Elfmeter-Regeln einfach erklärt: Wann gibt es Strafstoß, Nachschuss und Wiederholung?

Ein Elfmeter sieht simpel aus: Ball hinlegen, anlaufen, schießen, Torjubel oder kollektives Stöhnen. Ganz so locker sieht es das Regelwerk aber nicht. Beim Strafstoß gibt es klare Vorgaben für Schütze, Torwart, Nachschuss, Wiederholung und sogar für den Fall, dass der Schütze beim Schuss den Ball versehentlich doppelt berührt. Hier kommen die Elfmeter-Regeln einfach erklärt – ohne Schiedsrichterlehrgang, aber mit genug Wissen für die nächste Sofadiskussion.

Kurz gesagt: Ein Elfmeter wird gegeben, wenn ein Spieler bei laufendem Spiel im eigenen Strafraum ein Vergehen begeht, das mit direktem Freistoß bestraft wird. Der Ball liegt auf dem Elfmeterpunkt, der Schütze muss klar erkennbar sein, der Torwart bleibt bis zum Schuss auf der Linie, und alle anderen Spieler müssen Abstand halten. Die offiziellen Regeln dazu stehen in Regel 12 und Regel 14 der IFAB-Spielregeln.

Was ist ein Elfmeter im Fußball?

Ein Elfmeter ist ein Strafstoß im Fußball, der vom Elfmeterpunkt aus 11 Metern Entfernung auf das Tor geschossen wird.

Offiziell heißt der Elfmeter im Regelwerk Strafstoß. Im Alltag sagen aber fast alle „Elfmeter“, weil der Ball beim Schuss 11 Meter vor der Torlinie liegt. International wird die Entfernung oft mit 12 Yards angegeben.

Ein Elfmeter entsteht nach bestimmten Regelverstößen im Strafraum und ist eine der gefährlichsten Standardsituationen im Fußball: Der Schütze steht allein vor dem Torwart. Oder anders gesagt: viel Chance, viel Druck, sehr wenig Platz für spontane Lebenskrisen am Ball.

Den Elfmeter gibt es übrigens noch nicht seit es Fußball gibt. Er wurde erst 1891 eingeführt.

Wann gibt es Elfmeter?

Einen Elfmeter gibt es, wenn ein Spieler bei laufendem Spiel im eigenen Strafraum ein Vergehen begeht, das mit direktem Freistoß bestraft wird.

Typische Gründe für einen Strafstoß sind zum Beispiel:

  • ein Foulspiel im Strafraum, etwa Treten, Beinstellen oder ein rücksichtsloses Tackling,
  • Halten, Ziehen oder Stoßen eines Gegenspielers,
  • ein regelwidriges Handspiel,
  • ein anderes direkter-Freistoß-Vergehen im eigenen Strafraum.

Wichtig ist dabei: Entscheidend ist nicht, wo der Ball gerade ist, sondern wo das Vergehen passiert. Wird ein Angreifer im Strafraum gefoult, ist ein Elfmeter möglich. Beginnt ein Halten außerhalb des Strafraums und setzt sich bis in den Strafraum fort, kann ebenfalls auf Strafstoß entschieden werden. Die Regel macht also nicht plötzlich Feierabend an der Strafraumlinie.

Handspiel im Strafraum: Gibt es immer Elfmeter?

Nein, nicht jede Berührung mit Hand oder Arm im Strafraum führt automatisch zu einem Elfmeter.

Ein regelwidriges Handspiel liegt zum Beispiel vor, wenn ein Spieler den Ball absichtlich mit Hand oder Arm berührt oder seine Körperfläche durch eine unnatürliche Armhaltung vergrößert. Springt der Ball dagegen aus kurzer Distanz an einen normal gehaltenen Arm, kann das je nach Situation auch ohne Strafstoß weiterlaufen. Genau deshalb sorgen Handspiel-Szenen so oft für Diskussionen – manchmal sogar dann, wenn die Zeitlupe angeblich alles klären soll.

Handspiel im Strafraum kann Elfmeter bedeuten, aber Handkontakt allein reicht nicht immer. Die genauen Handspiel-Regeln sind ein eigenes Thema.

Wie wird ein Elfmeter richtig ausgeführt?

