Der UEFA Super Cup ist ein einzelnes Pflichtspiel zwischen dem Champions-League-Sieger und dem Europa-League-Sieger der vorherigen Saison. Beide treffen normalerweise im August an einem von der UEFA bestimmten Spielort aufeinander. Steht es nach 90 Minuten samt Nachspielzeit unentschieden, folgt direkt ein Elfmeterschießen. Eine Verlängerung gibt es seit 2023 nicht mehr. Hier erfährst du, wer teilnehmen darf, welche Regeln gelten und wie sich dieser Wettbewerb von anderen Supercups unterscheidet.
Wer spielt im UEFA Super Cup?
Teilnehmen dürfen die Gewinner der UEFA Champions League und der UEFA Europa League aus derselben abgeschlossenen Saison. Ein nationales Meisterschafts- oder Pokalergebnis reicht dafür allein nicht aus.
Für den Super Cup im August 2027 sind beispielsweise die Sieger der europäischen Saison 2026/27 vorgesehen. Sie müssen ihre beiden Wettbewerbe erst im Frühjahr 2027 gewinnen. Der Super Cup trägt dann die Jahreszahl 2027, obwohl seine sportliche Qualifikation aus einer Saison mit zwei Jahreszahlen stammt.
Der Europa-League-Sieger trifft damit auf einen neuen Gegner in einem eigenständigen Wettbewerb. Diese Partie ist keine zusätzliche Runde der Europa League. Der Champions-League-Sieger muss seine vorherige Trophäe ebenfalls nicht gegen den anderen Verein verteidigen. Ausgespielt wird ein weiterer Titel.
Es gibt für den Super Cup selbst keine Qualifikationsrunde, keine Gruppenphase und keine Auslosung möglicher Gegner. Die beiden vorherigen Titel bestimmen die Paarung. Das steht in Artikel 3 des UEFA-Super-Cup-Reglements 2026.
Warum ist der Conference-League-Sieger nicht dabei?
Der Sieger der Conference League erhält keinen Platz im UEFA Super Cup. Das aktuelle Teilnehmerprinzip umfasst ausschließlich Champions League und Europa League.
Ein gewonnener Europapokal führt also nicht automatisch zu diesem Spiel. Die Conference League hat einen eigenen Titel und eigene Folgen für die nächste europäische Saison. Die ähnliche Bezeichnung der Wettbewerbe ändert die Super-Cup-Zulassung nicht.
Können zwei Vereine aus demselben Land gegeneinander spielen?
Zwei Vereine aus demselben Land dürfen im Super Cup aufeinandertreffen, wenn sie die beiden maßgeblichen Europapokale gewonnen haben. Eine Ländertrennung wie bei bestimmten Auslosungen gibt es hier nicht.
Das ergibt sich schon daraus, dass die Teilnehmer feststehen. Die UEFA sucht keinen Alternativgegner aus einem anderen Verband, nur weil beide Gewinner zur selben nationalen Liga gehören. Ein solches Duell bleibt ein europäischer Wettbewerb.
Wie wird der Sieger ermittelt?
Der Sieger wird in einem einzigen Spiel über 90 Minuten plus Nachspielzeit und bei Bedarf im anschließenden Elfmeterschießen ermittelt. Es gibt weder ein Rückspiel noch eine Addition von Toren aus mehreren Begegnungen.
Beide Halbzeiten dauern regulär 45 Minuten, die Halbzeitpause beträgt laut Reglement 15 Minuten. Führt eine Mannschaft nach dem Ende der normalen Spielzeit, gewinnt sie den Wettbewerb. Steht es gleichauf, wird nicht erst eine weitere halbe Stunde gespielt.
Beim Elfmeterschießen gelten die entsprechenden IFAB-Regeln. Zunächst sind grundsätzlich fünf Schüsse je Mannschaft vorgesehen, sofern die Entscheidung nicht schon vorher feststeht. Besteht danach noch Gleichstand, geht es mit jeweils einem weiteren Schuss pro Mannschaft weiter, bis eine Entscheidung fällt.
Ein „2:2, Sieg im Elfmeterschießen“ ist deshalb möglich, obwohl keine Verlängerung stattgefunden hat. Die Zahlen aus dem Entscheidungsschießen beschreiben nicht zusätzliche Tore innerhalb der 90 Minuten.

Seit wann gibt es keine Verlängerung mehr?
Seit der Ausgabe 2023 geht ein unentschiedenes Super-Cup-Spiel direkt ins Elfmeterschießen. Ältere Begegnungen können dagegen nach einer Verlängerung entschieden worden sein.
Das erklärt, warum historische Rückblicke beispielsweise Bayern-Siege nach einer zusätzlichen halben Stunde zeigen. Du kannst daraus keine Regel für eine aktuelle Partie ableiten. Die UEFA beschrieb das direkte Entscheidungsschießen bereits in ihren Informationen zur Ausgabe 2023.
