Einlaufkind werden: Bewerbung, Alter, Kosten und Ablauf

Einlaufkind wird ein Kind über unterschiedliche Wege: etwa über einen Verein, Kids Club, Sponsor oder die eigene Jugendmannschaft. Ein verbandsübergreifendes Bewerbungsportal gibt es nicht; Alter, Größe, Kosten und Auswahlverfahren legt jeder Veranstalter selbst fest. Wer aktuelle Ausschreibungen beobachtet, erhöht seine Chance auf den besonderen Gang durch den Spielertunnel.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Meist übernimmt eine erziehungsberechtigte Person die Bewerbung.
  • Häufig werden Grundschulkinder gesucht; die genaue Altersspanne legt jeder Veranstalter selbst fest.
  • Manche Aktionen begrenzen zusätzlich Körper- oder Konfektionsgröße.
  • Viele Plätze werden verlost, andere über Kids Clubs, Sponsoren oder Jugendteams vergeben.
  • Die Bewerbung ist häufig kostenlos. Begleitkarte, Mitgliedschaft und Anreise können dennoch Geld kosten.
  • Wunschspieler, Wunschteam, Freikarten und ein Trikot zum Behalten sind nie automatisch garantiert.

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Ein Einlaufkind begleitet Spieler oder Schiedsrichter vor dem Anpfiff

Ein Einlaufkind begleitet vor dem Anpfiff einen Spieler, eine Spielerin oder das Schiedsrichterteam auf den Rasen. Je nach Programm kann es stattdessen auch mit einer Fahne oder einem Maskottchen einlaufen. Nach Aufstellung oder Begrüßung verlässt die Gruppe das Feld, während des Spiels hat das Kind in der Regel keine weitere Aufgabe. Bezeichnungen wie Einlaufeskorte, Spieler-Eskorte oder Auflaufkind können deshalb leicht unterschiedliche Rollen meinen.

Ein Balljunge oder ein Ballmädchen steht dagegen während des Spiels am Spielfeldrand und kümmert sich um Bälle oder Ballstationen.

Einlaufkind wird man über Verein, Kids Club, Sponsor oder Jugendteam

Der beste Bewerbungsweg hängt vom gewünschten Spiel ab:

  1. Vereinswebsite durchsuchen: Suche nach „Einlaufkind“, „Einlaufkinder“, „Einlaufeskorte“, „Kids Club“ und „Spieltagsaktionen“. Prüfe nicht nur die Männer-Profis, sondern auch Frauen-, Nachwuchs- und Amateurteams.
  2. Kids Club und Newsletter prüfen: Einige Vereine vergeben Plätze nur an junge Mitglieder oder kündigen Verlosungen zuerst im Mitglieder-Newsletter an.
  3. Offizielle Vereinspartner beobachten: Bei Bundesliga, Pokalspielen und Turnieren organisieren häufig Sponsoren einzelne Gewinnspiele. Entscheidend sind die offiziellen Kanäle des Clubs und des genannten Partners.
  4. Beim eigenen Jugendverein nachfragen: Profivereine laden mitunter komplette Jugendmannschaften oder Gruppen aus Partnervereinen ein. Dann bewirbt nicht jedes Kind sich einzeln, sondern der Trainer oder die Betreuerin meldet das Team an.
  5. Auch kleinere Stadien einbeziehen: In unteren Ligen, bei Testspielen und lokalen Vereinen genügt manchmal eine freundliche direkte Anfrage.
Ein Junge sucht gemeinsam mit seinem Vater am Laptop nach einer Bewerbung als Einlaufkind.

Für Länderspiele gilt wiederum ein eigener Weg: Laut DFB-FAQ zur Auswahl von Einlaufkindern werden die Plätze im Regelfall über den zuständigen Landesverband und verdienstvolle Jugendmannschaften vergeben – sofern die Rechte für das betreffende Spiel nicht bei einem Partner liegen. Ein öffentliches Bewerbungsformular gibt es deshalb nicht zwingend.