Ein Elfmeter wird richtig ausgeführt, wenn der Ball auf dem Elfmeterpunkt liegt, der Schütze feststeht, der Torwart korrekt auf der Linie steht und alle anderen Spieler den vorgeschriebenen Abstand einhalten.

Vor dem Schuss gelten diese Grundregeln:

BallMuss ruhig auf dem Elfmeterpunkt liegen
SchützeMuss klar erkennbar sein
TorwartSteht auf der Torlinie zwischen den Pfosten und blickt zum Schützen
Andere SpielerMüssen innerhalb des Spielfelds, außerhalb des Strafraums und des Teilkreises stehen, hinter dem Elfmeterpunkt bleiben und mindestens 9,15 Meter Abstand halten.
SchiedsrichterGibt den Elfmeter zur Ausführung frei

Der Ball ist erst im Spiel, wenn er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Außerdem muss der Schütze den Ball nach vorne spielen. Ein kurzer Trick ist also erlaubt, solange der Ball regelgerecht nach vorne rollt – für Stilpunkte ist das Publikum zuständig, nicht das Regelbuch.

Was darf der Torwart beim Elfmeter?

Der Torwart darf sich beim Elfmeter auf der Torlinie bewegen, muss aber beim Schuss mindestens mit einem Teil eines Fußes auf Höhe der Torlinie oder dahinter sein. Auch dieses korrekte Verhalten wird im Torwarttraining geübt.

Er muss also nicht stocksteif zwischen den Pfosten stehen. Seitliche Bewegungen, kleine Sprünge oder ein bisschen Torwart-Theater sind erlaubt, solange er die Linie nicht zu früh nach vorne verlässt. Genau dieser Punkt ist oft entscheidend: Nicht jede Bewegung ist ein Regelverstoß, aber zu frühes Vorrücken kann Folgen haben.

Nicht erlaubt ist es, den Schützen unfair abzulenken oder die Ausführung absichtlich zu verzögern. Der Torwart darf zum Beispiel nicht an Pfosten, Latte oder Netz rütteln, um den Schützen aus dem Konzept zu bringen. Ein bisschen Nervenspiel gehört dazu – aber auch Nervenspiel hat beim Elfmeter eine Seitenlinie.

Was darf der Schütze beim Elfmeter?

Der Schütze darf beim Elfmeter den Anlauf frei wählen und während des Anlaufs täuschen, muss den Ball aber nach vorne spielen.

Erlaubt ist zum Beispiel:

  • ein kurzer, langer oder verzögerter Anlauf,
  • eine Finte während des Anlaufs,
  • ein Schuss mit dem Fuß oder der Hacke, solange der Ball nach vorne gespielt wird,
  • ein kurzes Abspiel, wenn der Ball sich dabei nach vorne bewegt.

Nicht erlaubt ist eine Finte nach abgeschlossenem Anlauf. Der Schütze darf also nicht vollständig zum Schuss ansetzen, den Torwart reagieren lassen und dann noch einmal tricksen. Ebenfalls wichtig: Der Schütze darf den Ball nicht direkt ein zweites Mal spielen, bevor ein anderer Spieler ihn berührt hat.

Darf man einen Elfmeter abspielen oder passen?

Ja, ein Elfmeter darf abgespielt werden, wenn der Ball dabei nach vorne gespielt wird.

Der Schütze kann den Ball also leicht nach vorne antippen, damit ein Mitspieler nachläuft und aufs Tor schießt. Wichtig ist aber: Alle anderen Spieler müssen vor der Ausführung außerhalb des Strafraums und des Teilkreises stehen, hinter dem Elfmeterpunkt bleiben und dürfen erst nach der Ausführung in den Strafraum laufen.

In der Praxis sieht man so einen Elfmeter selten, weil er riskant ist. Klappt er, wirkt er genial. Geht er schief, sieht es schnell aus wie eine Gruppenarbeit, bei der niemand den Arbeitsauftrag gelesen hat.

Nachschuss beim Elfmeter: Wann ist er erlaubt?

Ein Nachschuss beim Elfmeter ist erlaubt, aber der ursprüngliche Schütze darf den Ball erst wieder spielen, wenn vorher ein anderer Spieler am Ball war.

Das ist vor allem bei Abprallern wichtig:

Nachschuss erlaubt:
Der Torwart hält oder berührt den Elfmeter, der Ball prallt zurück ins Feld, und der Schütze schießt nach. Das ist erlaubt, weil der Torwart den Ball berührt hat. Auch ein Mitspieler darf nach der Ausführung reagieren, wenn er beim Schuss regelgerecht stand.

