Gute Aufwärmübungen im Fußball bereiten dich schrittweise auf die Bewegungen vor, die gleich gebraucht werden: laufen, abbremsen, drehen, passen und schneller antreten. Du beginnst locker und steigerst Tempo und Schwierigkeit, ohne schon vor dem Anpfiff müde Beine zu sammeln. Ein sinnvolles Warm-up verbindet deshalb Bewegung ohne Ball mit passenden Ballaktionen. Hier findest du konkrete Übungen, ein anpassbares Beispielprogramm und Hinweise für Kinder, Mannschaften und das Training allein.
Was soll das Aufwärmen beim Fußball eigentlich leisten?
Das Aufwärmen soll dich körperlich und gedanklich auf die folgende Belastung vorbereiten. Es ist eine allmähliche Annäherung an das Training oder Spiel, kein vorgezogenes Konditionsduell.
Am Anfang bringen lockere Bewegungen den Kreislauf in Schwung. Anschließend bereitest du die Bewegungsabläufe vor, die im Fußball ständig wechseln: kleine Schritte, Richtungsänderungen, kontrolliertes Landen, kurze Antritte und Aktionen mit dem Ball. Auch Wahrnehmung und Konzentration gehören dazu. Wer sich beim Passen orientiert und Mitspieler anspricht, ist mit dem Kopf schon eher auf dem Platz.
Die VBG beschreibt für das Fußball-Warm-up eine stufenweise Steigerung von lockerer Bewegung über Mobilisation bis zu intensiveren und spielnahen Aktionen. Genau diese Entwicklung ist wichtiger als eine besonders ausgefallene Übung. Eine einfache Aufgabe mit sauberer Ausführung schlägt einen spektakulären Parcours, in dem die Hälfte der Mannschaft wartet.
Aufwärmen kann Bestandteil einer sinnvollen Verletzungsprävention sein. Es macht aber weder riskante Zweikämpfe harmlos noch ersetzt es eine passende Trainingsbelastung. Wer Beschwerden hat, sollte diese nicht durch noch mehr Antritte „weglaufen“ wollen.
Wie lange sollten Aufwärmübungen im Fußball dauern?
Die passende Dauer hängt von der folgenden Belastung, deinem Zustand und den Bedingungen ab. Eine einzige Minutenzahl passt deshalb nicht zu jedem Training, jedem Alter und jedem Spieltag.
Zur Orientierung kannst du für ein überschaubares Training ein strukturiertes Programm von etwa 15 bis 20 Minuten planen und es bei Bedarf anpassen. Das ist ein praktischer Ausgangspunkt, keine medizinische Mindestdauer. Eine Mannschaft mit eigener Spielvorbereitung kann mehr Zeit einplanen, ein kurzer Einstieg in ruhige Technikaufgaben anders aussehen.
Die Empfehlungen verschiedener Fachquellen unterscheiden sich entsprechend ihrem Rahmen. Die VBG zeigt einen kompakten Ablauf von ungefähr 10 bis 15 Minuten. Ein ausführliches Spielprogramm aus dem BFV-Coaching-Bereich beansprucht mit technischen und positionsbezogenen Teilen etwa 30 bis 35 Minuten. Das FIFA-Programm 11+ ist wiederum als eigener, eingeübter Ablauf konzipiert. Die längste Zahl ist nicht automatisch die richtige für alle.
Prüfe vor dem Übergang in den Hauptteil lieber diese Punkte:
- Hast du das Bewegungstempo bereits schrittweise erhöht?
- Gab es kontrollierte Stopps und Richtungswechsel, wenn diese anschließend verlangt werden?
- Hattest du passende Ballkontakte und nicht nur Laufmeter?
- Fühlst du dich bewegungsbereit, ohne bereits deutlich ermüdet zu sein?
- Kannst du die letzten Übungen sauber und konzentriert ausführen?
Schwitzen allein beantwortet diese Fragen nicht. Im Sommer gelingt es ziemlich schnell, warm auszusehen. Das Sprunggelenk hat deswegen aber noch keinen einzigen Richtungswechsel vorbereitet.
Aufwärmübungen ohne Ball: Bewegung schrittweise vorbereiten
Beginne mit einfachen Bewegungen und erweitere danach Bewegungsumfang und Tempo. Die folgenden Mengen sind Vorschläge für einen selbst zusammengestellten Ablauf und dürfen an Gruppe und Trainingsziel angepasst werden.
