Ein Buckelwal kann viele Tonnen wiegen und trotzdem fast vollständig aus dem Wasser springen. Unter der Oberfläche beherrscht er weitere Kunststücke: Manche Tiere treiben Fische mit Luftblasen zusammen, während die Männchen lange, veränderliche Lieder singen. Was macht diese Walart so besonders? Hier erfährst du, wie groß Buckelwale werden, was sie fressen und woran du sie erkennst. Denn zwischen einem riesigen Maul und einem Menschenfresser liegt zum Glück ein ziemlich deutlicher Unterschied.
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Der Buckelwal im Steckbrief
| Merkmal | Das Wichtigste |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Megaptera novaeangliae |
| Tiergruppe | Säugetiere, Bartenwale, Familie der Furchenwale |
| Größe | Häufig etwa 12 bis 16 Meter, große Tiere bis ungefähr 18 Meter |
| Gewicht | Meist ungefähr 25 bis 35 Tonnen, große Tiere um 40 Tonnen |
| Alter | Mehrere Jahrzehnte, nach Schätzungen etwa 80 bis 90 Jahre möglich |
| Nahrung | Krill und kleine Schwarmfische |
| Lebensraum | Weltmeere von polaren bis tropischen Regionen |
| Besonderheiten | Sehr lange Brustflossen, individuelle Schwanzflosse, Gesänge und Blasennetze |
Größe und Gewicht hängen unter anderem von Geschlecht, Herkunft, Alter und Ernährungszustand ab. Weibchen sind im Durchschnitt etwas größer als Männchen. Ein einzelner schmaler oder ungewöhnlich großer Wal ist deshalb kein guter Maßstab für die ganze Art.
Größe und lange Brustflossen machen den Buckelwal unverwechselbar
Ein ausgewachsener Buckelwal ist ungefähr so lang wie ein Stadtbus oder noch ein gutes Stück länger. Seinen deutschen Namen verdankt er dem erhöhten Bereich an der Rückenflosse und dem deutlich gewölbten Rücken beim Abtauchen. Er trägt also keinen Buckel wie ein Kamel.
Das auffälligste Merkmal sind seine langen Brustflossen, die auch Flipper heißen. Sie können ungefähr ein Drittel seiner Körperlänge erreichen. Dazu kommen ein kräftiger Körper und knubbelige Erhebungen am Kopf. Diese sogenannten Tuberkel gehören zur normalen Anatomie und sind keine Warzenkrankheit.
Die Schwanzflosse heißt Fluke. An ihrer individuellen Zeichnung können Fachleute einzelne Buckelwale auf Fotos wiedererkennen. Dabei helfen das Muster aus dunklen und hellen Flächen, die Form der Hinterkante und auffällige Narben. Der spannendste „Ausweis“ dieses Tieres steckt ausgerechnet am hinteren Ende.
Ein Blauwal wird deutlich größer und wirkt langgestreckter. Der Pottwal fällt dagegen durch seinen riesigen, fast rechteckigen Kopf auf und gehört zu den Zahnwalen. Drei große Wale, drei ziemlich unterschiedliche Erscheinungen.
Buckelwale fressen Krill und kleine Schwarmfische
Die Nahrung des Buckelwals besteht vor allem aus kleinen Krebstieren und Fischen. Je nach Region landen beispielsweise Krill, Heringe oder Sandaale im Maul. Krill gehört zum tierischen Plankton. „Plankton“ bedeutet hier also nicht, dass der Wal Algen wie einen Salat abweidet.
Erwachsene Buckelwale besitzen keine Zähne. Stattdessen hängen Barten aus Hornmaterial vom Oberkiefer herab. Mit ihren ausgefransten Innenrändern bilden sie einen Filter.
Beim Fressen öffnet der Wal sein Maul und nimmt Wasser samt Beute auf. Die Furchen an Kehle und Bauch erlauben es dem Gewebe, sich stark auszudehnen. Anschließend wird das Wasser durch die Barten wieder herausgedrückt. Die kleinen Beutetiere bleiben zurück und werden geschluckt. Das Maul funktioniert damit eher wie ein sehr geräumiges Sieb als wie eine riesige Kaumaschine.
Blasennetze verdichten die Beute vor dem Zuschnappen
Einige Buckelwale machen die Nahrungssuche besonders raffiniert. Sie schwimmen unter Wasser Bögen oder Kreise und lassen dabei Luftblasen aufsteigen. Der entstehende Blasenvorhang hilft, Beute auf engem Raum zusammenzuhalten.
Bei der gemeinsamen Jagd können mehrere Tiere zusammenarbeiten und anschließend mit geöffneten Mäulern nach oben stoßen. Auch einzelne Buckelwale bauen Blasennetze. Forschende haben vor Alaska beobachtet, dass sie dabei unter anderem die Größe und Anordnung der Blasenringe verändern.
Nicht jeder Buckelwal jagt so. Welche Methode ein Tier nutzt, hängt von Beute, Gebiet und erlerntem Verhalten ab. Ein hochschießender Wal mit offenem Maul kann deshalb gerade fressen. Das ist etwas anderes als der typische Sprung, bei dem ein großer Teil des Körpers frei aus dem Wasser kommt.

