Was ist ein Foul im Fußball? Regeln, Strafen und Beispiele

Ein Foul im Fußball liegt vor, wenn ein Spieler einen Gegner regelwidrig angreift oder behindert, etwa durch Treten, Stoßen, Halten, Beinstellen oder einen unzulässigen Zweikampf. Nicht jeder Körperkontakt ist verboten. Entscheidend ist, ob der Einsatz noch fair, bereits fahrlässig, rücksichtslos oder sogar übermäßig hart war. Je nach Art und Ort des Vergehens gibt es direkten oder indirekten Freistoß, Strafstoß und möglicherweise Gelb oder Rot.

Was zählt als Foul im Fußball?

Als Foul zählen vor allem körperliche Vergehen, durch die ein Gegenspieler regelwidrig angegriffen, getroffen oder behindert wird.

  • Rempeln
  • Anspringen
  • Treten oder versuchtes Treten
  • Stoßen
  • Schlagen oder versuchtes Schlagen
  • Beinstellen oder versuchtes Beinstellen
  • Halten
  • Tacklings und andere regelwidrige Zweikämpfe
  • Sperren des Laufwegs mit Körperkontakt

Ein Foul muss nicht absichtlich begangen werden. Wer unaufmerksam in einen Zweikampf geht und dadurch einen Gegner regelwidrig trifft, kann auch ohne böse Absicht foulen. Umgekehrt führt eine erkennbare Absicht nicht automatisch zu einer Karte. Entscheidend sind die konkrete Aktion, ihre Härte und ihre Auswirkungen auf das Spiel. Welche Handlungen genau darunter fallen und wie sie geahndet werden, legt Regel 12 der offiziellen Fußballregeln fest.

Ein Freistoß oder Strafstoß kann nur für ein Vergehen bei laufendem Spiel gegeben werden. Geschieht eine Unsportlichkeit während einer Unterbrechung, kann der Spieler trotzdem Gelb oder Rot erhalten. Fortgesetzt wird die Partie dann jedoch so, wie es bereits vor dem Vorfall vorgesehen war.

Wann ist Körperkontakt im Fußball ein Foul?

Körperkontakt wird zum Foul, wenn er nicht mehr regelgerecht erfolgt oder den Gegner fahrlässig, rücksichtslos oder übermäßig hart trifft. Fußball ist ein Kontaktsport, weshalb ein Zusammenstoß oder ein verlorener Zweikampf allein noch keinen Pfiff rechtfertigt.

Ein Spieler darf seinen Körper einsetzen, um den Ball abzuschirmen oder seine Position zu behaupten. Voraussetzung ist, dass sich der Ball in spielbarer Entfernung befindet und der Gegner nicht festgehalten, weggestoßen oder mit ausgestreckten Armen abgedrängt wird. Auch ein angemessenes Rempeln kann erlaubt sein.

Folgende Umstände beweisen für sich genommen noch kein Foul:

  • Ein Spieler fällt nach einer Berührung
  • Ein Zweikampf wirkt aus der Entfernung besonders hart
  • Der Kontakt findet im Strafraum statt
  • Ein Spieler fordert lautstark einen Freistoß
  • Ein Verteidiger berührt zuerst den Ball

Gerade der letzte Punkt sorgt regelmäßig für Diskussionen. Wer zuerst den Ball spielt, besitzt keinen Freifahrtschein für alles, was anschließend passiert. Trifft ein Spieler den Gegner beim Nachsetzen rücksichtslos oder gefährdet dessen Gesundheit, kann trotz vorheriger Ballberührung ein Foul vorliegen.

Wie wird ein Foul im Fußball bestraft?

Ein gepfiffenes Foul wird immer durch eine entsprechende Spielfortsetzung geahndet, aber nicht automatisch mit einer Karte. Welche Entscheidung folgt, hängt von der Art des Vergehens und seinem Ort ab.

SituationEntscheidung
Körperliches Foul außerhalb des eigenen StrafraumsDirekter Freistoß
Entsprechendes Verteidigervergehen im eigenen StrafraumStrafstoß
Gefährliches Spiel ohne KontaktIndirekter Freistoß
Behindern eines Gegners ohne Kontakt und ohne spielbaren BallIndirekter Freistoß
Vorteil für die gefoulte MannschaftSpiel läuft zunächst weiter

Für die Entscheidung zwischen Freistoß und Strafstoß zählt der Ort des Vergehens. Wird ein Angreifer vor dem Strafraum getroffen und fällt erst innerhalb zu Boden, gibt es keinen Elfmeter. Hält ein Verteidiger den Gegner dagegen zunächst außerhalb fest und setzt das Halten im Strafraum fort, wird auf Strafstoß entschieden. Wie dieser ausgeführt wird, erklären die Elfmeter-Regeln.

