Was sind Poffertjes? Niederländische Mini-Pfannkuchen selber machen

Poffertjes sind kleine, dicke Pfannküchlein aus den Niederlanden. Sie werden in einer Pfanne mit flachen Mulden gebacken und meist mit Butter und Puderzucker serviert. Ihr Inneres ist weich und luftig, die Oberfläche goldbraun. Klassische Rezepte verwenden Hefe und häufig Buchweizenmehl. Du kannst sie aber auch ohne Buchweizen zubereiten. Hier erfährst du, was die Minis von anderen Pfannkuchen unterscheidet und wie du sie zu Hause richtig hinbekommst.

Was ist das Besondere an Poffertjes?

Poffertjes sind etwa münzgroße Pfannküchlein, die durch ihre Muldenform und ihren lockeren Teig deutlich dicker ausfallen als dünne Pfannkuchen. Meist haben sie ungefähr drei bis vier Zentimeter Durchmesser. Sie sollen innen zart bleiben und außen leicht bräunen, ohne eine harte Kruste zu bekommen.

Die Küchlein gehören zu den niederländischen Spezialitäten, die auch das niederländische Tourismusbüro vorstellt. Du bekommst sie dort beispielsweise an Marktständen oder in Pfannkuchenrestaurants. In Deutschland sind sie vor allem von Weihnachtsmärkten bekannt.

Der milde Teig passt gut zu geschmolzener Butter. Buchweizen gibt ihm eine kräftigere, leicht nussige Note. Richtig süß wird eine klassische Portion vor allem durch den Puderzucker darüber. Ein großer Teil ihres Reizes liegt im Gegensatz zwischen warmen Küchlein, schmelzender Butter und diesem feinen Zuckerbelag.

Was unterscheidet Poffertjes von Pancakes und Crêpes?

Poffertjes unterscheiden sich vor allem durch ihre kleine, gewölbte Form und bei traditionellen Rezepten durch den Hefeteig von Pancakes und Crêpes.

GebäckTypische FormTeig und Zubereitung
PoffertjesKleine, dicke KüchleinHäufig mit Hefe und Buchweizen, in flachen Pfannenmulden gebacken
American PancakesGrößere, dicke FladenMeist mit Backpulver, in einer gewöhnlichen Pfanne gebacken
CrêpesGroße, sehr dünne FladenDünn verstrichener Teig, üblicherweise ohne Hefe

Die Grenzen sind nicht überall scharf. Auch Poffertjes werden mit Backpulver angeboten. Und ein kleiner Pancake wird durch seinen Durchmesser allein noch nicht zum klassischen Poffertje.

Mit Mutzen teilen sie den Auftritt auf Jahr- und Weihnachtsmärkten. Die Zubereitung ist allerdings anders: Poffertjes backen in wenig Fett in der Pfanne, Mutzen werden in heißem Fett ausgebacken.

Gehören Hefe und Buchweizen in den Poffertjes-Teig?

Viele traditionelle Poffertjes-Rezepte verwenden Hefe und Buchweizen, häufig mit Weizenmehl gemischt. Das Verhältnis der Mehlsorten unterscheidet sich von Rezept zu Rezept.

Hefe bildet während der Gehzeit kleine Gasbläschen, die den Teig lockern. Dafür braucht sie etwas Zeit. Buchweizen beeinflusst den Geschmack und die Teigstruktur, ersetzt aber das Triebmittel nicht.

Wenn du Buchweizen nicht magst oder nicht im Haus hast, kannst du die gesamte Mehlmenge durch Weizenmehl ersetzen. Gib die Milch dann zunächst nicht vollständig dazu und stelle die Konsistenz nach Bedarf ein. Für eine schnelle Variante ohne Gehzeit brauchst du ein eigenes Backpulverrezept. Dr. Oetker verwendet beispielsweise Backpulver. Einfach die Hefe im folgenden Teig wegzulassen, würde deutlich flachere Küchlein ergeben.

Poffertjes-Rezept mit Hefe und Buchweizen

Für etwa 60 bis 70 kleine Poffertjes brauchst du einen dickflüssigen Hefeteig und eine leicht gefettete Muldenpfanne. Das ergibt ungefähr vier Dessertportionen. Die Stückzahl hängt von der Pfanne und deiner Dosierung ab.

