Ein Freistoß setzt das Fußballspiel nach bestimmten Regelverstößen fort. Beim direkten Freistoß darf der Ball ohne weitere Berührung ins gegnerische Tor gehen. Beim indirekten Freistoß muss vorher ein anderer Spieler am Ball gewesen sein. Dazu kommen Regeln für Abstand, Mauer und Ausführung. Klingt überschaubar, bis jemand den Ball nur antippt, der Schiri einen Arm hebt und die halbe Mannschaft „Der war doch drin!“ ruft. Hier erfährst du, welche Entscheidung wann richtig ist und wie du Freistöße sinnvoll spielst und trainierst.
Was ist ein Freistoß im Fußball?
Ein Freistoß ist eine Spielfortsetzung mit ruhendem Ball, die der Gegner nach einem entsprechenden Vergehen erhält. Er kann fast überall auf dem Spielfeld stattfinden. Ein Foul im Mittelfeld führt deshalb ebenso zu einem Freistoß wie ein bestimmter Regelverstoß des Torwarts direkt vor dem eigenen Tor.
Die wichtigste Unterscheidung lautet direkter oder indirekter Freistoß. Sie beschreibt, ob ein Treffer unmittelbar aus der Ausführung zählen darf. Mit der Entfernung zum Tor hat sie nichts zu tun. Ein indirekter Freistoß aus fünf Metern bleibt indirekt, ein direkter von der eigenen Hälfte bleibt direkt.
Freistoß und persönliche Strafe sind außerdem zwei getrennte Entscheidungen. Ein Spieler kann foulen, ohne eine Karte zu bekommen. Umgekehrt kann eine Unsportlichkeit während einer Unterbrechung eine Karte nach sich ziehen, ohne die bereits festgelegte Spielfortsetzung zu verändern.
Direkter und indirekter Freistoß: der Unterschied
| Frage | Direkter Freistoß | Indirekter Freistoß |
|---|---|---|
| Darf der Ball sofort ins gegnerische Tor? | Ja, der Treffer zählt | Nur nach einer Berührung durch einen anderen Spieler |
| Typische Gründe | Körperliches Foul oder strafbares Handspiel | Abseits, gefährliches Spiel ohne Kontakt oder bestimmte Torwartvergehen |
| Zeichen des Schiedsrichters | Anzeige der Spielrichtung | Zusätzlich ein Arm über dem Kopf |
| Verteidigervergehen im eigenen Strafraum | Stattdessen Strafstoß | Bleibt indirekter Freistoß |
Für einen indirekten Freistoß reicht es, dass irgendein anderer Spieler den Ball vor dem Tor berührt. Das darf ein Mitspieler, ein Verteidiger oder der Torwart sein. Pfosten und Latte zählen hingegen nicht als Spieler. Die Grundregeln für beide Varianten stehen in Regel 13 des IFAB.
Wann gibt es einen direkten Freistoß?
Zu den häufigsten Gründen gehören regelwidriges Treten, Beinstellen, Stoßen und Halten. Auch ein strafbares Handspiel führt grundsätzlich zum direkten Freistoß. Nicht jeder Kontakt ist dabei ein Vergehen. Die konkrete Aktion entscheidet, wie unser Beitrag über Fouls im Fußball erklärt.
Passiert ein solches Vergehen durch die verteidigende Mannschaft im eigenen Strafraum, erhält der Gegner einen Elfmeter. Begeht dagegen ein Angreifer im gegnerischen Strafraum ein Foul, bekommt die verteidigende Mannschaft einen Freistoß. Der Sechzehner ist also kein Bereich, in dem jeder Pfiff automatisch zum Elfmeter führt.
Wann gibt es einen indirekten Freistoß?
Ein indirekter Freistoß folgt beispielsweise auf ein Abseitsvergehen. Auch gefährliches Spiel ohne Körperkontakt kann dazu führen, etwa wenn ein hohes Bein einen nahen Gegner aus Angst vor einem Treffer am Spielen des Balls hindert.
Weitere Beispiele sind eine unerlaubte zweite Ballberührung nach einer selbst ausgeführten Spielfortsetzung und bestimmte Handberührungen des Torwarts im eigenen Strafraum. Dazu gehört das Aufnehmen eines absichtlichen Fußpasses vom Mitspieler. Die Details und Ausnahmen behandelt die Rückpassregel.
