Der Sprintstart entscheidet nicht allein über das Rennen, kann auf den ersten Metern aber erstaunlich viel ausmachen. Beim Tiefstart nutzt du einen Startblock, baust in einer ruhigen Position Spannung auf und beschleunigst nach dem Signal kraftvoll nach vorn. Klingt zunächst nach „Hände runter, Hüfte hoch, los“ – technisch steckt allerdings deutlich mehr dahinter. Hier erfährst du, welches Bein vorne steht, wie du den Startblock einstellst, was bei den Kommandos passiert und mit welchen Übungen der Ablauf zuverlässiger wird.
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Der Tiefstart schafft die Grundlage für schnelle erste Meter
Der Sprintstart umfasst die Startposition, die Reaktion auf das Signal, den Abdruck und die ersten Beschleunigungsschritte. In der Leichtathletik ist damit meistens der Tiefstart aus dem Startblock gemeint. In der Ausgangsposition berühren beide Hände und mindestens ein Knie den Boden, während beide Füße an den Pedalen anliegen. Dadurch startest du nicht bereits aufrecht, sondern in einer Haltung, aus der du viel Kraft in die Vorwärtsbewegung bringen kannst.
Der Block zaubert jedoch keine Geschwindigkeit aus dem Tartan. Er bietet feste Widerlager für beide Füße und macht die Ausgangsposition wiederholbar. Ob daraus ein guter Start wird, hängt davon ab, wie passend du ihn einstellst und wie sauber du dich nach dem Signal abdrückst.
Bei regulären Läufen bis einschließlich 400 Meter, den Hürdenläufen über diese Distanzen und den entsprechenden ersten Staffelabschnitten wird aus Startblöcken gestartet. Für Kinder- und Masterswettbewerbe können Ausnahmen gelten. Damit gehört der Tiefstart vor allem zu den kurzen Sprintdisziplinen der Leichtathletik. Über 200 und 400 Meter stehen die Blöcke wegen der Kurven auf versetzten Startlinien. Weshalb trotzdem jeder dieselbe Strecke zurücklegt, erklärt unser Beitrag über die 400-m-Laufbahn.
Auf einer Sportanlage stellt gewöhnlich der Verein oder Veranstalter die Ausrüstung. Sprinter, die regelmäßig auf verschiedenen Bahnen trainieren und unabhängig sein wollen, können aber auch ihren eigenen Startblock* mitbringen. Vor dem Einsatz eines eigenen Modells solltest du den Betreiber fragen und prüfen, ob die Befestigung zum Belag passt. Für die ersten Positionsübungen reichen ohnehin zwei feste Fußmarken. Ein wackelnder Billigblock ist eher ein unfreiwilliges Balancegerät als eine Trainingshilfe.
Tiefstart und Hochstart erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Beim Hochstart berühren die Hände den Boden nicht. Diese technisch einfachere Startform wird bei längeren Laufstrecken verwendet und eignet sich außerdem gut für erste Beschleunigungsübungen. Beim Tiefstart berühren in der Ausgangsposition beide Hände und mindestens ein Knie die Bahn; beide Füße haben Kontakt zu den Pedalen.
Der Tiefstart ist nicht grundsätzlich schneller. Ein Anfänger, der verkrampft im Block sitzt oder beim Signal noch mit seiner Haltung beschäftigt ist, kann aus dem Stand zunächst besser wegkommen. Für den Wettkampfsprint ist der beherrschte Tiefstart dennoch die entscheidende Technik: Er schafft eine stabile Ausgangslage und erlaubt einen kräftigen Druck gegen beide Pedale.
So stellst du den Startblock richtig ein
Es gibt eine praktische Grundeinstellung, aber keine magischen Zentimeterwerte für alle. Körpergröße, Beinlängen, Beweglichkeit, Kraft und Erfahrung beeinflussen, welche Einstellung passt. Eine biomechanische Übersichtsarbeit der Deutschen Sporthochschule Köln beschreibt eine große Bandbreite an Fertigpositionen, ohne einen einfachen Zusammenhang zwischen allgemeinen Körperwinkeln und der Blockleistung zu finden. Der kraftvolle Druck gegen die Pedale bleibt dagegen besonders wichtig.
Als Ausgangspunkt kannst du den Startblock so einstellen:
- Richte die mittlere Schiene gerade in Laufrichtung und vollständig hinter der Startlinie aus.
- Platziere das vordere Pedal ungefähr zwei eigene Fußlängen hinter der Linie.
- Setze das hintere Pedal ungefähr drei Fußlängen hinter die Linie. Zwischen den beiden Pedalen bleibt damit ungefähr eine Fußlänge Platz.
