Kartoffeln kochen: Wie gelingen Salz- und Pellkartoffeln?

Kartoffeln kochen am gleichmäßigsten, wenn du ähnlich große Knollen oder Stücke mit kaltem Wasser aufsetzt und anschließend sanft garst. Geschälte Stücke brauchen häufig etwa 15 bis 20 Minuten, ganze mittelgroße Pellkartoffeln eher 20 bis 30 Minuten ab dem Aufkochen. Die genaue Dauer hängt von Größe und Sorte ab. Ob sie fertig sind, zeigt eine Garprobe bis zur Mitte. Der Unterschied zwischen Salz- und Pellkartoffeln liegt vor allem darin, wann du die Schale entfernst.

Wie lange müssen Kartoffeln kochen?

Kleine Stücke sind schneller gar als ganze große Knollen. Die Zeiten in der Übersicht gelten als Orientierung ab dem Moment, in dem das Wasser kocht. Das Aufheizen des kalten Wassers kommt zur gesamten Zubereitungszeit hinzu.

Form und GrößeUngefähre KochzeitDarauf kommt es an
Kleine Würfel, etwa 2 Zentimeter10 bis 15 MinutenFrüh prüfen, damit sie nicht zerfallen
Geschälte Hälften oder Viertel15 bis 20 MinutenDie Stücke möglichst ähnlich groß schneiden
Kleine ganze Kartoffeln15 bis 20 MinutenAuch kleine Knollen brauchen eine Garprobe
Ganze mittelgroße Kartoffeln20 bis 30 MinutenIn die dickste Knolle bis zum Kern stechen
Sehr große ganze Kartoffeln30 Minuten oder längerVorher teilen, wenn es schneller gehen soll

Eine festkochende Kartoffel wird gar, obwohl sie ihre Form behält. Bei mehligkochenden Sorten lösen sich dagegen leichter Teile der Oberfläche. Daraus folgt keine sekundengenaue Sortenregel. Größe, Lagerzustand und dein gewünschtes Ergebnis spielen ebenfalls mit.

Welche Kartoffeln passen zu deinem Gericht?

Für formstabile Salz- und Pellkartoffeln eignen sich festkochende oder vorwiegend festkochende Sorten gut. Mehligkochende Kartoffeln sind die bessere Wahl, wenn du anschließend Püree oder eine cremige Suppe daraus machen möchtest.

  • Festkochend: bleibt beim Garen eher geschlossen und lässt sich später gut in Scheiben schneiden, etwa für Kartoffelsalat.
  • Vorwiegend festkochend: passt als vielseitige Beilage. Die Kartoffel bleibt zusammen, lässt sich auf dem Teller aber gut zerdrücken.
  • Mehligkochend: wird locker und zerfällt leichter. Für glatte Kartoffelstücke musst du den Garpunkt besonders im Blick behalten.

Die Kochtyp-Angabe hilft meist mehr als der Sortenname allein. Für knusprige Ofenkartoffeln oder selbst gemachte Pommes kommen weitere Fragen hinzu, etwa Schnitt, Oberfläche und Ofenhitze. Das sind eigene Zubereitungswege.

Rohe Kartoffeln mit und ohne Schale auf einem Brett mit Sparschäler
Die Garprobe ist aussagekräftiger als eine starre Minutenzahl für jede Kartoffelgröße.

Wie kochst du Salzkartoffeln Schritt für Schritt?

Für Salzkartoffeln schälst du die Knollen vor dem Kochen, schneidest sie bei Bedarf gleich groß und garst sie in leicht gesalzenem Wasser.

Was brauchst du für zwei Personen?

Für zwei Beilagenportionen reichen meist etwa 400 bis 500 Gramm Kartoffeln. Dazu kommen Wasser, Salz und nach Wunsch etwas Butter oder Öl sowie gehackte Kräuter zum Servieren. Als Hauptgericht mit Quark kannst du eher 300 bis 350 Gramm Kartoffeln pro Person einplanen. Das sind Küchenorientierungen, keine vorgeschriebenen Portionsgrößen.