Ein hohes Bein ist ebenfalls nicht automatisch ein Foul. Gefährdet die Aktion einen nahen Gegenspieler und hindert ihn aus Angst vor einer Verletzung am Spielen des Balls, liegt gefährliches Spiel vor. Ohne Kontakt gibt es einen indirekten Freistoß. Wird der Gegner getroffen, kommt ein direkter Freistoß oder Strafstoß infrage.

Ein strafbares Handspielwird ebenfalls mit einem direkten Freistoß oder Strafstoß geahndet. Es ist allerdings kein klassisches Zweikampffoul, da dafür kein Gegenspieler körperlich angegriffen werden muss.

Schiedsrichter zeigt nach einem Foul im Fußball die Rote Karte, während das rote Fragezeichen-Maskottchen entsetzt reagiert

Wann gibt es für ein Foul Gelb oder Rot?

Gelb oder Rot gibt es nur, wenn die Härte, Gefährlichkeit oder taktische Wirkung des Fouls eine persönliche Strafe verlangt. Ein gewöhnliches, fahrlässiges Foul wird daher ohne Karte geahndet.

Bei körperlichen Fouls unterscheidet das Regelwerk drei Stufen:

BewertungBedeutungPersönliche Strafe
FahrlässigDer Spieler geht unachtsam, unbesonnen oder unvorsichtig in den ZweikampfKeine Karte
RücksichtslosDer Spieler lässt die Gefahr oder mögliche Folgen für den Gegner außer AchtGelbe Karte
Übermäßig hartDer Spieler setzt unnötig viel Kraft ein oder gefährdet die Gesundheit des GegnersRote Karte

Eine Gelbe Karte kann außerdem wegen wiederholter Fouls oder für das Unterbinden eines aussichtsreichen Angriffs gezeigt werden. Eine Rote Karte kommt unter anderem bei grobem Foulspiel, einer Tätlichkeit und beim Vereiteln einer offensichtlichen Torchance infrage.

Eine tatsächliche Verletzung entscheidet nicht allein über die Farbe der Karte. Ein gesundheitsgefährdender Einsatz kann Rot sein, obwohl der getroffene Spieler weiterspielt. Umgekehrt macht eine unglückliche Verletzung aus einem lediglich fahrlässigen Zweikampf nicht automatisch ein grobes Foul.

Welche Arten von Fouls gibt es im Fußball?

Im Fußball werden verschiedene Arten von Fouls unterschieden, wobei nicht jede gebräuchliche Bezeichnung ein offizieller Regelbegriff ist. Viele Ausdrücke beschreiben lediglich die Härte, den Zweck oder die Spielsituation.

Was ist ein grobes Foul?

Ein grobes Foul liegt vor, wenn ein Spieler im Kampf um den Ball übermäßig hart oder brutal vorgeht oder die Gesundheit des Gegners gefährdet. Dafür erhält er die Rote Karte.

Typische Beispiele sind ein Sprung mit gestrecktem Bein, eine Grätsche mit offener Sohle oder ein Angriff mit beiden Beinen. Die Richtung des Einsatzes ist nicht entscheidend: Ein grobes Foul kann von vorne, von der Seite oder von hinten begangen werden.

Findet dieselbe übermäßig harte Handlung nicht im Kampf um den Ball statt, handelt es sich regeltechnisch um eine Tätlichkeit. Der Unterschied liegt also nicht zwingend in der Brutalität, sondern vor allem darin, ob um den Ball gespielt wurde.

Was ist ein taktisches Foul im Fußball?

Ein taktisches Foul ist ein bewusst begangenes Vergehen, mit dem ein gefährlicher Angriff oder schneller Konter gestoppt werden soll. Der Ausdruck beschreibt den Zweck des Fouls und keine eigene offizielle Foulkategorie.

Ein typisches Beispiel ist das Festhalten am Trikot, bevor ein schneller Gegenspieler freie Bahn bekommt. Wird dadurch ein aussichtsreicher Angriff unterbunden, folgt in der Regel eine Gelbe Karte. Vereitelt das Vergehen eine offensichtliche Torchance, kann es sich um eine sogenannte Notbremsehandeln.

Außerhalb des Strafraums wird eine solche Notbremse normalerweise mit Rot bestraft. Im eigenen Strafraum erhält der Verteidiger bei einem echten Versuch oder Zweikampf um den Ball in der Regel Gelb und der Gegner einen Strafstoß. Bei Halten, Ziehen, Stoßen oder einer Aktion ohne realistische Chance auf den Ball bleibt Rot vorgesehen.

Was ist ein Offensivfoul?