1. Locker laufen und die Bewegungsrichtung wechseln
Starte mit ruhigem Laufen auf einer freien Strecke oder in einem ausreichend großen Feld. Nach einigen Bahnen wechselst du in Seitwärtsschritte und kurze, kontrollierte Rückwärtsbewegungen. Schaue dabei regelmäßig in die Bewegungsrichtung und halte Abstand zu anderen.
Ein einfacher Aufbau besteht aus zwei Markierungen mit ungefähr 15 Metern Abstand. Laufe hin, kehre locker zurück und ergänze nach und nach Seitgalopp oder kleine, federnde Schritte. Zwei bis drei Minuten können als Einstieg dienen. Du solltest dabei noch gut sprechen können.
Wichtig ist die Steigerung: Erst locker, danach etwas aktiver. Rückwärtslaufen über den ganzen Platz mit Blick auf die eigenen Schuhe gehört nicht zu den notwendigen Mutproben.
2. Sprunggelenke und Hüfte kontrolliert mobilisieren
Bewege die Gelenke in einem Bereich, den du ohne Schmerzen kontrollieren kannst. Geeignet sind beispielsweise kleine Fersenhebungen, flache Kniebeugen und ein ruhiges Verlagern des Gewichts von einer Seite auf die andere.
Für einen einfachen Ausfallschritt setzt du einen Fuß nach vorn, beugst die Beine kontrolliert und richtest dich anschließend wieder auf. Der vordere Fuß bleibt stabil am Boden, der Oberkörper aufgerichtet. Wähle die Schrittlänge so, dass du nicht nach vorn kippst. Vier bis sechs ruhige Wiederholungen je Seite reichen als erster Durchgang.
Du kannst eine kleine Oberkörperdrehung ergänzen, wenn die Grundposition sicher bleibt. Tiefer, weiter und schneller sind keine automatischen Verbesserungen. Das Ziel ist Bewegungsbereitschaft, nicht der spontane Nachweis einer Gymnastikbegabung.
3. Einbeinstand, kleine Schritte und sanftes Landen
Kurze Balanceaufgaben und kontrollierte Landungen bereiten Bewegungen vor, die beim Fußball häufig vorkommen. Beginne zunächst ohne Sprung: Stehe einige Sekunden auf einem Bein, setze ab und wechsle die Seite.
Wenn das sicher gelingt, folgen kleine seitliche Schritte mit kurzem stabilen Stopp. Erst später kannst du kleine beidbeinige Sprünge ergänzen und weich mit gebeugten Beinen landen. Halte Rumpf und Beine so, dass du die Landung kontrollierst, statt sie durch mehrere hektische Ausgleichsschritte retten zu müssen.
Schon zwei kurze Durchgänge mit wenigen sauberen Wiederholungen können in den Ablauf passen. Für ein Warm-up brauchst du keine ermüdende Sprungserie und keinen Wettkampf darum, wer am weitesten landet.
4. Abbremsen und wieder beschleunigen
Übe das Stoppen zunächst aus mäßigem Tempo. Laufe etwa acht bis zehn Meter an und bremse über mehrere kleine Schritte ab. Kehre locker zurück und wiederhole die Bewegung einige Male.
Danach lässt sich ein übersichtlicher Richtungswechsel ergänzen. Markiere beispielsweise einen breiten Winkel statt eines extrem engen Hakenlaufs. Vergrößere erst das Tempo, wenn die Bewegung kontrolliert bleibt. Eine harte 180-Grad-Wende mit maximalem Antritt gehört nicht an den Anfang.
Die letzten Läufe dürfen sich dem folgenden Training annähern. Wichtiger als viele Wiederholungen ist, dass du zwischen den kurzen Aktionen genug Zeit zur lockeren Rückkehr hast. So wird aus dem Aufwärmen nicht versehentlich ein Ausdauertraining im Fußball.

Aufwärmübungen mit Ball: Technik und Aufmerksamkeit dazunehmen
Ballaktionen ergänzen die körperliche Vorbereitung um Orientierung, Timing und ein Gefühl für den Untergrund. Sie ersetzen die schrittweise Bewegungssteigerung nicht, lassen sich aber gut mit ihr verbinden.
5. Freies Dribbeln mit klaren Signalen
Alle Spieler führen einen Ball in einem ausreichend großen Feld. Sie beginnen mit lockerem Tempo und dürfen nur so schnell laufen, dass sie den Ball und die anderen Spieler im Blick behalten. Auf ein Signal wird beispielsweise der Fuß gewechselt oder der Ball mit der Sohle kurz gestoppt.
Für acht Spieler kann ein Feld von ungefähr 15 × 15 Metern ein erster Versuch sein. Wird es eng, vergrößere die Fläche. Die Abmessung ist eine organisatorische Orientierung, keine Regel. Entscheidend ist, dass niemand ständig ausweichen oder abrupt zusammenzucken muss.
