Regentonnen verbinden: Oben oder unten anschließen?

Du kannst Regentonnen verbinden, indem du sie über abgedichtete Anschlüsse und einen passenden Schlauch koppelst. Eine obere Verbindung leitet Wasser erst weiter, wenn die erste Tonne fast voll ist. Bei einer unteren Verbindung gleichen sich die Wasserstände an. Welche Lösung besser passt, hängt davon ab, wie du das Wasser entnehmen möchtest, welche Höhen die Behälter haben und wie du die Leitungen vor Frost schützt.

Regentonnen verbinden: Ist oben oder unten besser?

Eine untere Verbindung ist praktisch, wenn du den Wasservorrat gemeinsam nutzen möchtest. Eine obere Verbindung eignet sich eher als Überlauf von einem Behälter in den nächsten. Beide Varianten brauchen einen sicheren Ablauf für den Fall, dass schließlich alle Tonnen voll sind.

FrageObere VerbindungUntere Verbindung
Wie werden die Tonnen gefüllt?Nacheinander, sobald das Wasser die Verbindung erreichtDer Wasserstand gleicht sich während des Füllens an
Kannst du alles über einen Hahn entnehmen?Nein, unterhalb der Verbindung bleiben getrennte VorräteWeitgehend, soweit die Anschlüsse und der Entnahmehahn tief genug sitzen
Was passiert bei einer undichten Verbindung?Wasser geht bis zur Höhe der undichten Stelle verlorenEin großer Teil des gesamten Vorrats kann auslaufen
Was ist im Winter wichtig?Auch oben dürfen keine wassergefüllten Schlauchsäcke bleibenLeitung, Anschlüsse und Behälter müssen nach Herstellerangabe entleert werden

Möchtest du zwei ähnlich hohe Regentonnen verbinden und das Wasser gemeinsam entnehmen, ist ein unterer Anschluss meist die übersichtlichste Lösung. Soll dagegen die erste Tonne als Hauptbehälter dienen und der Überschuss getrennt gesammelt werden, kann eine obere Koppelung sinnvoll sein.

Bei der unteren Verbindung zählt der Wasserspiegel

Wenn du offene Regentonnen verbinden möchtest und die Anschlüsse unten setzt, gleichen sich die Wasserstände auf derselben waagerechten Höhe aus. Entscheidend ist die Höhe über dem Boden, nicht die Zahl der Liter oder der Abstand zur jeweiligen Tonnenunterkante.

Stell dir zwei offene Behälter vor, die durch einen mit Wasser gefüllten Schlauch verbunden sind. Sobald in einer Tonne der Wasserspiegel höher liegt, fließt Wasser zur anderen. Der Ausgleich endet, wenn beide Oberflächen gleich hoch liegen. Das funktioniert, solange die Verbindung offen, ausreichend durchgängig und mit Wasser gefüllt ist.

Wenn du Regentonnen verbinden willst, bedeutet das deshalb nicht, dass beide Behälter denselben Füllstand in Prozent erreichen. Bei unterschiedlich hohen Tonnen kann derselbe Wasserspiegel verschiedene Füllstände in Prozent bedeuten. Unterschiedliche Breiten beeinflussen dagegen, wie viele Liter die Behälter bei gleicher Wasserhöhe enthalten. Die nutzbare Kapazität ergibt sich aus den tatsächlichen Abmessungen und Anschlusshöhen.

Kannst du unterschiedlich hohe Regentonnen verbinden?

Ja, doch die niedrigste ungesicherte Überlaufkante begrenzt den gemeinsamen Wasserstand. Eine hohe Tonne lässt sich nicht beliebig bis oben füllen, wenn eine unten angeschlossene kleinere Tonne schon vorher überläuft.

Miss deshalb vor dem Kauf von Zubehör die Höhen aller Behälterränder, Zuläufe und Überläufe. Ein höherer Sockel kann Unterschiede ausgleichen, muss aber das volle Gewicht des darauf stehenden Behälters tragen. Improvisierte Stapel sind dafür keine gute Grundlage. Wie du eine Regentonne aufstellen und den Untergrund vorbereiten kannst, hängt auch vom vorhandenen Stellplatz ab.

Welche Anschlüsse und welchen Schlauch brauchst du?

Damit du Regentonnen verbinden kannst, brauchst du für die Tonnenwände geeignete Durchführungen, passende Dichtungen und einen Verbindungsschlauch. Die Teile müssen zusammenpassen und für die vorgesehene Montage am Behälter geeignet sein.