Der Gesang der Buckelwale verändert sich durch Lernen
Die langen, geordneten Buckelwalgesänge werden von Männchen gesungen. Sie bestehen aus wiederkehrenden Lautfolgen, die sich zu größeren Abschnitten und ganzen Liedern zusammensetzen. Für unsere Ohren klingt das nach tiefem Stöhnen, Pfeifen, Quietschen und manchmal nach einer Tür, die dringend geölt werden müsste.
Innerhalb einer Population singen die Männchen häufig ähnliche Liedversionen. Diese verändern sich mit der Zeit. Neue Muster können von anderen Tieren übernommen werden und sich sogar zwischen Populationen verbreiten. Die Wale lernen also voneinander. Ihr Repertoire ist keine unveränderliche Tonaufnahme, die bei der Geburt mitgeliefert wird.
Die Gesänge stehen mit dem Fortpflanzungsverhalten in Verbindung. Was einzelne Bestandteile genau bewirken und wie Weibchen oder andere Männchen darauf reagieren, ist aber nicht vollständig geklärt. „Er singt ausschließlich, um ein Weibchen anzulocken“ wäre daher zu eng gefasst.
Auch Weibchen und Jungtiere geben Laute von sich. Nicht jeder Buckelwallaut ist ein Gesang. Die langen Lieder und kürzere Kontaktlaute sollte man auseinanderhalten. Ein fertiges Wörterbuch für Walgespräche gibt es bisher ebenfalls nicht.
Die Sprünge der Buckelwale haben vermutlich mehrere Funktionen
Wenn sich ein Buckelwal aus dem Meer wirft und seitlich oder mit dem Rücken aufschlägt, heißt das Breaching. Dafür beschleunigt er mit kräftigen Schlägen seiner Schwanzflosse. Der anschließende Aufprall ist deutlich mehr als ein kleiner Bauchklatscher.
Warum Buckelwale springen, lässt sich nicht für jede Situation mit einem einzigen Grund erklären. Die dabei entstehenden Geräusche können zur Verständigung beitragen. Auch Spiel und das Ablösen von Hautbewuchs werden als mögliche Funktionen diskutiert. Nicht jede dieser Erklärungen ist für jeden Sprung nachgewiesen.
Ähnlich vorsichtig sollte man das Schlagen mit Brust- oder Schwanzflossen deuten. Es gehört zum Verhaltensrepertoire, ist aber kein verlässliches „Hallo“ an Menschen. Wer auf einem Ausflugsboot steht, sieht ein Wildtier bei seinem eigenen Tagesprogramm und keine bestellte Vorstellung.
Buckelwale wandern zwischen Futtergebieten und warmen Kinderstuben
Viele Buckelwale verbringen die nahrungsreiche Jahreszeit in kühleren Gewässern und ziehen zur Fortpflanzung in wärmere Regionen. Dabei legen sie je nach Population mehrere Tausend Kilometer zurück.
Im Nordpazifik wandern beispielsweise Tiere zwischen Alaska und Hawaii. Im Nordatlantik liegen Futtergebiete unter anderem vor Nordamerika und im hohen europäischen Norden, während sich viele Tiere im Winter in Richtung Karibik oder Kapverden bewegen. Die Wege unterscheiden sich. Es gibt keine gemeinsame Walroute, auf der alle hintereinander zum selben Strand ziehen.
In den Futtergebieten bauen Buckelwale Fettreserven auf. Auf der Wanderung und in vielen Fortpflanzungsgebieten fressen sie wenig und nutzen diese Vorräte. Das beschreibt ein typisches Muster, keine ausnahmslose Fastenregel für jeden Wal und jeden Tag.
Ein Buckelwalbaby ist bei der Geburt bereits mehrere Meter lang
Nach ungefähr elf bis zwölf Monaten Tragzeit kommt normalerweise ein einzelnes Kalb zur Welt. Es misst bereits etwa vier bis fünf Meter. Die Mutter säugt es mit energiereicher Milch und bleibt meist ungefähr ein Jahr eng mit ihm verbunden.
Das Kalb wächst schnell und begleitet seine Mutter später auf der Wanderung. Zwischen zwei Geburten liegen häufig zwei bis drei Jahre. Verliert eine Population viele Tiere, lässt sich das deshalb nicht innerhalb einer einzigen Fortpflanzungssaison ausgleichen.
Buckelwale können ein hohes Alter erreichen
Buckelwale leben mehrere Jahrzehnte. Die amerikanische Meeresbehörde NOAA nennt etwa 80 bis 90 Jahre als mögliche Lebensspanne. Andere Artporträts geben niedrigere Werte an, weshalb eine einzelne Zahl wie „Ein Buckelwal wird 80“ mehr Genauigkeit vortäuscht, als sie liefert.
Bei frei lebenden Walen ist das Geburtsjahr oft unbekannt. Über viele Jahre wiedererkannte Tiere liefern wertvolle Mindestalter. Daneben nutzen Forschende biologische Altersmerkmale. Aus der Körperlänge allein lässt sich das Alter eines ausgewachsenen Buckelwals jedenfalls nicht zuverlässig ablesen.

