Was sind Korinthen, wie schmecken sie und wofür kann man sie gebrauchen?

Korinthen sind kleine, dunkle, meist kernlose getrocknete Weinbeeren aus der Rebsorte Korinthiaki. Sie stammen ursprünglich aus Griechenland, schmecken konzentrierter und aromatischer als viele Sultaninen und werden vor allem zum Backen, für Desserts und auch für manche herzhaften Gerichte verwendet. Kurz gesagt: Korinthen sind nicht einfach nur „irgendwelche Rosinen“, sondern eine eigene, besonders charaktervolle Sorte.

Was Korinthen sind und woher sie kommen

Korinthen sind getrocknete Weinbeeren der Rebsorte Korinthiaki, auch Schwarze Korinthe oder Black Corinth genannt. Typisch sind ihre sehr kleine Größe, die dunkle Farbe und das intensive Aroma.

Der Name geht auf Korinth in Griechenland zurück. Genau deshalb heißen Korinthen so und nicht etwa „Mini-Rosinen“. Historisch war die Gegend rund um Korinth ein wichtiges Handelszentrum für diese Trockenfrüchte. Wenn du also bei Korinthen an Griechenland denkst, liegst du richtig.

Wichtig ist noch ein sprachlicher Punkt: Im Alltag wird „Rosinen“ oft als Sammelbegriff für getrocknete Weintrauben verwendet. Fachlich sind Korinthen darin eine eigene Untergruppe. Jede Korinthe ist also im weiten Sinn eine Rosine, aber nicht jede Rosine ist eine Korinthe.

Korinthen, Rosinen und Sultaninen: die wichtigsten Unterschiede

Korinthen unterscheiden sich von Sultaninen und anderen Rosinen vor allem durch die Traubensorte, die Größe, die Farbe und das Aroma.

SorteWoraus sie hergestellt wirdTypisches AussehenTypischer GeschmackWofür sie oft verwendet wird
KorinthenRebsorte Korinthiakisehr klein, dunkelviolett bis schwarz, meist kernlosaromatisch, kräftig, süß mit markanterer NoteStollen, Früchtebrot, Gebäck, Reis- und Couscousgerichte
SultaninenRebsorte Sultanagrößer, heller, weichmild und deutlich süßMüsli, Kuchen, Hefeteig, Snack
Rosinenim Alltag oft Sammelbegriff, im engeren Sinn dunklere getrocknete Weinbeerenmeist größer und dunklersüß und klassisch rosinigallgemeine Back- und Kochzutat

Der Unterschied ist in der Küche durchaus spürbar. Sultaninen bringen eher weiche, helle Süße mit. Korinthen fallen kleiner aus und verteilen ihr Aroma dadurch feiner im Teig oder in Füllungen. Gerade in Stollen, Früchtebrot oder englischen Fruitcakes ist das ein echter Vorteil.

Besonders oft tauchen Korinthen in Rezepten aus dem Bereich Süßes & Gebäck auf. Genau dort passen sie wegen ihrer Größe und ihrer kräftigen Süße oft besser als grobe Rosinen.

Wie Korinthen hergestellt werden

Korinthen entstehen, indem die reifen kleinen Trauben geerntet und anschließend getrocknet werden. Durch den Wasserverlust schrumpfen sie stark, werden dunkler und schmecken deutlich konzentrierter.

Traditionell werden die Trauben nach der Ernte in Sonne oder Schatten getrocknet. Heute gibt es daneben auch technisch kontrollierte Verfahren, die den Prozess gleichmäßiger machen. Danach werden Stiele, Blätter und beschädigte Früchte entfernt, bevor die Korinthen sortiert und verpackt werden.

Das erklärt auch ihren Charakter: Frische Weintrauben schmecken saftig und leicht. Korinthen schmecken dichter, süßer und intensiver, weil in ihnen nach dem Trocknen viel weniger Wasser steckt. Aus genau diesem Grund sind sie beim Backen so beliebt. Sie bringen Aroma, Süße und Textur mit, ohne den Teig zu verwässern.

Wie Korinthen schmecken und wofür man sie verwendet

Korinthen schmecken süß und deutlich aromatischer als viele helle Sultaninen. Ihr Aroma wirkt konzentriert, voll und etwas markanter, ohne dass sie dabei schwer oder sirupartig werden.

In der Küche landen Korinthen vor allem dort, wo kleine Trockenfrüchte gleichmäßig verteilt sein sollen. Typische Beispiele sind:

  • Christstollen und anderes Weihnachtsgebäck
  • Früchtebrot, Rosinenstuten und süße Hefeteige
  • Kuchen, Strudel und kleine Gebäckstücke
  • Müslis und Studentenfutter
  • Reis-, Couscous- oder Bulgurgerichte
  • Füllungen, Chutneys und manche orientalisch geprägte herzhafte Speisen

Praktisch sind Korinthen immer dann, wenn du viel Aroma in kleiner Form brauchst. Große Rosinen setzen deutliche Einzelpunkte im Teig. Korinthen verschwinden optisch fast ein wenig, liefern geschmacklich aber trotzdem ordentlich mit.