- Stelle das vordere Pedal zunächst etwas flacher und das hintere etwas steiler ein.
- Befestige den Startblock mit dem für die Anlage vorgesehenen System und prüfe, ob Schiene und Pedale stabil sitzen.
Nun folgt der wichtige Teil: ausprobieren. Verschiebe jeweils nur ein Pedal um eine kleine Stufe und vergleiche mehrere Starts. Ist der Abstand zu eng, fühlst du dich häufig zusammengefaltet und kannst Hüfte und Knie kaum frei strecken. Ist er zu weit, brauchst du lange, um den Block zu verlassen, und die ersten Schritte wirken mühsam.
Starre Winkelangaben helfen dabei nur begrenzt. Die Fertigposition soll kraftvoll, stabil und ohne erzwungene Gelenkstellung sein. Ein rechter Winkel am vorderen Knie kann als grobe Sichtkontrolle dienen, ist aber kein mathematischer TÜV-Stempel für einen guten Start.
Welches Bein beim Tiefstart vorne steht, solltest du testen
Häufig lautet die Empfehlung: Das stärkere Bein gehört nach vorn. Als erster Versuch ist das vernünftig, als unumstößliches Gesetz nicht. Das vordere Bein drückt länger gegen sein Pedal und liefert einen großen Teil des Vortriebs. Das hintere Bein muss zugleich schnell Kraft entwickeln, löst sich zuerst und schwingt aktiv nach vorn. Es hat also keineswegs bloß eine Statistenrolle.
Teste beide Varianten, wenn du ausgeruht bist. Laufe mit jeder Beinstellung drei Starts über fünf oder zehn Meter und achte auf Zeit, Stabilität und Bewegungsgefühl. Vergleiche die Mittelwerte, statt einen einzelnen Glückstreffer zum Gesetz zu erklären. Die bessere Variante ist jene, die wiederholt funktioniert – nicht zwingend jene, die zu deinem Schussbein, Sprungbein oder Lieblingsfuß erklärt wurde.
Drei Kontrollpunkte zeigen eine passende Startblock-Einstellung
In der Position „Auf die Plätze“ sollten beide Füße fest an den Pedalen liegen. Das hintere Knie ruht am Boden, die Hände stützen sich knapp hinter der Linie etwa schulterbreit auf den Fingerspitzen ab und die Arme bleiben gestreckt. Der Kopf folgt der Wirbelsäule; du musst weder ins Ziel starren noch das Kinn an die Brust kleben.
Bei „Fertig“ lösen sich die Knie vom Boden. Die Hüfte befindet sich etwas oberhalb der Schultern, die Schultern liegen leicht vor den Händen und du spürst Druck auf beiden Fußplatten. Kannst du diese Haltung nicht kurz ruhig halten, ist die Einstellung noch nicht fertig – selbst wenn das Maßband höchst zufrieden aussieht.

Der Sprintstart lässt sich in drei Phasen einteilen
Manche Lehrmodelle nennen drei, andere vier oder fünf Phasen. Die Bewegung ändert sich dadurch nicht; lediglich die didaktischen Trennlinien liegen woanders. Für das praktische Lernen reichen drei Abschnitte: Grundposition, Fertigposition sowie Blockabdruck mit beginnender Beschleunigung.
In deutschen Wettkämpfen lauten die Kommandos häufig „Auf die Plätze“ und „Fertig“. Bei bestimmten hochrangigen internationalen Wettkämpfen sind „On your marks“ und „Set“ vorgeschrieben. Danach folgt das akustische Startsignal – kein gesprochenes „Los“.
„Auf die Plätze“ schafft eine stabile Grundposition
Gehe von hinten in den Block und drücke die Füße gegen die Pedale. Setze beide Hände vollständig hinter der Startlinie auf. Die Finger sind gespreizt und bilden eine kleine Brücke, sodass nicht die ganze Handfläche aufliegt. Mindestens ein Knie berührt den Boden. Verteile dein Gewicht so, dass du ruhig warten kannst, ohne dich zu verkrampfen.
Kontrolliere jetzt nicht fünfzehn Körperteile gleichzeitig. Für den Anfang genügen drei Fragen: Haben beide Füße festen Kontakt? Stehen die Hände hinter der Linie? Fühlt sich die Haltung stabil an?
„Fertig“ bringt den Körper unter Spannung
Hebe die Hüfte ruhig an, bis beide Knie vom Boden gelöst sind. Die Hände bleiben stehen, die Arme gestreckt und beide Füße unter Druck an den Pedalen. Schiebe die Schultern leicht nach vorn. Du solltest bereit sein, ohne bereits loszurollen.