Nachschuss für den Schützen nicht erlaubt:
Der Schütze trifft Pfosten oder Latte, der Ball springt direkt zu ihm zurück, und er schießt noch einmal. Das ist nicht erlaubt, weil der Ball vorher keinen anderen Spieler berührt hat.

Die einfache Regel lautet: Der Schütze darf den Ball erst wieder spielen, nachdem ein anderer Spieler am Ball war. Pfosten und Latte zählen nicht als Spieler, auch wenn sie in manchen Spielen erstaunlich viel Einfluss haben.

Doppelberührung beim Elfmeter: Was gilt nach der neuen Regel?

Die neue Klarstellung zur Doppelberührung greift, wenn der Schütze den Ball beim Elfmeter versehentlich mit beiden Füßen berührt oder der Ball direkt nach dem Schuss sein Standbein berührt.

Das passiert meist beim Ausrutschen: Der Schütze trifft den Ball nicht sauber, berührt ihn ungewollt ein zweites Mal – und plötzlich ist nicht nur der Torwart im Spiel, sondern auch das Regelwerk. Die IFAB hat genau solche Fälle ausdrücklich klargestellt.

Der Schütze berührt den Ball versehentlich mit beiden Füßen gleichzeitig und der Ball geht ins Tor.Der Elfmeter wird wiederholt.
Der Ball berührt direkt nach dem Schuss versehentlich das Standbein des Schützen und geht ins Tor.Der Elfmeter wird wiederholt.
Der Schütze berührt den Ball versehentlich doppelt und der Ball geht nicht ins Tor.Es gibt indirekten Freistoß für die verteidigende Mannschaft.
Die versehentliche Doppelberührung passiert im Elfmeterschießen und der Ball geht nicht ins Tor.Der Versuch gilt als verschossen.

Wichtig ist der Unterschied zwischen versehentlich und absichtlich. Bei einer versehentlichen Doppelberührung kann ein erzieltes Tor zur Wiederholung führen; geht der Ball nicht ins Tor, gibt es beim normalen Elfmeter im Spiel indirekten Freistoß. Im Elfmeterschießen wird der Versuch dagegen als verschossen gewertet. Berührt der Schütze den Ball absichtlich ein zweites Mal, bevor ein anderer Spieler am Ball war, ist das ein eigener Regelverstoß – also kein freundliches „Ups, nochmal bitte“.

Wann wird ein Elfmeter wiederholt?

Ein Elfmeter wird wiederholt, wenn ein Regelverstoß die Ausführung oder den Ausgang des Strafstoßes entscheidend beeinflusst und der Versuch deshalb nicht einfach zählen oder als verschossen gelten kann.

Typische Fälle für eine Wiederholung sind:

Der Torwart verstößt gegen die Regel und verhindert dadurch ein Tor.Der Elfmeter wird wiederholt.
Ein Verteidiger läuft zu früh in den Strafraum und greift danach entscheidend ein.Wenn dadurch ein Tor oder eine Torchance verhindert wird, wird der Elfmeter wiederholt.
Ein Mitspieler des Schützen läuft zu früh hinein und beeinflusst den Torwart klar, während der Ball ins Tor geht.Der Elfmeter wird wiederholt.
Spieler beider Teams begehen gleichzeitig ein vergleichbares Vergehen.Der Elfmeter wird wiederholt.
Ein äußerer Einfluss berührt den Ball auf dem Weg nach vorne.Der Elfmeter kann wiederholt werden.

Wichtig ist: Nicht jedes zu frühe Hineinlaufen führt automatisch zur Wiederholung. Entscheidend ist, ob der Spieler die Situation wirklich beeinflusst. Läuft jemand minimal zu früh los, ohne den Torwart zu stören, den Schützen zu beeinflussen oder danach den Ball zu spielen, muss der Elfmeter nicht automatisch wiederholt werden.

Die versehentliche Doppelberührung des Schützen kann ebenfalls zur Wiederholung führen, wenn der Ball ins Tor geht. Das ist aber eine eigene Sonderregel, die wir im Abschnitt zur Doppelberührung erläutert haben.

Wann zählt ein Elfmeter-Tor nicht?