Muss man Korinthen vor der Verwendung einweichen

Nein, Korinthen müssen nicht zwingend eingeweicht werden. Sinnvoll ist es aber oft, besonders beim Backen.

Das Einweichen lohnt sich vor allem dann, wenn die Korinthen eher trocken sind oder in einen Hefeteig, Stollen oder Rührkuchen kommen. Durch etwas Flüssigkeit werden sie saftiger und ziehen später weniger Feuchtigkeit aus dem Teig. Das Ergebnis wirkt häufig lockerer und weniger trocken.

Gut geeignet sind Wasser, Apfelsaft, Orangensaft, Tee oder für klassische Backrezepte auch Rum. Für viele Anwendungen reichen schon zehn bis dreißig Minuten. Wichtig ist danach nur, die Korinthen gut abtropfen zu lassen, damit der Teig nicht unnötig feucht wird.

Wenn die Korinthen ohnehin weich sind oder nur als Topping in Müsli, Salat oder Couscous landen, kannst du dir das Einweichen meist sparen. Es gilt somit, was bei der Zubereitung von Speisen oft gilt: Dogmatisches Vorgehen ist nicht nötig, sondern die individuellen Vorlieben und Verwendungszwecke sind entscheidend..

Wodurch du Korinthen ersetzen kannst und wie du sie richtig lagerst

Korinthen lassen sich am einfachsten durch Sultaninen oder klein gehackte Rosinen ersetzen. Das funktioniert in den meisten Backrezepten ohne Probleme.

Wenn du möglichst nah am Original bleiben willst, sind kleine dunkle Rosinen die beste Wahl. Sultaninen funktionieren ebenfalls gut, machen das Ergebnis aber oft etwas heller, milder und süßer. Für herzhafte Gerichte können je nach Rezept auch gehackte Trockenpflaumen oder gesüßte Trockencranberries funktionieren, wobei diese den Geschmack deutlicher verändern.

Bei der Lagerung gilt: Korinthen mögen es kühl, trocken, dunkel und luftdicht. Angebrochene Packungen solltest du gut verschließen oder in ein sauberes Schraubglas umfüllen. Dann bleiben sie deutlich länger aromatisch und trocknen nicht so schnell aus.

Maßgeblich ist immer zuerst das Mindesthaltbarkeitsdatum auf der Packung. Darüber hinaus sind Korinthen oft noch verwendbar, wenn sie unauffällig riechen und nicht schimmelig oder von Schädlingen befallen sind. Weniger gut sind sie, wenn sie feucht geworden sind, muffig riechen oder deutlich unangenehm schmecken..

Nährwerte von Korinthen und die Frage, ob sie gesund sind

Korinthen können gut in eine ausgewogene Ernährung passen, sind aber kein Freifahrtschein zum gedankenlosen Naschen. Sie liefern Ballaststoffe und Mineralstoffe, enthalten wegen der Trocknung aber auch viel konzentrierten Zucker und entsprechend mehr Kalorien als frische Trauben.

Als Orientierung liegen Korinthen pro 100 Gramm ungefähr bei:

  • 309 kcal
  • 67,5 g Kohlenhydraten
  • 66,6 g Zucker
  • 5,4 g Ballaststoffen
  • 837,9 mg Kalium
  • 69,8 mg Calcium
  • 1,88 mg Eisen

Das klingt zunächst nach viel Zucker, ist bei Trockenobst aber normal: Beim Trocknen verschwindet vor allem Wasser, nicht der Fruchtzucker. Deshalb wirken Korinthen so süß und liefern schnell Energie.

Sinnvoll eingeordnet heißt das: Korinthen sind weder „ungesund“ noch ein magisches Superfood. Sie sind ein nahrhaftes Trockenobst mit Ballaststoffen und Mineralstoffen, aber eben auch energiereich. Als kleine Zutat im Müsli, im Gebäck oder in einer kleinen Portion zwischendurch passen sie gut. Als ganze Tüte nebenbei sind sie schnell deutlich mehr als ein kleiner Snack.

Ein hilfreicher Richtwert kommt von der DGE: Eine Portion Trockenfrüchte entspricht etwa 25 Gramm. Das ist deutlich weniger als bei frischem Obst und zeigt ziemlich gut, wie man Korinthen vernünftig einordnet.

Sprachliches rund um Korinthen und den Korinthenkacker

Korinthen haben es sogar in die Alltagssprache geschafft. Das bekannteste Beispiel ist der Ausdruck „Korinthenkacker“.

Gemeint ist damit eine kleinliche, pedantische Person, also jemand, der es mit Details aus Sicht anderer übertreibt. Der Ausdruck ist derb und deutlich abwertend. Das Wortbild funktioniert, weil Korinthen klein sind: Wer sich sprichwörtlich noch mit so winzigen Dingen aufhält, nimmt es sehr genau.

Sprachlich ist das ein schönes Beispiel dafür, wie ein ganz normales Lebensmittel irgendwann zur Metapher wird. Korinthen sind also nicht nur Backzutat, sondern auch ein fester Bestandteil deutscher Alltagssprache.