Die heutige Regel steht ausdrücklich in Artikel 12 des Reglements. Sie unterscheidet den Super Cup unter anderem von einem Champions-League-Finale. Eine allgemeine Erklärung zur Verlängerung im Fußball muss deshalb immer den betreffenden Wettbewerb berücksichtigen.
Wie viele Wechsel sind erlaubt?
Jede Mannschaft darf im UEFA Super Cup 2026 bis zu fünf Spieler auswechseln und dafür höchstens drei Spielunterbrechungen nutzen. Wechsel in der Halbzeitpause verbrauchen keine dieser Gelegenheiten.
Mehrere Spieler können in derselben Unterbrechung gemeinsam ersetzt werden. Zwei Wechsel bei einer Gelegenheit sind also zwei ausgetauschte Spieler, aber nur ein verwendeter Wechselzeitpunkt.
Hat ein Team etwa zweimal zwei Spieler ersetzt, bleiben ein Spielerwechsel und eine Unterbrechung übrig. Es darf nicht in fünf getrennten Unterbrechungen jeweils einen neuen Spieler schicken. Die Zählung der Spieler und die Zählung der Gelegenheiten gehören zusammen.
Weil keine Verlängerung gespielt wird, entsteht auch keine zusätzliche Gelegenheit aus einer Verlängerung. Ein ausgewechselter Spieler darf nicht später wieder ins Spiel zurückkehren. Die Einzelheiten regelt Artikel 41 des aktuellen Reglements.
Welche Rolle spielen Schiedsrichter und Videotechnik?
Der Super Cup wird nach den allgemeinen Fußballregeln und seinen eigenen Wettbewerbsbestimmungen geleitet. Das Reglement erlaubt den Einsatz von VAR und Torlinientechnik nach den vorgesehenen Verfahren.
Der Schiedsrichter entscheidet auch bei Unterstützung durch Videotechnik weiterhin über die Partie. Auch eine im Fernsehen oft wiederholte Szene ist nicht allein deshalb überprüfbar. Die maßgeblichen Situationen und Abläufe richten sich nach den geltenden Regeln.
Artikel 46 berücksichtigt außerdem technische Ausfälle oder eine zeitweise Nichtverfügbarkeit. Ein Spiel verliert dadurch nicht automatisch seine Gültigkeit. Für das Verständnis des Ergebnisses ist deshalb entscheidend, was auf dem Platz regelgerecht entschieden wurde, und nicht, ob jede technische Hilfe jederzeit verfügbar war.
Wann und wo findet der UEFA Super Cup statt?
Der Super Cup ist normalerweise für August vorgesehen, und die UEFA bestimmt Termin sowie Austragungsort. Gespielt wird als einzelne Begegnung an einem vorher festgelegten Ort.
Der Spielort wird nicht erst nach dem Champions-League- und Europa-League-Finale durch eine Heimrechtauslosung bestimmt. Die Sieger reisen zum ausgewählten Stadion. Dass ein Team auf der Spielübersicht zuerst genannt wird, sagt dabei noch nichts über einen Heimvorteil im eigenen Vereinsstadion aus.
Organisatorisch gilt der Champions-League-Sieger im Reglement als Heimmannschaft und der Europa-League-Sieger als Gastmannschaft. Das dient der Einordnung der beiden Teams innerhalb der Durchführung. Es verschafft dem Champions-League-Sieger kein Recht, die Partie zuhause auszurichten.
Seit 2013 wechselt der Austragungsort. Die UEFA-Übersicht zu Format und Spielorten nennt unter anderem Prag, Cardiff, Budapest, Helsinki und Warschau. Der Super Cup ist also heute nicht dauerhaft an eine einzige Stadt gebunden.
Ergebnis 2026 und vorgesehener Austragungsort 2027
Paris Saint-Germain gewann den UEFA Super Cup 2026 in Salzburg mit 2:1 gegen Aston Villa. Die Partie fand am 12. August statt.
Paris nahm als Champions-League-Sieger teil, Aston Villa als Europa-League-Sieger. Das Ergebnis beendete den Super Cup in der normalen Spielzeit. Paris hatte den Wettbewerb auch 2025 gewonnen, damals im Elfmeterschießen gegen Tottenham.
Für 2027 nennt die UEFA die Johan Cruyff ArenA in Amsterdam als Spielort. Die Gegner stehen am 4. Oktober 2026 noch nicht fest, weil die maßgeblichen europäischen Titel der Saison 2026/27 erst vergeben werden müssen. Aktuelle Spieltermine und Teilnehmer gehören deshalb immer zum jeweiligen Jahr, nicht zu einer unveränderlichen Definition des Wettbewerbs.
Wie entstand der UEFA Super Cup?
Der Wettbewerb geht auf die Idee des niederländischen Journalisten Anton Witkamp zurück, erfolgreiche Gewinner verschiedener Europapokale gegeneinander antreten zu lassen. Seine Anfänge waren noch keine vollständig etablierte UEFA-Veranstaltung.