Ein Elfmeter-Tor zählt nicht, wenn der Schütze oder seine Mannschaft bei der Ausführung einen Regelverstoß begeht, durch den der Treffer ungültig wird.

Ein Treffer kann zum Beispiel aberkannt werden, wenn:

  • der Ball beim Elfmeter nicht nach vorne gespielt wurde
  • ein anderer Spieler als der benannte Schütze den Strafstoß ausführt
  • der Schütze nach abgeschlossenem Anlauf unerlaubt antäuscht
  • der Schütze den Ball absichtlich ein zweites Mal spielt, bevor ein anderer Spieler ihn berührt
  • ein Mitspieler des Schützen zu früh hineinläuft, den Torwart klar beeinflusst oder nach einem Abpraller entscheidend eingreift

Wichtig ist: Die Folge ist nicht in jedem Fall gleich. Bei manchen Vergehen gibt es indirekten Freistoß für die verteidigende Mannschaft, bei anderen wird der Elfmeter wiederholt. Läuft zum Beispiel ein Mitspieler des Schützen zu früh hinein, wird das nur bestraft, wenn er die Situation wirklich beeinflusst – etwa den Torwart stört oder nach einem Abpraller selbst eingreift. Ohne klaren Einfluss kann ein direkt erzieltes Tor trotzdem zählen.

Genau deshalb ist „Ball im Netz“ beim Elfmeter nicht immer das Ende der Geschichte. Manchmal kommt danach noch das Kleingedruckte mit Pfeife.

Elfmeter nach Abpfiff: Muss der Strafstoß noch ausgeführt werden?

Ja, wenn der Elfmeter vor Ablauf der Spielzeit verhängt wurde, muss der Strafstoß noch ausgeführt werden.

Das gilt auch dann, wenn die Halbzeit oder das Spiel eigentlich schon vorbei wäre. Der Schiedsrichter darf die Partie dann nicht einfach beenden, sondern muss noch Zeit für die Ausführung des Elfmeters geben. Der Ball darf also noch aufs Tor – auch wenn die Stadionuhr innerlich schon die Jacke anhat. Die Regel sieht ausdrücklich zusätzliche Zeit vor, damit ein Strafstoß am Ende einer Halbzeit oder Verlängerung ausgeführt und abgeschlossen werden kann.

Wichtig ist aber: Bei so einem Elfmeter am Ende der Spielzeit ist die Situation enger begrenzt als bei einem Strafstoß mitten im Spiel. Der Elfmeter ist abgeschlossen, wenn der Ball nicht mehr in Bewegung ist, ins Aus geht, der Schiedsrichter wegen eines Vergehens abpfeift oder irgendein Spieler außer dem verteidigenden Torwart den Ball spielt. Ein normaler Nachschuss durch den Schützen oder einen Mitspieler ist in dieser besonderen Situation deshalb nicht möglich. Prallt der Ball aber vom Torwart, Pfosten oder der Latte noch ins Tor, kann das Tor zählen, solange der Strafstoß noch nicht abgeschlossen ist.

Elfmeter und rote Karte: Wann gibt es beides?

Elfmeter und rote Karte können zusammen vorkommen, wenn das Vergehen im Strafraum nicht nur einen Strafstoß auslöst, sondern zusätzlich einen Feldverweis rechtfertigt.

Das ist zum Beispiel möglich bei grobem Foulspiel, einer Tätlichkeit oder einer sogenannten Notbremse, also wenn eine offensichtliche Torchance regelwidrig verhindert wird. Entscheidend ist aber, wie das Vergehen passiert.

Versucht ein Verteidiger im Strafraum ehrlich, den Ball zu spielen, und verhindert dabei eine klare Torchance, gibt es bei Strafstoß oft nur Gelb statt Rot. Anders sieht es aus, wenn der Spieler keine realistische Chance auf den Ball hat, den Gegner hält, zieht, stößt oder auf andere Weise ohne echten Zweikampf stoppt. Dann können Elfmeter und rote Karte zusammenkommen.

Auch ein absichtliches Handspiel zur Verhinderung eines Tors oder einer klaren Torchance kann zur roten Karte führen. Für den Torwart gilt im eigenen Strafraum natürlich eine wichtige Ausnahme: Er darf den Ball dort mit den Händen spielen.

Elfmeter oder Elfmeterschießen: Was ist der Unterschied?

