Ein Einwurf beim Fußball wird gegeben, wenn der Ball die Seitenlinie vollständig überquert. Ausführen darf ihn die Mannschaft, die den Ball nicht zuletzt berührt hat. Richtig wird eingeworfen, wenn der Spieler zum Feld schaut, beide Füße regelkonform aufsetzt und den Ball mit beiden Händen von hinten über den Kopf wirft. Direkt ins Tor zählen kann der Wurf nicht, direkt aus dem Einwurf gibt es außerdem kein Abseits. Klingt nach einer kleinen Spielfortsetzung – besitzt aber erstaunlich viele Möglichkeiten, schiefzugehen.
Werbung/Affiliate-Hinweis: Dieser Beitrag enthält mit * gekennzeichnete Affiliate-Links. Wenn du über einen solchen Link etwas kaufst, erhalten wir dafür eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.
Ein Einwurf bringt den Ball nach dem Seitenaus zurück ins Spiel
Solange ein Teil des Balls noch über der Seitenlinie schwebt oder auf ihr liegt, läuft das Spiel weiter. Erst wenn der Ball die Linie am Boden oder in der Luft vollständig überquert hat, gibt es Einwurf für die gegnerische Mannschaft des Spielers, der ihn zuletzt berührt hat.
Eingeworfen wird grundsätzlich dort, wo der Ball ins Aus gegangen ist. Welches Team an der Reihe ist, zeigt der Schiedsrichterassistent mit seiner Fahne an. Was die übrigen Fahnenzeichen des Linienrichters bedeuten, erklären wir im verlinkten Beitrag genauer.
Der Ball ist wieder im Spiel, sobald er sich innerhalb des Spielfelds befindet. Berührt er vorher außerhalb des Felds den Boden oder erreicht das Spielfeld gar nicht, darf dieselbe Mannschaft den Einwurf von derselben Stelle wiederholen. Der zweite Versuch muss nicht einmal vom selben Spieler kommen. Für Profispiele kommt ein organisatorisches Detail hinzu: Das Multiball-System der Bundesliga soll dafür sorgen, dass ein Ersatzball schnell erreichbar ist, ohne dass Ballkinder das Tempo systematisch beeinflussen. Wie Vereine diese Helfer auswählen und wie man Balljunge oder Ballmädchen werden kann erklären wir in einem eigenen Beitrag.
Wer die Bewegung selbst üben möchte, braucht zunächst nichts Exotisches. Ein normal aufgepumpter Fußball in passender Altersgröße genügt. Für Jugendliche und Erwachsene kommt beispielsweise ein Trainingsball in Größe 5 aus dem Eintracht-Frankfurt-Shop* infrage. Wichtiger als Fanfarben sind allerdings die passende Ballgröße und ein sinnvoller Luftdruck.
Ein richtiger Einwurf folgt fünf klaren Regeln
Die offizielle Regel 15 des IFAB verlangt im Moment des Abwurfs fünf Dinge:
- Der Einwerfer steht mit dem Gesicht zum Spielfeld.
- Er wirft an der Stelle ein, an der der Ball die Seitenlinie überquert hat.
- Ein Teil jedes Fußes berührt die Seitenlinie oder den Boden außerhalb des Spielfelds.
- Beide Hände führen und werfen den Ball gemeinsam.
- Die Bewegung beginnt hinter dem Kopf und führt den Ball über den Kopf ins Feld.
Dabei ist die Formulierung „beide Füße müssen hinter der Linie stehen“ zu streng. Ein Fuß darf teilweise ins Feld hineinragen, solange ein Teil dieses Fußes noch die Seitenlinie berührt. Beide Füße müssen beim Loslassen des Balls Bodenkontakt haben. Ein kleiner Anlauf ist deshalb erlaubt; ein Absprung im entscheidenden Moment ist es nicht.
Auch eine vorgeschriebene Mindestweite gibt es nicht. Ein sehr kurzer Einwurf kann vollkommen korrekt sein. Ebenso ist ein Ball, der relativ flach oder abwärts fliegt, nicht automatisch falsch. Entscheidend ist, ob er tatsächlich mit beiden Händen von hinten über den Kopf geworfen und nicht bloß fallengelassen wird.
Eine fließende Bewegung bringt mehr Kontrolle als ein Kraftakt
Für einen sicheren Einwurf stellst du die Füße etwa hüftbreit oder leicht versetzt auf. Greife den Ball mit beiden Händen seitlich bis leicht von hinten. Führe ihn hinter den Kopf, spanne den Rumpf an und verlagere das Gewicht kontrolliert nach vorn. Die Arme beschleunigen den Ball in Richtung des anvisierten Mitspielers, während beide Füße bis zum Abwurf am Boden bleiben.