  • Tankdurchführungen oder Schlauchstutzen: Sie sitzen dicht in der Tonnenwand. Manche werden mit einer innenliegenden Kontermutter befestigt, andere Systeme verwenden spezielle Steckdichtungen.
  • Dichtungen: Anzahl, Position und Einbaurichtung richten sich nach dem Verbindungsset. Eine zusätzliche, wahllos aufgebrachte Silikonschicht ersetzt keine korrekte Montage.
  • Schlauch: Er muss zum Anschlussdurchmesser passen und darf weder geknickt noch dauerhaft auf Zug belastet werden.
  • Absperrmöglichkeiten: Bei einer unteren Verbindung erleichtern Ventile das Trennen einzelner Behälter und die Wartung. Auch der abgesperrte Leitungsabschnitt braucht eine Entleerungsmöglichkeit.
  • Werkzeug: Häufig werden Maßband, Wasserwaage, Akkuschrauber mit passender Lochsäge und ein Werkzeug zum Entgraten benötigt.

Die aufgedruckte Gewindegröße ist nicht automatisch der Bohrdurchmesser. Ein Anschluss mit einer Zollangabe kann eine größere Öffnung in der Wand benötigen. Bohre deshalb ausschließlich nach dem Maß, das der Hersteller der Durchführung nennt.

Mit einem dünnen Gartenschlauch lassen sich Regentonnen verbinden, doch bei starkem Zulauf oder schneller Pumpenentnahme kann der Pegelausgleich hinterherhinken. Wähle die Verbindung nach der vorgesehenen Wassermenge und der Herstellerempfehlung. Ein größerer Schlauchquerschnitt ist kein Ersatz für einen ausreichend dimensionierten Überlauf.

Schlauch mit dichten Tankdurchführungen zwischen zwei blauen Regentonnen
Dichte Tankdurchführungen und ein spannungsfrei liegender Schlauch sind wichtiger als eine improvisierte Verbindung.

Regentonnen verbinden in sieben Schritten

Montiere die Verbindung an leeren Tonnen, die bereits an ihrem endgültigen Platz stehen. So vermeidest du Zug auf die Anschlüsse und kannst innen sauber arbeiten.

  1. Behälter prüfen: Kontrolliere, ob die Tonnen zum Anbohren und Verbinden vorgesehen sind. Nutze vorhandene Anschlussflächen oder vorgesehene Gewinde. Rissige, spröde oder stark verformte Tonnen solltest du nicht nachträglich belasten.
  2. Endgültig ausrichten: Stelle beide Behälter standsicher auf und prüfe die relevanten Höhen. Lass genügend Platz für Deckel, Reinigung und die spätere Demontage.
  3. Anschlüsse markieren: Wähle glatte, zugängliche Stellen entsprechend der Anleitung. Sitzen die Tonnen auf unterschiedlichen Ebenen, überträgst du die absolute Höhe mit der Wasserwaage. Vermeide stark gekrümmte Übergänge und Verstärkungsrippen.
  4. Passende Öffnungen herstellen: Bohre kontrolliert mit dem vorgeschriebenen Werkzeug. Entferne lose Späne und glätte die Kanten, ohne die Öffnung unnötig zu vergrößern.
  5. Durchführungen einsetzen: Lege die Dichtungen nach Anleitung ein. Ziehe Kunststoffteile nicht mit Gewalt fest. Übermäßiger Druck kann die Dichtung herausquetschen oder den Anschluss beschädigen.
  6. Schlauch montieren: Verbinde die Stutzen, sichere vorgesehene Schlauchschellen und kontrolliere den Verlauf. Der Schlauch soll spannungsfrei liegen und darf nicht als Stolperfalle über den Weg führen.
  7. Langsam testen: Fülle zunächst nur einen Teil des Vorrats ein. Prüfe jede Verbindung mit einem trockenen Tuch, beobachte den Pegelausgleich und kontrolliere nach höherer Befüllung erneut.

Wenn du Regentonnen verbinden willst, gehört der Dichtigkeitstest dazu. Ein durchgetränkter Boden unter dem Anschluss zählt dabei nicht als Erfolg. Lass das Wasser bis unter den betroffenen Anschluss ab, bevor du nachbesserst. Eine schwere, gefüllte Tonne zu verschieben, kann aus einer kleinen Undichtigkeit schnell eine größere machen.

Was gilt bei geschlossenen Tanks ohne großen Deckel?

Willst du geschlossene Regentonnen verbinden, brauchst du eine Anschlusslösung, die sich ohne Hineingreifen montieren lässt. Ein gewöhnliches Set mit innenliegender Kontermutter ist dort nicht automatisch geeignet.

Der Hersteller GARANTIA weist bei verbundenen Behältern außerdem auf die notwendige Entlüftung hin. Verdrängte Luft muss entweichen können, wenn Wasser einströmt. Bohre deshalb keine beliebigen Zusatzlöcher in einen geschlossenen Speicher, sondern verwende die vorgesehenen Anschlüsse und beachte dessen Anleitung.

