Eine knappe Führung, nur noch wenige Minuten – und plötzlich wirkt das Platzieren des Balls wie Feinmechanik. Zeitspiel im Fußball beginnt aber nicht schon dann, wenn eine Mannschaft langsam spielt. Solange der Ball im Spiel ist und regelkonform kontrolliert wird, darf ein Team die Uhr für sich arbeiten lassen. Unerlaubt wird es vor allem, wenn eine Spielfortsetzung absichtlich übermäßig verzögert wird. Dann drohen je nach Situation ein Ballbesitzwechsel, ein Eckstoß, Nachspielzeit oder Gelb. Seit 2026/27 setzen zusätzliche Countdowns und Zeitlimits dem Trödeln engere Grenzen.
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Zeitspiel im Fußball ist nicht dasselbe wie langsamer Fußball
Im alltäglichen Sprachgebrauch wird fast alles als Zeitspiel bezeichnet, was der zurückliegenden Mannschaft nicht schnell genug geht. Das Regelwerk unterscheidet jedoch zwischen legalem Zeitmanagement bei laufendem Spiel und einer unerlaubten Verzögerung. Vor allem bei einem ruhenden Ball sollen Spieler die Fortsetzung nicht absichtlich übermäßig hinauszögern.
Der Schiedsrichter ist der offizielle Zeitnehmer. Wer selbst Spiele leitet, kann längere Unterbrechungen mit einer digitalen Stoppuhr oder Schiedsrichteruhr* separat erfassen. Welche Funktionen dabei wirklich helfen und warum manche Unparteiische gleich zwei Modelle tragen, zeigt unser Artikel zur Schiedsrichter-Uhr.
Eine allgemeine Regel nach dem Motto „Nach zehn Sekunden ist es immer Zeitspiel“ gibt es nicht. Feste Grenzen gelten nur für bestimmte Situationen. Ansonsten entscheidet der Schiedsrichter, ob eine Verzögerung noch zum normalen Ablauf gehört oder bereits unfair und übermäßig ist.
| Situation | Grundsätzlich erlaubt? | Mögliche Folge |
| Ball bei laufendem Spiel in den eigenen Reihen halten | ja | Spiel läuft weiter |
| Ball nahe der Eckfahne regelkonform abschirmen | ja | Gegner darf den Ball angreifen |
| Spielfortsetzung absichtlich übermäßig verzögern | nein | je nach Situation Gelb oder Wechsel der Spielfortsetzung |
| Ball nach dem Pfiff wegschießen oder wegtragen und dadurch die Fortsetzung übermäßig verzögern | nein | Gelbe Karte |
| Torwart kontrolliert den Ball länger als acht Sekunden mit Hand oder Arm | nein | Eckstoß für den Gegner |
| Einwurf oder Abstoß trotz gestartetem Schiedsrichter-Countdown nicht ausführen | nein | Einwurf beziehungsweise Eckstoß für den Gegner |
| Auszuwechselnder Spieler verlässt das Feld nicht innerhalb von zehn Sekunden | nein | Einwechselspieler muss warten; das Team spielt zunächst in Unterzahl |
Bei laufendem Ball ist Zeitmanagement erlaubt
Eine Mannschaft muss nicht in jeder Minute mit wehenden Fahnen auf das gegnerische Tor stürmen. Sie darf sicher passen, den Ball zum Torwart zurückspielen oder das Tempo bewusst senken. Auch ein Spieler, der den Ball nahe der Eckfahne abschirmt, begeht nicht automatisch einen Regelverstoß.
Das Abschirmen ist erlaubt, solange sich der Ball in spielbarer Nähe befindet und der Spieler den Gegner nicht festhält, wegdrückt oder anderweitig foult. Der Gegner darf versuchen, regelkonform an den Ball zu gelangen. Der Ballbesitzer ist schließlich kein menschlicher Tresor mit eingebautem Berührungsschutz.