Ziele zunächst auf Brust, Oberschenkel oder Fuß des Mitspielers, statt einfach möglichst weit zu werfen. Ein Ball über 25 Meter sieht beeindruckend aus. Ein Ball über 12 Meter, den die eigene Mannschaft behält, ist im Spiel häufig wertvoller.
Ein falscher Einwurf führt meistens zum Ballbesitzwechsel
Ein falscher Einwurf liegt vor, wenn die vorgeschriebene Ausführung nicht eingehalten wird. In der Regel bekommt dann die gegnerische Mannschaft einen Einwurf an derselben Stelle. Eine Gelbe Karte gibt es für den technischen Fehler allein nicht.
| Situation | Entscheidung |
|---|---|
| Beim Abwurf hebt ein Fuß vollständig vom Boden ab. | Einwurf für den Gegner |
| Ein Fuß steht vollständig im Feld und berührt die Linie nicht. | Einwurf für den Gegner |
| Der Ball wird nur mit einer Hand oder deutlich seitlich geschleudert. | Einwurf für den Gegner |
| Die Bewegung beginnt nicht hinter dem Kopf oder der Ball wird nur fallengelassen. | Einwurf für den Gegner |
| Der Spieler wirft deutlich von der falschen Stelle ein. | Einwurf für den Gegner |
| Der korrekt angesetzte Wurf erreicht das Spielfeld nicht. | Wiederholung durch dasselbe Team |
Seit der Saison 2026/27 besitzt der Schiedsrichter noch eine zusätzliche Möglichkeit: Gelangt der Ball trotz einer fehlerhaften Spielfortsetzung ins Spiel und erhält der Gegner daraus einen klaren Vorteil, darf er weiterspielen lassen. Die grundsätzliche Absicht, den Einwurf korrekt auszuführen, muss dabei erkennbar gewesen sein. Nicht jeder verrutschte Ball löst also zwangsläufig einen Pfiff aus.
Der falsche Einwurf wurde nicht abgeschafft
Die neue Vorteilsregel bedeutet nicht, dass ein falscher Einwurf plötzlich erlaubt wäre. Die technischen Vorgaben gelten unverändert. Entsteht für den Gegner kein Vorteil, wechselt das Einwurfrecht weiterhin. Neu ist lediglich, dass der Schiedsrichter dem benachteiligten Team eine gute Angriffsmöglichkeit nicht nehmen muss, nur um den Fehler mit einem Pfiff zu verwalten.
Seit 2026/27 bremst ein Fünf-Sekunden-Countdown absichtliches Zeitspiel
Für einen Einwurf gilt nicht pauschal ab dem Seitenaus ein Fünf-Sekunden-Limit. Der Countdown beginnt erst, wenn der Schiedsrichter eine absichtliche Verzögerung erkennt und ihn sichtbar startet. Nach den DFB-Regeländerungen zur Saison 2026/27 pfeift der Schiedsrichter dafür, signalisiert die Spielfortsetzung und zählt mit erhobener Hand von fünf herunter.
Er muss nicht warten, bis ein Spieler den Ball bereits in den Händen hält. Auch langsames Ballholen oder der wiederholte Versuch, an einer deutlich falschen Stelle einzuwerfen, kann den Countdown auslösen. Ist der Ball nach Ablauf der fünf Sekunden noch nicht im Spiel, erhält der Gegner den Einwurf an derselben Stelle.

Automatisch Gelb gibt es für das Verstreichen der Zeit nicht. Eine Verwarnung folgt erst, wenn ein Spieler anschließend auch die Ausführung des gegnerischen Einwurfs übermäßig verzögert. Wer bei null gerade erkennbar in der Wurfbewegung steckt, soll ebenfalls nicht für eine halbe Sekunde Pech bestraft werden. Die Regel soll Zeitspiel stoppen, keine Zeitlupenstudie der Fingerspitzen schaffen.
Die Gegner müssen mindestens zwei Meter Abstand halten
Alle Gegenspieler müssen mindestens zwei Meter von der Stelle auf der Seitenlinie entfernt bleiben, an der eingeworfen wird. Der Abstand wird also nicht zwingend vom Körper des Einwerfers gemessen. Steht dieser einen Schritt hinter der Linie, rückt der Gegner dadurch nicht automatisch mit nach hinten.
