Was ist ein Cronut? Herkunft und einfaches Rezept

Ein Cronut verbindet die blättrigen Schichten eines Croissants mit der Ringform und der Frittierweise eines Donuts. Das Original entwickelte der französische Pâtissier Dominique Ansel 2013 in New York. Seine Grundlage ist ein eigens entwickelter, geschichteter Hefeteig. Hier erfährst du, was den Cronut ausmacht, warum seine Herstellung aufwendig ist und wie du eine klar vereinfachte Variante mit fertigem Blätterteig zubereitest.

Was ist ein Cronut und wie schmeckt er?

Ein Cronut ist ein frittiertes, ringförmiges Gebäck mit vielen feinen Teigschichten, das häufig gefüllt und glasiert wird. Der Name verbindet „Croissant“ und „Donut“. Die Oberfläche ist knusprig, im Inneren bleiben deutlich erkennbare, zarte Schichten.

Geschmacklich treffen Butteraroma, leichte Röstaromen und eine süße Füllung aufeinander. Ob Vanille, Schokolade oder eine fruchtige Creme dominiert, hängt von der jeweiligen Variante ab. Die Ringform erinnert an einen Donut, die blättrige Struktur an ein Croissant.

Beim Hineinbeißen kann die Kruste splittern. Die Krümel gehören hier zur Sache: Ein Cronut soll deutlich erkennbare Schichten haben.

Wer hat den Cronut erfunden?

Dominique Ansel stellte den ursprünglichen Cronut am 10. Mai 2013 in seiner New Yorker Bäckerei vor. Die Dominique Ansel Bakery nennt dieses Datum selbst und beschreibt das Gebäck als eigene Kreation.

Ähnliche Croissant-Donut-Gebäcke entstanden bald auch in anderen Ländern. Die Bäckerei führt Cronut® als eingetragene Marke. Das Original und eigene Nachbildungen sind deshalb begrifflich zu unterscheiden.

Ein Nachbackrezept kann eine leckere eigene Version ergeben. Es ist damit noch nicht die Rezeptur, die Ansel in seiner Bäckerei verwendet.

Was unterscheidet Cronut, Donut, Croissant und Blätterteig?

Der entscheidende Unterschied liegt im Teig und darin, ob das Gebäck im Ofen oder in heißem Fett gegart wird.

Gebäck oder TeigTypische EigenschaftenZubereitung
DonutHäufig Hefeteig ohne getrennte Butterlagen, je nach Rezept auch RührteigKlassisch frittiert, manche Varianten im Ofen gebacken
CroissantHefeteig mit eingearbeiteten, getrennten ButterlagenIm Ofen gebacken
CronutEigener geschichteter Hefeteig, ringförmig, oft gefüllt und glasiertFrittiert
Klassischer BlätterteigViele Teig- und Fettlagen, gewöhnlich ohne HefeJe nach Rezept gebacken oder frittiert

Der Fachbegriff für das wiederholte Ausrollen und Falten mit einer Fettschicht lautet Tourieren. Dadurch entstehen getrennte Teig- und Butterlagen. Beim Erhitzen hilft Wasserdampf, diese Lagen voneinander zu heben. Im Croissant- und Cronut-Teig trägt zusätzlich Hefe zur Lockerung bei. Die Backschule von King Arthur Baking erklärt diesen Unterschied zwischen Hefeteig und klassischem Blätterteig.

Die Bezeichnung „Croissant-Blätterteig“ wird im Alltag manchmal ungenau verwendet. Schau bei Fertigteigen auf Zutaten und Produktbezeichnung. Ein Blätterteig ohne Hefe verhält sich anders als ein tourierter Hefeteig.

Wie wird ein Cronut aus geschichtetem Hefeteig hergestellt?

Für einen Cronut aus touriertem Hefeteig müssen Grundteig, Butterlagen und Gehzeiten aufeinander abgestimmt werden. Die Herstellung braucht mehrere Ruhe- und Kühlphasen.

Eine von Ansel veröffentlichte Version für die heimische Küche verteilt die Arbeit auf drei Tage. Zunächst werden Teig, Butterplatte und Füllung vorbereitet. Danach folgt das Tourieren, anschließend werden die Teigringe ausgestochen, gehen gelassen, frittiert und gefüllt.

Die Butter muss beim Ausrollen kühl und biegsam bleiben. Ist sie zu hart, bricht sie in Stücke. Wird sie zu warm, verbindet sie sich mit dem Teig oder läuft heraus. In beiden Fällen entstehen weniger saubere Schichten. Starkes Zusammendrücken nach dem Ausstechen schadet der Struktur ebenfalls.