Steigere jeweils nur eine Sache: etwas höheres Tempo, eine zusätzliche Blickaufgabe oder einen Richtungswechsel. Drei neue Kommandos gleichzeitig machen die Aufgabe komplizierter, aber nicht unbedingt besser. Für die genaue Ballführung beim Dribbling bleibt im Hauptteil Zeit.
Allein kannst du zwei bis vier Markierungen nutzen und sie in wechselnder Reihenfolge anlaufen. Schau vor der Richtungsentscheidung kurz auf, statt nur die nächste Hütchenfarbe anzustarren.
6. Passen und den eigenen Platz verändern
Zu zweit spielt ihr euch aus kurzer Entfernung flache, gut erreichbare Bälle zu und bewegt euch nach jedem Pass ein kleines Stück seitlich. Beginnt beispielsweise mit vier bis sechs Metern Abstand. Der Empfänger nimmt den Ball kontrolliert mit und spielt erst dann zurück.
Wichtig ist, dass der Pass zur Bewegung des Partners passt. Ein Warm-up ist kein geeigneter Moment, um dem Mitspieler zum ersten Mal einen harten Ball auf den schwächeren Fuß zu jagen und das anschließend „Reaktionstraining“ zu nennen.
Nach ein bis zwei Minuten könnt ihr Abstand und Bewegung leicht steigern. Fordert den Ball kurz an und schaut vor dem Zuspiel auf. Weiterführende Passspiel-Übungen können im anschließenden Training daraus entstehen. Hier reicht ein übersichtlicher Einstieg ohne lange Warteschlangen.
7. Kleine Spielform mit dosiertem Gegnerdruck
Eine kleine Ballbesitzform eignet sich für die spätere Aufwärmphase, wenn vorher bereits Bewegung und Tempo gesteigert wurden. Ein lockeres Rondo kann Wahrnehmung, Anspielwinkel und erste Ballkontakte verbinden.
Wähle den Druck so, dass flüssige Aktionen möglich sind. Anfangs darf der Verteidiger eher Passwege schließen, statt jeden Ball mit vollem Einsatz zu attackieren. Die Ballbesitzer bekommen ausreichend Kontakte und Raum. Später können kurze intensivere Durchgänge folgen.
Wenn alle nur am Fleck stehen, dient die Aufgabe hauptsächlich der Ballgewöhnung. Wenn ein Verteidiger dauerhaft im höchsten Tempo hinterherhetzt, ist die Belastung für ihn deutlich höher als für den Rest. Wechselt Rollen deshalb geordnet und gebt kurze Erholungspausen. Gleiche Spielzeit bedeutet noch nicht gleiche Beanspruchung.
8. Kurze Antritte aus einer Fußballaktion
Ein kurzer Antritt nach einem Pass oder einer Richtungsentscheidung stellt den Übergang zu schnelleren Spielsituationen her. Er gehört an das Ende der Vorbereitung, nicht in die ersten Sekunden.
Ein einfacher Ablauf: Spiele dem Partner zu, laufe einige Meter kontrolliert in einen freien Raum und bremse sauber ab. Gehe locker zurück. Steigere über wenige Wiederholungen das Tempo, ohne bereits eine Serie maximaler Sprints zu absolvieren.
Sollen anschließend Abschlüsse geübt werden, kommen zunächst kontrollierte Schüsse dazu. Härte und Distanz wachsen schrittweise. Torhüter brauchen dafür ihre eigene Vorbereitung. Eine Schlange aus kalten Feldspielern, die sofort volle Kraft auf einen ebenfalls kalten Torwart schießen, ist kein Aufwärmkonzept.
Ein Beispielprogramm für ungefähr 20 Minuten
Der folgende Ablauf verbindet die Übungen zu einem möglichen Warm-up für eine Freizeit- oder Amateurgruppe. Die Zeiten sind eine Planungshilfe und dürfen sich verschieben, wenn die Spieler mehr Vorbereitung oder weniger Belastung benötigen.