Mitspieler dürfen näher stehen. Behindert oder lenkt ein Gegner den Einwerfer unfair ab oder unterschreitet bewusst den vorgeschriebenen Abstand, wird er wegen unsportlichen Verhaltens verwarnt. Ist der Ball bereits eingeworfen, gibt es zusätzlich einen indirekten Freistoß. Verhindert der Gegner die Ausführung vollständig, wird der Einwurf wiederholt. Mehr zu einer solchen Verwarnung steht in unserem Überblick zur Gelben Karte im Fußball.
Direkt aus dem Einwurf gibt es kein Abseits
Ein Spieler darf den Ball direkt aus einem Einwurf erhalten, obwohl er hinter dem vorletzten Gegenspieler steht. In dieser einen Situation wird kein Abseitsvergehen geahndet. Das eröffnet besonders in der gegnerischen Hälfte interessante Läufe entlang der Seitenlinie oder hinter die Abwehr.
Die Ausnahme endet jedoch mit dem direkten Ball. Spielt ein Mitspieler den Einwurf anschließend weiter, gelten beim nächsten Zuspiel wieder die normalen Regeln. Wer die Grenze zwischen Abseitsstellung und Abseitsvergehen genauer verstehen möchte, findet sie in unserer Erklärung der Abseitsregel.
Ein direkt geworfener Ball zählt niemals als Tor
Aus einem Einwurf kann kein Tor direkt erzielt werden. Landet der Ball ohne jede weitere Berührung im gegnerischen Tor, geht es mit Abstoß weiter. Fliegt er direkt ins eigene Tor, erhält der Gegner einen Eckstoß.
Berührt vorher ein anderer Spieler den Ball, sieht die Sache anders aus. Lenkt etwa der Torwart einen Einwurf des gegnerischen Teams noch leicht mit der Hand ab und der Ball landet danach im Tor, kann der Treffer zählen. Das ist für den Keeper eine besonders ärgerliche Form von „Hätte ich ihn doch einfach gelassen“.
Der zweite Ballkontakt und der Torwart folgen eigenen Regeln
Der Einwerfer darf den Ball nicht erneut spielen, bevor ihn ein anderer Spieler berührt hat. Wirft er sich den Ball beispielsweise ein paar Meter voraus und spielt ihn anschließend selbst mit dem Fuß, erhält der Gegner einen indirekten Freistoß.
Bei einer zweiten Berührung mit Hand oder Arm wird es strenger. Begeht ein Feldspieler dadurch ein Handspiel, folgt ein direkter Freistoß und im eigenen Strafraum gegebenenfalls ein Strafstoß. War der Torwart selbst der Einwerfer und berührt den Ball in seinem Strafraum als Erster erneut mit der Hand, gibt es dagegen einen indirekten Freistoß.
Ein anderer Sonderfall betrifft den Einwurf zum eigenen Torwart. Der Keeper darf einen direkt von einem Mitspieler eingeworfenen Ball mit Fuß, Brust oder Kopf spielen, ihn im eigenen Strafraum aber nicht mit Hand oder Arm aufnehmen. Andernfalls erhält der Gegner einen indirekten Freistoß. Diese Bestimmung gehört zu den besonderen Handspielregeln für den Torwart. Den Einwurf selbst darf der Torwart übrigens genauso ausführen wie jeder andere Spieler.
Ein guter Einwurf muss nicht möglichst weit fliegen
Kurze, schnelle und lange Einwürfe erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von Spielfeldzone, Mitspielern und Gegnerdruck ab.
- Ein schneller Einwurf kann eine noch ungeordnete Abwehr überraschen.
- Ein kurzer Einwurf in den Fuß erleichtert die Ballkontrolle und den Rückpass zum Einwerfer.
- Ein sicherer Einwurf nach hinten erhält den Ball, wenn nach vorn keine Lösung frei ist.
- Ein langer Einwurf kann nahe am Strafraum wie eine Flanke wirken, braucht aber Zielspieler und Mitspieler für den zweiten Ball.
Die übrigen Spieler sind dabei mindestens so wichtig wie der Werfer. Einer kommt kurz entgegen, ein zweiter startet in die Tiefe und ein dritter bietet eine sichere Rückpassmöglichkeit an. Solche Dreiecke und unterschiedlichen Höhen gehören auch zum Positionsspiel im Fußball. Stehen hingegen drei Mitspieler nebeneinander und warten freundlich auf denselben Ball, hat vor allem der Gegner eine übersichtliche Situation.