Wichtig für aktuelle Spiele: Hält der Torwart den Ball länger als acht Sekunden mit Händen oder Armen unter Kontrolle, ist die Spielfortsetzung ein Eckstoß. Dafür gibt es nach den heutigen Regeln keinen indirekten Freistoß mehr.

Der erhobene Arm zeigt den indirekten Freistoß an. Vor einem gültigen Tor muss ein anderer Spieler den Ball berühren.
Freistoß ausführen: Ball, Abstand und zweite Berührung
Normalerweise liegt der Ball am Ort des Vergehens. Er muss ruhig am Boden liegen. Sobald er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt, ist er wieder im Spiel. Eine vollständige Umdrehung braucht er nicht.
Der ausführende Spieler darf ihn erst wieder berühren, nachdem ein anderer Spieler am Ball war. Einfach losschießen und dem eigenen Freistoß hinterherdribbeln ist deshalb keine erlaubte Variante. Ein erneuter Kontakt wird grundsätzlich mit einem indirekten Freistoß geahndet. Bei einer zweiten Berührung, die zugleich ein strafbares Handspiel ist, gelten die entsprechenden Handspielregeln.
Bei einem indirekten Freistoß muss der erste Kontakt den Ball wirklich bewegen. Den Fuß auf den Ball zu stellen, ohne ihn zu verschieben, setzt das Spiel nicht fort. Schießt anschließend ein Mitspieler, hat regeltechnisch erst dieser den Freistoß ausgeführt.
Wie weit muss die Mauer entfernt sein?
Die Gegner müssen grundsätzlich mindestens 9,15 Meter Abstand zum Ball halten. Eine Ausnahme erlaubt ihnen, auf der eigenen Torlinie zwischen den Pfosten zu stehen. Das ist besonders bei einem indirekten Freistoß nah vor dem Tor wichtig.
Eine Mauer ist freiwillig. Wie viele Spieler darin stehen, entscheidet die Mannschaft. Besteht sie aus mindestens drei Verteidigern, müssen die Angreifer bis zur Ausführung mindestens einen Meter Abstand zu dieser Mauer halten. Direkt hineinstellen und die Verteidiger auseinanderdrücken gehört damit nicht zur erlaubten Freistoßroutine.
Wann darf man einen Freistoß schnell ausführen?
Viele Freistöße dürfen ohne erneuten Pfiff gespielt werden. Ein schneller Pass kann besonders nützlich sein, wenn die Gegner noch diskutieren und ein Mitspieler bereits frei steht. Dafür müssen Ball und Ausführungsort stimmen.
Hat der Schiedsrichter ausdrücklich angewiesen, auf den Pfiff zu warten, ist der Ball gesperrt. Das gilt insbesondere, wenn er den Mauerabstand organisiert. Auch nach einer Unterbrechung für eine Karte, Verletzung oder Auswechslung braucht die Fortsetzung den Pfiff. Diese Unterscheidung erläutern die offiziellen IFAB-Hinweise zum Schiedsrichterpfiff.
Ein Gegner, der bei einem schnellen Freistoß noch näher als 9,15 Meter steht, darf den bereits gespielten Ball unter den entsprechenden Voraussetzungen abfangen. Die ausführende Mannschaft nimmt dieses Risiko in Kauf. Verhindert er hingegen absichtlich die Ausführung, etwa indem er den Ball blockiert, ist das eine verwarnungswürdige Verzögerung.
Für dich als Spieler heißt das: Vor einer schnellen Ausführung kurz prüfen, ob du auf den Pfiff warten musst. Für die Verteidiger heißt es: Abstand nehmen. Erst eine freundliche schriftliche Einladung abzuwarten, ist keine Regel.
Indirekter Freistoß im Strafraum und im Fünfmeterraum
Ein indirekter Freistoß kann mitten im gegnerischen Strafraum stattfinden. Wird beispielsweise ein absichtlicher Rückpass unerlaubt mit der Hand aufgenommen, richtet sich die Position nach dem Ort dieser Handberührung.
Liegt das Vergehen innerhalb des gegnerischen Torraums, wird der Freistoß auf den nächstgelegenen Punkt der Torraumlinie verlegt, die parallel zur Torlinie verläuft. Er wird also nicht einen Meter vor dem Tor geschossen. Warum dieses kleine Rechteck etwas anderes ist als der Sechzehner, erklärt der Beitrag über den Strafraum und Torraum.