Auch ein Torwart darf den Ball mit dem Fuß kontrollieren und auf einen heranlaufenden Angreifer warten. Die Acht-Sekunden-Grenze gilt nur, wenn er den Ball mit einer oder beiden Händen beziehungsweise Armen kontrolliert. Wiederholte Rückpässe sind ebenfalls erlaubt. Einen absichtlichen Fußpass eines Mitspielers darf der Keeper allerdings nicht mit den Händen aufnehmen. Die Rückpassregel von 1992 war ihrerseits eine Reaktion auf ausuferndes Zeitspiel.
Zeit, die bei laufendem Spiel vergeht, ist echte Spielzeit. Sie wird deshalb später nicht zusätzlich angehängt. Wer zwei Minuten lang sauber in den eigenen Reihen passt, hat keine zwei Minuten verloren, sondern zwei Minuten Fußball gespielt.
Bei ruhendem Ball wird aus Taktik schnell ein Regelverstoß
Anders sieht es aus, sobald der Schiedsrichter gepfiffen hat oder der Ball das Spielfeld verlassen hat. Nun soll das Spiel ohne unnötige Verzögerung fortgesetzt werden. Verwarnungswürdiges Zeitspiel kann beispielsweise vorliegen, wenn ein Spieler:
- den Ball nach einer Unterbrechung wegschießt oder wegträgt
- den Ball festhält und dadurch einen schnellen Freistoß verhindert
- einen Einwurf nur vortäuscht und ihn dann einem Mitspieler überlässt
- einen Freistoß bewusst am falschen Ort ausführt, um eine Wiederholung zu erzwingen
- beim Wechsel absichtlich langsam vom Feld geht
- eine Spielfortsetzung auf andere Weise übermäßig verzögert
Nicht jede kurze Orientierungspause führt sofort zu Gelb. Ein Spieler darf schauen, wo seine Mitspieler stehen, und muss einen Einwurf nicht blindlings in die nächstgelegene Ansammlung von Beinen werfen. Entscheidend sind Dauer, Absicht, Spielsituation und vorheriges Verhalten.
Diese Zeitlimits gelten im Fußball 2026/27
Die früher gern ignorierte Sechs-Sekunden-Regel für Torhüter ist Geschichte. Seit 2025/26 gelten acht Sekunden und als unmittelbare Folge ein Eckstoß. Zur Saison 2026/27 kamen weitere Vorgaben gegen absichtliche Verzögerungen hinzu. Der DFB fasst die aktuellen Regeländerungen zu Einwürfen, Abstößen, Auswechslungen und Verletzungen zusammen.
Die neuen Vorgaben gelten für Wettbewerbe, die am oder nach dem 1. Juli 2026 begonnen haben. In Deutschland sind sie in allen Spielklassen verbindlich.
| Situation | Zeitvorgabe | Folge bei Überschreitung |
| Torwart kontrolliert den Ball mit Hand oder Arm | acht Sekunden | Eckstoß für den Gegner |
| Einwurf wird unfair verzögert | fünf Sekunden ab dem sichtbaren Countdown | Einwurf für den Gegner |
| Abstoß wird unfair verzögert | fünf Sekunden ab dem sichtbaren Countdown | Eckstoß für den Gegner |
| Auszuwechselnder Spieler verlässt das Feld | grundsätzlich zehn Sekunden | Einwechselspieler darf erst nach mindestens einer Minute laufender Spielzeit und bei der nächsten Unterbrechung hinein |
| Die Verletzung eines Feldspielers verursacht eine Unterbrechung oder der Spieler wird auf dem Feld untersucht beziehungsweise behandelt | eine Minute außerhalb des Feldes ab der Spielfortsetzung | Rückkehr erst nach Ablauf der Minute und mit Erlaubnis des Schiedsrichters |
Der Torwart darf den Ball acht Sekunden kontrollieren
Seit der Saison 2025/26 darf ein Torwart den Ball innerhalb des eigenen Strafraums höchstens acht Sekunden mit Händen oder Armen kontrollieren. Der Schiedsrichter entscheidet, wann die Kontrolle beginnt, und zeigt die letzten fünf Sekunden mit erhobener Hand an. Das Prellen des Balls oder ein kurzes Hochwerfen setzt die Zeit nicht zurück.
