Der Bundesweite Vorlesetag findet jedes Jahr am dritten Freitag im November statt. 2026 ist das der 20. November, unter dem Motto „Ich lese vor – Du auch?“. Mitmachen kannst du zu Hause, in der Kita, in der Schule oder bei einer öffentlichen Vorleseaktion. Dafür brauchst du weder eine Bühnenstimme noch ein riesiges Programm. Eine passende Geschichte und echte Aufmerksamkeit für deine Zuhörer sind ein guter Anfang.
Wann ist der Bundesweite Vorlesetag?
Der Bundesweite Vorlesetag ist immer am dritten Freitag im November, deshalb verändert sich sein Datum von Jahr zu Jahr. Die Regel ist leicht zu merken: Du zählst die Freitage im November und markierst den dritten.
| Jahr | Termin | Wochentag |
|---|---|---|
| 2026 | 20. November | Freitag |
| 2027 | 19. November | Freitag |
| 2028 | 17. November | Freitag |
| 2029 | 16. November | Freitag |
| 2030 | 15. November | Freitag |
Der Vorlesetag ist ein Aktionstag zur Leseförderung. Er gehört zu den Anlässen, die oft gemeinsam mit kuriosen Feiertagen im Kalender auftauchen, verfolgt aber ein ernstes Bildungsanliegen: Möglichst viele Menschen sollen erleben, wie schön gemeinsames Lesen sein kann.
Was bedeutet das Motto „Ich lese vor – Du auch?“?
Das Motto 2026 stellt die Menschen in den Mittelpunkt, die anderen vorlesen, und lädt weitere Vorlesende zum Mitmachen ein. Dazu gehören Eltern und Großeltern genauso wie pädagogische Fachkräfte, Bibliotheksmitarbeiter, freiwillig Engagierte und ältere Geschwister.
Die Frage richtet sich also auch an dich, wenn du bisher selten vorgelesen hast. Du musst kein ganzes Buch vorbereiten. Eine kurze Geschichte kann bereits ein Anlass sein, zusammenzusitzen, über Figuren zu sprechen und Kinder neugierig auf die nächste Seite zu machen.
Der Bundesweite Vorlesetag hat wechselnde Jahresmottos. Das Motto 2025 lautete „Vorlesen spricht Deine Sprache“. Mehrsprachiges Vorlesen bleibt auch darüber hinaus sinnvoll. Wenn du dich in deiner Familiensprache wohler fühlst, kannst du sie für deine Geschichte verwenden. Vorlesen muss nicht auf Deutsch stattfinden, um Kindern Nähe und Freude an Geschichten zu vermitteln.
Wer hat den Vorlesetag ins Leben gerufen?
Der Bundesweite Vorlesetag entstand 2004 aus einer Vorleseinitiative von DIE ZEIT und Stiftung Lesen, an der die Deutsche Bahn als Partner beteiligt war. Heute tragen DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung den Aktionstag gemeinsam.
Im Mittelpunkt stehen Vorleseaktionen an ganz unterschiedlichen Orten. Neben Familien, Kitas und Schulen beteiligen sich unter anderem Bibliotheken, Vereine und Unternehmen. Auch bekannte Persönlichkeiten lesen vor. Entscheidend für die Idee des Tages ist aber nicht die Bekanntheit der Vorlesenden. Kinder sollen Geschichten hören und Erwachsene zum Vorlese-Vorbild werden können.
Warum ist Vorlesen wichtig, obwohl Kinder selbst lesen lernen?
Beim Vorlesen erleben Kinder Sprache und Geschichten, ohne den Text bereits selbst entziffern zu müssen. Sie können neue Wörter kennenlernen, Zusammenhänge entdecken und mit dir über die Gedanken einer Figur sprechen.
Das ist etwas anderes als eine Abfrage der Lesefähigkeit. Du übernimmst das Lesen, während dein Kind zuhört, Bilder anschaut und Fragen stellen darf. Wenn eine Figur beispielsweise vor einer schwierigen Entscheidung steht, könnt ihr überlegen: „Was würdest du jetzt tun?“ So wird aus einem vorgelesenen Text ein Gespräch.