Es gibt keine fest vorgeschriebene Wartezeit bis zum Signal. Wer innerlich immer „einundzwanzig, zweiundzwanzig, los“ zählt, trainiert daher eher Hellseherei als Reaktion. Bleibe ruhig und reagiere auf das tatsächliche Signal.

Das Startsignal löst Abdruck und Armbewegung aus
Nach dem Schuss oder elektronischen Signal drücken beide Beine kraftvoll gegen die Pedale. Das hintere Bein verlässt den Block zuerst und wird nach vorn geführt. Das vordere Bein hat länger Kontakt und trägt erheblich zum Vortrieb bei. Gleichzeitig schwingen die Arme kräftig in entgegengesetzte Richtungen.
Denke eher an „die Bahn nach hinten wegdrücken“ als an einen Sprung nach oben. Hüfte und Knie strecken sich, während Kopf und Rumpf eine natürliche Linie behalten. Das eigentliche Startsignal ist übrigens kein gesprochenes „Los!“, sondern ein Schuss oder ein elektronisches Signal. Im Training darf ein Partner natürlich ein anderes klares Geräusch verwenden – nur sollte er vorher verraten, welches.
Nach dem Blockstart richtet sich der Körper allmählich auf
Ein guter erster Schritt ist kompakt und kraftvoll. Wenn du den Fuß möglichst weit nach vorn wirfst, landet er leicht vor dem Körper und bremst. Drücke dich stattdessen vollständig aus dem Block ab und bringe das hintere Knie zügig nach vorn. Auch die nächsten Schritte beginnen eher kurz und werden mit zunehmender Geschwindigkeit länger.
Der Oberkörper bleibt anfangs geneigt und richtet sich mit zunehmender Geschwindigkeit Schritt für Schritt auf. Sofort kerzengerade zu laufen verschenkt horizontalen Vortrieb. Krampfhaft zehn Schritte lang möglichst tief zu bleiben ist ebenfalls keine gute Idee: Die Haltung soll aus der Beschleunigung entstehen, nicht aus einem Wettbewerb im Ducken.
Halte den Kopf neutral und lass die Arme kräftig, aber nicht verkrampft arbeiten. Sobald die ersten Meter geschafft sind, geht der Start fließend in die weitere Beschleunigung über. Wie du anschließend an Technik, Höchstgeschwindigkeit und Schnelligkeitsausdauer arbeitest und insgesamt schneller sprinten kannst, erklären wir in einem eigenen Ratgeber.

Auch der Tiefstart lässt sich ohne Startblock vorbereiten
Ein wettkampfgerechter Tiefstart benötigt einen Startblock. Als kurze Lernstufe kannst du Vorlage, Abdruck und Reaktion jedoch ohne ihn vorbereiten. Das ist besonders sinnvoll, wenn du noch nie im Block gestanden hast.
Beim Dreipunktstart stehen beide Füße versetzt, während eine Hand den Boden berührt. Beim Fallstart lässt du den aufrechten Körper als feste Linie nach vorn kippen und setzt erst dann den ersten Schritt. Wenige kurze Versuche vermitteln das Gefühl für die Vorwärtsbeschleunigung, ohne dass du dich gleichzeitig um die Blockeinstellung kümmern musst.
Danach überträgst du dasselbe Gefühl in den Tiefstart. Ein Ersatz für den Blockstart im Wettkampf sind diese Formen nicht. Sie sind die Stützräder – nützlich zum Lernen, aber beim Rennen bleiben sie am Rand. Allgemeine Antrittsübungen gehören dagegen in das Training zum schnelleren Sprinten.
Vier Übungen verbessern den Sprintstart gezielt
Starts aus dem Block sind explosive Belastungen. Wärme dich vorher auf und plane genügend Pause ein. Zehn müde Wiederholungen sind nicht automatisch besser als fünf saubere; häufig sind sie nur zehn Gelegenheiten, einen Fehler besonders gründlich zu üben.
Die folgenden Übungen sind Bausteine, kein Zirkel. Ergänze die Positionsproben pro Einheit nur um einen explosiven Startschwerpunkt und bleibe als Freizeitsportler insgesamt bei etwa vier bis acht kraftvollen Starts. So trainierst du gezielt, ohne aus Technikarbeit heimlich ein Ermüdungsprogramm zu machen.
1.) Positionsproben machen den Ablauf vertraut
Nimm drei- bis fünfmal nacheinander „Auf die Plätze“ und „Fertig“ ein. Halte die Fertigposition jeweils zwei bis vier Sekunden, ohne zu wackeln oder loszulaufen. Löse die Position anschließend kontrolliert. So kannst du Hände, Hüfte und Pedaldruck prüfen, ohne dass der Startschuss gleich sämtliche Gedanken aus dem Kopf fegt.