  1. Knollen prüfen und waschen. Verwende feste, unverdorbene Kartoffeln. Reinige sie vor dem Schälen, damit anhaftende Erde nicht unnötig ans geschälte Innere gelangt.
  2. Schälen und schneiden. Entferne die Schale und schneide Augen sowie schadhafte Stellen sorgfältig heraus. Halbiere oder viertele größere Exemplare. Gleich große Stücke werden ungefähr gleichzeitig gar.
  3. Mit kaltem Wasser aufsetzen. Lege die Kartoffeln in einen passenden Topf und gieße so viel Wasser dazu, dass sie knapp bedeckt sind. Ein halber Zentimeter Reserve ist sinnvoller als ein halber Topf unnötiges Wasser.
  4. Aufkochen und salzen. Bringe das Wasser mit Deckel zum Kochen. Gib Salz dazu und rühre es vorsichtig ein. Als milder Startpunkt eignet sich etwa ein gestrichener Teelöffel pro Liter Wasser. Passe die Menge deinem Geschmack und der späteren Beilage an.
  5. Ruhig weitergaren. Reduziere die Hitze, sodass das Wasser sanft kocht. Lege den Deckel leicht versetzt auf, falls es stark schäumt. Die Kartoffeln müssen nicht durch den Topf turnen.
  6. Garprobe machen und abgießen. Prüfe gegen Ende der passenden Zeit ein größeres Stück. Gieße das Wasser vorsichtig in ein standsicheres Sieb ab und lass die Kartoffeln kurz im warmen, leeren Topf ohne Deckel ausdampfen.

Zum Schluss kannst du Butter und Petersilie darübergeben oder die Kartoffeln vorsichtig in etwas Öl und Kräutern schwenken. Sie passen beispielsweise zu separat gegarten grünen Bohnen oder einem frisch gebratenen Spiegelei. Unterschiedliche Garzeiten lassen sich mit getrennten Töpfen besser abstimmen.

Was machst du bei Pellkartoffeln anders?

Pellkartoffeln werden gründlich gewaschen, in der Schale gekocht und erst danach gepellt. Wähle möglichst gleich große, unbeschädigte Knollen. Die Schale wird beim Waschen nicht nur kurz nass, sondern von Erde und Schmutz befreit, bei Bedarf mit einer Gemüsebürste.

Gib die Kartoffeln in den Topf, bedecke sie knapp mit kaltem Wasser und bringe sie zugedeckt zum Kochen. Salze nach Geschmack und reduziere die Hitze. Mittelgroße Knollen brauchen häufig 20 bis 30 Minuten. Prüfe die dickste Kartoffel und gieße das Wasser ab, sobald sie gar ist.

Lass sie kurz ausdampfen. Zum Pellen hältst du eine Kartoffel mit einer Gabel fest, setzt mit einem kleinen Messer an und ziehst die Schale ab. Warm funktioniert das meist leichter als vollständig ausgekühlt. Lass die Knolle aber so weit abkühlen, dass du sicher damit umgehen kannst. Verbrannte Fingerspitzen sind keine notwendige Zutat.

Ein kurzer kalter Wasserstrahl nach dem Kochen kann das Anfassen erleichtern, ist aber kein Pflichtschritt. Zum warmen Servieren genügt normalerweise kurzes Ausdampfen. Pellkartoffeln für einen Salat kannst du noch warm schälen und anschließend passend zum Rezept schneiden oder abkühlen lassen.

Halbierte gegarte Kartoffel und Pellkartoffeln neben einem nachdenklichen Fragezeichen
Die Garprobe ist aussagekräftiger als eine starre Minutenzahl für jede Kartoffelgröße.

Wie erkennst du, ob die Kartoffeln gar sind?

Eine Kartoffel ist gar, wenn ein dünnes Messer oder ein Metallspieß ohne harten Widerstand bis zur Mitte hineingleitet. Teste eines der größten Stücke. Ein weicher Rand sagt wenig darüber aus, ob der Kern noch fest ist.