Gibt der Keeper den Ball nach Ablauf der acht Sekunden noch immer nicht frei, erhält der Gegner einen Eckstoß auf der Spielfeldseite, die seinem Standort beim Vergehen am nächsten liegt. Ein erstmaliger Verstoß führt nicht automatisch zu Gelb; wiederholte Verstöße können jedoch verwarnt werden. Wird der Torwart von einem Gegenspieler am Freigeben gehindert, darf er dafür nicht bestraft werden.
Die frühere Aussage „sechs Sekunden, sonst indirekter Freistoß“ ist damit veraltet. Die DFB-Erklärung zur neuen Acht-Sekunden-Regel bestätigt den sichtbaren Fünf-Sekunden-Countdown und den Eckstoß als Sanktion.

Wichtig ist die Unterscheidung: Hält der Torwart den Ball am Fuß, läuft keine Acht-Sekunden-Uhr. Der Gegner kann ihn dann angreifen. Ein Abwurf oder Abschlag nach einer Parade ist außerdem etwas anderes als ein Abstoß, der nach einem Toraus ausgeführt wird.
Bei Einwurf und Abstoß beginnt der Countdown nicht automatisch
Seit 2026/27 kann der Schiedsrichter oder die Schiedsrichterin bei einem absichtlich verzögerten Einwurf oder Abstoß sichtbar von fünf herunterzählen. Die Frist beginnt aber nicht schon in dem Moment, in dem der Ball ins Aus rollt. Erst wenn der Schiedsrichter eine unfaire Verzögerung erkennt, fordert er per Pfiff zur Ausführung auf und startet den sichtbaren Countdown.
Er muss dabei nicht warten, bis ein Spieler den Ball in den Händen hält. Das Herunterzählen kann bereits beginnen, wenn jemand den Ball demonstrativ langsam holt, beim Einwurf absichtlich die falsche Stelle sucht oder ihn beim Abstoß falsch platziert.
Ist der Ball nach fünf Sekunden noch nicht im Spiel, bekommt beim Einwurf der Gegner den Ball. Aus einem verzögerten Abstoß wird ein Eckstoß für die andere Mannschaft. Eine Gelbe Karte folgt nicht automatisch. Sie kommt erst in Betracht, wenn der Spieler auch die nun gegnerische Spielfortsetzung übermäßig verzögert. Ist er beim Ablauf bereits klar dabei, den Einwurf oder Abstoß auszuführen, soll der Schiedsrichter allerdings keinen Einwurf beziehungsweise Eckstoß für den Gegner geben.

In Bundesliga und 2. Bundesliga soll außerdem das Multiball-System mit festen Ballstationen verhindern, dass wertvolle Sekunden mit der Suche nach einem verschwundenen Spielball vergehen. Die Ballholer dürfen den Spielfluss dabei nicht systematisch zugunsten eines Teams beschleunigen oder bremsen.
Eine langsame Auswechslung kann zur Unterzahl führen
Der gemächliche Abschied mit Applausrunde ist seit 2026/27 riskanter. Nach der Anzeige des Wechsels muss der auszuwechselnde Spieler das Feld grundsätzlich innerhalb von zehn Sekunden über die nächste Begrenzungslinie verlassen. Ausnahmen gelten etwa, wenn eine Verletzung oder die Sicherheit ein schnelles Verlassen verhindert. Ist der Spieler beim Ablauf bereits unmittelbar an der Linie oder dabei, sie zu überqueren, soll der Ersatzspieler dennoch hereinkommen dürfen. Bei mehreren Wechseln während derselben Unterbrechung beginnen die zehn Sekunden mit der Anzeige des letzten Wechsels.
Verstreichen die zehn Sekunden, muss der Spieler trotzdem hinaus. Der Ersatzspieler darf aber noch nicht hinein: Er wartet, bis seit der Spielfortsetzung mindestens eine Minute vergangen ist, und zusätzlich bis zur ersten folgenden Unterbrechung. Das Team spielt in dieser Zeit mit einem Spieler weniger. Gelb gibt es nicht allein für das Überschreiten der Frist, sondern erst, wenn der Spieler die Fortsetzung darüber hinaus übermäßig verzögert. Bei Profispielen begleitet häufig der vierte Offizielle den Wechsel und bedient die Anzeigetafel.