Ein Offensivfoul ist ein Foul, das von einem Spieler der angreifenden Mannschaft begangen wird. Für Angreifer gelten dabei dieselben Regeln wie für Verteidiger.

Ein Stürmer begeht beispielsweise ein Offensivfoul, wenn er einen Verteidiger vor einem Kopfball wegstößt, ihn festhält oder ohne spielbare Nähe zum Ball mit Körperkontakt sperrt. Die verteidigende Mannschaft erhält anschließend den vorgesehenen direkten oder indirekten Freistoß.

Eine besondere Strafe allein wegen der angreifenden Rolle des Spielers gibt es nicht. Die Bezeichnung beschreibt lediglich, welche Mannschaft sich zum Zeitpunkt des Fouls im Angriff befand.

Wie nennt man ein vorgetäuschtes Foul?

Ein vorgetäuschtes Foul wird im Fußball als Schwalbe oder Simulation bezeichnet. Der Spieler versucht dabei, den Schiedsrichter durch einen vorgetäuschten Sturz, eine gespielte Verletzung oder eine stark übertriebene Reaktion zu täuschen.

Erkennt der Schiedsrichter die Simulation, erhält der Spieler wegen unsportlichen Verhaltens Gelb. Wurde das Spiel ausschließlich wegen der Schwalbe unterbrochen, wird es mit einem indirekten Freistoß für die gegnerische Mannschaft fortgesetzt.

Eine Berührung schließt eine Schwalbe nicht automatisch aus. Auch aus einem erlaubten oder sehr leichten Kontakt kann ein Spieler durch seine Reaktion ein vermeintliches Foul machen. Umgekehrt ist nicht jeder Sturz ohne Foul eine Täuschung. Manchmal verliert ein Spieler schlicht das Gleichgewicht.

Gibt es ein unsportliches, technisches oder persönliches Foul?

Ein unsportliches, technisches oder persönliches Foul ist im Fußball keine eigenständige offizielle Foulart. Die Begriffe „technisches Foul“ und „persönliches Foul“ stammen vor allem aus anderen Sportarten wie Basketball.

Unsportliches Verhalten ist dagegen ein offizieller Grund für eine Gelbe Karte. Dazu zählen unter anderem Simulation, ein rücksichtsloses Foul oder bestimmte taktische Vergehen. Der Ausdruck „unsportliches Foul“ wird umgangssprachlich zwar verwendet, das Regelwerk unterscheidet aber genauer zwischen dem eigentlichen Vergehen und der dafür verhängten persönlichen Strafe.

Kann der Schiedsrichter trotz eines Fouls weiterspielen lassen?

Der Schiedsrichter kann nach einem Foul Vorteil geben, wenn die benachteiligte Mannschaft durch das Weiterspielen eine bessere Möglichkeit erhält als durch einen sofortigen Freistoß. Das Foul wird dadurch nicht nachträglich erlaubt, sondern zunächst nur nicht abgepfiffen.

Entwickelt sich der erwartete Vorteil innerhalb weniger Sekunden nicht, kann der Schiedsrichter zum ursprünglichen Vergehen zurückkehren und den Freistoß nachträglich geben. Eine aufgrund der Härte des Fouls notwendige Karte zeigt er bei der nächsten Unterbrechung.

Wurde durch das Foul eine offensichtliche Torchance vereitelt, der Schiedsrichter lässt aber Vorteil laufen, hängt die persönliche Strafe vom weiteren Verlauf ab. Fällt aus dem Vorteil unmittelbar ein Tor, gibt es allein für das Vereiteln der Torchance keine Karte. Fällt kein Tor, wird der Täter dafür verwarnt. Ein rücksichtsloses oder grobes Foul bleibt unabhängig davon entsprechend mit Gelb oder Rot zu ahnden.

Ist jedes Regelvergehen ein Foul?

Nicht jedes Regelvergehen im Fußball ist ein Foul. Abseits, ein falsch ausgeführter Einwurf, eine unerlaubte Ballberührung des Torhüters oder ein vorgetäuschtes Foul verstoßen zwar gegen die Regeln, sind aber keine körperlichen Fouls gegen einen Gegner.

Auch die Abseitsregel zeigt den Unterschied deutlich: Ein Spieler kann wegen Abseits bestraft werden, ohne einen Gegenspieler berührt oder unfair behindert zu haben. Umgekehrt kann ein Spieler gefoult werden, bevor ein mögliches Abseitsvergehen überhaupt wirksam wird.

Im Alltag wird „Foul“ häufig als Sammelbegriff für nahezu jede unerlaubte Aktion verwendet. Das ist beim Zuschauen meist verständlich, regeltechnisch wird jedoch genauer zwischen Foulspiel, Handspiel, gefährlichem Spiel, Unsportlichkeit und anderen Vergehen unterschieden.