Drei einfache Übungen verbessern Technik und Entscheidung
1. Das Standbild macht Regelverstöße sichtbar
Ein Spieler nimmt die Ausholposition ein und friert kurz ein. Ein Partner prüft: Schaut er zum Feld? Liegt der Ball hinter dem Kopf? Greifen beide Hände? Berühren beide Füße die Linie oder den Boden außerhalb? Anschließend folgen fünf ruhige Würfe. Erst wenn diese sauber gelingen, kommt ein kurzer Anlauf hinzu.
2. Zielzonen belohnen Genauigkeit statt Muskelshow
Lege in etwa sechs, zehn und fünfzehn Metern Entfernung je eine Zielzone aus. Dafür genügen flache Markierungsteller für das Fußballtraining. Ein Treffer in der kurzen Zone zählt einen Punkt, in der mittleren zwei und in der langen drei. Der Wurf zählt aber nur bei korrekter Technik. Für Kinder werden die Abstände entsprechend verkürzt.
3. Einwurf, Rückpass und Anschlusslauf werden zu einer Aktion
Spieler A wirft zu Spieler B und läuft sofort ins Feld. B nimmt den Ball an und passt zu A zurück. Später kommt ein passiver Verteidiger hinzu, sodass B zwischen Rückpass, Aufdrehen und Ablage zu einem dritten Spieler wählen muss. Damit wird aus einer isolierten Wurfbewegung eine echte Spielsituation.
Wer den ersten Kontakt zusätzlich allein schulen möchte, kann die Ballannahme mit passenden Übungen am Fußball-Rebounder ergänzen. Der Einwurf selbst sollte trotzdem mit einem Partner trainiert werden – ein Netz gibt erstaunlich selten hilfreiche Hinweise zur Fußstellung.
Der Einwurf wird mit sauberer Technik zur echten Spielfortsetzung
Der Einwurf beim Fußball ist weder kompliziert noch nebensächlich. Für eine korrekte Ausführung müssen Blickrichtung, Ort, Hände, Ballweg und Fußstellung stimmen. Bei einem technischen Fehler wechselt grundsätzlich das Einwurfrecht, während ein Ball, der das Feld gar nicht erreicht, vom selben Team erneut eingeworfen wird.
Direkt aus dem Einwurf gibt es kein Abseits, aber auch kein Tor. Der Torwart darf einen Einwurf des Mitspielers nicht mit der Hand aufnehmen, und seit 2026/27 kann absichtliches Zeitspiel nach einem sichtbaren Fünf-Sekunden-Countdown den Ballbesitz kosten. Wer danach noch auf Zielgenauigkeit und passende Laufwege achtet, macht aus dem vermeintlichen Nebendarsteller eine überraschend nützliche Standardsituation.
Häufige Fragen zum Einwurf beim Fußball
Wie heißt Einwurf auf Englisch?
Ein Einwurf heißt auf Englisch „throw-in“. Einen Einwurf ausführen lässt sich mit „to take a throw-in“ ausdrücken.
Ist ein Einwurf eine Standardsituation?
Ja. Der Einwurf ist eine Spielfortsetzung nach einer Unterbrechung und wird daher zu den Standardsituationen gezählt. Anders als bei Freistoß oder Eckstoß wird der Ball dabei mit den Händen zurück ins Spiel gebracht.
Ist ein Salto-Einwurf erlaubt?
Ein Salto-Einwurf ist erlaubt, wenn im Moment des Abwurfs alle Vorgaben erfüllt sind: Der Spieler schaut zum Feld, ein Teil jedes Fußes berührt die Linie oder den Boden außerhalb und der Ball wird mit beiden Händen von hinten über den Kopf geworfen. Für den normalen Spielbetrieb ist die akrobatische Variante meist unnötig und ohne Übung ein ziemlich zuverlässiger Weg zu Grasflecken.
Darf der Einwerfer den Ball absichtlich gegen einen Gegner werfen?
Ja, sofern der Einwurf korrekt ausgeführt wird und der Ball weder fahrlässig noch rücksichtslos oder übermäßig hart gegen den Gegner geworfen wird. Auf diese Weise darf der Spieler versuchen, anschließend wieder an den Ball zu kommen. Wird der Gegner gefährdet oder übermäßig hart getroffen, kann der Schiedsrichter auf Foul entscheiden und zusätzlich eine persönliche Strafe verhängen.