Eine Schwalbe ist beim Fußball der Versuch, ein Foul vorzutäuschen und damit den Schiedsrichter zu täuschen. Wer dafür absichtlich zu Boden geht, riskiert eine Gelbe Karte. Doch nicht jeder Sturz ohne Freistoß ist gleich Schauspielkunst. Ein Spieler kann ausrutschen, das Gleichgewicht verlieren oder einem gefährlichen Tritt ausweichen. Entscheidend ist die Täuschung, nicht der besonders schwungvolle Abgang Richtung Rasen. Hier erfährst du, woran sich Schwalbe und Foul unterscheiden, wie das Spiel weitergeht und wann der VAR helfen darf.
Was ist eine Schwalbe im Fußball?
Bei einer Schwalbe erweckt ein Spieler bewusst den falschen Eindruck, ein Gegner habe ihn regelwidrig zu Fall gebracht. Er möchte beispielsweise einen Freistoß oder Elfmeter bekommen oder eine Karte für den Gegenspieler provozieren. Im Regelwerk gehört das zur Simulation, also zum absichtlichen Vortäuschen eines Fouls oder einer Verletzung.
Der typische Fall: Ein Angreifer legt sich den Ball an einem Verteidiger vorbei und fällt, obwohl ihn niemand zu Fall gebracht hat. Anschließend verlangt er einen Strafstoß. Das ist eine Schwalbe, wenn die Täuschungsabsicht erkennbar ist. Der Versuch genügt. Der Schiedsrichter muss darauf nicht erst hereinfallen.
Simulation ist auch ohne spektakulären Sturz möglich. Ein Spieler kann nach einer harmlosen Begegnung eine Verletzung vorspielen und dadurch einen vermeintlich schweren Angriff des Gegners darstellen. Einen ausführlichen Überblick über echte regelwidrige Zweikämpfe findest du in unserem Beitrag zum Foul im Fußball.
Schwalbe, Foul oder einfach gefallen? Der Unterschied zählt
„Kein Elfmeter“ und „Schwalbe“ sind zwei verschiedene Aussagen. Die erste bedeutet, dass kein strafstoßwürdiges Vergehen festgestellt wurde. Die zweite setzt einen Täuschungsversuch voraus.
| Situation | Worauf es ankommt | Mögliche Entscheidung |
|---|---|---|
| Ein Gegner bringt den Spieler regelwidrig zu Fall | Ein tatsächliches Vergehen liegt vor | Freistoß oder Strafstoß, gegebenenfalls Karte für den Gegner |
| Ein Spieler verliert bei erlaubtem Kontakt das Gleichgewicht | Weder Foul noch Täuschung | Weiterspielen |
| Ein Spieler rutscht aus | Der Sturz passiert ungewollt | Weiterspielen, sofern kein anderer Unterbrechungsgrund besteht |
| Ein Spieler täuscht bewusst ein Foul vor | Der Schiedsrichter soll getäuscht werden | Gelb wegen Simulation |
Ein Kontakt beweist also weder automatisch ein Foul noch widerlegt er automatisch eine Schwalbe. Ein leichter, erlaubter Körperkontakt kann als Anlass für eine Täuschung dienen. Umgekehrt kann schon eine kleine Berührung beim schnellen Laufen das Gleichgewicht erheblich stören. Ein theatralisch wirkender Sturz allein ist deshalb kein sicherer Beweis.
Auch ohne Berührung kann ein Gegner regelwidrig handeln, etwa durch einen gefährlichen Tritt oder den Versuch, einen Spieler zu treten. Weicht der Angreifer aus und fällt dabei, darf das fehlende Treffen nicht pauschal gegen ihn verwendet werden. Bei einer Grätsche ist deshalb der gesamte Zweikampf wichtig.

Welche Strafe gibt es für eine Schwalbe?
Eine erkannte Schwalbe muss mit Gelb wegen unsportlichen Verhaltens bestraft werden. Das gilt im Strafraum genauso wie im Mittelfeld. Die aktuellen Fußballregeln des DFB führen das Vortäuschen eines Fouls oder einer Verletzung unter den Verwarnungsgründen auf.
Ist der Spieler bereits verwarnt, folgt auf die zweite Gelbe Karte Gelb-Rot. Einen direkten Platzverweis allein für eine gewöhnliche Schwalbe sehen die Spielregeln nicht vor. Welche anderen Vergehen eine Verwarnung auslösen, erklärt unser Beitrag zur Gelben Karte im Fußball.
Wie wird das Spiel nach einer Schwalbe fortgesetzt?
Unterbricht der Schiedsrichter das laufende Spiel ausschließlich wegen der Simulation, erhält der Gegner einen indirekten Freistoß am Ort des Vergehens. Ein Strafstoß für die verteidigende Mannschaft entsteht daraus nicht. Auch innerhalb des eigenen Strafraums bleibt die Simulation ein indirektes Freistoßvergehen. Für den Torraum gelten besondere Ausführungsorte.
Anders ist es, wenn der Ball schon im Aus war oder ein früheres Vergehen die Unterbrechung bestimmt. Dann verändert die Gelbe Karte nicht automatisch die bereits vorgeschriebene Spielfortsetzung. Eine Karte und ein Freistoß beantworten schließlich unterschiedliche Fragen: Wer wird persönlich bestraft und wie geht die Partie weiter?