Erhält das verteidigende Team dagegen einen Freistoß im eigenen Torraum, darf es ihn von jedem Punkt innerhalb dieses Torraums ausführen. Bei einem Freistoß der Verteidiger im eigenen Strafraum stehen die Gegner grundsätzlich außerhalb, bis der Ball im Spiel ist. Der Ball muss den Strafraum anschließend nicht erst verlassen.

Freistoß schießen: Welche Variante passt zur Situation?
Ein direkter Freistoß ist keine Verpflichtung zum Torschuss. Manchmal ist der kurze Pass die beste Lösung. Aus einem spitzen Winkel kann eine Flanke mehr bringen als der Versuch, den Ball durch eine Lücke zu zwingen, die hauptsächlich in deiner Vorstellung existiert.
- Direkter Schuss: sinnvoll, wenn Entfernung und Winkel einen kontrollierten Abschluss zulassen.
- Hereingabe: passend, wenn Mitspieler mit guten Laufwegen den Raum vor dem Tor besetzen.
- Kurzer Pass: hilfreich, um den Ballbesitz zu sichern oder den Abschlusswinkel zu verändern.
- Abgelegter Ball: eine Möglichkeit für den indirekten Freistoß oder eine abgestimmte Variante mit einem zweiten Schützen.
Zum Lernen hilft ein gleichmäßiger Anlauf mehr als eine spektakuläre Anlaufpose. Setze den Standfuß stabil neben den Ball und arbeite zunächst mit kontrolliertem Tempo. Für einen platzierten Schuss bietet sich die Innenseite an. Ein Schuss mit Effet verlangt zusätzlich einen passenden Treffpunkt und einen abgestimmten Bewegungsablauf. Lass dir diese Technik im Training zeigen, bevor du nur mehr Kraft einsetzt.
Eine einfache Übung für Freistöße
Markiere eine Zielzone im Tor und schieße einige Bälle aus derselben Position. Notiere, wie oft du die Zone triffst. Bleiben die Bälle zuverlässig auf Kurs, verändere den Winkel oder lege den Ball etwas weiter zurück. Wechselst du nach jedem Versuch Entfernung, Anlauf und Schusstechnik, wird schwer erkennbar, woran es gerade liegt.
Für indirekte Varianten übt ihr zu zweit: Der erste Spieler bewegt den Ball klar, der zweite schließt ab. Danach tauscht ihr die Rollen. Eine Mauer aus weichen Trainingsdummys ist optional. Für die ersten Übungen reichen ein Ball, ein sicher zugängliches Tor und ein abgesprochener Ablauf.
FAQ: Häufige Fragen zum Freistoß
Gibt es beim Freistoß Abseits?
Ja. Beim direkten und indirekten Freistoß gilt die Abseitsregel. Der relevante Moment ist die Ballberührung des Mitspielers. Anders als bei Einwurf, Abstoß oder Eckstoß gibt es für den Freistoß keine entsprechende Ausnahme.
Was passiert, wenn ein Freistoß direkt ins eigene Tor geht?
Ohne Berührung eines anderen Spielers zählt kein Eigentor. Der Gegner erhält einen Eckstoß. Das gilt sowohl für einen direkten als auch für einen indirekten Freistoß.
Warum liegt bei einem Freistoß ein Spieler hinter der Mauer?
Er soll einen flachen Schuss unter der hochspringenden Mauer blockieren. Das ist eine taktische Absicherung und keine Vorschrift. Sie kann sinnvoll sein, nimmt der Mannschaft aber auch einen Spieler, der sonst einen Gegner decken oder einen Abpraller aufnehmen könnte.
Was bedeutet es, wenn der Schütze vor dem Freistoß einen Arm hebt?
Meist ist das ein vereinbartes Signal für eine Variante oder einen Laufweg. Seine Bedeutung legt die Mannschaft selbst fest. Es ist etwas anderes als der erhobene Arm des Schiedsrichters, der einen indirekten Freistoß anzeigt.
Was passiert, wenn der Schiedsrichter den indirekten Freistoß nicht anzeigt?
Geht der Ball ohne weitere Spielerberührung direkt ins gegnerische Tor, wird der Freistoß wiederholt. Der fehlende Hinweis macht aus einem indirekten Freistoß keinen direkten.
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