Ein Elfmeter ist ein einzelner Strafstoß während des Spiels, ein Elfmeterschießen ist ein Entscheidungsverfahren nach Ablauf der Spielzeit.

Ein normaler Elfmeter entsteht durch ein Vergehen im Strafraum. Wird der Strafstoß nicht verwandelt und bleibt der Ball im Spiel, kann das Spiel grundsätzlich weiterlaufen – zum Beispiel mit einem Nachschuss oder einer Klärung durch die verteidigende Mannschaft.

Ein Elfmeterschießen gibt es dagegen nur, wenn ein Spiel nach regulärer Spielzeit und gegebenenfalls Verlängerung einen Sieger braucht. Dann treten beide Teams abwechselnd vom Elfmeterpunkt an. Dabei gelten eigene Abläufe, etwa zur Reihenfolge der Schützen und dazu, wann ein Versuch abgeschlossen ist.

Die Grundidee sieht ähnlich aus: ein Schütze, ein Torwart, ein Ball. Der Unterschied liegt im Zweck: Der Elfmeter ist eine Strafe im laufenden Spiel, das Elfmeterschießen entscheidet ein Spiel. Und beide schaffen es zuverlässig, den Puls im Wohnzimmer auf Turnierniveau zu bringen.

Fazit: Die Elfmeter-Regeln sind einfacher, wenn man sie sortiert

Die wichtigste Elfmeter-Regel lautet: Strafstoß gibt es bei einem direkten-Freistoß-Vergehen im eigenen Strafraum. Danach kommt es auf die korrekte Ausführung an: Ball auf den Punkt, Schütze klar benannt, Torwart auf der Linie, alle anderen mit Abstand.

Spannend wird es bei den Sonderfällen. Nachschuss ist erlaubt, wenn vorher ein anderer Spieler am Ball war. Eine versehentliche Doppelberührung kann zur Wiederholung führen. Und ein Tor zählt nicht automatisch nur deshalb, weil der Ball im Netz liegt. Der Elfmeter ist damit eine dieser Fußballregeln, die nur auf den ersten Blick einfach wirken – ähnlich wie die Abseitsregel, über die trotzdem regelmäßig ganze Wohnzimmer diskutieren.

Kurz: Der Elfmeter ist die scheinbar einfachste Szene im Fußball – bis das Regelwerk einmal kurz den VAR-Bildschirm aufklappt.

Häufige Fragen zu Elfmeter-Regeln

Wie weit ist der Elfmeterpunkt vom Tor entfernt?

Der Elfmeterpunkt ist 11 Meter vom Tor entfernt. Darum heißt der Strafstoß im Deutschen umgangssprachlich Elfmeter. International wird oft von 12 Yards gesprochen.

Ist ein Elfmeter eine Standardsituation?

Ja, ein Elfmeter ist eine Standardsituation. Er ist eine Spielfortsetzung nach einer Spielunterbrechung und wird nach festen Regeln ausgeführt.

Darf der Torwart beim Elfmeter vor der Linie stehen?

Nein, beim Schuss muss sich der Torwart mindestens mit einem Teil eines Fußes auf, über oder hinter der Torlinie befinden. Er darf sich bewegen, aber nicht zu früh klar nach vorne gehen.

Darf der Schütze beim Elfmeter stehen bleiben?

Der Schütze darf den Anlauf verzögern oder während des Anlaufs täuschen, aber nicht nach abgeschlossenem Anlauf unerlaubt antäuschen. Ein kompletter Stopp kann also je nach Ablauf problematisch werden. Entscheidend ist, ob die Finte noch Teil des Anlaufs ist oder nach dem Anlauf passiert.

Darf ein Elfmeter nach hinten gespielt werden?

Nein, der Ball muss beim Elfmeter nach vorne gespielt werden. Ein Rückpass vom Elfmeterpunkt ist daher nicht erlaubt. Ein seitliches oder kurzes Abspiel kann nur dann regelgerecht sein, wenn der Ball sich nach vorne bewegt.

Kann ein Elfmeter indirekt sein?

Nein, ein Elfmeter selbst ist kein indirekter Freistoß. Aus einem Strafstoß kann direkt ein Tor erzielt werden. Ein indirekter Freistoß kann aber die Folge sein, wenn bei der Ausführung ein bestimmter Regelverstoß passiert, zum Beispiel eine absichtliche zweite Ballberührung durch den Schützen.