Die folgende Blätterteig-Abkürzung ist zugänglicher. Sie liefert einen knusprigen Gebäckring mit einer anderen Krume und ist kein Original-Cronut.

Laminierter Teig mit dünnen Butter- und Teigschichten für Cronuts.
Die vielen Schichten entstehen durch wiederholtes Falten und Ausrollen.

Einfaches Rezept: Gebäckringe nach Cronut-Art mit Blätterteig

Mit fertigem Blätterteig sparst du das Tourieren und die Hefegare. Diese vereinfachte Variante ist stärker blättrig und weniger brotig.

Ergibt: ungefähr acht bis zehn Ringe von sieben Zentimetern Durchmesser, je nach Teigformat, plus kleine Teigreste. Zeitbedarf: ungefähr 45 Minuten Vorbereitung und Frittieren, zusätzlich Abkühlzeit für die Creme.

Zutaten für Gebäck und Vanillecreme

Für diese Küchenvariante brauchst du kühlen Blätterteig, eine standfeste Creme und ein zum Frittieren geeignetes Öl.

  • 500 g Blätterteig, möglichst als dickere Teigplatten
  • etwa 1 bis 1,5 l raffiniertes Rapsöl oder anderes Frittieröl, passend zur Topfgröße
  • 250 ml Milch
  • 20 g Speisestärke
  • 25 g Zucker für die Creme
  • 1 TL Vanilleextrakt oder etwas Vanillemark
  • 1 Prise Salz
  • 50 g Zucker zum Wälzen
  • optional etwas glatt gerührte Konfitüre oder dickflüssiger Zuckerguss

So machst du die vereinfachten Gebäckringe

Bereite die Creme zuerst zu, arbeite mit kaltem Teig und fülle die Ringe erst nach dem vollständigen Abkühlen.

  1. Creme kochen: Stärke, 25 g Zucker und Salz mit 50 ml kalter Milch glatt rühren. Die übrige Milch mit der Vanille erhitzen. Stärkemischung einrühren und unter ständigem Rühren etwa eine Minute leicht kochen lassen, bis ein dicker Pudding entsteht. In eine flache Schale füllen, die Oberfläche abdecken, zügig abkühlen und kalt stellen.
  2. Teig vorbereiten: Gefrorene Platten nach Packungsangabe auftauen, aber kühl halten. Zu einer ungefähr sieben Millimeter dicken Teigfläche ausrollen. Dünne Kühlregal-Blätterteige kannst du in zwei bis drei Lagen aufeinanderlegen. Die Kontaktflächen sparsam mit Wasser bepinseln und leicht anrollen, damit die Lagen zusammenhalten. Den Teig nicht zu einer Kugel verkneten.
  3. Ringe ausstechen: Mit einem scharfen runden Ausstecher Kreise von etwa sieben Zentimetern ausschneiden. In der Mitte jeweils ein Loch von ungefähr zwei Zentimetern ausstechen. Gerade schneiden statt die Kanten platt zu drücken. Bei weich gewordenem Teig die Ringe zunächst wieder kühlen.
  4. Öl erhitzen: Einen standsicheren, hohen Topf höchstens zu etwa einem Drittel mit Öl füllen. Die Ölmenge soll zum Schwimmen der Ringe reichen. Mit einem geeigneten Thermometer auf ungefähr 170 °C erhitzen.
  5. Portionsweise frittieren: Ein bis zwei Ringe vorsichtig mit einer Schaumkelle ins Öl geben. Etwa zwei Minuten je Seite sind ein Anhaltspunkt. Wenden und gleichmäßig goldbraun ausbacken. Dicke und Teigsorte beeinflussen die Dauer. Prüfe den ersten Ring nach kurzem Abkühlen auf rohe, teigige Stellen und passe die Dauer bei Bedarf an.
  6. Abtropfen lassen: Mit der Schaumkelle herausheben, kurz abtropfen lassen und auf Küchenpapier legen. Noch leicht warm außen in Zucker wenden. Vor der nächsten Portion die Öltemperatur erneut prüfen.
  7. Füllen: Vollständig abkühlen lassen. Kalten Pudding glatt rühren und mit einer Fülltülle an mehreren Stellen vorsichtig einspritzen. Einfacher ist es, den Ring mit einem gezahnten Messer waagerecht aufzuschneiden und die Creme dazwischenzustreichen. Wer möchte, ergänzt etwas Konfitüre und eine kleine Menge Zuckerguss auf der Oberseite.

Die kleinen ausgestochenen Mittelstücke kannst du separat frittieren. Sie brauchen weniger Zeit als die großen Ringe. Unregelmäßige Reste ebenfalls getrennt verarbeiten, statt die schönen Teiglagen durch erneutes Kneten zu zerstören.