Drei Spielszenen zeigen die kniffligen Fälle
Der Angreifer fällt, obwohl der Verteidiger ihn nicht berührt
Der Verteidiger zieht den Fuß zurück, der Angreifer wirft sich zu Boden und fordert einen Elfmeter. Ist die Täuschung eindeutig, gibt es Gelb und bei entsprechender Unterbrechung einen indirekten Freistoß für die Abwehr. Stolpert der Angreifer dagegen über seine eigenen Füße, fehlt allein dadurch noch die Simulation.
Ein echter Tritt wird mit einer gespielten Verletzung ausgeschmückt
Der Gegner trifft den Fuß regelwidrig. Der Angreifer hält sich anschließend demonstrativ das Gesicht und behauptet einen Schlag, den es nicht gab. Das tatsächliche Foul verschwindet dadurch nicht. Die Spielfortsetzung richtet sich nach diesem Vergehen, die zusätzliche Täuschung kann trotzdem Gelb nach sich ziehen. Foul und Simulation schließen sich in derselben Szene also nicht zwingend aus.
Der Spieler hält nach dem Sturz den Ball mit der Hand fest
Wer nach einer Schwalbe den noch laufenden Ball mit der Hand greift, begeht ein weiteres Vergehen. Dann kann statt des indirekten Freistoßes ein direkter Freistoß wegen Handspiels folgen. Die Verwarnung wegen Simulation bleibt möglich. Auf den vermuteten Pfiff zu warten, ist klüger, als ihn mit den Händen selbst zu bestellen.

Wann darf der VAR eine Schwalbe überprüfen?
Der VAR im Fußball ist kein ständiger Schwalbenfahnder. Er darf nur in den vorgesehenen Entscheidungskategorien eingreifen. Besonders relevant ist die Frage Strafstoß oder kein Strafstoß.
Gibt der Schiedsrichter einen Elfmeter und zeigen die Bilder eindeutig eine Simulation, kann die Entscheidung nach der Überprüfung geändert werden: kein Strafstoß, Gelb für den Angreifer und indirekter Freistoß für die verteidigende Mannschaft. Zeigen die Aufnahmen umgekehrt ein echtes Foul statt der zunächst angenommenen Schwalbe, kann die Verwarnung zurückgenommen und der Strafstoß zugesprochen werden.
Eine gewöhnliche erste Gelbe Karte darf der VAR nicht isoliert inhaltlich überprüfen. Seit 2026/27 ist allerdings eine eindeutig falsch gegebene zweite Gelbe Karte überprüfbar, wenn sie zu Gelb-Rot führt. Eine übersehene zweite Gelbe darf er weiterhin nicht nachträglich verlangen. Deshalb kann er eine erkannte Simulation nicht beliebig melden, nur weil der betreffende Spieler schon verwarnt ist.
Woran erkennt ein Schiedsrichter eine Schwalbe?
Er betrachtet den Bewegungsablauf, mögliche Kontakte und das Verhalten danach. Hilfreich ist ein Blickwinkel, aus dem Beine und Oberkörper nicht von anderen Spielern verdeckt werden. Die Assistenten können eine andere Perspektive beisteuern.
Der DFB-Beitrag über Simulationen beschreibt auffällige Fallbewegungen ohne passenden auslösenden Impuls als möglichen Hinweis. Ein einzelnes Merkmal liefert aber keine zuverlässige Ferndiagnose. Sogar eine große Armbewegung kann dem Versuch dienen, das Gleichgewicht zu halten.
Für dich am Bildschirm hilft eine einfache Reihenfolge: erst die Szene in normaler Geschwindigkeit ansehen, dann den entscheidenden Kontakt prüfen und schließlich überlegen, was der Spieler tatsächlich vortäuscht. Eine Zeitlupe macht winzige Kontakte riesig und natürliches Fallen manchmal merkwürdig. Die Lautstärke des Kommentators ist leider ebenfalls kein Messgerät.
FAQ: Häufige Fragen zur Schwalbe im Fußball
Wie heißt eine Schwalbe im Fußball auf Englisch?
Gebräuchlich sind „dive“ für die Schwalbe und „diving“ für das entsprechende Verhalten. Im englischen Regeltext steht „simulation“. „Swallow“ bezeichnet den Vogel und ist hier die falsche Übersetzung.
Warum heißt die Schwalbe im Fußball so?
Die Bezeichnung erinnert an eine Flugbewegung: Ein Spieler streckt sich beim Fallen mitunter nach vorn und breitet die Arme aus, ähnlich einem Vogel im Flug. Das macht den Vergleich anschaulich. Wer den Ausdruck zuerst verwendet hat, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.
Kann auch ein Verteidiger eine Schwalbe machen?
Ja. Beispielsweise kann ein Verteidiger beim Abschirmen des Balls einen Stoß durch den Angreifer vortäuschen, um einen Freistoß zu bekommen. Die Regel gilt für beide Mannschaften und alle Spielerrollen.
Ist ein Spieler nach jeder Schwalbe automatisch gesperrt?
Nein. Eine einzelne Gelbe Karte führt nicht automatisch zu einer Sperre für die nächste Partie. Hat sie allerdings eine im Wettbewerb festgelegte Verwarnungsgrenze erreicht oder führt sie im Spiel zu Gelb-Rot, können Sperrfolgen entstehen. Maßgeblich ist die jeweilige Wettbewerbsordnung.
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