| Zeitfenster | Inhalt | Worauf ihr achtet |
|---|---|---|
| Minute 0–3 | Lockeres Laufen, Seitwärtsschritte, einfache Richtungswechsel | Ruhig beginnen und Platz lassen |
| Minute 3–7 | Kontrollierte Mobilisation, einfache Ausfallschritte und kurze Balanceaufgaben | Saubere Bewegung statt großer Bewegungsweite |
| Minute 7–11 | Dribbeln mit Blickaufgaben und leichte Passaktionen | Erreichbare Zuspiele und regelmäßiges Aufschauen |
| Minute 11–16 | Übersichtliche Partner- oder kleine Ballbesitzform mit zunehmender Bewegung | Gegnerdruck und Wartezeiten sinnvoll dosieren |
| Minute 16–20 | Wenige Steigerungen, kontrollierte Stopps und passende Aktionen für den Hauptteil | Bereit werden, nicht ermüden |
Dieser Vorschlag ist kein wissenschaftlich geprüftes Gesamtprogramm und keine verkürzte Version von FIFA 11+. Er zeigt, wie du einen plausiblen Ablauf organisieren kannst. Wenn ein Verein ein festes Präventionsprogramm nutzt, wird dieses nicht beliebig durch einzelne Lieblingsübungen ausgetauscht.
Fehlen Bälle oder ist die Gruppe größer als geplant, helfen einfache Änderungen: Bildet Paare, vergrößert eine Fläche oder verteilt die Spieler auf zwei gleich organisierte Felder. Wartezeiten werden nicht dadurch wertvoll, dass daneben ein Hütchen steht.

Vor dem Training, vor dem Spiel und allein: Was ändert sich?
Die letzten Aufwärmübungen sollten zu dem passen, was unmittelbar danach verlangt wird. Ein ruhiges Techniktraining braucht eine andere Vorbereitung als ein Spiel mit schnellen Zweikämpfen und Richtungswechseln.
Vor dem Training
Greife den Schwerpunkt der Einheit auf, ohne den Hauptteil schon vorwegzunehmen. Vor einem Passtraining bieten sich erreichbare Zuspiele und Freilaufbewegungen an. Vor einem Training mit vielen Richtungswechseln müssen auch Abbremsen und erneutes Antreten vorbereitet werden.
Wer unmittelbar danach sehr intensive Aktionen plant, sollte nicht nach ein paar lockeren Minuten plötzlich auf Maximaltempo umschalten. Umgekehrt wird für eine ruhige Einheit nicht automatisch ein langer Sprintblock nötig.
Vor dem Spiel
Vor dem Wettkampf kommen positionsbezogene Aktionen und die gemeinsame Abstimmung stärker hinzu. Spieler sollten rechtzeitig wissen, wann das Teamprogramm beginnt und wie viel Zeit für individuelle Ergänzungen bleibt.
Plane auch den Weg zum Anpfiff mit. Eine ausführliche Vorbereitung verliert ihren Sinn, wenn danach lange unbewegt gewartet wird. Bei einer Verzögerung können einige lockere Bewegungen und eine kurze erneute Steigerung sinnvoll sein. Entscheidend ist die Situation, nicht die Pflicht, das ganze Programm von vorn zu starten.
Die Torhüter werden so eingebunden, dass sie vorbereitet sind und anschließend nicht mit einer unüberschaubaren Schussflut überlastet werden. Feldspieler und Torwart müssen dafür nicht jede Minute dasselbe tun.
Beim Training allein
Auch wenn du Fußball alleine trainierst, bleibt die Reihenfolge sinnvoll: lockere Bewegung, kontrollierte Mobilisation, Ballkontakte und eine passende Steigerung. Eine freie Strecke, ein Ball und wenige Markierungen reichen für viele Varianten.
Ohne Partner ersetzt du die Passaufgabe durch ruhige Zielpässe oder geeignete Wandpässe. Prüfe dabei den Platz und den Rückprallbereich. Harte Schüsse gegen eine nahe Wand sind keine notwendige Steigerung.
Kinder, Kälte und Pausen: Den Ablauf sinnvoll anpassen
Aufwärmübungen im Fußball werden an die Menschen und Bedingungen angepasst. Ein Erwachsenenschema lässt sich nicht allein dadurch kindgerecht machen, dass alle Strecken halbiert werden.
Bei jüngeren Kindern sind übersichtliche Bewegungsspiele mit Ball und kurzen Erklärungen oft leichter umzusetzen als lange Reihen und komplizierte Laufchoreografien. Auch hier beginnt die Belastung maßvoll. Ein Fangspiel, das sofort maximale Sprints verlangt, ist nicht automatisch ein sanfter Einstieg.
Wähle Aufgaben, bei denen alle mitmachen können. Beim Dribbeln durch kleine Tore oder beim Bewegen auf ein gut erkennbares Signal entstehen viele Ballkontakte. Vermeide Ausscheidungsregeln, bei denen gerade die unsicheren Kinder lange am Rand stehen. Schweißtreibende Strafaufgaben für verlorene Durchgänge verbessern die Vorbereitung ebenfalls nicht.