Stich vorsichtig in die auf einem Löffel liegende oder im Topf abgestützte Kartoffel. Du musst keine heiße Knolle am Messer hoch über den Topf halten. Für Kartoffelsalat soll sie gar sein und beim Schneiden zusammenhalten. Für Püree darf sie deutlich weicher werden.

Wenn außen bereits Stücke abbröckeln, während innen noch Widerstand zu spüren ist, waren die Kartoffeln möglicherweise sehr unterschiedlich groß oder wurden zu heftig gekocht. Halbiere große Knollen beim nächsten Mal und halte das Wasser ruhiger.

Was hilft gegen Zerfallen, Überkochen und andere Probleme?

Die meisten Probleme lassen sich durch gleichmäßige Stücke, passende Hitze und eine rechtzeitige Garprobe vermeiden.

ProblemMöglicher GrundWas du tun kannst
Kartoffeln zerfallenMehlige Sorte, zu lange oder zu heftig gekochtFrüher prüfen, sanfter garen und eine festere Sorte wählen. Zerfallene Kartoffeln eignen sich noch für Püree
Einige Stücke sind noch hartUnterschiedliche GrößeGare Stücke herausnehmen und größere nachgaren. Beim nächsten Mal gleichmäßig schneiden
Wasser schäumt überHohe Hitze, Stärke und zu wenig PlatzHitze reduzieren und den Deckel etwas öffnen
Kartoffeln wirken wässrigLange im Kochwasser gelegen oder sehr weich gekochtNach der Garprobe sofort abgießen und kurz ausdampfen lassen
Pellkartoffeln lassen sich schlecht schälenSehr dünne oder fest haftende Schale, bereits stark ausgekühltNoch warm vorsichtig pellen. Kleine Schalenstücke sind bei manchen Knollen unvermeidbar

Darfst du Kartoffelschalen und Kochwasser verwenden?

Das Kochwasser von Kartoffeln solltest du nicht weiterverwenden. Bestimmte natürliche Pflanzenstoffe, sogenannte Glykoalkaloide, können darin übergehen. Zu ihnen gehört Solanin. Die Hinweise des BfR zu Kartoffeln und Solanin betreffen deshalb auch den Umgang mit Schale, grünen Stellen und Keimen.

Verwende keine stark keimenden, deutlich ergrünten, alten oder eingetrockneten Kartoffeln. Augen und kleinere grüne Stellen müssen großzügig entfernt werden. Wenn du die Schale mitessen möchtest, kommen nur frische und unbeschädigte Knollen infrage. Kleine Kinder sollten Kartoffeln grundsätzlich geschält essen. Schmeckt eine Kartoffel bitter, iss sie nicht weiter. Längeres Kochen macht auffällige Kartoffeln nicht zuverlässig wieder geeignet.

Mit Schale zu kochen und die Schale mitzuessen sind zwei verschiedene Entscheidungen. Pellkartoffeln kannst du nach dem Garen vollständig schälen.

Wie bewahrst du gekochte Kartoffeln auf?

Kühle übrig gebliebene Kartoffeln zügig ab und bewahre sie abgedeckt im Kühlschrank auf. Kleine Portionen kühlen schneller als ein großer voller Topf. Für erhitzte Mahlzeiten empfiehlt das BfR in seinen Hinweisen zum Vorkochen und Aufbewahren grundsätzlich einen Verbrauch innerhalb von zwei bis drei Tagen oder rechtzeitiges Einfrieren. Saubere Zubereitung und eine ausreichende Kühlung bleiben Voraussetzung.

Aus passend gelagerten Kartoffeln werden am nächsten Tag beispielsweise Bratkartoffeln oder ein Salat mit Mayonnaise ohne Ei. Bereite nur die benötigte Portion zu und erhitze warme Restegerichte gründlich. Ein Kartoffelsalat gehört nach dem Mischen ebenfalls wieder in den Kühlschrank, statt den ganzen Nachmittag auf dem Tisch zu stehen.

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