordrhein-Westfalen ist ein Ridgeback bei entsprechender Größe beispielsweise als großer Hund anzuzeigen, und es gelten weitere Halterpflichten. Informiere dich für Reisen oder einen Umzug zusätzlich über das konkrete Ziel. Andere Staaten können die Rasse anders einstufen.
FAQ: Weitere Fragen zum Rhodesian Ridgeback
Ist ein Livernose Ridgeback eine andere Rasse?
Nein, „Livernose“ bezeichnet die braune Nase, die beim Rhodesian Ridgeback zusammen mit bernsteinfarbenen Augen vorkommen darf. Es handelt sich um dieselbe Rasse. Nasenfarbe sagt weder voraus, ob der Hund besonders sanft ist, noch wie sicher sein Rückruf wird.
Kann ein Ridgeback schwarz oder blau sein?
Der FCI-Standard sieht hell weizenfarben bis rot weizenfarben vor. Ein schwarzer Fang ist möglich, ein vollständig schwarzes oder blaues Haarkleid entspricht dieser Farbvorgabe nicht. Ungewöhnliche Farbe ist kein Ersatz für nachgewiesene Abstammung und Gesundheitsvorsorge.
Ist der Thai Ridgeback eine Variante des Rhodesian Ridgebacks?
Nein, der Thai Ridgeback ist eine eigenständige Rasse mit anderer Herkunft und anderem Standard. Der gemeinsame Namensteil verweist auf den Rückenstreifen. Daraus folgt keine Austauschbarkeit bei Wesen, Haltung oder Zuchtgeschichte.
Warum sitzt ein Ridgeback manchmal auf meinem Schoß?
Manche Ridgebacks suchen gern engen Körperkontakt, selbst wenn der vorhandene Schoß dafür eine eher optimistische Größe hat. Das allein beweist kein Dominanzproblem. Entscheidend sind der Zusammenhang, entspanntes Verhalten und ob du den Kontakt freundlich beenden kannst.
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