Als frühes Vorbild spielte Ajax gegen die Rangers, die beiden Titelträger von 1972. Die Partien wurden im Januar 1973 ausgetragen und gelten als inoffizieller Vorläufer. Die Rangers waren damals von UEFA-Wettbewerben ausgeschlossen, weshalb die Begegnungen keinen offiziellen UEFA-Status erhielten.
Die erste offizielle Ausgabe wird als Super Cup 1973 geführt. Tatsächlich fanden ihre Spiele zwischen Ajax und dem AC Milan im Januar 1974 statt. Jahreszahl des Wettbewerbs und Datum der Spiele sind hier also nicht identisch.
Ursprünglich traf der Europapokalsieger der Landesmeister auf den Sieger des Europapokals der Pokalsieger. Seit 2000 tritt an die Stelle des Pokalsieger-Wettbewerbs der UEFA-Pokal beziehungsweise dessen Nachfolger Europa League. Der heutige Teilnehmerkreis entstand damit erst im Lauf der Geschichte.
Warum taucht Monaco in älteren Super-Cup-Berichten so oft auf?
Von 1998 bis 2012 wurde der Super Cup regelmäßig als einzelnes Spiel im Stade Louis II in Monaco ausgetragen. Davor bestand er überwiegend aus Hin- und Rückspiel.
Einzelne frühere Ausgaben hatten bereits nur eine Begegnung. Deshalb wäre „bis 1997 immer zwei Spiele“ zu pauschal. Seit 2013 steht dagegen der wechselnde Austragungsort im Mittelpunkt, während das Prinzip eines einzelnen Entscheidungsspiels erhalten geblieben ist.
Was unterscheidet den UEFA Super Cup von anderen Wettbewerben?
Der UEFA Super Cup ist ein europäischer Titel zwischen zwei Europapokalsiegern, während nationale Supercups und die Klub-Weltmeisterschaft andere Teilnehmer und Aufgaben haben. Das gemeinsame Wort „Cup“ macht sie nicht austauschbar.
| Wettbewerb | Grundidee | Unterschied zum UEFA Super Cup |
|---|---|---|
| UEFA Super Cup | Champions-League-Sieger gegen Europa-League-Sieger | Ein einzelnes europäisches Titelspiel |
| Nationaler Supercup | Teilnehmer aus nationalen Wettbewerben nach den jeweiligen Regeln | Nationale statt europäische Titel bestimmen die Zulassung |
| DFB-Pokal | Nationaler K.-o.-Wettbewerb mit 64 Teams | Mehrere Runden und eigene Qualifikationswege |
| Klub-Weltmeisterschaft | FIFA-Wettbewerb mit Vereinen aus verschiedenen Kontinentalverbänden | Ein weltweites Turnier nach eigenem Format |
Ein DFB-Pokalsieg führt daher nicht direkt in den UEFA Super Cup. Auch ein deutscher Meister braucht dafür den Sieg in einem der beiden maßgeblichen europäischen Wettbewerbe.
Der Super Cup ist zugleich ein offizieller Titel und eine frühe Standortbestimmung für die neue Saison. Seit den Europapokalfinals können sich Kader, Trainer oder Vorbereitung geändert haben. Ein Ergebnis aus dieser einen Partie liefert deshalb keinen vollständigen Vergleich aller europäischen Vereinsmannschaften.
Was bekommt der Gewinner?
Der Gewinner erhält den UEFA-Super-Cup-Titel und eine Trophäe als Nachbildung, während das Original Eigentum der UEFA bleibt. Das Reglement sieht außerdem Medaillen für beide Mannschaften vor.
Der Titel kommt zu den Erfolgen hinzu, mit denen sich die Vereine bereits qualifiziert haben. Eine Niederlage nimmt dem Champions-League- oder Europa-League-Sieger seinen vorherigen Europapokal nicht weg.
Die Teilnahme an künftigen Ligaphasen richtet sich weiterhin nach den dort geltenden Qualifikationsregeln. Du solltest den Super-Cup-Sieg deshalb nicht mit dem Zugangsrecht verwechseln, das beispielsweise ein Europa-League-Sieger durch seinen vorherigen Titel erhält.

Wo kannst du das Spiel in Deutschland sehen?
Die Übertragung musst du für die konkrete Ausgabe prüfen, weil Rechte und Angebote vom Jahr und vom Land abhängen. Für das Spiel 2026 in Salzburg bestätigte DAZN eine Liveübertragung in Deutschland.
Eine ältere Senderangabe ist keine Zusage für 2027. Prüfe vor dem nächsten Spiel die offizielle UEFA-Partnerübersicht und den angekündigten Spielplan des jeweiligen Anbieters. Verwechsle dabei eine Liveübertragung nicht mit späteren Zusammenfassungen oder kurzen Highlights.
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