Alter, Größe und weitere Voraussetzungen stehen in der Ausschreibung

Kurz gesagt: Eine bundesweit einheitliche Alters- oder Größengrenze gibt es nicht. Viele Programme richten sich an Grundschulkinder; aktuelle Ausschreibungen reichen je nach Aktion etwa von fünf bis dreizehn Jahren. Entscheidend ist häufig das Alter am Spieltag, nicht am Tag der Bewerbung.

Wie groß darf ein Einlaufkind sein?

Auch dafür existiert kein bundesweit gültiges Maß. Manche Veranstalter nennen beispielsweise eine maximale Körpergröße, andere arbeiten mit Konfektionsgrößen oder verbinden beide Angaben. Die Grenzen hängen häufig mit den verfügbaren Trikotsätzen und dem organisatorischen Ablauf zusammen.

Deshalb sollte niemand die Körpergröße großzügig abrunden. Wird beim Einkleiden festgestellt, dass die Vorgabe nicht erfüllt ist, lässt sich das am Spieltag kaum noch mit besonders überzeugendem Schulterzucken lösen.

Mitgliedschaft und Fußballtalent sind nicht immer erforderlich

Ob das Kind im Verein Fußball spielen oder einem Kids Club angehören muss, hängt vom Vergabemodell ab. Offene Verlosungen können sich an alle Kinder einer Altersgruppe richten. Andere Plätze bleiben Clubmitgliedern, Partnervereinen oder vollständigen Mannschaften vorbehalten. Besondere Dribbelkünste sind bei einer Losaktion kein Vorteil; wichtig sind eher Pünktlichkeit, das Verstehen kurzer Anweisungen und die Bereitschaft, sich für eine Weile von der Begleitperson zu trennen.

Wie unterschiedlich die Regeln aussehen können, zeigt Holstein Kiels für die Saison 2026/27 angebotenes Einlaufkinder-Programm: Dort melden Erziehungsberechtigte Kinder von sieben bis elf Jahren für einzelne Heimspiele an. Das Los entscheidet, die Zusage muss innerhalb von 48 Stunden bestätigt werden, das Kind erhält eine kostenlose Eintrittskarte und die Ausstattung wird gestellt. Die Begleitperson zahlt dagegen den regulären Ticketpreis. Das ist ein anschauliches Beispiel – keine Regel für andere Vereine.

So funktioniert die Bewerbung als Einlaufkind

Bei einem Onlineformular werden meist Name, Geburtsdatum, Körper- oder Konfektionsgröße und Kontaktdaten eines Erziehungsberechtigten abgefragt. Je nach Aktion kommen Mitgliedsnummer, Wohnort, Wunschspiel oder eine kleine kreative Aufgabe hinzu.

So gehst du sinnvoll vor:

  1. Prüfe, ob die Ausschreibung noch aktuell ist und für welches Team oder Spiel sie gilt.
  2. Lies Alter, Größe, Mitgliedschaft, Wohnort und Bewerbungsfrist vollständig durch.
  3. Miss das Kind und prüfe die Konfektions- sowie Schuhgröße neu, statt Werte aus dem vergangenen Sommer zu erraten.
  4. Nutze nur das offizielle Formular oder die ausdrücklich genannte Kontaktadresse.
  5. Erfülle kreative Aufgaben genau in der verlangten Form und Länge.
  6. Kontrolliere nach der Bewerbung regelmäßig Posteingang und Spamordner.
  7. Bestätige eine Zusage innerhalb der gesetzten Frist und speichere alle Spieltagsinformationen.

Gibt es kein Formular, kann ein Elternteil knapp und freundlich nachfragen:

Betreff: Anfrage zur Bewerbung als Einlaufkind
Hallo liebes Vereinsteam,
mein Kind [Vorname], [Alter] Jahre alt, würde sehr gern einmal als Einlaufkind bei einem Heimspiel dabei sein. Nehmen Sie derzeit Einzelbewerbungen an oder werden die Plätze über einen Kids Club, Partner oder Jugendmannschaften vergeben? Über einen Hinweis zu Voraussetzungen und Bewerbungsfristen würden wir uns freuen.
Viele Grüße
[Name und Kontaktdaten eines Erziehungsberechtigten]

Ausweiskopien oder private Fotos gehören nicht unaufgefordert in eine E-Mail oder Direktnachricht. Eltern sollten solche Daten nur über den ausdrücklich genannten offiziellen Weg und nur dann übermitteln, wenn sie für die konkrete Aktion erforderlich sind.

