Wie groß ist der Strafraum im Fußball und welche Regeln gelten dort?

Der Strafraum im Fußball ist 16,50 Meter tief und 40,32 Meter breit. Auf einem regulären Großfeld umfasst er damit 665,28 Quadratmeter. Innerhalb dieses Bereichs darf der Torwart der jeweiligen Mannschaft den Ball grundsätzlich mit Händen und Armen spielen. Begeht die verteidigende Mannschaft dort ein Vergehen, das mit einem direkten Freistoß geahndet wird, erhält der Gegner einen Elfmeter. Auch die weiße Begrenzungslinie gehört bereits zum Strafraum.

Welche Maße hat der Strafraum im Fußball?

Der Strafraum auf einem regulären Großfeld misst 16,50 Meter in der Tiefe und 40,32 Meter in der Breite. Für seine Markierung werden auf beiden Seiten des Tores jeweils 16,50 Meter von der Innenseite des Torpfostens abgemessen. Von dort verlaufen zwei Linien rechtwinklig ins Spielfeld und werden durch eine Linie parallel zur Torlinie miteinander verbunden.

MerkmalMaß
Tiefe des Strafraums16,50 Meter
Breite des Strafraums40,32 Meter
Fläche des Strafraums665,28 Quadratmeter
Breite des Tores7,32 Meter
Entfernung des Elfmeterpunkts von der Torlinie11 Meter
Radius des Halbkreises9,15 Meter

Die Breite von 40,32 Metern ergibt sich aus den 7,32 Metern zwischen den Torpfosten und jeweils 16,50 Metern auf beiden Seiten. Während die Länge und Breite des gesamten Spielfeldes innerhalb bestimmter Grenzen variieren dürfen, bleiben die Maße des Strafraums auf dem regulären Großfeld gleich.

Warum heißt der Strafraum auch Sechzehner?

Der Strafraum wird Sechzehner genannt, weil er 16,50 Meter weit in das Spielfeld hineinreicht. Der halbe Meter wird im alltäglichen Sprachgebrauch schlicht unterschlagen. Ebenfalls üblich sind die Bezeichnungen 16er, 16-Meter-Raum und Sechzehnmeterraum.

Die Maße stammen ursprünglich aus dem englischen Maßsystem. Die Tiefe von 16,50 Metern entspricht 18 Yards, weshalb der Bereich im Englischen als „18-yard box“ bezeichnet wird. Der offizielle deutsche Begriff im Regelwerk lautet Strafraum.

Gehört die Strafraumlinie zum Strafraum?

Die Strafraumlinie gehört vollständig zum Strafraum, und die Spielfeldmaße werden von der Außenkante der Linien aus bestimmt. Wird ein Angreifer genau auf der Linie regelwidrig getroffen, gilt das Vergehen deshalb als innerhalb des Strafraums begangen. Bei einem Vergehen der verteidigenden Mannschaft, das mit einem direkten Freistoß bestraft wird, entscheidet der Schiedsrichter auf Elfmeter.

Beim Torwart ist ebenfalls der Ort des Kontakts zwischen Ball und Hand oder Arm entscheidend. Berührt er den Ball auf der Linie, befindet sich der Kontakt noch innerhalb des Strafraums. Erfolgt die Berührung knapp außerhalb, gelten für ihn dieselben Handspielregeln wie für einen Feldspieler. Wo sich seine Füße befinden, spielt dabei keine Rolle.

Wofür sind Elfmeterpunkt und Halbkreis vor dem Strafraum da?

Der Elfmeterpunkt legt den Ort des Strafstoßes fest, während der Halbkreis den vorgeschriebenen Abstand der übrigen Spieler sichtbar macht. Der Punkt befindet sich 11 Meter vom Mittelpunkt der Torlinie zwischen den beiden Pfosten entfernt. Der Halbkreis wird mit einem Radius von 9,15 Metern um den Elfmeterpunkt gezogen.

