Bohnen aufwärmen: Ist das gefährlich oder sogar giftig?

Ja, gekochte Bohnen dürfen aufgewärmt werden. Gefährlich werden sie nicht dadurch, dass sie ein zweites Mal heiß werden. Entscheidend ist, dass die Bohnen ursprünglich vollständig gegart, anschließend rasch gekühlt und beim Aufwärmen gründlich erhitzt wurden. Standen die Reste längere Zeit ungekühlt, sind bereits mehrere Tage alt oder wirken verdorben, sollten sie nicht mehr gegessen werden.

Sind aufgewärmte Bohnen giftig?

Richtig zubereitete und gelagerte Bohnen werden durch das Aufwärmen nicht giftig. Der entscheidende Unterschied besteht zwischen dem erstmaligen Garen roher Bohnen und dem späteren Erwärmen bereits gekochter Bohnen.

Beim ersten Garen müssen natürlich vorkommende Lektine wie Phasin durch ausreichend hohe Temperaturen unschädlich gemacht werden. Danach geht es vor allem darum, eine starke Vermehrung von Keimen zu verhindern. Dafür sollten die Bohnen nach dem Essen schnell abkühlen, in den Kühlschrank kommen und später vollständig durcherhitzt werden.

Als einfache Orientierung gelten deshalb drei Regeln:

  • Rohe oder getrocknete Bohnen immer vollständig garen
  • Gekochte Reste zügig kühlen und abgedeckt aufbewahren
  • Beim Aufwärmen die gesamte Portion gleichmäßig erhitzen

Das erneute Erhitzen an sich ist somit nicht das Problem. Kritisch wird es vor allem, wenn Bohnen nach dem Kochen längere Zeit lauwarm oder bei Zimmertemperatur stehen.

Warum können Bohnen überhaupt giftig sein?

Rohe Bohnen können gesundheitsschädliche Lektine enthalten. Bei grünen Gartenbohnen ist insbesondere das Protein Phasin relevant. Es kann Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall verursachen. Bereits wenige rohe Samen können ausreichen, um Beschwerden hervorzurufen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt deshalb davor, Gartenbohnen roh oder lediglich schonend gegart zu essen. Die enthaltenen Lektine werden erst durch ausreichend hohe Temperaturen und eine entsprechende Garzeit unschädlich gemacht. Das BfR empfiehlt als vorsichtige Orientierung, frische Bohnen etwa 30 Minuten bei 100 °C zu kochen. Bei abgepackten oder tiefgekühlten Bohnen sollten außerdem die Zubereitungshinweise des Herstellers beachtet werden.

Wurden die Bohnen beim ersten Mal vollständig gegart, entsteht das zerstörte Phasin beim Abkühlen oder Aufwärmen nicht neu. Ein kurzes Erwärmen kann allerdings keine unzureichende ursprüngliche Garung ausgleichen. Bohnen, die beim ersten Essen noch roh oder auffallend hart waren, sollten daher nicht einfach nur einige Minuten aufgewärmt werden.

Entsteht beim Aufwärmen von Bohnen Blausäure?

Beim üblichen Aufwärmen gekochter grüner, weißer oder roter Bohnen entsteht keine Blausäure. Die bei diesen Bohnen im Zusammenhang mit einer Vergiftung hauptsächlich relevante Stoffgruppe sind Lektine wie Phasin.

Die Annahme „Bohnen aufwärmen = Blausäure“ beruht daher meist auf einer Verwechslung verschiedener natürlicher Pflanzengifte. Entscheidend bleibt: Bohnen müssen beim ersten Zubereiten ausreichend lange und heiß gegart werden. Das spätere Wiedererwärmen setzt nicht plötzlich Blausäure frei.

Wie lange sind gekochte Bohnen im Kühlschrank haltbar?

Gekochte Bohnen sollten schnell abgekühlt, abgedeckt in den Kühlschrank gestellt und innerhalb von zwei bis drei Tagen gegessen werden. Das gilt auch für die meisten anderen Reste gegarter Speisen. Der Kühlschrank sollte höchstens 7 °C, besser weniger als 5 °C warm sein.

Damit eine größere Menge schneller abkühlt, kann sie auf mehrere flache Behälter verteilt werden. Ein großer Topf mit heißem Bohneneintopf hält seine Wärme im Inneren deutlich länger. Die Reste sollten nicht erst stundenlang auf der Arbeitsplatte stehen, bis auch der letzte Teil vollständig kalt ist.