Zeitbedarf: ungefähr 15 Minuten Vorbereitung, 45 bis 60 Minuten Gehzeit und 20 bis 30 Minuten zum portionsweisen Backen.

Diese Zutaten brauchst du

Die Mehlmischung besteht aus Weizen- und Buchweizenmehl, die Süße bleibt im Teig bewusst zurückhaltend.

  • 150 g Weizenmehl Type 405
  • 100 g Buchweizenmehl
  • 325 ml lauwarme Milch, zunächst etwa 300 ml verwenden
  • 10 g frische Hefe oder 3,5 g Trockenhefe
  • 1 Ei Größe M
  • 12 g Zucker
  • 2 g Salz
  • 20 g geschmolzene, abgekühlte Butter für den Teig
  • etwas neutrales Bratöl oder Butterschmalz für die Pfanne
  • Butter und Puderzucker zum Servieren

So bereitest du die Poffertjes zu

Rühre zuerst einen glatten Teig an, lass ihn aufgehen und backe dann kleine Portionen bei mittlerer Hitze.

  1. Hefe einrühren: Frische Hefe mit dem Zucker in etwa 100 ml der lauwarmen Milch auflösen. Trockenhefe nach Packungsanleitung verwenden. Die Milch soll handwarm sein, keinesfalls heiß.
  2. Teig mischen: Beide Mehlsorten und Salz verrühren. Bei frischer Hefe die Hefemilch und weitere 200 ml Milch dazugeben. Wenn du Trockenhefe direkt unter das Mehl mischst, gib stattdessen die gesamten 300 ml Milch dazu. Ei und abgekühlte Butter ergänzen und alles mit dem Schneebesen glatt rühren. Wenn der Teig sehr zäh ist, die übrigen 25 ml Milch nach und nach ergänzen. Er soll langsam vom Löffel fließen, sich aber nicht wie ein Crêpeteig sofort breit verteilen.
  3. Gehen lassen: Die Schüssel abdecken und 45 bis 60 Minuten bei Zimmertemperatur stehen lassen. Der Teig soll luftiger werden und kleine Bläschen zeigen. In einer kühlen Küche dauert das länger.
  4. Pfanne vorbereiten: Die Poffertjes-Pfanne bei mittlerer Hitze gleichmäßig erwärmen. Jede Mulde dünn mit Bratöl oder Butterschmalz auspinseln.
  5. Portionieren: Den Teig behutsam durchrühren. Mit einer Dosierflasche oder zwei kleinen Löffeln in die Mulden geben, jeweils knapp unter den Rand. Lass dem Teig Platz zum Aufgehen.
  6. Wenden: Wenn die Unterseite goldbraun ist und der Rand Halt bekommt, die Küchlein mit einem Holzspieß oder einer geeigneten kleinen Gabel drehen. Die Oberseite darf dabei noch etwas feucht sein. Auf beschichteten Pfannen nur passende, schonende Werkzeuge verwenden.
  7. Fertig backen: Auch die zweite Seite bräunen und das Innere vollständig garen. Je nach Pfanne dauert eine Runde insgesamt etwa zwei bis vier Minuten. Ein erstes Poffertje aufschneiden: innen weich und locker ist richtig, flüssiger Teig nicht.
  8. Servieren: Warm auf Teller geben, etwas Butter darauf schmelzen lassen und mit Puderzucker bestäuben. Die restlichen Portionen genauso backen und die Mulden bei Bedarf erneut dünn fetten.
Poffertjes-Pfanne mit Teig und kleinen goldbraunen Pfannkuchen.
Die Mulden geben Poffertjes ihre typische kleine, gewölbte Form.

Kannst du Poffertjes ohne spezielle Pfanne machen?

Du kannst den Teig in einer gewöhnlichen Pfanne backen, bekommst dann aber flachere Mini-Pfannkuchen statt der gleichmäßig gewölbten Poffertjes. Für einen ersten Versuch ist das eine brauchbare Lösung.

Gib kleine Teigportionen mit Abstand in die leicht gefettete Pfanne. Halte den Durchmesser bei etwa drei bis vier Zentimetern und wende sie, sobald die Unterseite Farbe und der Rand Stabilität hat. Auch die WDR-Köche Martina und Moritz beschreiben diese Alternative.