Bei kühlem Wetter helfen geeignete Kleidung und möglichst kurze Standphasen. Plane zusätzliche Zeit ein, wenn es nötig ist, statt einfach am Anfang schneller laufen zu lassen. Wärme allein macht einen rutschigen oder gefrorenen Untergrund nicht sicher.
Bei Hitze werden Ablauf, Pausen und Belastungsumfang entsprechend angepasst. Es geht nicht darum, eine vorgegebene Minutenmenge trotz schlechter Bedingungen abzuarbeiten. Trinken sollte möglich sein und Übungen müssen nicht unnötig in der prallen Sonne stattfinden.
Nach einer längeren Pause oder vor einer Einwechslung ist ein erneuter Bewegungsaufbau sinnvoller als der direkte Sprung von der Bank in einen Vollsprint. Wie viel nötig ist, hängt unter anderem davon ab, wie lange du still warst und was du vorher gemacht hast. Beachte beim Aufwärmen neben dem Spiel die Anweisungen des Vereins und der Spielleitung.
Was ist FIFA 11+ und wie gehört es ins Aufwärmen?
FIFA 11+ ist ein fest zusammengestelltes Aufwärmprogramm für Fußballspielerinnen und Fußballspieler ab ungefähr 14 Jahren. Es verbindet Laufübungen mit Kraft-, Gleichgewichts- und Sprungaufgaben sowie anschließenden intensiveren Laufaktionen.
Das deutschsprachige FIFA-11+-Manual beschreibt Reihenfolge, Ausführung und Schwierigkeitsstufen. Das vollständige Programm ist für das Training vorgesehen, während vor Spielen die Laufteile empfohlen werden. Das Manual empfiehlt den vollständigen Ablauf vor jedem Training, mindestens zweimal pro Woche. Für einen eingeübten vollständigen Ablauf werden ungefähr 20 Minuten angegeben.
Untersuchungen mit Jugendmannschaften haben bei regelmäßiger Anwendung weniger Verletzungen als beim üblichen Aufwärmen beobachtet. Solche Ergebnisse beziehen sich auf die untersuchten Gruppen und die konkrete Durchführung. Sie bedeuten weder, dass jede einzelne Übung für sich dieselbe Wirkung hat, noch dass ein einmaliges Warm-up Verletzungen sicher verhindert.
Wer 11+ nutzen möchte, sollte es korrekt erlernen, regelmäßig durchführen und die vorgesehenen Stufen beachten. Schwierige Varianten werden nicht ausgewählt, weil sie beeindruckender aussehen. Entscheidend ist, dass die Spieler die Grundstufe kontrolliert beherrschen. Für jüngere Kinder braucht es altersgerechte Programme und Anleitung, statt das Erwachsenenprogramm ungeprüft zu übernehmen.
Was läuft beim Aufwärmen häufig schief?
Die häufigsten Probleme entstehen durch falsche Dosierung und schlechte Organisation, nicht durch einen Mangel an originellen Übungen.
- Sofort Vollgas geben: Intensives Fangen, harte Schüsse und maximale Richtungswechsel folgen erst nach einer passenden Steigerung.
- Nur im Kreis laufen: Laufmeter bereiten Passaktionen, Orientierung, Stopps und Drehungen nur unvollständig vor.
- Lange anstehen: Ein schöner Parcours mit einer langen Schlange bringt den Wartenden wenig.
- Beweglichkeit mit Gewalt erzwingen: Kontrollierte Bewegungen sind sinnvoller als schmerzhafte Dehnpositionen.
- Vor dem Anpfiff schon müde sein: Eine lange intensive Spielform kann aus dem Warm-up eine zusätzliche Belastungseinheit machen.
- Alles ständig ändern: Bekannte Übungen erleichtern saubere Ausführung. Variation ist hilfreich, wenn sie einen Zweck hat.
Für das Dehnen gilt: Dynamische, kontrollierte Bewegungen passen gut in ein Fußball-Warm-up. Lange statische Haltepositionen direkt vor explosiven Aktionen sind keine notwendige Standardpflicht. Wer aus individuellen Gründen bestimmte Beweglichkeitsübungen benötigt, stimmt sie mit dem betreuenden Fachpersonal ab und berücksichtigt die anschließende Aktivierung.
Am Ende sollte die Mannschaft wissen, was als Nächstes kommt, und dafür vorbereitet sein. Wenn ihr nach dem Warm-up erst einmal fünf Minuten verschnaufen müsst, war die Generalprobe vermutlich schon ein halbes Spiel.
Praktische Helfer für die Vorbereitung
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