Wer die Bohnen erst später benötigt, kann sie portionsweise einfrieren. Das ist auch praktisch, weil anschließend nur die tatsächlich benötigte Menge aufgetaut und erhitzt werden muss.

Müssen vorbereitete Bohnen oder andere Speisereste unterwegs transportiert werden, kommt es auf eine möglichst durchgehende Kühlung an. Wie lange eine Kühltasche Lebensmittel tatsächlich kalt hält, hängt dabei unter anderem von den Kühlakkus, der Isolierung und der Außentemperatur ab.

Kann man gekochte Bohnen am nächsten Tag kalt essen?

Vollständig gegarte Bohnen können am nächsten Tag auch kalt gegessen werden, sofern sie nach der Zubereitung rasch gekühlt und durchgehend im Kühlschrank aufbewahrt wurden. Das gilt beispielsweise für einen Bohnensalat aus gekochten oder vorgegarten Bohnen.

Enthält das Gericht zusätzlich empfindliche Zutaten wie Fleisch, Fisch, Sahne oder Mayonnaise, richtet sich die Haltbarkeit nach der empfindlichsten Zutat. Auch bereits auf dem Teller gewesene Reste sollten nicht zurück in den Vorratsbehälter gegeben werden.

Wie wärmt man Bohnen richtig auf?

Bohnen sollten beim Aufwärmen an allen Stellen mindestens 70 °C erreichen und für etwa zwei Minuten ausreichend heiß bleiben. Bei einem Eintopf oder einer Soße lässt sich das meist daran erkennen, dass das Gericht vollständig dampft und kurz aufkocht. Einzelne heiße Stellen reichen jedoch nicht aus.

Vor dem Erwärmen sollte nur die benötigte Portion aus dem Kühlschrank genommen werden. Der übrige Vorrat bleibt kalt und wird nicht unnötig einem weiteren Temperaturwechsel ausgesetzt.

Bohnen im Topf oder in der Pfanne aufwärmen

Im Topf oder in der Pfanne lassen sich Bohnen besonders gleichmäßig erhitzen. So geht es:

  1. Die benötigte Portion in einen passenden Topf oder eine Pfanne geben.
  2. Bei eher trockenen Bohnen einen kleinen Schuss Wasser oder Brühe hinzufügen.
  3. Unter regelmäßigem Rühren vollständig erhitzen.
  4. Darauf achten, dass auch die Bohnen in der Mitte der Portion heiß sind.

Bohneneintopf sollte während des Erwärmens mehrfach umgerührt werden. Dadurch gelangt die Hitze gleichmäßiger in das Gericht und am Topfboden brennt weniger an.

Bohnen in der Mikrowelle aufwärmen

Auch in der Mikrowelle können Bohnen sicher aufgewärmt werden. Da Mikrowellen die Speisen nicht immer gleichmäßig erhitzen, sind mehrere kurze Heizintervalle sinnvoll.

Die Bohnen werden in ein mikrowellengeeignetes Gefäß gegeben, locker abgedeckt und zwischendurch gründlich umgerührt. Nach dem Erhitzen sollte die Portion kurz stehen und anschließend noch einmal durchmischt werden. So kann sich die Wärme besser verteilen.

Eine feste Minutenzahl oder Wattzahl lässt sich nicht seriös nennen. Sie hängt von der Menge, der Ausgangstemperatur, dem verwendeten Gefäß und der Leistung des Geräts ab. Wichtiger als die genaue Einstellung ist, dass keine kalten Bereiche zurückbleiben.

Welche Bohnen kann man wieder aufwärmen?

Grundsätzlich lassen sich alle vollständig gegarten Bohnen erneut erwärmen. Je nach Ausgangsprodukt gibt es jedoch Unterschiede:

Bohnensorte oder GerichtBeim Aufwärmen beachten
Grüne Bohnen, Brechbohnen und PrinzessbohnenBeim ersten Zubereiten ausreichend lange kochen; danach rasch kühlen und vollständig erhitzen
Kidneybohnen und weiße Bohnen aus Dose oder GlasSie sind bereits vorgegart und können kalt gegessen oder erwärmt werden
Selbst gekochte getrocknete BohnenMindestens fünf Stunden einweichen, das Einweichwasser wegschütten und die Bohnen anschließend in frischem Wasser vollständig garen; Packungsangaben beachten
Tiefgekühlte grüne BohnenKönnen lediglich blanchiert und noch nicht verzehrfertig gegart sein; Hinweise auf der Verpackung beachten
EdamameErst vollständig garen, anschließend ist auch erneutes Erwärmen möglich
Bohneneintopf oder ChiliLangsam erhitzen, mehrfach umrühren und besonders auf die Zutaten außer den Bohnen achten
Bohnen mit Speck, Fleisch oder SahnesoßeHaltbarkeit und sichere Zubereitung richten sich auch nach den empfindlicheren tierischen Zutaten