2.) Ein- und Drei-Schritt-Starts schulen den Abdruck
Starte aus dem Block, setze zunächst nur den ersten Schritt bewusst und laufe anschließend einige lockere Schritte aus. Überprüfe dabei die Richtung: Bewegst du dich nach vorn oder springst du nach oben? Danach folgen Starts mit drei Schritten. Zwei Serien mit jeweils drei Wiederholungen und zwei bis drei Minuten Pause zwischen den explosiven Starts sind ein sinnvoller Ausgangspunkt.
3.) Zufällige Kommandos verhindern das Raten
Ein Partner gibt „Auf die Plätze“, „Fertig“ und anschließend ein deutliches akustisches Signal. Die Pause nach „Fertig“ variiert jedes Mal. Absolviere vier bis sechs Starts über zehn Meter und erhole dich dazwischen ausreichend. Sobald die Zeiten schlechter werden oder die Haltung zerfällt, ist die Serie beendet – der Block vergibt keine Fleißsternchen.
4.) Einstellungsvergleiche machen Fortschritte messbar
Vergleiche zwei Blockabstände oder beide möglichen Vorderbeine in kleinen Serien. Filme vier bis sechs Starts seitlich; ein einfaches Handy-Stativ für Sportaufnahmen* hält die Perspektive konstanter als eine Aufnahme aus der Hand. Prüfe anschließend nur startspezifische Merkmale: Bleibt die Fertigposition stabil? Drücken beide Beine? Verlässt der Körper den Block nach vorn? Damit die nächsten Versuche technisch sauber bleiben, sind zwei bis vier Minuten Pause oft sinnvoll.
Für ein kurzes Aktivierungsprogramm vor den Starts kann ein Widerstandsband* sinnvoll sein. Kontrollierte seitliche Schritte oder ruhige Hüftstreckungen bereiten die beteiligten Muskeln vor, ohne die eigentliche Startbewegung zu verfälschen. Die Sprintstarts selbst führst du zunächst ohne zusätzlichen Widerstand aus. Prüfe das Band vor jeder Einheit auf Schäden und lass es niemals unkontrolliert zurückschnellen.

Typische Fehler beim Tiefstart lassen sich gezielt korrigieren
| Fehler | Woran du ihn erkennst | Sinnvolle Korrektur |
|---|---|---|
| Die Pedale stehen zu eng | Hüfte und Knie wirken eingeklemmt | Mit der Zwei-/Drei-Fußlängen-Regel beginnen und das hintere Pedal stufenweise versetzen |
| Die Pedale stehen zu weit auseinander | Du benötigst auffällig lange, um den Startblock zu verlassen | Mehrere 5- oder 10-Meter-Starts mit kleinerem Abstand vergleichen |
| Nur das vordere Bein arbeitet | Am hinteren Pedal entsteht kaum Druck | Bereits bei „Fertig“ bewusst Spannung an beiden Fußplatten aufbauen |
| Die Hüfte bleibt zu tief | Viel Gewicht bleibt hinten, der Start wirkt träge | Hüfte etwas über Schulterhöhe als grobe Sichtkontrolle nutzen |
| Die Hüfte schießt extrem hoch | Die Position wird instabil oder du rollst vor | Kommandopositionen ruhig halten und den Block erneut einstellen |
| Du springst nach oben | Der Kopf ist sofort hoch, der Vortrieb gering | Die Bahn nach hinten wegdrücken und den Rumpf schrittweise aufrichten |
| Der erste Schritt ist zu lang | Der Fuß landet deutlich vor dem Körper | Den Schritt kompakter setzen und den Abdruck vervollständigen |
| Du hältst den Kopf gewaltsam unten | Nacken und Schultern verkrampfen | Kopf neutral mit der Wirbelsäule führen |
| Du errätst das Signal | Körper oder Hüfte bewegen sich bereits vorher | Wartezeiten variieren und ausschließlich auf das Signal reagieren |
| Du trainierst in starker Ermüdung | Startzeiten und Position werden von Versuch zu Versuch schlechter | Weniger Wiederholungen und längere Pausen einplanen |
Ändere nie fünf Dinge gleichzeitig. Wähle pro Serie einen Fehler, passe einen Punkt an und filme oder stoppe erneut. Sonst weißt du nachher nur, dass irgendetwas anders war – eine Erkenntnis, die ungefähr so hilfreich ist wie „schneller laufen“ als Trainingsplan.