Nach einer Verletzungsunterbrechung wartet ein Feldspieler eine Minute
Wird das Spiel wegen einer tatsächlichen oder vermuteten Verletzung eines Feldspielers unterbrochen oder wird er auf dem Platz untersucht beziehungsweise behandelt, muss er das Feld grundsätzlich verlassen. Er darf frühestens eine Minute nach der Spielfortsetzung und mit Erlaubnis des Schiedsrichters zurückkehren. Dafür muss er nicht zwingend auf die nächste Unterbrechung warten.
Die Regel soll unnötig lange Behandlungspausen unattraktiver machen, ohne die medizinische Versorgung zu beschneiden. Ausnahmen gelten unter anderem für verletzte Torhüter, schwere Verletzungen, Zusammenstöße zwischen Torwart und Feldspieler, Zusammenstöße zweier Mitspieler sowie für den verletzten Spieler, der einen zugesprochenen Strafstoß selbst ausführen soll. Auch nach einem körperlichen Vergehen, für das der Gegner Gelb oder Rot erhält, darf der verletzte Spieler bleiben – sofern Untersuchung oder Behandlung rasch abgeschlossen ist. Wer eine Verletzung lediglich vortäuscht, kann unabhängig davon wegen unsportlichen Verhaltens verwarnt werden.
Gelb gibt es für übermäßiges Verzögern
Die Gelbe Karte bestraft nicht das langsame Spiel als solches, sondern ein verwarnungswürdiges Verhalten. Ein Spieler darf überlegen, aber nicht nach dem Pfiff mit dem Ball unter dem Arm zu einer kleinen Stadionführung aufbrechen.
Persönliche Strafe und Spielfortsetzung müssen getrennt betrachtet werden. Schießt ein Spieler den Ball nach einem Freistoßpfiff weg und verzögert dadurch die Fortsetzung übermäßig, wird er verwarnt. Anschließend bleibt es grundsätzlich beim ursprünglichen Freistoß. Bei den Countdown-Regeln für Torwart, Einwurf und Abstoß ist dagegen ausdrücklich geregelt, wie das Spiel anschließend fortgesetzt wird.
Eine direkte Rote Karte gibt es für gewöhnliches Zeitspiel eines Spielers normalerweise nicht. War er bereits verwarnt und begeht ein weiteres gelbwürdiges Zeitspielvergehen, folgen allerdings die zweite Gelbe und damit der Feldverweis.
Besonders unnötig wird es, wenn ein Spieler den Ball nach dem Pfiff festhält und mehrere Gegner herbeieilen. Aus ein paar gewonnenen Sekunden kann dann schnell eine Rudelbildung mit zusätzlichen Karten entstehen.
Nachspielzeit kann den Zeitgewinn wieder aufheben
Zeitschinden gehört ausdrücklich zu den Gründen, für die der Schiedsrichter Zeit nachspielen lässt. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede gewöhnliche Unterbrechung sekundengenau ersetzt wird. Einwürfe, Abstöße und Freistöße gehören zum Spiel. Berücksichtigt werden vor allem erhebliche oder übermäßige Verzögerungen.
Die angezeigte Nachspielzeit ist immer eine Mindestdauer. Wird während dieser Minuten erneut Zeit vergeudet, kann der Schiedsrichter weitere Zeit anhängen. Wer in der 94. Minute sehr ausgiebig an seiner Socke arbeitet, sollte sich deshalb nicht wundern, wenn auch die 96. Minute noch stattfindet.
Wie die Nachspielzeit im Fußball berechnet wird, hängt von den tatsächlich erfassten Unterbrechungen ab. Eine starre Pauschale für jedes Zeitspiel gibt es nicht. Maßgeblich sind die Aufzeichnungen des Schiedsrichters und der übrigen Spieloffiziellen – nicht die Fernsehuhr und auch nicht das besonders genaue Bauchgefühl der Trainerbank.
Wichtig bleibt die Trennung: Eine absichtlich verzögerte Spielfortsetzung kann nachgespielt werden. Kontrollierter Ballbesitz bei laufendem Spiel nicht.