Der Überlauf bleibt auch bei mehreren Tonnen unverzichtbar

Auch wenn du mehrere Regentonnen verbinden kannst, bleibt ihr Vorrat begrenzt. Zusätzliche Tonnen verschieben den Zeitpunkt des Überlaufens, verhindern ihn aber nicht. Sobald der gesamte Vorrat gefüllt ist, muss weiteres Regenwasser sicher abgeleitet werden.

Eine obere Verbindung zur zweiten Tonne ist zunächst nur ein interner Überlauf. Sie sagt noch nichts darüber aus, wohin das Wasser aus der letzten Tonne fließt. Bei einer unteren Verbindung müssen außerdem die Überlaufsicherung des Zulaufs und die niedrigste Behälterkante zueinander passen.

Teste das System deshalb nicht nur halb gefüllt. Prüfe auch kontrolliert, was beim Erreichen des maximalen Wasserstands passiert. Wasser darf sich weder am Hausfundament sammeln noch auf Nachbargrundstücke oder häufig benutzte Wege laufen. Für eine größere, dauerhaft angelegte Versickerung sind die örtlichen Bedingungen entscheidend.

Verwechsle dabei möglichen Jahresertrag und notwendiges Speichervolumen nicht. Eine Dachfläche kann im Laufe eines Jahres viele Tausend Liter liefern, obwohl dein Behälter nur einige Hundert Liter fasst und zwischen Regenereignissen immer wieder geleert wird. Für die Erweiterung zählt, welcher Vorrat dir zwischen typischen Regenfällen tatsächlich fehlt und wie viel Platz du sicher nutzen kannst.

Zwei geschlossene Regentonnen auf einem ebenen Pflaster vor einer Gartenhütte
Beide Tonnen brauchen einen tragfähigen, ebenen Standplatz und frei zugängliche Anschlüsse.

Warum wird eine Tonne nicht richtig voll?

Wenn du Regentonnen verbinden und den Vorrat gemeinsam nutzen möchtest, müssen Wasserstände und Durchfluss zusammenpassen. Steigen die Pegel nicht wie erwartet, prüfst du zuerst Höhen, Leitungsführung und Durchgängigkeit. Mehr Regen löst einen Montagefehler nicht.

BeobachtungMögliche UrsacheWas du kontrollierst
Nur die erste Tonne füllt sichObere Verbindung noch nicht erreicht oder Leitung blockiertAnschlusshöhe, Absperrventile, Knicke und Verschmutzung
Die zweite Tonne läuft früh überIhr Rand liegt niedriger als der vorgesehene HöchststandAbsolute Höhen und Überlaufsicherung
Beim Pumpen sinkt nur ein Pegel schnellVerbindung fördert weniger Wasser nach, als entnommen wirdSchlauchquerschnitt, Länge, Verengungen und Ventilstellung
Es tropft am StutzenDichtung sitzt falsch oder die Wand ist ungeeignetMontageanleitung, saubere Dichtfläche und Spannungsfreiheit

Kannst du Regentonnen verbinden, ohne zu bohren?

Ein vollständig mit Wasser gefüllter Schlauch über den Tonnenrändern kann nach dem Heberprinzip funktionieren. Dafür müssen beide Enden unter Wasser bleiben und der Schlauch darf keine Luft ziehen.

Du kannst Regentonnen verbinden, ohne feste Anschlüsse einzubauen. Diese Lösung ist allerdings störanfälliger: Niedrige Wasserstände und verrutschende Schlauchenden können den Wasserfluss unterbrechen. Sie eignet sich eher für einen beaufsichtigten Versuch als für ein dauerhaft unbeachtetes System. Befülle einen solchen Schlauch mit sauberem Wasser und halte die Enden während des Einlegens geschlossen. Regenwasser mit dem Mund anzusaugen ist unnötig.

So bleiben Verbindung und Vorrat zuverlässig nutzbar

Wer Regentonnen verbinden möchte, sollte die Anschlüsse regelmäßig kontrollieren: zu Saisonbeginn, nach Veränderungen am Stellplatz und vor dem Winter. Achte auf poröse Schläuche, lockere Stutzen, nachgebende Sockel und einen freien Überlauf.

Die Deckel müssen weiterhin sicher schließen. Eine Verbindung soll den Vorrat erweitern, aber keine offenen Wasserstellen schaffen. Entferne angesammelten Schmutz rechtzeitig, damit sich die Leitungen nicht zusetzen.

Bevor Frost kommt, musst du die Regentonne winterfest machen und dabei alle verbundenen Behälter berücksichtigen. Der Wintercheck von GRAF unterscheidet zwischen Speichern, Fallrohrfiltern, Hähnen und Leitungen. Ein geschlossenes Ventil schützt einen dahinter vollständig wassergefüllten Schlauch nicht vor Frost. Entleere die Anlage entsprechend den Anleitungen, bevor aus deinem zusätzlichen Wasservorrat eine winterliche Reparaturaufgabe wird.

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