Der Spieltag beginnt für Einlaufkinder lange vor dem Anpfiff

Der genaue Ablauf steht in der Einladung. Ein typischer Spieltag sieht ungefähr so aus:

  1. Anmeldung: Kind und Begleitperson erscheinen pünktlich am vereinbarten Stadionzugang.
  2. Übergabe: Das Betreuungsteam übernimmt die Kinder für die Vorbereitung. Eine Begleitkarte berechtigt nicht automatisch zum Zugang zu Umkleide, Innenraum oder Spielertunnel.
  3. Umziehen und Einweisung: Die Kinder erhalten je nach Aktion Kleidung, lernen ihre Betreuungspersonen kennen und erfahren, wo sie warten und wann sie losgehen.
  4. Zuordnung: Wer mit wem oder in welcher Rolle einläuft, kann erst vor Ort festgelegt werden. Ein Wunschspieler oder eine bestimmte Position im Fußball lässt sich normalerweise nicht auswählen.
  5. Einlaufen: Nach dem Warten im Tunnel geht es mit der zugeteilten Person oder Rolle auf den Rasen, meist bis zur Aufstellung oder Begrüßung.
  6. Rückkehr: Nach der Zeremonie wechseln die Kinder gegebenenfalls die Kleidung und werden an die Begleitperson übergeben oder zu den vorgesehenen Sitzplätzen gebracht.

Das Ganze dauert auf dem Rasen nur wenige Minuten. Rundherum entstehen jedoch Wartezeit, Wege und Sicherheitsabläufe. Deshalb gilt die Uhrzeit aus der Einladung – nicht die Rechnung „Anpfiff um 15.30 Uhr, 15.25 Uhr wird schon passen“.

Einlaufkinder erhalten vor dem Fußballspiel eine Einweisung, begleitet vom Question-King-Fragezeichen.

Autogramme, Selfies und die Hand des Lieblingsspielers gehören nicht automatisch zum Programm. Mit der Rückkehr zur Begleitperson ist der offizielle Einsatz des Einlaufkindes meist beendet.

Bewerbung und Einlaufen sind häufig kostenlos, der Tag nicht immer

Für den Platz selbst verlangen viele deutsche Veranstalter kein Geld. „Kostenlos“ kann trotzdem bedeuten, dass weitere Ausgaben bei der Familie bleiben:

  • Beitrag für einen Kids Club oder Fanclub
  • Eintrittskarte für eine erwachsene Begleitperson
  • Anreise, Parken, Essen oder Übernachtung
  • zusätzlich buchbare Erinnerungsfotos
  • Ausrüstung, die laut Einladung selbst mitgebracht werden muss

Umgekehrt können Eintrittskarten, Trikotset, Schuhe oder Verpflegung im Gewinn enthalten sein. Ob das Outfit geliehen wird oder mit nach Hause darf, steht ebenfalls in den Bedingungen. Vor der Bewerbung sollten Eltern daher nicht nur auf das Wort „Einlaufkind“ schauen, sondern auch auf Leistungen, mögliche Zusatzkosten und den Zeitpunkt der Rückgabe.

Vorsicht ist geboten, wenn ein angeblicher Vermittler per privater Nachricht Geld für einen garantierten Platz oder einen bestimmten Profispieler verlangt. Seriöse Aktionen lassen sich über die offizielle Vereins- oder Partnerseite nachvollziehen.

Gute Vorbereitung nimmt dem großen Moment etwas von seiner Größe

Ein volles Stadion ist laut, der Tunnel kann eng wirken und die Eltern sind für eine Weile nicht dabei. Das sollte ein Kind vorher wissen. Vorfreude funktioniert besser als Druck: Wer am Spieltag doch nicht durch den Tunnel möchte, ist nicht undankbar, sondern möglicherweise einfach überwältigt.