Auch nach dem Lesenlernen darf Vorlesen weitergehen. Manche Kinder können kurze Texte selbst lesen, interessieren sich aber schon für längere Geschichten. Dann kannst du anspruchsvollere Bücher vorlesen oder mit deinem Kind abwechselnd einzelne Abschnitte übernehmen. Wichtig ist, dass daraus keine heimliche Prüfung wird.
Der Aktionstag kann den Einstieg erleichtern. Eine regelmäßige kleine Vorlesezeit im Alltag ist jedoch hilfreicher als die Erwartung, einmal im Jahr ein außergewöhnliches Lesefest veranstalten zu müssen.
Wie kannst du am Vorlesetag mitmachen?
Du kannst selbst vorlesen, eine Vorleseaktion organisieren oder als Zuhörer teilnehmen. Eine private Vorleserunde mit deinen Kindern ist genauso ein Beitrag wie eine Lesung in einer Einrichtung.
- Zu Hause: Lass dein Kind zwischen zwei passenden Geschichten wählen und richtet euch einen gemütlichen Platz ein.
- In Kita oder Schule: Frage frühzeitig, ob Vorlesende gesucht werden. Kläre Alter, Gruppengröße und verfügbare Zeit mit der Einrichtung.
- In der Bibliothek: Suche nach angekündigten Lesungen oder frage nach Möglichkeiten, selbst vorzulesen.
- Im Verein: Wählt eine Geschichte, die zum Interesse der Gruppe passt, etwa Tiere, Abenteuer oder Sport.
- Zwischen Generationen: Großeltern können Lieblingsgeschichten vorlesen, ältere Kinder jüngeren Geschwistern.
Eine eigene Aktion kannst du über die offizielle Website des Bundesweiten Vorlesetags anmelden. Die Anmeldung hilft den Organisatoren, die Beteiligung sichtbar zu machen. Laut den aktuellen FAQ wird sie nicht automatisch als öffentlich auffindbarer Veranstaltungseintrag angezeigt.
Wenn du eine Lesung besuchen möchtest, sind die Websites deiner Bibliothek, lokale Veranstaltungskalender und Hinweise von Schulen oder Familienzentren deshalb oft die bessere Anlaufstelle. Achte darauf, ob eine Anmeldung erforderlich und für welches Alter die Veranstaltung gedacht ist.

Welche Bücher eignen sich für eine Vorleseaktion?
Geeignet sind Geschichten, die zu den Interessen, zum Verständnis und zur Aufmerksamkeit deiner Zuhörer passen. Das bekannteste oder längste Buch ist nicht automatisch die beste Wahl.
Für jüngere Kinder können Bilderbücher mit überschaubarem Text und klaren Situationen gut funktionieren. Grundschulkinder mögen häufig humorvolle Geschichten, Abenteuer und Figuren, mit denen sie sich identifizieren können. Bei älteren Kindern kann ein spannender Romanausschnitt ebenso passend sein wie ein interessantes Sachbuch.
Die Altersangabe eines Verlags ist eine Orientierung. Lies den ausgewählten Abschnitt vorher selbst. Du merkst dabei, ob zu viele Personen vorkommen, der Einstieg ohne Vorkenntnisse verständlich ist und die Geschichte an einer guten Stelle endet.
Du musst für den Vorlesetag kein neues Buch kaufen. Die Bibliothek, euer Bücherregal und die kostenlosen Geschichten der Initiative bieten verschiedene Möglichkeiten. Dort findest du auch Hinweise auf digitale Vorleseangebote.
Wie gelingt das Vorlesen ohne Schauspielausbildung?
Gutes Vorlesen braucht vor allem ein verständliches Tempo, kleine Pausen und Raum für die Reaktionen deiner Zuhörer. Unterschiedliche Stimmen sind ein Extra, keine Voraussetzung.
Lies lieber etwas langsamer, als du selbst still lesen würdest. Nach einer überraschenden Wendung darf ein Moment Ruhe entstehen. Wenn Kinder lachen oder etwas erzählen wollen, musst du nicht sofort weiter zum nächsten Satz.