Bei einem Strafstoß müssen sich alle Spieler außer dem Schützen und dem verteidigenden Torwart:

  • außerhalb des Strafraums befinden
  • mindestens 9,15 Meter vom Elfmeterpunkt entfernt aufhalten
  • hinter dem Elfmeterpunkt stehen
  • innerhalb des Spielfeldes befinden

Ohne den Halbkreis könnten Spieler vor dem Strafraum stehen und dem Ball trotzdem näher als 9,15 Meter kommen. Die gebogene Linie kennzeichnet genau den Bereich, den sie nicht betreten dürfen. Sie gehört nicht zum Strafraum und erweitert daher auch nicht die Fläche, in der der Torwart die Hände benutzen darf. Wie die anschließende Ausführung abläuft, erklären die Elfmeter-Regeln.

Wann gibt es einen Elfmeter im Strafraum?

Einen Elfmeter gibt es, wenn ein Spieler der verteidigenden Mannschaft bei laufendem Spiel im eigenen Strafraum ein Vergehen begeht, das mit einem direkten Freistoß bestraft wird. Dazu gehören beispielsweise regelwidriges Treten, Beinstellen, Stoßen, Halten oder ein strafbares Handspiel.

Nicht jeder Körperkontakt im Sechzehner ist automatisch regelwidrig. Für die Beurteilung eines Zweikampfs gelten dort dieselben Maßstäbe wie auf dem übrigen Spielfeld. Erst wenn tatsächlich ein Foulvorliegt, entscheidet dessen Ort darüber, ob das Spiel mit einem direkten Freistoß oder einem Elfmeter fortgesetzt wird.

Auch eine Berührung mit Hand oder Arm führt nicht automatisch zum Strafstoß. Entscheidend ist, ob sie nach den Regeln als Handspielgilt. Begeht dagegen ein Angreifer im gegnerischen Strafraum ein Vergehen, erhält die verteidigende Mannschaft einen Freistoß.

Vergehen, für die lediglich ein indirekter Freistoß vorgesehen ist, führen auch innerhalb des Strafraums nicht zu einem Elfmeter. Das betrifft beispielsweise gefährliches Spiel ohne Körperkontakt und bestimmte Regelverstöße des Torwarts.

Bedeutet ein Foul im Strafraum automatisch Gelb oder Rot?

Ein Foul im Strafraum führt nicht automatisch zu einer Gelben oder Roten Karte. Ein fahrlässiges Vergehen kann ohne persönliche Strafe bleiben. Rücksichtsloses Einsteigen wird mit Gelb geahndet, während übermäßige Härte eine Rote Karte nach sich zieht.

Besondere Regeln gelten, wenn eine offensichtliche Torchance verhindert wird. Erhält die angreifende Mannschaft einen Elfmeter und hat der Verteidiger versucht, den Ball zu spielen oder einen Zweikampf um den Ball zu führen, wird er grundsätzlich verwarnt. Das gilt auch bei einem nicht absichtlichen Handspiel, durch das eine offensichtliche Torchance verhindert wird.

Rot bleibt unter anderem vorgesehen, wenn die Torchance durch absichtliches Handspiel, Halten, Ziehen oder Stoßen verhindert wird oder keine Möglichkeit bestand, den Ball zu spielen. Über die genaue Abgrenzung informiert unser Beitrag über die Notbremse.

Darf der Torwart im Strafraum immer die Hände benutzen?

Der Torwart darf den Ball im eigenen Strafraum grundsätzlich mit Händen und Armen spielen, aber nicht nach jedem Zuspiel. Außerhalb des Strafraums besitzt er kein besonderes Handspielrecht.

Ein indirekter Freistoß für die gegnerische Mannschaft wird unter anderem gegeben, wenn der Torwart den Ball mit Hand oder Arm berührt:

  • nach einem absichtlichen Zuspiel mit dem Fuß durch einen Mitspieler
  • unmittelbar nach einem Einwurf eines Mitspielers
  • nachdem er den Ball aus den Händen freigegeben hat und ihn noch kein anderer Spieler berührt hat

Ein reguläres Zuspiel mit Kopf, Brust oder Knie darf der Torwart grundsätzlich aufnehmen. Spieler dürfen diese Möglichkeit jedoch nicht durch einen absichtlichen Trick nutzen, um die Rückpassregel zu umgehen.