Bei Bohnen aus einer geöffneten Konserve sollten nicht verwendete Reste in einen sauberen, verschließbaren Behälter umgefüllt und gekühlt werden. Die Hinweise des Herstellers zur Aufbewahrung nach dem Öffnen gehen allgemeinen Richtwerten vor.

Wie oft darf man Bohnen aufwärmen?

Bohnen sollten möglichst nur einmal wieder aufgewärmt werden. Zwar werden sie nicht automatisch giftig, wenn sie ein zweites Mal erhitzt werden. Jeder weitere Wechsel zwischen warm und kalt bietet Keimen jedoch eine zusätzliche Gelegenheit, sich zu vermehren. Außerdem leiden Konsistenz und Geschmack.

Besser ist es, nur die Menge zu erwärmen, die tatsächlich gegessen wird. Der übrige Teil bleibt bis zur nächsten Mahlzeit im Kühlschrank. Wurde bereits der gesamte Vorrat aufgewärmt, erneut abgekühlt und wieder warm gemacht, lässt sich seine Sicherheit nicht mehr allein anhand der Anzahl der Erwärmungen beurteilen. Entscheidend sind auch Dauer und Temperatur der Zwischenlagerung.

Wann sollte man aufgewärmte Bohnen nicht mehr essen?

Bohnenreste gehören in den Müll, wenn ihre sichere Lagerung nicht mehr nachvollziehbar ist. Das gilt insbesondere in folgenden Fällen:

  • Die Bohnen standen mehrere Stunden bei Zimmertemperatur oder in einem warmen Auto.
  • Sie wurden nach dem Kochen nur sehr langsam abgekühlt.
  • Sie befinden sich bereits länger als zwei bis drei Tage im Kühlschrank.
  • Das Gericht riecht säuerlich, gärig, muffig oder ungewöhnlich.
  • Die Bohnen sind schleimig oder zeigen Schimmel.
  • Eine Konservendose ist aufgebläht, undicht oder stark beschädigt.
  • Es ist unklar, ob frische oder getrocknete Bohnen ursprünglich vollständig gegart wurden.

Verdorbene Lebensmittel werden durch erneutes Aufkochen nicht wieder einwandfrei. Auch eine kleine Kostprobe ist keine zuverlässige Sicherheitsprüfung, da nicht jede problematische Keimbelastung an Geruch oder Geschmack zu erkennen ist.

Was tun bei Beschwerden nach dem Essen von Bohnen?

Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall nach dem Verzehr von Bohnen können auf rohe beziehungsweise unzureichend gegarte Bohnen oder auf ein verdorbenes Gericht hindeuten. Nach Angaben des BfR können Beschwerden durch Phasin bereits etwa zwei bis drei Stunden nach dem Essen beginnen.

Wurden rohe oder möglicherweise nicht ausreichend gegarte Bohnen gegessen, sollte bei auftretenden Beschwerden umgehend medizinischer Rat eingeholt werden. Das gilt besonders bei Kindern sowie bei starkem Erbrechen, blutigem Durchfall, Fieber oder Kreislaufproblemen.

Fazit – richtig gelagerte Bohnen lassen sich sicher aufwärmen

Gekochte Bohnen können am nächsten Tag ohne Bedenken wieder aufgewärmt werden, wenn sie zuvor vollständig gegart und anschließend rasch gekühlt wurden. Im Kühlschrank sollten die Reste höchstens zwei bis drei Tage bleiben. Beim Aufwärmen sollte die gesamte Portion gleichmäßig auf mindestens 70 °C erhitzt werden.

Die eigentliche Gefahr entsteht somit nicht durch das zweite Erhitzen. Problematisch sind rohe oder unzureichend gegarte Bohnen sowie Reste, die zu lange ungekühlt standen. Wer nur die benötigte Portion erwärmt, vermeidet unnötige Temperaturwechsel und erhält außerdem Geschmack und Konsistenz.