Kluges Zeitmanagement hält den Ball im Spiel
Mannschaften spielen auf Zeit, weil jede überstandene Minute die Zahl der verbleibenden gegnerischen Angriffe verringert. Zusätzlich kann eine Unterbrechung den Rhythmus des Gegners brechen, der eigenen Mannschaft eine kurze Erholung verschaffen und die Abwehr neu ordnen.
Seit den jüngsten Regeländerungen ist offensichtliches Trödeln allerdings riskanter. Der Torwart kann dem Gegner eine Ecke schenken, das Einwurfrecht kann an den Gegner fallen und eine langsame Auswechslung führt vorübergehend zur Unterzahl. Dazu kommen mögliche Karten und zusätzliche Nachspielzeit.
Die sicherste Variante bleibt deshalb legaler Ballbesitz: ruhig passen, den Ball abschirmen und den Gegner arbeiten lassen. Das sieht vielleicht weniger dramatisch aus als ein Spieler, der plötzlich seine Schnürsenkel zum Forschungsprojekt erklärt. Es ist aber regelkonform und meistens sogar wirkungsvoller.
Zeitspiel ist erlaubt, solange wirklich gespielt wird
Zeitspiel im Fußball ist nicht pauschal verboten. Eine Mannschaft darf bei laufendem Spiel den Ball halten, sicher passen und das Tempo senken. Regelwidrig wird es vor allem dann, wenn Spieler oder Teamoffizielle eine Spielfortsetzung absichtlich übermäßig verzögern.
Die aktuellen Regeln schaffen dafür klare Folgen: acht Sekunden für den Torwart, ein sichtbarer Fünf-Sekunden-Countdown bei verzögertem Einwurf oder Abstoß sowie zehn Sekunden für das Verlassen des Feldes bei einer Auswechslung. Wer die Uhr wirklich clever nutzen möchte, behält deshalb am besten den Ball – und nicht den Schiedsrichter gegen sich.
FAQ: Weitere Fragen zum Zeitspiel beim Fußball
Kann es schon in der ersten Halbzeit Zeitspiel geben?
Ja. Ein Zeitspielvergehen hängt weder vom Spielstand noch von der Spielminute ab. Auch in der fünften Minute darf ein Spieler die Spielfortsetzung nicht übermäßig verzögern. In der Schlussphase fällt das Verhalten lediglich stärker auf, weil jede Sekunde wichtiger wirkt.
Können Trainer oder Ersatzspieler wegen Zeitspiels bestraft werden?
Ja. Einwechselspieler und bereits ausgewechselte Spieler können wegen einer Spielverzögerung verwarnt werden. Ein Teamoffizieller kann Gelb erhalten, wenn er die Spielfortsetzung der eigenen Mannschaft verzögert. Verhindert er absichtlich eine Spielfortsetzung des Gegners, etwa indem er den Ball festhält oder wegtritt, ist das dagegen ein feldverweiswürdiges Vergehen: Er erhält Rot.
Muss der Schiedsrichter vor Gelb wegen Zeitspiels erst ermahnen?
Nein. Das Regelwerk verlangt keine vorherige mündliche Ermahnung. Erkennt der Schiedsrichter ein verwarnungswürdiges Verzögern, kann er unmittelbar Gelb zeigen. Bei den Countdowns für Einwurf und Abstoß führt das bloße Ablaufen der fünf Sekunden allerdings zunächst nur zum Wechsel der Spielfortsetzung. Eine Verwarnung kommt erst bei einer weiteren übermäßigen Verzögerung in Betracht.
Kann Zeitspiel zu einem Elfmeter führen?
Eine bloße Spielverzögerung führt nicht zu einem Strafstoß. Bei ruhendem Ball bleibt grundsätzlich die ursprüngliche Spielfortsetzung bestehen; besondere Folgen sind lediglich die ausdrücklich geregelten Einwürfe und Eckstöße nach den Countdowns. Für einen Elfmeter müsste unabhängig vom Zeitspiel ein strafstoßwürdiges Vergehen vorliegen.