Angeschnittener Cronut mit blättrigen Schichten und Cremefüllung.
Ein Cronut verbindet blättrigen Teig mit der Form und Zubereitung eines Donuts.

Was ist beim Frittieren wichtig?

Kontrollierte Öltemperatur und kleine Portionen verhindern zu starke Bräunung und übermäßige Fettaufnahme. Verwende dafür ein Küchenthermometer.

Bei zu hoher Hitze bräunt die Oberfläche, bevor der Teig innen gar ist. Wenn die Temperatur beim Einlegen stark fällt, dauert die Garzeit länger und das Gebäck kann fettig wirken. Das Öl darf nicht rauchen. Für die hohe Temperatur eignet sich beispielsweise raffiniertes Rapsöl. Kaltgepresstes Rapsöl ist weniger hitzestabil.

Lass den Topf während des Frittierens nicht unbeaufsichtigt, halte Wasser fern und verwende trockenes Werkzeug. Brennendes Öl niemals mit Wasser löschen. Wenn es ohne Gefahr möglich ist, den Herd ausschalten und einen passenden Deckel auflegen. Bei einem unkontrollierten Brand Abstand halten, den Raum verlassen und 112 rufen. Den heißen Topf nicht durch die Küche tragen.

Kannst du die Teigringe auch im Ofen backen?

Du kannst aus Blätterteigringen auch Ofengebäck machen, bekommst aber eine andere Oberfläche und ein anderes Mundgefühl als beim Frittieren. Verwende dafür die Temperatur auf der Teigpackung und backe sie goldbraun durch.

Auch eine Heißluftfritteuse arbeitet mit heißer Luft statt mit einem Ölbad. Das Ergebnis lässt sich deshalb nicht mit einem frittierten Cronut gleichsetzen. Wenn du eine der beiden Methoden bevorzugst, kannst du die abgekühlten Ringe trotzdem mit Creme füllen.

Welche Füllungen passen und wie lange bleiben Cronuts frisch?

Standfeste Vanillecreme, Ganache und glatte Konfitüre passen gut, gefüllte Gebäckringe schmecken aber möglichst frisch am besten. Sehr flüssige Füllungen durchweichen die feinen Schichten und laufen leichter heraus.

Eine cremige Füllung mit Nussnougat bringt ein kräftiges Haselnussaroma. Dicker Guss gehört nur auf die abgekühlte Oberseite. Zu viel Creme und Überzug verdeckt schnell die buttrige Struktur, die dieses Gebäck interessant macht.

Für die Original-Cronuts nennt Ansel ein kurzes Genussfenster von sechs bis acht Stunden und gibt eigene Lagerhinweise. Diese Angaben solltest du nicht pauschal auf selbst gemachte Ringe mit anderen Füllungen übertragen.

Unsere Variante mit Milchpudding wird bis zum Servieren gekühlt und am besten am selben Tag gegessen. Dabei wird die Kruste etwas weicher. Plane deshalb nach Möglichkeit so, dass du die Ringe kurz vor dem Essen füllst. Gefüllte Ringe nicht aufbacken: Die Creme kann auslaufen und die Schichten werden matschig.

FAQ: Weitere Fragen zu Cronuts

Ob ein Gebäckring zu deiner Ernährung passt, entscheidet seine konkrete Zutatenliste.

Sind Cronuts vegan?

Das klassische Gebäck mit Butter und Milchcreme ist nicht vegan. Eine eigene pflanzliche Version ist mit geeignetem Teig und einer passenden Füllung möglich. Manche Blätterteige enthalten pflanzliches Fett, andere Butter. Prüfe deshalb auch bei einer schnellen Variante die Packung und alle Zutaten der Creme.

Sind Cronuts glutenfrei?

Übliche Cronuts und die obige Blätterteig-Variante enthalten Weizen und damit Gluten. Für eine glutenfreie Zubereitung brauchst du ausdrücklich geeigneten Teig. Bei Zöliakie reichen ausgetauschte Zutaten allein nicht aus, wenn durch Arbeitsflächen oder Frittieröl glutenhaltige Bestandteile in das Gebäck gelangen.

Wie viele Kalorien hat ein Cronut?

Eine feste Kalorienzahl für alle Cronuts gibt es nicht. Größe, Fettaufnahme, Füllung und Glasur verändern den Wert erheblich. Eine Angabe pro Stück hilft nur, wenn sie sich auf genau dieses Gebäck bezieht. Ohne Mengen und Ausbeute des jeweiligen Rezepts wäre eine scheinbar präzise Zahl wenig aussagekräftig.

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