Hilfreich ist diese Vorbereitung:

  • den Ablauf ehrlich und in wenigen Sätzen erklären
  • Treffpunkt, Anfahrt und benötigte Dokumente am Vortag prüfen
  • Kleidung nach Vorgabe packen und nichts auf Verdacht kaufen
  • vor der Übergabe Toilette besuchen sowie rechtzeitig essen und trinken
  • keine feste Zusage zu Spieler, Autogramm oder Fernsehbild machen
  • Telefonnummer der zuständigen Kontaktperson speichern
  • vorher erklären, an welche Betreuungsperson sich das Kind bei Unwohlsein wenden kann

Für lärmempfindliche Kinder kann ein kindgerechter Gehörschutz für die Tribüne* sinnvoll sein. Während des Einlaufens darf er nur getragen werden, wenn das Betreuungsteam zustimmt und das Kind weiterhin alle Anweisungen versteht.

Ein aufgeregtes Einlaufkind wartet mit dem freundlichen Question-King-Fragezeichen auf den Gang zum Spielfeld.

Darum laufen Fußballer mit Einlaufkindern auf den Platz

Das gemeinsame Einlaufen verbindet Profifußball und junge Fans sichtbar miteinander. Für Vereine und Partner kann es Fanarbeit oder Teil einer sozialen Aktion sein. Auf dem Rasen stehen für einen Moment nicht nur bekannte Profis, sondern auch Kinder aus Jugendvereinen, Fanclubs oder Projekten.

Oft wird das Ritual außerdem mit Fairness, Respekt und Gemeinschaft verbunden. Eine offizielle Fußballregel verlangt jedoch nicht, dass vor jeder Partie Kinder mitlaufen. Ob es eine Einlaufeskorte gibt und wie sie zusammengestellt wird, entscheidet der jeweilige Wettbewerb oder Veranstalter. Der Weg zum Einlaufkind führt selten über besonderes Fußballtalent, sondern über die passende Ausschreibung und erfüllte Voraussetzungen. Danach entscheiden je nach Programm Los, Jury, Warteliste oder die Auswahl eines Vereins beziehungsweise Sponsors.

FAQ: Häufige Fragen zum Einlaufkind

Was passiert, wenn das ausgewählte Kind krank wird?

Die angegebene Kontaktperson sollte sofort informiert werden. Eltern dürfen nicht selbst ein anderes Kind als Ersatz schicken, denn der Veranstalter muss alle Teilnehmenden kennen, freigeben und einweisen.

Kann ein zugesagter Platz übertragen werden?

Normalerweise ist die Zusage an das angemeldete Kind gebunden. Ob ein Ersatzkind nachrücken darf, entscheidet ausschließlich der Veranstalter. Eine private Weitergabe ist deshalb keine gute Idee.

Werden Einlaufkinder fotografiert oder im Fernsehen gezeigt?

Das ist möglich, besonders bei Profispielen. Eltern sollten vor der Bewerbung lesen, ob Aufnahmen auf Stadionleinwänden, Vereinsseiten, in sozialen Netzwerken, in Werbung oder in einer TV-Übertragung erscheinen können und welche Einwilligung dafür verlangt wird.

Können Kinder mit Behinderung Einlaufkind werden?

Das hängt vom Programm und den Wegen im jeweiligen Stadion ab. Eltern sollten vor der Bewerbung nach barrierefreien Zugängen, Umkleidemöglichkeiten, notwendiger Begleitung und der geplanten Übergabe fragen. Fehlt dazu eine Angabe, ist eine direkte Anfrage besser als eine vorschnelle Selbstabsage.

Können Mädchen Einlaufkind werden?

Ja. Viele Programme richten sich ausdrücklich an Mädchen und Jungen. Entscheidend sind die Bedingungen der jeweiligen Aktion, nicht das Geschlecht oder die Position, auf der ein Kind selbst Fußball spielt.