Buckelwale werden vor allem bei zu wenig Abstand gefährlich
Buckelwale jagen keine Menschen. Ihre Nahrung besteht aus kleinen Meerestieren. Trotzdem kann eine Begegnung gefährlich werden, wenn Boote, Kajaks oder Schwimmer einem Wal zu nahe kommen. Schon eine unbeabsichtigte Bewegung seiner Flossen oder ein Sprung kann schwere Folgen haben.
Bei einer Walbeobachtung zählen deshalb ruhiges Verhalten, ausreichend Abstand und die örtlichen Regeln. Ein guter Anbieter verfolgt Tiere nicht, versperrt ihnen nicht den Weg und bedrängt keine Mutter mit Kalb. Ein Fernglas ist für solche Begegnungen erheblich sinnvoller als der Versuch, noch ein paar Meter näher heranzukommen.
Auch neugierige Annäherungen eines Wals sind keine Einladung zum Berühren. Besonders bei fressenden Tieren ist Zurückhaltung angebracht. Sie beschäftigen sich gerade mit ihrem Essen und rechnen nicht unbedingt mit einem Kajak zwischen den Fischen.
Erholte Buckelwalbestände brauchen weiterhin Schutz
Der kommerzielle Walfang hat Buckelwalbestände stark dezimiert. Seit Schutzmaßnahmen und Fangbeschränkungen greifen, haben sich viele Populationen erholt. Weltweit wird die Art derzeit als nicht gefährdet eingestuft. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede regionale Population sicher ist.
Zu den heutigen Gefahren gehören Verwicklungen in Fischereileinen und Netzen, Zusammenstöße mit Schiffen sowie Unterwasserlärm. Veränderungen von Meerestemperaturen und Nahrungsangebot können die Tiere zusätzlich belasten.
Schutz muss deshalb sowohl Wanderwege als auch Futter- und Fortpflanzungsgebiete berücksichtigen. Ein Buckelwal hält sich schließlich nicht an Ländergrenzen. Ein geschützter Küstenabschnitt hilft wenig, wenn das Tier auf dem weiteren Weg in einer Leine hängen bleibt.
FAQ: Häufige Fragen zum Buckelwal
Kann ein Buckelwal einen Menschen verschlucken?
Ein Mensch kann bei einem Fressvorgang versehentlich in das große Maul geraten. Ihn bis in den Magen herunterzuschlucken, ist etwas anderes: Dafür ist der Schlund eines Buckelwals zu eng. Berichte über „verschluckte“ Taucher meinen daher häufig das kurzzeitige Einschließen im Maul. Harmlos ist eine solche Situation keineswegs.
Welche natürlichen Feinde hat ein Buckelwal?
Vor allem Kälber können von Orcas angegriffen werden. Erwachsene Buckelwale sind durch ihre Größe und kräftigen Flossen wesentlich schwerere Beute. Die Mutter kann ihr Junges verteidigen. Menschlich verursachte Gefahren bleiben für den Schutz der Art besonders bedeutsam.
Wie viel frisst ein Buckelwal am Tag?
In der Fresssaison sind große Mengen nötig. WDC nennt bis zu ungefähr 1.360 Kilogramm Nahrung am Tag. Das ist eine mögliche Größenordnung unter entsprechenden Bedingungen, kein ganzjähriger Tagesbedarf jedes Buckelwals. Körpergröße, Beuteangebot und Jahreszeit machen einen erheblichen Unterschied.
Gibt es Buckelwale in der Ostsee?
Einzelne Buckelwale gelangen gelegentlich in die Ostsee. Eine dauerhaft dort lebende Population gibt es nicht. Ob ein gesichtetes Tier gesund ist, wie es dorthin kam oder warum es strandet, muss im jeweiligen Fall untersucht werden. Aus der Sichtung allein lässt sich die Ursache nicht erkennen.
Wie heißt der Buckelwal auf Englisch?
Er heißt „humpback whale“. „Humpback“ verweist auf den gewölbten Rücken. Der wissenschaftliche Gattungsname Megaptera bedeutet sinngemäß „großer Flügel“ und passt zu seinen auffällig langen Brustflossen.
Buckelwale hören, entdecken und beobachten
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Mit Mara und Blub auf Hörreise
Die Hörfigur „KLE!NE EXPERTEN – tauchen mit Walen“ begleitet eine Buckelwalmutter und ihr Kalb auf ihrer Reise und ist für Kinder ab drei Jahren gedacht. Sie lohnt sich vor allem, wenn eine Toniebox bereits vorhanden ist, denn diese wird zusätzlich benötigt und ist nicht enthalten.
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Suche auf dem Globus kalte Futtergebiete und warme Fortpflanzungsgebiete: So werden aus abstrakten Kilometern anschauliche Strecken. Das interaktive Modell ist für Kinder ab sieben Jahren gedacht, für diese Entdeckung reicht auch ein vorhandener Atlas.
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