Eine wichtige Ausnahme gilt bei einem missglückten Befreiungsversuch: Hat der Torwart nach einem Rückpass eindeutig versucht, den Ball mit dem Fuß ins Spiel zurückzubringen, darf er ihn anschließend mit den Händen aufnehmen. Ein bloßer Versuch, den Ball anzunehmen oder zu kontrollieren, reicht dafür nicht aus.

Wie lange darf der Torwart den Ball in den Händen halten?

Der Torwart darf den Ball höchstens acht Sekunden lang mit Händen oder Armen kontrollieren. Der Schiedsrichter beziehungsweise die Schiedsrichterin entscheidet, wann die Kontrolle beginnt, und zeigt die letzten fünf Sekunden mit erhobener Hand sichtbar an.

Als Kontrolle gilt unter anderem, wenn der Torwart den Ball:

  • zwischen beiden Händen hält
  • zwischen einer Hand und dem Boden festhält
  • auf einer ausgestreckten Hand trägt
  • auf den Boden prellt
  • in die Luft wirft und wieder auffängt

Gibt der Torwart den Ball nicht rechtzeitig frei, erhält die gegnerische Mannschaft einen Eckstoß. Dieser wird auf der Seite ausgeführt, die der Position des Torwarts beim Regelverstoß am nächsten liegt. Eine Karte gibt es normalerweise nicht. Erst bei wiederholten Verstößen kann der Torwart verwarnt werden.

Solange der Torwart den Ball mit Händen oder Armen kontrolliert, darf ein Gegner ihn nicht angreifen oder an der Freigabe des Balls hindern.

Welche Regeln gelten beim Abstoß im Strafraum?

Beim Abstoß darf der ruhende Ball von jedem Punkt innerhalb des Torraums gespielt werden und ist im Spiel, sobald er getreten wurde und sich eindeutig bewegt. Er muss den Strafraum nicht erst verlassen.

Mitspieler dürfen sich daher bereits im eigenen Strafraum befinden und dort angespielt werden. Gegner müssen grundsätzlich außerhalb bleiben, bis der Ball im Spiel ist. Hatten sie bei einem schnell ausgeführten Abstoß keine Zeit, den Strafraum zu verlassen, lässt der Schiedsrichter zunächst weiterspielen. Verhindert ein solcher Gegner die regelgerechte Ausführung, wird der Abstoß wiederholt.

Verzögert ein Spieler die Ausführung unfair, pfeift der Schiedsrichter und beginnt einen sichtbaren Fünf-Sekunden-Countdown. Ist der Ball nach Ablauf dieser Zeit noch nicht im Spiel, erhält die gegnerische Mannschaft einen Eckstoß.

Was ist der Unterschied zwischen Strafraum und Torraum?

Der Torraum ist das kleinere Rechteck unmittelbar vor dem Tor und darf nicht mit dem Strafraum verwechselt werden. Er ist 5,50 Meter tief und insgesamt 18,32 Meter breit. Wegen seiner Tiefe wird er umgangssprachlich auch Fünfmeterraum genannt.

Der Torraum bestimmt unter anderem, von wo ein Abstoß ausgeführt werden darf und wo bestimmte Freistöße in unmittelbarer Tornähe platziert werden. Eine besondere Schutzzone für den Torwart ist er nicht. Ein Gegner darf dort fair um einen freien Ball kämpfen.

Kontrolliert der Torwart den Ball dagegen mit Händen oder Armen, darf er nicht angegriffen werden. Dieser Schutz gilt im gesamten Strafraum und nicht nur innerhalb des Torraums.

Ist der Strafraum auf dem Kleinfeld genauso groß?

Auf dem Kleinfeld ist der Strafraum häufig kleiner als auf einem regulären Großfeld. Die genauen Maße richten sich nach der Spielform, der Altersklasse und den Bestimmungen des zuständigen Verbandes oder Wettbewerbs.

Die Abmessungen von 16,50 mal 40,32 Metern gelten deshalb nicht automatisch für Jugendspiele, Kleinfeldturniere oder andere verkleinerte Spielformen. Maßgeblich ist immer die Spielordnung des jeweiligen Wettbewerbs.