Eine Poffertjes-Pfanne erleichtert die Dosierung und hält den Teig in Form. Vor dem Kauf zählen die Eignung für deinen Herd und die Handhabung mehr als eine möglichst große Zahl an Mulden. Eine Æbleskiver-Pfanne hat meist deutlich tiefere Vertiefungen für größere Teigkugeln und ist deshalb kein gleichwertiger Ersatz.

Angeschnittenes Poffertje mit lockerer Krume, Butter und Puderzucker.
Poffertjes bleiben innen weich und bekommen außen eine goldbraune Oberfläche.

Warum werden Poffertjes trocken, dunkel oder klebrig?

Meist stimmen bei misslungenen Poffertjes Hitze, Backdauer oder Teigkonsistenz noch nicht. Die erste Runde eignet sich deshalb gut, um die Pfanne einzustellen.

  • Außen dunkel, innen roh: Die Hitze ist zu hoch. Temperatur senken und kleinere Portionen verwenden.
  • Trocken oder hart: Die Küchlein waren zu lange in der Pfanne. Goldbraun reicht, eine krosse Kruste ist nicht das Ziel.
  • Sie kleben fest: Die Mulden sind zu wenig gefettet, die Pfanne war noch nicht bereit oder du wendest zu früh. Erst die Unterseite etwas fest werden lassen.
  • Sie laufen breit auseinander: Der Teig ist zu dünn oder die Mulden sind überfüllt. In einer normalen Pfanne fällt das besonders auf.
  • Sie bleiben kompakt: Prüfe Gehzeit und Hefetrieb. Außerdem sollte der aufgegangene Teig nicht wieder kräftig aufgeschlagen werden.

Normale Butter kann beim langen Backen bräunen und irgendwann verbrennen. Ein hitzegeeignetes neutrales Öl oder Butterschmalz macht die Arbeit einfacher. Die Butter für den typischen Geschmack kommt dann auf die fertige Portion.

Wie bewahrst du Poffertjes auf und wärmst sie wieder auf?

Frisch schmecken Poffertjes am besten, übrig gebliebene Küchlein kannst du aber zügig abkühlen und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Lass sie dazu in einer flachen Lage ausdampfen und stelle sie zeitnah kalt.

Als vorsichtige Küchenplanung bietet sich an, sie innerhalb von ein bis zwei Tagen zu essen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt für gegarte Essensreste grundsätzlich Kühllagerung und einen Verbrauch innerhalb von zwei bis drei Tagen. Die Küchlein müssen dafür hygienisch zubereitet und durchgehend ausreichend gekühlt worden sein.

Wärme sie in einer Pfanne bei niedriger bis mittlerer Hitze durch. In der Mikrowelle geht es schneller, die Oberfläche wird allerdings weicher. Butter und Puderzucker erst danach ergänzen. Für längere Aufbewahrung die abgekühlten, unbestäubten Poffertjes portionsweise einfrieren, später im Kühlschrank auftauen und vollständig erhitzen.

FAQ: Weitere Fragen zu Poffertjes

Zutatenvarianten sind möglich, brauchen aber teilweise ein angepasstes Rezept.

Sind Poffertjes glutenfrei?

Poffertjes nach dem obigen Rezept sind nicht glutenfrei, weil sie Weizenmehl enthalten. Buchweizen ist von Natur aus glutenfrei, macht eine Mischung mit Weizen aber nicht glutenfrei. Für Zöliakie brauchst du geeignete Zutaten und ein ausdrücklich glutenfreies Rezept, zum Beispiel mit Buchweizen- und Reismehl. Achte außerdem darauf, Glutenverunreinigungen durch Arbeitsflächen und Geräte zu vermeiden.

Kannst du Poffertjes vegan zubereiten?

Vegane Poffertjes sind möglich, die Milch-Butter-Ei-Kombination dieses Rezepts muss dafür jedoch angepasst werden. Ein ungesüßter Pflanzendrink und pflanzliches Fett ersetzen Milch und Butter recht unkompliziert. Beim Ei lohnt sich ein eigens dafür entwickeltes Rezept, damit Bindung und Konsistenz stimmen. Hefe selbst ist vegan.

Was passt außer Butter und Puderzucker dazu?

Beeren, Apfelkompott, Vanillesoße oder etwas geschmolzene Schokolade passen gut zu Poffertjes. Eine kleine Menge flüssiger Nussnougat ergibt eine kräftige Haselnussnote. Feuchte Toppings erst beim Servieren dazugeben, damit die Küchlein nicht aufweichen.

Zubehör für Poffertjes

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