Im Wettkampf gelten klare Regeln für den Tiefstart
Nach den offiziellen Wettkampfregeln des DLV sind Tiefstart und Startblock bei Läufen bis einschließlich 400 Meter vorgeschrieben. Sonderregeln können unter anderem für Kinder- und Masterswettbewerbe gelten.
Bei „Auf die Plätze“ befinden sich beide Hände und mindestens ein Knie am Boden; beide Füße haben Kontakt mit den Pedalen. Hände und Füße dürfen weder die Startlinie noch den Boden davor berühren. Auch der Rahmen und die Pedale des Startblocks dürfen die Startlinie nicht überlappen. Bei „Fertig“ lösen sich die Knie vom Boden, während Hände und Füße ihre Kontakte behalten. Erst mit dem Schuss oder dem elektronischen Signal beginnt das Rennen.
Beginnt ein Läufer nach Beurteilung des Starters vor dem Signal mit seiner Startbewegung, liegt ein Fehlstart vor. Das kann auch einen bereits vorher eingeleiteten, rollenden Start betreffen. Eine vom Startsystem gemeldete Reaktionszeit unter 0,100 Sekunden ist ein Hinweis, den die Kampfrichter prüfen, aber keine automatische Disqualifikation. In Einzelwettbewerben führt ein verursachter Fehlstart grundsätzlich zur Disqualifikation. Im Mehrkampf wird nach dem ersten Fehlstart das gesamte Feld verwarnt; wer danach einen weiteren Fehlstart verursacht, wird disqualifiziert. Ein bloßes Zucken gilt nicht automatisch als Fehlstart, kann aber als ungebührliches Verhalten geahndet werden.
Für das Training folgt daraus vor allem: Spekuliere nicht. Bleibe vor dem Signal ruhig und explodiere erst danach.
Ein guter Sprintstart entsteht durch Präzision statt Hektik
Der Tiefstart wird besser, wenn du ihn in kleine, überprüfbare Teile zerlegst. Finde zunächst eine stabile Blockeinstellung, teste beide möglichen Vorderbeine und beherrsche die Positionen „Auf die Plätze“ und „Fertig“. Danach arbeitest du am gemeinsamen Abdruck beider Beine, einem kompakten ersten Schritt und dem kontrollierten Übergang in die aufrechtere Laufhaltung.
Entscheidend ist nicht, wie spektakulär ein einzelner Start aussieht. Entscheidend ist, ob du ihn ausgeruht mehrfach sauber wiederholen kannst. Dann wird aus dem scheinbaren Knoten im Startblock tatsächlich der schnellste Weg auf die Strecke.
FAQ: Häufige Fragen zum Sprintstart
Ist der Sprintstart eine offene oder eine geschlossene Fertigkeit?
Der Sprintstart gilt überwiegend als geschlossene Fertigkeit, weil Umgebung, Startposition und Bewegungsablauf weitgehend feststehen. Da du den genauen Zeitpunkt des Startsignals nicht kennst, spielt dennoch die Reaktion eine wichtige Rolle. Die Situation ist aber nicht so unvorhersehbar wie beispielsweise ein Zweikampf im Spielsport.
Wie oft sollte man den Tiefstart trainieren?
Für viele Freizeitsportler reicht es, den Tiefstart ein- bis zweimal pro Woche kurz in ohnehin geplante Schnelligkeitseinheiten einzubauen. Vier bis acht hochwertige Starts nach gründlichem Aufwärmen sind meist hilfreicher als eine große Zahl müder Versuche. Umfang und Pausen müssen zu Trainingsstand, Alter und übriger Belastung passen.
Welche Muskeln werden beim Sprintstart besonders beansprucht?
Beim Abdruck arbeiten vor allem Gesäß, Oberschenkelvorder- und -rückseite sowie die Waden. Rumpf, Schultern und Arme stabilisieren den Körper und unterstützen die kraftvolle, gegengleiche Bewegung.
Braucht man für den Tiefstart unbedingt Spikes?
Nein. Die Technik lässt sich zunächst auch in griffigen Laufschuhen lernen. Spikes verbessern auf einer geeigneten Laufbahn den Halt, ersetzen aber weder eine passende Blockeinstellung noch einen sauberen Abdruck.
Ab welchem Alter ist der Tiefstart sinnvoll?
Eine feste Altersgrenze gibt es nicht. Kinder sollten zunächst einfache Reaktions-, Fall- und Hochstarts sicher beherrschen. Sobald sie die Kommandopositionen stabil einnehmen können, lässt sich der Tiefstart schrittweise ergänzen.