Bei Bilderbüchern sollten alle das Bild sehen können. Zeige es bewusst und gib den Kindern Gelegenheit, Details zu entdecken. Fragen wie „Was fällt dir hier auf?“ laden zum Gespräch ein. Eine Frage nach jedem Satz würde die Geschichte dagegen zerlegen.
Versprich dir selbst nicht, unbedingt bis zur letzten Seite zu kommen. Wenn die Gruppe unruhig wird, kannst du zusammenfassen, eine Pause machen oder an einer passenden Stelle enden. Eine gelungene kurze Runde macht eher Lust auf mehr als ein Buch, das nur aus Pflicht zu Ende gelesen wird.
Welche Vorleseideen passen zu Kita, Schule und Familie?
Eine kleine Mitmachidee kann die Geschichte vertiefen, wenn sie zum Buch und zur Gruppe passt. Du brauchst dafür keine aufwendige Dekoration.
- Geschichte mit Geräuschen: Vereinbart ein Geräusch für eine wiederkehrende Stelle, etwa leises Regentropfen-Trommeln.
- Bilder entdecken: Sucht nach dem Vorlesen ein Detail, das auf mehreren Seiten vorkommt.
- Figuren vorstellen: Jedes Kind darf erzählen, welche Figur es gerne treffen würde und warum.
- Lesezeichen gestalten: Zeichnet ein Motiv aus der Geschichte auf einen Streifen Papier.
- Mehrsprachige Runde: Lest eine kurze Passage in zwei Sprachen und erklärt gemeinsam, was passiert.
- Vorlesetandem: Zwei Vorlesende teilen sich Erzählertext und Dialoge, ohne daraus eine große Aufführung machen zu müssen.
Ein möglicher Ablauf wäre: kurz ankommen, die Geschichte lesen, darüber sprechen und danach ein Lesezeichen gestalten. Das ist ein Vorschlag, keine feste Vorgabe. Bei einer sehr jungen Gruppe kann allein das gemeinsame Betrachten eines Bilderbuchs genau richtig sein.

Was solltest du bei öffentlichen oder digitalen Lesungen beachten?
Bei einer öffentlichen oder online veröffentlichten Lesung solltest du vorab klären, welche Nutzung des ausgewählten Textes erlaubt ist. Ein gekauftes Buch bedeutet nicht automatisch, dass du seine Geschichte als frei zugängliches Vorlesevideo veröffentlichen darfst.
Die Stiftung Lesen verweist dafür in ihren FAQ zum Vorlesetag auf Hinweise zum Urheberrecht und zum digitalen Vorlesen. Organisierst du eine Aktion in einer Schule oder Bibliothek, stimme den Rahmen und die erforderlichen Rechte mit der Einrichtung ab. Auch bei kostenlos angebotenen Geschichten gelten die jeweiligen Nutzungshinweise.
Für eine private Vorleserunde zu Hause ist die Organisation wesentlich einfacher. Du kannst dich ganz auf die Geschichte, ihre Bilder und die Fragen deiner Zuhörer konzentrieren.
FAQ: Weitere Fragen zum Vorlesetag
Der Bundesweite Vorlesetag lässt dir viel Freiheit bei der Gestaltung. Diese drei Fragen sind bei der Planung besonders praktisch.
Dürfen Kinder selbst vorlesen?
Ja, auch Kinder können anderen etwas vorlesen. Wähle einen Text, mit dem das Kind sich wohlfühlt, und mache die Teilnahme freiwillig. Ein jüngeres Geschwisterkind als Zuhörer kann eine angenehmere erste Runde sein als eine große Gruppe.
Wie lange sollte eine Vorleserunde dauern?
Es gibt keine vorgeschriebene Mindestdauer. Richte die Länge nach Alter, Gruppengröße und Aufmerksamkeit aus. Plane bei einer Veranstaltung zusätzlich Zeit für Begrüßung, Bilder und Fragen ein, statt die gesamte verfügbare Zeit mit Text zu füllen.
Kannst du auch an einem anderen Tag vorlesen?
Ja, Vorlesen ist an jedem Tag möglich. Wenn der Freitag für eure Gruppe ungünstig ist, kannst du eine eigene Runde davor oder danach organisieren. Der offizielle Bundesweite Vorlesetag bleibt trotzdem der dritte Freitag im November.
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